Deutsche Dichter und Denker
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Der Denker sagt das Sein,
der Dichter das Heilige!

Bilder, Gedichte und Sprüche in diesem Kanal verstehen sich als Nachahmung ohne Beurteilung.
Sie sind mit nötigem Ernst oder Spott zu genießen!

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Im Schach wie im Leben strauchelt sowohl derjenige, der ganz planlos herumirrt als auch derjenige, der allzu feste Vorsätze mitbringt und keinerlei Kompromisse macht.

-Robert Scheu, 11.07.1873 in Schönau an der Triesting - 25.01.1964 in Wien-
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Bild: A. Paul Weber "Napoleon und der russische Winter"
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Das Glück lässt sich nicht zwingen.
Aber es hat für hartnäckige Menschen sehr viel übrig.


💐 -Peter Frankenfeld, 31.05.1913 in Berlin-Kreuzberg - 04.01.1979 in Hamburg-
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Mahnruf an das deutsche Volk!

„Wach auf“, du deutsches Volk,
lasse dich nicht betören.
Nie haben die Feinde es je gewollt,
deutsche Sitten, deutsche Ehren.
Verüb nicht Bruderrache,
deutsches Volk, erwache.

„Wach auf“, du deutsches Volk,
zeige deinen Willen.
Gib acht, dir nicht die Macht entrollt,
der Feind läßt dich`s sonst fühlen.
Vergiß die Bruderfehde,
deutsches Volk, dich erhebe.

„Wach auf“, du deutsches Volk,
bezwinge auch die höchste Not.
Wo unser Banner sich entrollt,
steh`fest zu ihm, dem letzten Aufgebot.
Verachte die Bruderlüge,
deutsches Volk, erwache und siege!


-Pg. Friedrich Seger-
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-Die treuen Begleiter-

Das Zelt


Mein Wanderdach, du graues Zelt.
Darauf der Schnee und Regen fällt!

Schirmst mich vor Kälte und vor Wind.
Bist mutterwarm und ich bin Kind.

Bist nachts ein Stück der Heimat fern
Im Giebel steht ein Siebenstern.

Schirmst mich vor Mittagssonnenglut,
Am First ein goldner Falter ruht.

Und ist mein Erdendienst erfüllt,
Dann wird mein Leib von dir umhüllt.

Mein letzter Hauch den Falten trägt,
Ins Land, wo mein Herz weiterschlägt!


-Hans Baumann, 22.02.1914 in Amberg – 07.11.1988 in Murnau-
(Geschrieben als Oberleutnant in einer Propagandakompanie)
@DeutscheDD
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-Die treuen Begleiter-

Der Spaten

Weiß wohl, was ich dir schulde
du Spaten grubst die Mulde,
darin ich sicher lag,
wenn heiße Hagel klirrten,
wenn Eisenvögel schwirrten
mit scharfem Flügelschlag.

Du gibst dem Kameraden,
den Gott zu sich geladen,
begrünten Hügel mit.
Du lockerst ihm die Erde,
daß ihm zu schwer nicht werde
das Land, das er erstritt!


-Hans Baumann, 22.02.1914 in Amberg – 07.11.1988 in Murnau-
(Geschrieben als Oberleutnant in einer Propagandakompanie)
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-Die treuen Begleiter-

DER HELM

Was ist mein Helm! Ein Eisen nur,
das zeigt so manche Eisenspur!

Mein Helm ist mehr: Ihn trägt wie ich,
das Heer, das keinem Feinde wich.

Mein Stahlhelm ist die edle Zier,
er adelt mich zum Grenadier.

Mein Helm ist mehr: In Kampf und Tat
in Rast und Ruh mein Kamerad!


-Hans Baumann, 22.02.1914 in Amberg – 07.11.1988 in Murnau-
(Geschrieben als Oberleutnant in einer Propagandakompanie)
@DeutscheDD
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-Die treuen Begleiter-

DER TORNISTER

Tornister hält,
was einer braucht im Feld.

Hemd, Strümpfe, Buch,
dem Krieger ist's genug.

Der Krieger haßt
nichts tiefer als Ballast.

Wer kämpft, ermißt,
wie wenig nötig ist.

Wie leicht es sei,
so recht zu wandern frei.

Tornister mein,
bist Haus mir, Bett und Schrein!


-Hans Baumann, 22.02.1914 in Amberg – 07.11.1988 in Murnau-
(Geschrieben als Oberleutnant in einer Propagandakompanie)
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-Die treuen Begleiter-

DIE STIEFEL

Ihr Stiefel zürnt dem Staub,
ihr grollt dem morschen Laub,
vom ewigen Regen klamm,
habt ihr den Frühjahrsschlamm.
Euch tut die Kälte weh,
der Nagelköpfe blind.
Und dennoch tretet ihr,
viel Straßen betet ihr,
und dennoch schreitet ihr,
viel Landser weitet ihr,
liegt Tau und Blut im Feld,
ihr wandert um die Welt,
liegt Fremde auch voraus,
ihr wandert stets nach Haus!


-Hans Baumann, 22.02.1914 in Amberg – 07.11.1988 in Murnau-
(Geschrieben als Oberleutnant in einer Propagandakompanie)
@DeutscheDD
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-Die treuen Begleiter-

DER BROTBEUTEL

Brotbeutel, wenn ich dich nur habe;
Brot ist der Erde reinste Gabe.

Feldflasche, bist nur du nicht leer,
so wird mir kein Gefecht zu schwer.

Für Brot und Quell weiß der nur Dank,
der kauernd aß und stürmend trank!


-Hans Baumann, 22.02.1914 in Amberg – 07.11.1988 in Murnau-
(Geschrieben als Oberleutnant in einer Propagandakompanie)
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Mein Heim!

Seit früher Kindheit wollte ich mein Heim-
Wie schwer ist`s heut zu finden.
Jedoch die Art, die trieb mich auf die Suche
Zu erreichen es um jeden Preis.
Das riet die inn`re Stimme stetig mir.
So lief ich meine Straße unentwegt.
Oft war ich nah`
Doch dann, dann lief ich wieder ferne.
Der Umweg forderte auf zum heftigen Kampfe.
Mit mächtigem Einsatz strebte ich zu Falschem.
Nun lieg ich nieder – meiner Kraft beraubt
Jedoch im Geiste und dem Blute lauschend
Marschiere ich mit schwerem Schritt
Nach diesem Berg – nach jenem Hügel
Vorbei an vielem fremd` Gesicht
Und schon geht auf die Sonn`
Da steht das Heim im Licht
Das Heim wo schon die Ahnen lebten
Sie raunen: “Komm herzu, es ist auch dein
Nun laßt uns allesamtdrin wohnen
So nimm dein Weib – das mit seltner Treue dir gefolgt.
Und deine Kinder – komm, es ist soweit“
Wenn schaffen es die Kräfte nicht
So hab ich`s schon gesehn.
In tiefster Seele habe ich`s gefühlt :
Ja ! Es ist mein.
Das allein ist höchstes Glück
Und reicht mir aus im Leben
Mein Sohn, der geht den letzten Schritt
Er wird`s im Kampf erstreiten.
Und`s Töchterlein?
Sie beschenkt das alte – neue Heim
Mit vielen hellen Leben.
Drauf wird`s mit neuem art`gen Lachen angefüllt
Das ist der Sinn von meinem Streben!


💐 -Dieter Künstler, geschrieben am 14.11.1995, geboren am 07.06.1941 in Berlin Friedrichshain - verstorben am 22.05.2019 ebenda-
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-Die treuen Begleiter-

DAS GEWEHR

Wirst du auch manchmal schwer,
ich lieb dich doch, Gewehr.

Ich hab' um dich gefreit
und bleib' an deiner Seit'.

Die Orgel schlug der Krieg,
als ich mein Ja-Wort schwieg.

Du wurdest glühend wach,
als ich mein Ja-Wort sprach.

Nun teilen wir die Nacht,
den Tag, den Schlaf, die Schlacht!


-Hans Baumann, 22.02.1914 in Amberg – 07.11.1988 in Murnau-
(Geschrieben als Oberleutnant in einer Propagandakompanie)
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Heimat

Heimatland, du teure Erde,
An dir hängt mein Herz und Sinn.
Nie ich dich verleugnen werde,
Nie dich schmäh`n wo ich auch bin.
Ob ich auch weilte in der Ferne,
Verbannt, getrennt durch weite Räume,
Erinnerte ich stets mich gerne
Ros`ger Kindheit Jugendträume!


-Friedrich Voege-
@DeutscheDD
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Treue heißt die zauberische Kette,
die den Bruderbund des Vaterlandes schließt;
Treue pflegt den Greis am Krankenbette,
lockt die Thräne die beim Grabe fließt:
Treue leiht dem schwachen Freunde Kräfte,
stärkt den Helden im entbrannten Streit,
gibt Vertraun dem Wandel der Geschäfte,
schenkt dem Nord des Südens Traubensäfte,
dem Genusse die Verschiedenheit!


-Franz Alexander von Kleist, 24.12.1769 in Potsdam – 08.08.1797 in Ringenwalde-
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Also wenn nur Trauertage
Die das Erdenleben beut,
Kämpfe muthig, muthig trage,
Denn ein Morgen folgt dem Heut'!

Nacht wird deinen Blick verschließen,
Enden dieses Lebens Müh'n,
Sanfter Schlummer dich umschließen
Nach des Tages heißem Glüh'n;

Wenn die Nebel dann entschweben,
Strahlt ein neuer Morgenschein,
Denn es ist dies Erdenleben
Nur ein Tag von unserm Sein!


-Franz Fitzinger, 16.01.1800 in Wien – 03.03.1871 ebenda-
@DeutscheDD
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D a t n e e e G r e u t e n

Jünst het man oft - dat weur nich recht -
,,Good night" un ok ,,good morning" segt,
,,How do you do?" heur man, anstatt
De dütsche Frag: ,,Wie geiht di dat?"
,,Bon jour", ,,Bon soir" un ,,au revoir",
,,Adieu!" - ,,adjüs!" dagdäglich gor.
Nu hefft wi sließlich uns besunn,
De betern Utdrück weddersunn:
,,G'e Nacht!" ,,G'e Morgen!" ,,Gooden Dag!"
Dat sünd de Weur vun dütschen Slag;
,,Lev woll, schütz di en gooden Steern!"
Un ,,Holl di munter!" möt wi leehrn;
Un wo ,,Pardon" dat freuher klung
,,Nehm nix for ungood", oole Zung!

-Heinrich August Theodor Kruse, 15.12.1815 in Stralsund – 12.01.1902 in Bückeburg-
@DeutscheDD
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In jeder Sturm- und Drangperiode gibt es so gewisse "Stürmer gegen alles", die alles umstürzen möchten.
Habt ein Auge auf sie, das werden nachher die Kettenhunde der Reaktion!


-Otto Ernst Schmidt, 07.10.1862 in Ottensen bei Hamburg – 05.03.1926 in Groß Flottbek bei Hamburg-
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Heimatland

Heimatland, nur du allein
hältst uns weiterhin umschlossen,
bleibest mein und bleibest dein,
ob die Jahre auch verflossen.

Starke Wurzeln, einst geschlagen,
liegen bei dir tief und fest,
stellen immer wieder Fragen:
Ursprung, der uns nicht verlässt!

Über hunderte von Jahren
Mundart, stark von dir geprägt,
gilt es weiter zu bewahren,
als in unsern Mund gelegt.

Die Kultur, nicht zu vergessen
legtest du in unsern Schoß.
Worin lieget das Ermessen,
was beschieden hat das Los?

Heimatland, in deinen Armen
lag Geborgenheit im Sein,
Liebe, Treue - voll Erbarmen
muss in dir geboren sein!


-Eva-Maria Schmitt-
@DeutscheDD
👍65❤49👏5👌4💯4⚡1
Das Schachspiel hat den Vorzug, daß geistige Macht so unwiderleglich bezeugt wird wie auf keinem anderen Feld, und zwar durch eine Reihe von Vorweisungen, die nur durch andere Vorweisungen bestritten werden können - so hält es die Mitte zwischen dem Disput und der strategischen Aktion. Vom Disput unterscheidet es sich dadurch, daß jedem Zug eine unbezweifelbare Realität innewohnt. Es gibt, auch wenn sie nicht gefunden wird, die beste Erwiderung, die, wie ein Richtspruch, nicht der Zustimmung des Gegners bedarf. Diese Realität ist andererseits den materiellen Schwierigkeiten und Zufällen entzogen, mit denen der Stratege zu rechnen hat. Man möchte meinen, daß die Ersinnung eines solchen Spieles das menschliche Vermögen überschreite und daß es Zeiten entstamme, in denen Götter mit uns Umgang hielten und bei uns einkehrten. Irgendwo im Universum könnte um Reiche und Länder oder um Sterne gespielt werden, die Figuren könnten Heere bedeuten - doch bliebe nur das Bedeutende, der Schicksalszug in seinem schwerelosen, unerschütterlichen Wandel, gleichviel ob es um Nüsse oder Königreiche geht. Das Spiel gibt eine Ahnung von dem, was an ganz anderen Orten, was unter Geistern, ja was in fremden Welten möglich ist.

-Ernst Jünger, 29.03.1895 in Heidelberg - 17.02.1998 in Riedlingen-
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Bild: A. Paul Weber
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