Wenn die Könige sich raufen,
müssen Bauern Haare lassen.
Diese Wahrheit kennen alle,
die sich mit dem Schach befassen.
-Peter Rosegger, 31.07.1843 in Alpl - 26.06.1918 in Krieglach-
@DeutscheDD
Bild: A. Paul Weber „Maria Theresia und der Alte Fritz“
müssen Bauern Haare lassen.
Diese Wahrheit kennen alle,
die sich mit dem Schach befassen.
-Peter Rosegger, 31.07.1843 in Alpl - 26.06.1918 in Krieglach-
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Bild: A. Paul Weber „Maria Theresia und der Alte Fritz“
👍60👏7💯6⚡2❤1✍1
Die Schnupftabakdose
Es war eine Schnupftabaksdose
Die hatte Friedrich der Große
sich selbst geschnitzelt aus Nußbaumholz.
Und darauf war sie natürlich stolz.
Da kam ein Holzwurm gekrochen.
Der hatte Nußbaum gerochen
Die Dose erzählte ihm lang und breit.
Von Friedrich dem Großen und seiner Zeit.
Sie nannte den alten Fritz generös.
Da aber wurde der Holzwurm nervös
Und sagte, indem er zu bohren begann
„Was geht mich Friedrich der Große an!“
-Joachim Ringelnatz, 07.08.1883 in Wurzen - 17.11.1934 in Berlin-
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Es war eine Schnupftabaksdose
Die hatte Friedrich der Große
sich selbst geschnitzelt aus Nußbaumholz.
Und darauf war sie natürlich stolz.
Da kam ein Holzwurm gekrochen.
Der hatte Nußbaum gerochen
Die Dose erzählte ihm lang und breit.
Von Friedrich dem Großen und seiner Zeit.
Sie nannte den alten Fritz generös.
Da aber wurde der Holzwurm nervös
Und sagte, indem er zu bohren begann
„Was geht mich Friedrich der Große an!“
-Joachim Ringelnatz, 07.08.1883 in Wurzen - 17.11.1934 in Berlin-
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😁50👍13❤7👌5😱1🤣1
Die Mutter sinnt bei der Wiege
O tiefes Wunder, daß in dir
Mein Leben Kraft geworden ist,
Daß du so ganz Erfüllung mir
Und Antwort meinem Wesen bist, –
Daß mein verschwiegnes frühstes Leid
Stumm weiterklagt in deinem Blut,
Vergeßne Freude fernster Zeit
Als Glanz in deiner Seele ruht!
Daß heiß dein Herz in meinem schlug,
Daß dein Geschick in meinem schlief,
Schon lange, eh mein Schoß dich trug,
Und eh ich dich beim Namen rief.
Ich bin dir nie so nah als nachts,
Wenn rings um uns das Dunkle schweigt,
Geheimnisvoll lebendig nur
Dein Atem fällt, dein Atem steigt.
Ich denke jener holden Zeit,
Da du in mir versenkt geruht,
Da unser Atem einer war
Bewegt von eines Lebens Flut.
Ich denke einer fernern Zeit,
Wenn uns die stumme Nacht umgibt:
Einst ruhn wir wieder ganz vereint
Mit allem, was wir je geliebt!
-Ina Seidel, 15.09.1885 in Halle an der Saale – 02.10.1974 in Ebenhausen bei Schäftlarn-
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O tiefes Wunder, daß in dir
Mein Leben Kraft geworden ist,
Daß du so ganz Erfüllung mir
Und Antwort meinem Wesen bist, –
Daß mein verschwiegnes frühstes Leid
Stumm weiterklagt in deinem Blut,
Vergeßne Freude fernster Zeit
Als Glanz in deiner Seele ruht!
Daß heiß dein Herz in meinem schlug,
Daß dein Geschick in meinem schlief,
Schon lange, eh mein Schoß dich trug,
Und eh ich dich beim Namen rief.
Ich bin dir nie so nah als nachts,
Wenn rings um uns das Dunkle schweigt,
Geheimnisvoll lebendig nur
Dein Atem fällt, dein Atem steigt.
Ich denke jener holden Zeit,
Da du in mir versenkt geruht,
Da unser Atem einer war
Bewegt von eines Lebens Flut.
Ich denke einer fernern Zeit,
Wenn uns die stumme Nacht umgibt:
Einst ruhn wir wieder ganz vereint
Mit allem, was wir je geliebt!
-Ina Seidel, 15.09.1885 in Halle an der Saale – 02.10.1974 in Ebenhausen bei Schäftlarn-
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❤95👍8😍7⚡3🥰2😇1
So steht der arme Mensch allemal mit zugebundenen Augen vor deinem scharfen Schwerte, unbegreifliches Schicksal!
Und wenn du es aufziehest und schwingest, ergötzet ihn das Pfeifen und Wehen desselben kurz vor dem Schlage!
-Johann (Jean) Paul Friedrich Richter 21.03.1763 in Wunsiedel – 14.11.1825 in Bayreuth-
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Und wenn du es aufziehest und schwingest, ergötzet ihn das Pfeifen und Wehen desselben kurz vor dem Schlage!
-Johann (Jean) Paul Friedrich Richter 21.03.1763 in Wunsiedel – 14.11.1825 in Bayreuth-
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💯38👍14👏5😢5❤4✍1
Es war einmal...
Einsam am stillen Weiher steht
Ein Denkmal altersgrauer Zeit,
Und leis um diese Stätte weht
Der milde Hauch „Vergangenheit“!
@DeutscheDD
Einsam am stillen Weiher steht
Ein Denkmal altersgrauer Zeit,
Und leis um diese Stätte weht
Der milde Hauch „Vergangenheit“!
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👍54❤45⚡1✍1💯1🤝1
Was hast du gelernt in diesen Jahren?
Daß der Gemäßigte nie gewinnt,
Und daß die Menschen immer waren
Wie sie noch sind!
-Eduard von Bauernfeld, 13.01.1802 in Wien – 09.08.1890 in Oberdöbling bei Wien-
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Daß der Gemäßigte nie gewinnt,
Und daß die Menschen immer waren
Wie sie noch sind!
-Eduard von Bauernfeld, 13.01.1802 in Wien – 09.08.1890 in Oberdöbling bei Wien-
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👍63💯31👏12❤5😢3
Oh, wie ich mir leidtue.
Oh, wie ich mir heimlich, mit List, mit Heuchelei vor mir selbst leidtue.
Wenn man dieses verschlagene Gewebe von Selbstbetrug, ehrlichem Willen, Eitelkeit, Bescheidenheit, Feigheit und Wahrheitsliebe zerreißen und ordnen könnte − die Seele aufräumen!
-Friedrich Martin Adalbert Kayssler, 07. April 1874 in Neurode, Niederschlesien – 24.04.1945 in Kleinmachnow bei Berlin-
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Oh, wie ich mir heimlich, mit List, mit Heuchelei vor mir selbst leidtue.
Wenn man dieses verschlagene Gewebe von Selbstbetrug, ehrlichem Willen, Eitelkeit, Bescheidenheit, Feigheit und Wahrheitsliebe zerreißen und ordnen könnte − die Seele aufräumen!
-Friedrich Martin Adalbert Kayssler, 07. April 1874 in Neurode, Niederschlesien – 24.04.1945 in Kleinmachnow bei Berlin-
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👏44💯20👍9⚡4🤔3😁1
Immer gab es Zeitgenossen,
die Zerstörung nur genossen,
den Krawall, Verwüstung, Mord,
die betrieben sie wie Sport.
Heute sind es Terroristen,
die nach der Vernichtung dürsten.
Sie zerstören viel im Land,
unbeteiligt vom Verstand!
-Erhard Horst Bellermann-
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die Zerstörung nur genossen,
den Krawall, Verwüstung, Mord,
die betrieben sie wie Sport.
Heute sind es Terroristen,
die nach der Vernichtung dürsten.
Sie zerstören viel im Land,
unbeteiligt vom Verstand!
-Erhard Horst Bellermann-
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👍84💯22😢6🤨3⚡2🥰1
Pflückt einen Kranz,
Und haltet Tanz
Auf grünen Auen,
Ihr schönen Frauen,
Wo junge Main
Uns Kühlung streun!
-Ludwig Christoph Heinrich Hölty, 21.12.1748 in Mariensee – 01.09.1776 in Hannover-
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Und haltet Tanz
Auf grünen Auen,
Ihr schönen Frauen,
Wo junge Main
Uns Kühlung streun!
-Ludwig Christoph Heinrich Hölty, 21.12.1748 in Mariensee – 01.09.1776 in Hannover-
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❤77👍6🥰6👏5⚡3💯1
Ruf der Heimat
Das Land, wo unsere Wiege stand,
ruft im Traum uns zu,
kommt und zündet eine Kerze an,
zur Ehre eurer Ahnen.
Die Tränen, die gefallen sind,
waren Abschied von der Vergangenheit.
Der Sturm der Zeit hat uns vertrieben,
das Heimweh ist geblieben.
Verlassen ruhen nun die Ahnen,
in dem weiten Steppenland .
Die Natur muß sich erbarmen,
und Blumen auf die Gräber tragen.
Die Lerche singt schon viele Jahre,
am verlassenen Familiengrab.
Wir können dankbar sagen,
gut, daß es Euch gab!
-Verfasser unbekannt, vielleicht kann jemand weiterhelfen...-
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Das Land, wo unsere Wiege stand,
ruft im Traum uns zu,
kommt und zündet eine Kerze an,
zur Ehre eurer Ahnen.
Die Tränen, die gefallen sind,
waren Abschied von der Vergangenheit.
Der Sturm der Zeit hat uns vertrieben,
das Heimweh ist geblieben.
Verlassen ruhen nun die Ahnen,
in dem weiten Steppenland .
Die Natur muß sich erbarmen,
und Blumen auf die Gräber tragen.
Die Lerche singt schon viele Jahre,
am verlassenen Familiengrab.
Wir können dankbar sagen,
gut, daß es Euch gab!
-Verfasser unbekannt, vielleicht kann jemand weiterhelfen...-
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❤90👍23🥰4👏3😢3💯3
Im Schachspiel offenbart sich durchaus, ob jemand Phantasie und Initiative besitzt oder nicht.
Man hat vom Schach gesagt, daß das Leben nicht lang genug dazu ist, - aber das ist ein Fehler des Lebens, nicht des Schachs.
Man soll vor allem groß spielen, im Schach wie im Leben, und nicht wie ein Krämer. Alle Berechnung in Ehren, aber das Entscheidende bleibt stets das Unberechenbare, das Wagnis, das coûte que coûte.
-Christian Morgenstern, 06. 05.1871 in München - 31.03.1914 in Untermais-
@DeutscheDD
Bild: A. Paul Weber
Man hat vom Schach gesagt, daß das Leben nicht lang genug dazu ist, - aber das ist ein Fehler des Lebens, nicht des Schachs.
Man soll vor allem groß spielen, im Schach wie im Leben, und nicht wie ein Krämer. Alle Berechnung in Ehren, aber das Entscheidende bleibt stets das Unberechenbare, das Wagnis, das coûte que coûte.
-Christian Morgenstern, 06. 05.1871 in München - 31.03.1914 in Untermais-
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Bild: A. Paul Weber
❤50👏16👍11🤔1
Oh bittre Zeit
Die Bäume steh´n in Blüte
Draußen ist Tag
Doch schwer ist mein Gemüte
bang tönt der Glocke Schlag
bang tönt der Glocke Schlag.
Wie bin ich so alleine
O bittre Zeit
die töricht ich verweine
Doch groß ist unser Leid
groß ist der Menschen Leid.
Dicht hinterm Zellenfenster
grünt schon der Wald
Wir aber sind Gespenster
und werden jung schon alt
gefangen jung schon alt.
Nur Gitter ohne Ende
sind um uns her
Ach! Unsre schwachen Hände
zerbrechen sie nicht mehr
zerbrechen sie nicht mehr.
Und doch! Sie müssen weichen
wie Deutschlands Nacht
Sind doch, die hier bleichen
der Heimat stärkste Wacht
der Heimat stärkste Wacht.
-Eva Lippold, 15.04.1909 in Magdeburg – 12.06.1994 in Zossen-
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Die Bäume steh´n in Blüte
Draußen ist Tag
Doch schwer ist mein Gemüte
bang tönt der Glocke Schlag
bang tönt der Glocke Schlag.
Wie bin ich so alleine
O bittre Zeit
die töricht ich verweine
Doch groß ist unser Leid
groß ist der Menschen Leid.
Dicht hinterm Zellenfenster
grünt schon der Wald
Wir aber sind Gespenster
und werden jung schon alt
gefangen jung schon alt.
Nur Gitter ohne Ende
sind um uns her
Ach! Unsre schwachen Hände
zerbrechen sie nicht mehr
zerbrechen sie nicht mehr.
Und doch! Sie müssen weichen
wie Deutschlands Nacht
Sind doch, die hier bleichen
der Heimat stärkste Wacht
der Heimat stärkste Wacht.
-Eva Lippold, 15.04.1909 in Magdeburg – 12.06.1994 in Zossen-
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❤65👍18🔥5😈2
Nachtgedanken
Weltenweiter Wandrer,
walle fort in Ruh...
Also kennt kein andrer
Menschenleid wie du.
Wenn mit lichtem Leuchten
du beginnst den Lauf,
schlägt der Schmerz die feuchten
Augen zu dir auf.
Drinnen liegt – als riefen
sie dir zu: versteh! –
Tief in ihren Tiefen
eine Welt von Weh...
Tausend Tränen reden
ewig ungestillt, –
und in einer jeden
spiegelt sich dein Bild!
-Rainer Maria Rilke, 4.12.1875 in Prag - 29.12.1926 Montreux-
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Weltenweiter Wandrer,
walle fort in Ruh...
Also kennt kein andrer
Menschenleid wie du.
Wenn mit lichtem Leuchten
du beginnst den Lauf,
schlägt der Schmerz die feuchten
Augen zu dir auf.
Drinnen liegt – als riefen
sie dir zu: versteh! –
Tief in ihren Tiefen
eine Welt von Weh...
Tausend Tränen reden
ewig ungestillt, –
und in einer jeden
spiegelt sich dein Bild!
-Rainer Maria Rilke, 4.12.1875 in Prag - 29.12.1926 Montreux-
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❤75👏12👍8😢2💯2
Heilig Vaterland! In Gefahren
deine Söhne sich um dich scharen.
Von Gefahren umringt, heilig Vaterland
Alle stehen wir Hand in Hand!
Bei den Sternen steht, was wir schwören
Der die Sterne lenkt, wird uns hören
Eh der Fremde dir deine Kronen raubt
Deutschland, fallen wir Haupt bei Haupt!
Heilig Vaterland, heb zur Stunde
Kühn dein Angesicht in die Runde
Sieh uns all entbrannt, Sohn bei Söhnen stehn
Du sollst bleiben, Land, wir vergehn!
-Rudolf Alexander Schröder, 26.01.1878 in Bremen – 22.08.1962 in Bad Wiessee-
(Bild: Gestaltung Arno Breker - Bereitschaft)
@DeutscheDD
deine Söhne sich um dich scharen.
Von Gefahren umringt, heilig Vaterland
Alle stehen wir Hand in Hand!
Bei den Sternen steht, was wir schwören
Der die Sterne lenkt, wird uns hören
Eh der Fremde dir deine Kronen raubt
Deutschland, fallen wir Haupt bei Haupt!
Heilig Vaterland, heb zur Stunde
Kühn dein Angesicht in die Runde
Sieh uns all entbrannt, Sohn bei Söhnen stehn
Du sollst bleiben, Land, wir vergehn!
-Rudolf Alexander Schröder, 26.01.1878 in Bremen – 22.08.1962 in Bad Wiessee-
(Bild: Gestaltung Arno Breker - Bereitschaft)
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