Deutsche Dichter und Denker
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Der Denker sagt das Sein,
der Dichter das Heilige!

Bilder, Gedichte und Sprüche in diesem Kanal verstehen sich als Nachahmung ohne Beurteilung.
Sie sind mit nötigem Ernst oder Spott zu genießen!

Passende (!!!) Gedichte unter:
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Mit einer oft wahrhaft komischen Leichtfertigkeit nimmt heutzutage jede Partei die Zustimmung des Volkes für sich in Anspruch!

-Wilhelm Heinrich von Riehl, geboren am 6.5.1823 in Biebrich - gestorben am 16.11.1897 in München-
@DeutscheDD
💯58👌10👍5❤3🤝3
Der alte Ueberallundnirgends.
Eine mythische Figur


Man spricht von Alters wunderbar
Von mancher That des Christes,
Heut spricht man auch vom Volk sogar,
Als gäb’s zu dieser Frist es.
Doch weil ich als ein Criticus
An allen Dingen zweifeln muß,
So frag’ ich stets: Wo ist es?

Und fabelhaft dünkt's meinem Geist.
Ich glaub’, es ist der Alte,
Der Überallundnirgends heißt.
O sagt mir, wo ich’s halte!
Wohl seh’ ich Leute, Wolk’ an Wolk’;
Doch Leute machen noch kein Volk,
Das sich als Eins gestalte.

In Kneipen sitzt es vollgedrängt
Und raisonnirt zu Zeiten,
Und wenn der Sommer gar anfängt,
Strömt’s aus von allen Seiten,
Es trinkt Kaffee und grüßt und spricht,
Volk ist das wohl, das Volk ist’s nicht;
Das Volk muß anders schreiten.

Wenn einer in's Gefängniß muß,
Seh' ich viel hundert laufen,
Auch brannt' einmal ein Haus am Fluß,
Da lief's herbei in Haufen.
Viel tausend waren's, ohne Kern,
Sie thaten nichts, als maulaufsperr'n,
Und gaffend sich verschnaufen.

Den, der nichts will, und der nichts thut,
Kann ich nicht gelten lassen,
Er ist auch nicht, sprech' ich mit Muth,
Wär' er in allen Gassen.
So ist das Volk beim Sonntagsball,
Bei der Parad', kurz überall,
Und nirgends doch zu fassen.

Doch seh' ich's einst voll Majestät
Gleich einem Mann sich rühren,
Bereit, was ihm die Freiheit räth,
Selbstkräftig zu vollführen:
Nicht nirgends mehr, noch überall;
Das Volk ist da! (ruf' ich mit Schall)
Gehorcht ihm nach Gebühren!


-Friedrich von Sallet, geboren am 20.04.1812 in Neisse – verstorben am 21.02.1843 in Reichaus, Landkreis Nimptsch-
@DeutscheDD
❤28🔥10👍7💯4
Deutsch ist uns alles was durch deutsche Geschichte gegangen ist,
deutsches Blut in sich hat und deutsche Sprache spricht!


@DeutscheDD
❤110💯26👍10⚡5✍2😡1
.       W a s  k a n n  i c h  w i s s e n,
               w a s  s o l l  i c h  t u n,
         w a s  d a r f  i c h  h o f f e n ?
                    -  I.  K A N T -

Gedanken zu Immanuel Kant

Wer gab uns Augen, Glück und Leid zu sehn
Und die Vernunft, den rechten Weg zu gehn?
Woher die Zaubermelodien der Nachtigallen,
Die uns in Maiennächten in die Träume fallen?

Wer läßt Lilien unterm Sonnenstrahl erblühn
Und den kalten Winter vor dem Frühling fliehn?
Wer kennt der Himmelslichter übergroße Zahl
Und der Gestirne Lauf im Weltenall?

                             ☆ ☆ ☆

Seht doch, wie alles klein beginnt und endet,
Wie der helle Morgen sich zum Abend wendet,
Die wilden Meere zu vertrauten Ufern fliehn,
Und schwere Wolken mit den Stürmen ziehn.

Alles ist ein stetes Werden und Vergehn,
Was der Zeit gehört, wird der Wind verwehn.
Wir können nicht mehr sein, als uns gegeben,
Von jeher vorbestimmt für alles Erdenleben.
                                    ☆
Es trügt der Schein, der eitle Narren macht.
Wir sind nur blinde Wanderer in der Nacht!


-Julie aus der Mark-
09.10.2024
@DeutscheDD
❤61👍11🥰5😇2
Große Schurken stehen fest.
Auf ihrem Schild ist „Ehrenmänner“ aufgemalt.
Ganze Völker stürmen vergebens gegen sie.
Ruhig verzehren sie ihren Raub.
Erst die Geschichte zermalmt sie!


-August Pauly, geboren am 13.03.1850 in München – verstorben am 09.02.1914 ebenda-
@DeutscheDD
👌36👍29💯19❤6🔥5
Die Zeit ist zu kostbar,
um sie mit falschen Dingen zu verschwenden!


-Heinrich „Heinz“ Wilhelm Rühmann, geboren am 07.03.1902 in Essen – verstorben am 03.10.1994 in Berg-
@DeutscheDD
💯55❤19👏7👍5👌2
Die Verheißung

Der Mensch, der seinen Krieg bejaht,
Wird Heiliger von dieser Welt,
Und wenn ihn seine rasche Tat
Im Sturmlauf vor dem Ziele fällt.

Der Mensch, der seine Wege geht,
Wird stärker als die Vielen sein.
Wenn auch der Wind sein Grab verweht:
Er geht doch zu den Sternen ein.

Ein Volk, das sein Gesetz erkennt,
Erwirbt sich die Unsterblichkeit.
Sein helles Freiheitsfeuer brennt
Zum Trotze aller Dunkelheit!


-Kurt Adolf Ludwig Eggers, geboren am 10.11.1905 in Schöneberg – gefallen am 12.08.1943 in Klenowoje bei Belgorod-
@DeutscheDD
🔥40❤32👍4👏2
TORERO

Gestern war ich so wie ihr,
jemand der angesehen war.
Heut braucht ihr ein Teufelstier
und treibt mich zur Arena.
Ihr schraubt mir Hörner in den Kopf,
so werde ich zum Vieh.
Von euren geilen Fressen tropft
der Schaum der Hysterie.

Alle gegen einen,
einer gegen alle,
alle auf den Beinen
und einer in der Falle.
Alle gegen mich,
schlachte mich Torero
mit'm Degenstich.

Schon zeigst du mir das magische Tuch,
schon muß ich dir entgegen.
Du drehst dich und wie immer sucht
nach meinem Herz dein Degen.
Wie dreckig muß es ihnen gehen,
dass sie so wie eben
ab und zu einen sterben sehen wollen
um zu überleben.

Alle gegen einen,
einer gegen alle,
alle auf den Beinen
und einer in der Falle.
Alle gegen mich,
schlachte mich Torero
mit'm Degenstich.

Gestern warst du so wie sie,
heut singst du mir
das Lied vom Tod
und morgen früh bist du
vielleicht der Stier.

-Gerhard Gundermann, 21.02.1955 in Weimar - 21.06.1998 in Spreetal-
@DeutscheDD
❤44👍19👌2
Audio
Vertonung durch den Meister selbst
❤25
Mein Testament.

Wer weiß, wo ich mein Leben einst beende,
Und wie? — ich frage nicht, es ist mir gleich;
Nur eines: faltet ja nicht meine Hände,
Wenn mich gefällt des Sensenmannes Streich.

Zu Fäusten sollt Ihr meine Hände ballen,
Und statt ein Kreuz, steckt mir auf’s Grab ein Schwert;
Ein trotzig Lied soll über meinen Hügel schallen.
Ich weiß nicht — wie man Kämpfer besser ehrt!


-Verfasser unbekannt-
@DeutscheDD
❤85⚡15🔥10👍9💯8
Die Eichbäume 🌳

Aus den Gärten komm ich zu euch, ihr Söhne des Berges!
Aus den Gärten, da lebt die Natur geduldig und häuslich,
Pflegend und wieder gepflegt mit dem fleißigen Menschen zusammen.
Aber ihr, ihr Herrlichen! steht, wie ein Volk von Titanen
In der zahmeren Welt und gehört nur euch und dem Himmel,
Der euch nährt' und erzog, und der Erde, die euch geboren.
Keiner von euch ist noch in die Schule der Menschen gegangen,
Und ihr drängt euch fröhlich und frei, aus der kräftigen Wurzel,
Untereinander herauf und ergreift, wie der Adler die Beute,
Mit gewaltigem Arme den Raum, und gegen die Wolken
Ist euch heiter und groß die sonnige Krone gerichtet.
Eine Welt ist jeder von euch, wie die Sterne des Himmels
Lebt ihr, jeder ein Gott, in freiem Bunde zusammen.
Könnt ich die Knechtschaft nur erdulden, ich neidete nimmer
Diesen Wald und schmiegte mich gern ans gesellige Leben.
Fesselte nur nicht mehr ans gesellige Leben das Herz mich,
Das von Liebe nicht läßt, wie gern würd ich unter euch wohnen!


🪦 -Johann Christian Friedrich Hölderlin, geboren am 20.03.1770 in Lauffen am Neckar – verstorben am 07.06.1843 in Tübingen-
@DeutscheDD
❤64👍11✍1
Edel sei der Mensch,
Hilfreich und gut!
*
Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!


-Johann Wolfgang von Goethe, geboren am 28.08.1749 in Frankfurt am Main – verstorben am 22.03.1832 in Weimar-
@DeutscheDD
❤73👍10💯9😍5
Die Lausejagd in Russ. Polen.

Steh ich in finsterer Mitternacht,
So einsam auf der Lausejagd,
So denk ich an die Drogerie,
Ob sie nichts hat fürs Lausevieh.
Und bin ich dann des Nachts erwacht,
Sitzt alles bei der Lausejagd.

Als ich zum Kriege fortgemusst,
Hab ich nichts von dem Vieh gewusst,
Bis ich nachher so manche Nacht,
Durch dieses Vieh vom Schlaf erwacht.
Es biss mich sehr in Brust und Bein,
Dass ich vergass das Schlafen ein.

Sie sind uns treu, doch mir nicht gut,
Sie saugen gern Soldatenblut,
Noch nie schlugs Herz uns warm bei Nacht,
Wenn wir durchs Lausevieh erwacht
Wir Stehen dann vom Schlafen auf,
Und reiten dann Attacke drauf.

Wie glücklich lebt ihr doch daheim,
Die ihr nichts wisst von dieser Pein,
Ihr schlafet ruhig jede Nacht,
Wenn wir sind auf der Lausejagd,
Doch für uns ist’s doch keine Schand,
Denn wir sind ja im Lauseland.

Ein wunder ist’s wohl sicher nicht,
Dass wir erfunden solch Gedicht.
Noch Ratten gibt es hier und Mäuse,
Doch nicht so viel wie Nikoläuse,
Die sieht man hier in jeden Haus,
Vielleicht auch bei Nikolaus.


-Verfasser unbekannt-
@DeutscheDD
🫡25❤16😁10👍5😢4💯3
Wir tragen ein Licht ☀️

Wir tragen ein Licht in das Dunkel der Zeit
getreu nach dem Erbe der Väter.
Das Leben der Pflicht und der Jugend geweiht,
blicken wir vorwärts und kennen kein Später.

Wir schließen den Ring, der alle verbindet
vom Anbeginn bis auf den heutigen Tag.
Der von Sippe zu Sippe sinnvoll sich windet
zur Kette, die niemand zu brechen vermag.

Wir tragen im Herzen den lodernden Brand,
den Glauben an Ehre und Pflicht,
zu dem Millionen sich vor uns bekannt.
Vergesst das Gebot der Gefallenen nicht!

Wir tragen das Leben nach göttlichem Wort
voll Hoffnung und ohne zu klagen.
Uns bindet nicht Zeit, uns hindert kein Ort,
wir kennen kein weichliches Zagen.

Wir dienen dem Volke, der Heimat, dem Herd;
hoch fliegen der Freiheit Gedanken.
Für sie ist der Einsatz des Lebens wert -
Wir fordern die Zeit in die Schranken!


-Karl Leipert, geboren am 30.12.1909 in Klantendorf/Nordmähren – verstorben am 31.10.1994 in Innsbruck-
@DeutscheDD
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❤67👍17👌5💯3🔥2
So frei der Großstädter in geistiger Beziehung ist, so ein Sklave ist er an Charakter.
Wer im höchsten Grade gesellig lebt, kollektiv denkt und herdenweise fühlt, kann unmöglich individuell und unabhängig sein.
Verlangen Sie jeden Mut, jedes Opfer von ihm, nur nicht, daß er eine Krawatte trage, die verpönt ist, daß er sich zu einer Ansicht bekenne, die für lächerlich gilt.
Kein Despot tyrannisiert seine Untertanen widerstandsloser, als die Gebote der Gesellschaft den Großstädter!


-Carl Friedrich Georg Spitteler, geboren am 24.04.1845 in Liestal – verstorben am 29.12.1924 in Luzern-
@DeutscheDD
❤40💯29👍22🔥3⚡1
Niemand ist mehr Sklave,
als der sich für frei hält,
ohne es zu sein!


-Johann Wolfgang von Goethe, geboren am 28.08.1749 in Frankfurt am Main – verstorben am 22.03.1832 in Weimar-
@DeutscheDD
💯62👌43👍16🔥6🤔6✍1
Höchstes Leid

Hart ist's an dem Grab zu steh'n
Derer, die du heiß geliebet,
Hart auch, wie am Fels der Zeit
Traum um Traum in Nichts zerstiebet.

Bittrer als des Todes Raub,
Und was kalt die Zeit entwendet,
Ist's, wenn du dein best Gefühl
An Unwürdige verschwendet.

Wie ein Bettler stehst du da,
Der sein Alles hingegeben,
Dem nichts blieb von seinem Schatz,
Als das nackte, arme Leben.

Wie, von roher Hand gestürzt,
Liegt ein Götterbild im Staube,
Also ist ein Trümmerhauf'
Deines Herzens schönster Glaube!

Neue Rosen bringt die Zeit,
Frisches Grün das Grab umkleidet,
Aber öd' bleibt dieser Platz
Und kein Thau drauf niedergleitet!


-Luise Büchner, geboren am 12.06.1821 in Darmstadt – verstorben am 28.11.1877 ebenda-
@DeutscheDD
❤56😢22💯6🥰1
Ins schöne Sachsenland

Es blühn an allen Wegen viel schöne Blümelein.
Ich muß hinaus jetzt wandern, geschieden muß es sein.

Mein Weg führt über Heide, durch Wiese, Feld und Wald.
O Wandern meine Freude: Ein frohes Lied erschallt.

Viel Sternlein stehn am Himmel und halten treue Wacht.
Ich muß hinaus jetzt wandern und wünsch dir gute Nacht.

Es geht ins Sachsenland, ins schöne Heimatland,
dich will ich lieben bis in den Tod!

-Verfasser unbekannt-
@DeutscheDD
❤81🥰7💯6👌3✍1👏1
Meine Religion.

Meine Kirche — wo ich bete,
Ist der schöne, grüne Wald,
Der von hellen Jubelpsalmen
Bunter Sänger wiederhallt.

Mein Gebet — das stets ich bete,
Ohne Rast und ohne Ruh’:
„Füge nie, was dir nicht recht ist,
Einem andern Menschen zu!“

Und statt Muttergottesbilder
Hängt am Bette wunderfein,
Stets das Bild von meinem lieben,
Herzensguten Mütterlein.

Und mein Gott — der bin ich selber;
Deshalb trag’ ich hoch mein Haupt
Und bedaure jeden Menschen,
Der an fremde Götter glaubt!


-Verfasser unbekannt-
@DeutscheDD
❤74👍17👏11🔥7👌5💯5
Was geschaffen uns zum Heil
ward gegründet von den Vätern.
Aber das ist unser Teil
es zu erhalten für die Spätern!


@DeutscheDD
❤81💯31👏8👌1