Deutsche Dichter und Denker
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Der Denker sagt das Sein,
der Dichter das Heilige!

Bilder, Gedichte und Sprüche in diesem Kanal verstehen sich als Nachahmung ohne Beurteilung.
Sie sind mit nötigem Ernst oder Spott zu genießen!

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Deutschland, heiliges Wort,
du voll Unendlichkeit,
über die Zeiten fort,
seist du gebenedeit.

Heilig sind deine Seen,
heilig dein Wald
und der Kranz deiner stillen Höhn,
bis an das grüne Meer!


💐 -Eberhard Wolfgang Möller, geboren am 06.01.1906 in Berlin – verstorben am 01.01.1972 in Bietigheim-
@DeutscheDD
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An der Wende
Fühlt ihr sie beben,
Die alte Erden,
Spürt ihr das Leben,
Das neue Werden?
An allen Enden
Dringt es zu Tag
Und legt in Trümmer,
Was hindern mag. -
Reget die Hände,
Steht nicht beiseit,
Nutzet die Wende -
Seid Herren der Zeit!


-Erich Limpach, geboren am 27.06.1899 in Charlottenburg – verstorben am 10.12.1965 in Coburg-
@DeutscheDD
🔥52👍27❤19
Mahnruf

Siehst du nicht ein Leuchten dämmern
sieghaft für die Ewigkeit?
Hörst du deine Pulse hämmern
in dem harten Schlag der Zeit?

Fühlst du nicht den Strom des Blutes,
der ein Volk aus Ketten reißt
und dem Leben starken Mutes
Wege aus dem Dunkel weist?

Spürt dein Herz nicht das Erkennen
einer Welt, die wieder jung,
daß in dir die Flammen brennen
heiligster Begeisterung?

Siehst du nicht Gestalten wanken
Einer Welt, die nicht mehr lebt?
Siehst du nicht das Junglaub ranken,
das ans Licht der Sonne stebt?

Neues Werden bringt dir Kunde!
Schicksal ruft zur Einigkeit,
fordert zur Entscheidungsstunde
Herz und Hände tatbereit!


-Bernd Lembeck, geboren am 31.08.1895 in Düsseldorf – unbekannt verstorben-
@DeutscheDD
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Alle Wahrheit ist Schönheit,
und alles Unschöne ist Unwahrheit!


-Elisabeth Catharina Ludovica Magdalena Bettina von Arnim, geboren am 04.04.1785 in Frankfurt am Main – verstorben am 20.01.1859 in Berlin-
@DeutscheDD
❤67💯18👍12
Die beste Reue
ist die bess`re Tat!


-Friedrich Lienhard, geboren am 04.10.1865 in Rothbach im Elsass – verstorben am 30.04.1929 in Weimar-
(aus seinem Werk „Heinrich von Ofterdingen“)
@DeutscheDD
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Du deutscher Wald

O heiliger deutscher Wald,
Wie bist du tief und alt,
Wie rauscht dein grüner Dom
So wundersam und fromm!

Du birgst in deinem Schoß
Heilige Stätte, still und groß,
Wo altes deutsches Ahnenblut
Für unsere Freiheit glühend ruht.

Du sahst der Helden Zug,
Der Väter ersten Pflug,
Du birgst der Treue Pfand -
Des Deutschen heilig Vaterland.

Und rauscht es durch dein Laub,
So klingt es ernst und traut,
Als ob der alten Geister Schar
Noch wandelt unter uns - so nah!


-Michel Seiferth, im Nebelmond 3825 n. St. (nach Steinhagen)-
@DeutscheDD
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Hartung ❄️

Kalt und hart die schwarze Erde,
in deren Schoß geborgen warten,
in der Sicherheit des Stirb und Werde,
all die Samen für den Sommergarten.

Von Schnee bedeckt die weite Flur,
die Bäume kahl, das Laub dahin.
Im steten Jahreskreis der Allnatur
verheißen zarte Knospen Neubeginn .

Bach und See schließt bald das Eis,
gebändigt gar der Flüsse Lauf.
Vergängliches Kristall erstrahlt im Weiß
der milden Wintersonne auf.

Winter ist die Zeit der Stille,
voll Besinnung und auch Hoffen.
Eingekehrt sind Herz und Wille,
neu stehn alle Wege offen!


-Alte Wölfin-
@DeutscheDD
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Ein Blümchen ist so wunderschön,
gelobt von allen, die es sehn,
es ist das Blümchen, welches spricht:
Vergissmeinnicht.

Dies Blümchen hab ich oft gepflückt,
die Farbe hat mich stets entzückt,
weil jedes Mal sie zu mir spricht:
Vergissmeinnicht!


💐 -Annette von Droste-Hülshoff, geboren am 12.01.1797 in auf Burg Hülshoff bei Münster als Anna Elisabeth Franzisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu Hülshoff – verstorben am 24.05.1848 auf der Burg Meersburg-
@DeutscheDD
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NACHRUF

In Gedenken an einen treuen Wikinger,
der uns aufrecht voranschritt!

-------

Durch die Wellen braust ein Kiel

Durch die Wellen braust ein Kiel,​
Wikingerboot zu fernem Ziel.​
Durch die Wellen, mit dem Kahn,​
ziehst du sicher deine Bahn.

Kehrreim:
Der Wikingeradler, das Wikingerboot,​
die Wikingerfahne in Freud, Leid und Not,​
die Wikingerfahne in Schwarz, Weiß und Rot!

Du bist wie ein Kamerad,​
stolzes Schiff auf jeder Fahrt.​
und die Wimpel, die du hisst,​
zeigen, wer dein Führer ist.

An des Ruderholzes Pfahl​
steht ein Kerl, so hart wie Stahl​
und den Schild, das Schwert zur Seit,​
ist gerüstet er zum Streit.

Stürzt durchbohrt von Feindes Ger,​
mancher auch ins graue Meer;​
doch er fürchtet nicht den Tod,​
weitersegeln muss das Boot!


-Wort und Weise unbekannt-
@DeutscheDD
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Faßt frohen Mut!
Auch wer uns haßt, muß doch verstehen:
Es müßte mit uns untergehen
Der Menschheit bestes Gut!
☀️

-L. T.-
@DeutscheDD
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Schlachtentag, der Unheil oder Segen
Aufs Haupt von Nationen wenden soll,
Dir schaun die Augen schlummerlos entgegen
Und alle Herzen qual- und schreckenvoll!
O ernste Zeit, wo Millionen fragen:
"Wie wird für uns der nächste Morgen tagen?"


-Alfred von Meißner, geboren am 15.10.1821 in Teplitz – verstorben am 29.05.1885 in Bregenz-
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💐235.💐
-Franz Seraphicus Grillparzer, 15.01.1791 in Wien - 21.01.1872 ebenda-
@DeutscheDD
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Poincaré

Behaglich sitz ich in Bordeaux
bei einem guten Tropfen
indes Mariannchen irgendwo
das Fell sich läßt verklopfen
Der Ritter Schorsch von England spricht
daß bald´ge Rettung winke –
Ich aber trau dem Frieden nicht
und trinke, trinke, trinke

Bestimmt war doch im Völkerrat
daß Frankreichs Waffen siegen
und schändlich find ich´s in der Tat
daß wir nun Kloppe kriegen
Für deutschen Blei- und Pulvergruß
ist mir mein Bauch zu schade
Drum nahm ich mein Gepäck und blus
tut! tut! – zur Retirade

Der brave Bruder Nicolas
welkt hin als wie ein Röschen
er depeschiert ohn´ Unterlaß
nach wasserdichten Höschen
Sind diese nicht nach seinem Sinn
droht er mich zu verprügeln
Ich schick ihm nächstens Micheln hin
der wird sie ihm schon bügeln

In Belgien zu Antwerpen lebt
ein Freund mir, ein gelackter
wenn er nach England jetzt entschwebt
so zeigt das von Charakter
Er stellt wie ich sein Glück und Ehr´
aufs Rückwarts-sich-bewegen
In England aber findet er
viel freundliche Kollegen

Noch blickt Freund Peter auf mich hin
und hofft, daß ich mich halte
denn was ich für ein Trottel bin
das weiß nur meine Alte
Mein Präsidentenstolz und so
war ach nur eitel Schminke
drum sitz ich lieber in Bordeaux
und trinke, trinke, trinke


-Otto Wenck–
@DeutscheDD
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Vertonung zu obigem Gedicht
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Odin und die Nornen

Über des Chaos noch ruhenden Wogen
Saßen um Odin die webenden Drei,
Und die Geschicke die künftigen zogen
An den gewaltigen Thronen vorbei.

Alles Verhüllte, noch Ungeword'ne
Schaute der Gott in leuchtendem Traum;
Ob er gestaltend zu Formen es ordne,
Wog er die Zeit und maß den Raum.

Aber die Nornen sie spannen und woben
Seine Gedanken zu Wirklichkeit;
Siehe, was glänzte da funkelnd oben
Plötzlich im Schoße der Dunkelheit?

War der Stern der Liebe gekommen?
Schon bei seinem ersten Strahl
Rauschte das dämmernde Meer erglommen,
Brauste das schweigende Felsenthal.

Doch mit Schmerz und erhobenem Zorne,
Aus dem vergessenden Sinnen erwacht,
Sprach der Vater der Dinge zur Norne:
Unglücksel'ge was hast du vollbracht?! -

Siehe! sie werden, die Wesen entstehen,
Jammer und Elend und Klage beginnt,
Wehe, nun soll mir Alles vergehen,
Was dein verwirrender Faden entspinnt:

Täuschung nur bringen die flüchtigen Stunden,
Bang nur von jenem Stern erhellt,
Bis du den Faden wieder gefunden,
Den ich ersann, zu vollenden die Welt!


-Hermann Lingg, ab 1890 Ritter von Lingg, geboren am 22.01.1820 in Lindau – verstorben am 18.06.1905 in München-
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G o l d e n e J u g e n d

Wenn du jung bist - empfindest du nie ganz die Wonne des Jungseins!
Wie einzig schön und glückvoll die Jugend ist, empfindest du erst voll - wenn du sie nicht mehr hast!
Darum schaff' dir Erinnerungen!
Eine sonnige glückliche Jugendzeit vermag ihre verklärenden Scheine noch fernerhin über öde, lichtlose Lebensstrecken zu werfen, bis ins späte Alter…
Jugend ist Reichtum!
Alles, was die Zeit zerbröckelt und zerbricht, was der Lebenskampf vernichtet, alles hat die Jugend noch beisammen!
Geh' an keiner glücklichen Stunde vorbei!
Aber nütze deiner Jugend Reichtum recht!
Auf daß sich nie die Reue dir zugesellt!
Meide alles Niedrige, Häßliche, Gemeine!
Flatt're wie mit Falterflügeln darüber hin!
Du hast ja Flügel!
Du bist ja reich!
Du kannst zaubern, denn du kannst beglücken -- wenn du jung bist ... !


-Eugen Stangen, geboren 1870 in Carlsruhe (Oberschlesien) - verstorben 1930 in Berlin-
@DeutscheDD
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Eine Handvoll Heimaterde nahm ich von der Heimat mit, als ich schied, habe in ein Linnensäckchen eingenäht sie mitgebracht, unter meinem Kissen liegt sie in der Nacht.
Wenn ich schlafe, führt mein Träumen mich in flaches Steppenland, wo der glitzernd gelbe Sand in der Sonne Gluten flimmert und auf den Akazienbäumen goldig schimmert, wo den Horizont begrenzt ein endlos scheinend Halmenmeer, hin und her wogt es wie der Wellen Schaum, rauscht es wie ein leises Singen, Heimatlieder mir erklingen weich im Traum…


-Ella Triebnigg–Pirkhert, 23.12.1874 in Ofen (Ungarn) – 29.01.1938 in Wien-
(Am 10.12.2012 entschied das ungarische Parlament über die Einführung eines offiziellen Gedenktages für die getöteten, vertriebenen und verschleppten Ungarndeutschen. Ungarn ist somit das bislang einzige Land, das auf diese Weise an das Unrecht der Verfolgung und Vertreibung der Deutschen erinnert. Als Datum für den Gedenktag wurde in Ungarn der 19.01. gewählt.
Die Vertreibungen aus Osteuropa, welche insgesamt 12-15 Millionen Menschen betraf, wurde begründet durch eine Passage des Potsdamer Abkommens der Alliierten, in der die „Kollektivschuld“ der Deutschen festgehalten und womit die Vertreibungen der Deutschen aus ganz Osteuropa gefördert wurde.)

@DeutscheDD
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