Deutsche Dichter und Denker
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Der Denker sagt das Sein,
der Dichter das Heilige!

Bilder, Gedichte und Sprüche in diesem Kanal verstehen sich als Nachahmung ohne Beurteilung.
Sie sind mit nötigem Ernst oder Spott zu genießen!

Passende (!!!) Gedichte unter:
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Spottet ja nicht des Kinds, wenn es mit Peitsch' und Sporn
Auf dem Rosse von Holz mutig und groß sich dünkt,
Denn, ihr Deutschen, auch ihr seid
Tatenarm und gedankenvoll.

Oder kommt, wie der Strahl aus dem Gewölke kommt,
Aus Gedanken die Tat? Leben die Bücher bald?
O ihr Lieben, so nehmt mich,
Daß ich büße die Lästerung!


-Johann Christian Friedrich Hölderlin, geboren am 20.03.1770 in Lauffen am Neckar – verstorben am 07.06.1843 in Tübingen-
@DeutscheDD
❤32👏14💯13
Für des Volkes Gedeihen im Schutz des Reiches
für Freiheit und Frieden in Haus und Hof!


(Gemälde von Wolfgang Willrich)
@DeutscheDD
❤89👍10🔥2🥰2👌2🤔1
Du bist wie Schill mit heiß entrücktem Mute,
Du lodernd Herz, dem Ziele zugeflogen,
Zu früh dem schweren kalten deutschen Blute,
Das deine Flammen noch nicht aufgesogen.

Was ausgereift und groß in dir schon ruhte,
Das trieb im Volk noch gärend-trübe Wogen;
Du aber maßest nach dem eignen Gute,-
So hat dein Siegfriedsglaube dich betrogen!

Doch wie einst Schill uns Ketten zu zerreißen
Und Freiheit mit dem Tod zu zahlen lehrte,
Ob kühle Weisheit auch sein Tun verdammte,
So schweißt das Feuer, das dein Werk entflammte,
Jetzt unser Wollen zum Befreiungsschwerte!
Einst sollst Du stolz uns deine Jünger heißen…
💐

-Maria Kahle, geboren am 03.08.1891 in Wesel – verstorben am 15.08.1975 in Olsberg/Sauerland-
@DeutscheDD
❤63💯6🔥4👏3👌3🫡2
Un wat hadden wi denn dahn?
Nicks, gor nicks.
Blot in uns’ Versammlungen un unner vir Ogen hadden wi von Ding’ redt, de jetzt up apne Strat fri utschrigt warden, von Dütschlands Friheit und Einigkeit.
Äwer taum Handeln wiren wi tau swack, taum Schriwen tau dumm, dorum folgten wi de olle dütsche Mod’: wi redten blot doräwer!



Und was hatten wir denn getan?
Nichts, gar nichts.
Nur in unseren Versammlungen und unter vier Augen hatten wir von Dingen geredet, die jetzt auf offener Straße frei heraus geschrien werden, von Deutschlands Freiheit und Einigkeit.
Aber zum Handeln waren wir zu schwach, zum Schreiben zu dumm, darum folgten wir der alten deutschen Mode: wir redeten nur darüber!

-Fritz Reuter (Heinrich Ludwig Christian Friedrich Reuter), geboren am 07.11.1810 in Stavenhagen - verstorben am 12.07.1874 in Eisenach-
@DeutscheDD
💯54❤16👏10🔥3😢3👍1
Verfluchtes Volk! kaum bist du frei,
So brichst du dich in dir selbst entzwei.
War nicht der Not, des Glücks genug?
Deutsch oder teutsch, du wirst nicht klug!


-Johann Wolfgang von Goethe, geboren am 28.08.1749 in Frankfurt am Main – verstorben am 22.03.1832 in Weimar-
@DeutscheDD
💯63❤37😢27👍8✍6🥴1
Es kommt der deutsche Süden

Wir haben es oft gesungen
Dir, Deutschland, bleiben wir treu!
Nun sind die Schmerzen bezwungen,
die Tat erst macht uns frei.

Und bleibt auch Haus und Hof zurück
Auf unsrer Väter Scholle,
Grad aus nach Deutschland unser Blick
Mag kommen, was da wolle!

So reicht uns Eure Bruderhand
Wir sind ja deutsch geblieben.
Macht auf das Tor zum Vaterland
Es kommt der deutsche Süden!

-Karl Felderer, geboren am 17.05.1895 in Margreid - verstorben am 03.03.1989 in Bozen-
@DeutscheDD
🤝39❤35🥰10👍6⚡3🫡2
Bald ruft der Frühling fein: Werde!
Er ruft es hinaus in die Zeit.
Da blühet die wartende Erde
Und keimet in Fröhlichkeit.

Ihr könnt es immer verdrehen,
Durch die Welt hin schallt`s wie Gesang:
Eines Volkes Wollen und Flehen,
Seines Rechtes gewaltiger Drang.

Und wenn selbst die Toten auch schweigen,
Und lügt ihr die Lebenden tot,
Wir wollen die Farben euch zeigen,
Wir sind es: Schwarz, Weiß und Rot!


💐 -Klaus Johannes Groth, geboren am 24.04.1819 in Heide – verstorben am 01.06.1899 in Kiel-
@DeutscheDD
❤76👏14💯9
HYMNE AN DEUTSCHLAND

Land des Glaubens, deutsches Land,
Land der Väter und der Erben,
Uns im Leben und im Sterben
Haus und Herberg’, Trost und Pfand,
Sei den Toten zum Gedächtnis,
Den Lebend’gen zum Vermächtnis,
Freudig vor der Welt bekannt,
Land des Glaubens, deutsches Land!

Land der Hoffnung, Heimatland,
Ob die Wetter, ob die Wogen
Über dich hinweggezogen,
Ob die Feuer dich verbrannt,
Du hast Hände, die da bauen,
Du hast Herzen, die vertrauen,
Lieb’ und Treue halten stand,
Land der Hoffnung, Heimatland!

Land der Liebe, Vaterland,
Heil’ger Grund, auf den sich gründet,
Was in Lieb’ und Leid verbündet
Herz mit Herzen, Hand mit Hand.
Frei, wie wir dir angehören
Und uns dir zu eigen schwören,
Schling’ um uns dein Friedensband,
Land der Liebe, Vaterland!


-Rudolf Alexander Schröder, 26.01.1878 in Bremen - 22.08.1962 in Bad Wiessee-
@DeutscheDD

vom Bundespräsidenten Heuss 1950 als neue Nationalhymne in Auftrag gegeben, zur Sylvesteransprache 50/51 uraufgeführt - am Widerstand des Deutschen Volkes und des Bundeskanzlers Adenauers gescheitert
❤58✍11👌7👏4
Audio
vertont von Hermann Reutter und vorgetragen vom "Klaviermusiker"
❤28
Meinem gefallenen Sohn

Mein Junge fiel in der Schlacht
In seiner Jugend Reinheit und Pracht.
Die Kugel hat ihm die Stirn zerschnitten,
Dann hat er noch drei Minuten gelitten,
Bis sie ihn haben
In fremder Erde begraben.
Sein Blut ist so kostbar, so gut und treu,
Das macht gewiß Deutschland von Feinden frei,
Das muß dem Siege zugute kommen,
Aber mir hat's meinen einzigen Jungen genommen,
Warte, mein Junge, ich komme bald
Zu dir in den heiligen Todeswald,
Wo Winde und Fahnentüchter wehn,
Wo Eichen zu euren Häuptern stehn.
Dort leg' ich mich hin,
Weil ich, mein Kind, deine Mutter bin.
Dann erzählst du leise von deiner Schlacht
Und wie tapfer du deine Sache gemacht!


🪦 -Martha Margarethe Martius, geboren am 11.05.1861 in Ratibor – verstorben am 26.04.1946 in Göttingen-
@DeutscheDD
😢92❤37🫡7✍2🤨2
Man kann unter Heiden, wie bei Frommen,
schnell ins Gerede der Leute kommen.
Passiert dir das mal, dann sei nicht faul -
und stopfe diesen mit Gleichmut das Maul!
😉

-Peer-
@DeutscheDD
👏73😁14👌12❤11💯11👍7
Es ist eine uralte List der Despotie, ihre Opfer zu schmähen und zu erniedrigen und ihre Unterdrückung zu rechtferigen!

-Marianne Adelaide Hedwig Dohm, geboren am 20.09.1831 in Berlin – 01.07.1919 ebenda-
@DeutscheDD
❤65👍18💯12⚡4👏4
Krieg als Heilmittel. —
Matt und erbärmlich werdenden Völkern mag der Krieg als Heilmittel anzurathen sein:
falls sie nämlich durchaus noch fortleben wollen:
denn es giebt für die Völker-Schwindsucht auch eine Brutalitäts-Cur.
Das ewige Leben-wollen und Nicht-sterben-können ist aber selber schon ein Zeichen von Greisenhaftigkeit der Empfindung:
je voller und tüchtiger man lebt, um so schneller ist man bereit, das Leben für eine einzige gute Empfindung dahin zu geben.
Ein Volk, das so lebt und empfindet, hat die Kriege nicht nötig!


-Friedrich Wilhelm Nietzsche, geboren am 15.10.1844 in Röcken - verstorben am 25.08.1900 in Weimar-
@DeutscheDD
👍44❤16👏5⚡4
Wir Alten vom Landsturm

Wohl stehen wir nicht im vordersten Glied,
Wir Alten vom Landsturm,
Wo der Tod den Kämpfern ins Auge sieht
Und im höllentosenden Schlachtenorkan
Die Reihen durchbricht in blutiger Bahn,
Da sind wir nicht.
Wir stehen dahinten an Toren und Steg,
Wir Alten vom Landsturm,
Wo die Züge rasseln am Schienenweg;
In Sturm und Regen, im Grauen der Macht
Da halten wir gute, getreuliche Wacht
Mit blanker Wehr.
Wohl sind auch wir von Gefahren umringt,
Wir Alten vom Landsturm,
Doch schlimmer ist, was die Sorge uns singt:
Von Herd und Hof, von Weib und Kind,
Ob sie wohlversorgt auch geborgen sind
In schwerer Zeit.
Doch schallt einst der Ruf: „Nun aber voran,
Ihr Alten vom Landsturm,
Die Waffen zur Hand! An den Feind! Wohlan!
Das Vaterland braucht euer Leben und Blut."
Hurra! Mein Land, auch das ist gut,
Wir stehn unsern Mann.
Wie die Jungen da vorn, tun wir unsere Pflicht,
Wir Alten vom Landsturm,
Zurück und ein Zagen, das kennen wir nicht.
Wir wissen, daß Schirm und Schutz wir sind
Für Herd und Hof, für Weib und Kind.
Da kämpft es sich gut! —


-W. Neuhaus-Hersfeld, z.Z. im Felde-
@DeutscheDD
🫡35❤12👍9👏5👌2⚡1
Heute einmal ohne Worte!

Die Endzeit kommt mit großen Sprüngen...
Die Asche ward schon immer der beste Dünger!

@DeutscheDD
👍41💯31😢15⚡8❤2👏2
Der Krieg verkündet unaufhörlich durch den Donnerton seiner Geschütze, daß der Einzelne und sein Leben verschwindend wenig sei gegen das Leben seines Volkes, und daß jeder Einzelne sein Leben und seine Gabe hinzuzugeben habe für sein Volk!

🪦 -Gustav Freytag, geboren am 13.07.1816 in Kreuzburg in Schlesien - verstorben am 30.04.1895 in Wiesbaden-
@DeutscheDD
❤32😢11💯8⚡7👌1
Die Sage vom Hexentanzplatz

In der Walpurgisnacht, am 1. Mai, kommen die Hexen auf Besenstielen und Heugabeln in Begleitung von allerlei Getier durch die Luft geritten zum Hexentanzplatz.
Hier empfängt sie der Teufel in seinem Felsenschlosse.
Dann geht es in rasendem Jagen über die Hexentreppe ins Bodetal zum Teufelswaschbecken, wo der Teufel die neugewonnenen Hexen mit Wasser besprengt und in seine höllische Gemeinde aufnimmt.
Zur Höhe zurück, beginnt dort unter fürchterlichem Gejohle ein wilder Tanz, bis das Ende der Mitternachtsstunde die Hexen wieder von dannen fahren lässt!


@DeutscheDD
❤27👍17🤗5😢1
Am ersten Mai

Im Mai, im Mai, am ersten Mai
Da kommt die Lust ins Leben,
Da hat der Meister seiner Welt
Den ersten Kuß gegeben;
Was lange schlief, da wacht es auf
Und will nicht ruhen länger,
Und voller wird da jede Brust
Und jede Knospe enger.

Da schauet der Meister zum ersten Mal
Auf die Erdenlust herunter
Die Blumen blicken schüchtern auf
Und werden immer bunter;
Die duftet schon, und die versucht
Die Farben d'rein zu mischen,
Die Sonne glüht, die Quelle springt,
Und Vogelsang dazwischen.

Und Blum' und Quell, und Sonn' und Sang
Und alles Lebens Flammen,
Sie schmelzet Lieb' und Sehnsucht jetzt
In eine Lust zusammen;
Da schließt der Meister die junge Welt
In seine Schöpferarme;
Daß sie an seiner reichen Brust
Zu Farb' und Gluth erwarme.

Im Mai, im Mai, am ersten Mai
Da kam ein Sproß' in's Leben,
Der sich entfaltend aller Zeit
Hat Duft und Frucht gegeben.
Da hat ein zweiggewalt'ger Stamm
Die Wurzeln eingeschlagen;
Ein Eichenstamm, der auch zugleich
Viel Lorbeern hat getragen.

D'rum sei uns auch der neue Mai
Ein Tag der neuen Freude;
Wie sich die weiße Erde färbt
Mit grünem Hoffnungskleide,
So wollen wir der Hoffnung auch
Der Tage Wechsel weihen,
Was uns der Winter weiß gebleicht
Wird wieder grün im Maien!


-Johann Nepomuk Anton Alois Josef Deinhardstein, geboren am 21.06.1790 in Wien – verstorben am 12.07.1859 ebenda-
@DeutscheDD
❤71🥰12🤔1