Gruß an das Vaterland.
Gegrüßt du Land der Treue, du deutsches Vaterland!
Froh leist' ich dir auf's neue den Eid mit Mund und Hand.
Gegrüßt du Land der Treue, so reich an Korn und Wein!
O Wonne sonder Neue, dein eigen stets zu sein!
Gegrüßt du Land der Treue, mit Eichen frisch und grün!
O gib, daß ich mich freue noch lang an deinem Blüh'n!
Gegrüßt du Land der Treue, so stark in Zeit der Noth!
Begehrst du mein, so scheue ich Qualen nicht und Tod.
Gegrüßt du Land der Treue, das mir das Leben gab!
Von deinen Eichen streue ein Blatt mir auf das Grab!
-Hans Georg Nägeli, geboren am 26.05.1773 in Wetzikon – verstorben am 26.12.1836 in Zürich-
@DeutscheDD
Gegrüßt du Land der Treue, du deutsches Vaterland!
Froh leist' ich dir auf's neue den Eid mit Mund und Hand.
Gegrüßt du Land der Treue, so reich an Korn und Wein!
O Wonne sonder Neue, dein eigen stets zu sein!
Gegrüßt du Land der Treue, mit Eichen frisch und grün!
O gib, daß ich mich freue noch lang an deinem Blüh'n!
Gegrüßt du Land der Treue, so stark in Zeit der Noth!
Begehrst du mein, so scheue ich Qualen nicht und Tod.
Gegrüßt du Land der Treue, das mir das Leben gab!
Von deinen Eichen streue ein Blatt mir auf das Grab!
-Hans Georg Nägeli, geboren am 26.05.1773 in Wetzikon – verstorben am 26.12.1836 in Zürich-
@DeutscheDD
❤78🤝6🔥5👍3
Einem römischen Kardinal
Deutschen Nation
Ihr nennt voll Haß uns Heiden
Und denkt uns so zu schmäh`n,
Weil wir das Finst`re meiden
Und stolz zum Lichte gehen.
Wir wollen`s euch nicht wehren,
Doch nehmen wir das Recht,
Das Göttliche zu ehren
In Freiheit deutsch und echt.
In dumpfen Kirchenmauern
Bei Weihrauch, Kerzenschein,
Da mögt ihr zagend kauern
Bei Kreuz und Leichenschrein.
Wir wollen es nicht glauben,
Was Judas Gott gelehrt,
Und lassen uns nicht rauben
Der Ahnen Ehr und Schwert.
Wir knien nicht im Staube
Wie Knechte wimmernd hin.
Zu hell ist deutscher Glaube,
Zu gottdurchseelt der Sinn!
-Ernst Ruhfus-
@DeutscheDD
Deutschen Nation
Ihr nennt voll Haß uns Heiden
Und denkt uns so zu schmäh`n,
Weil wir das Finst`re meiden
Und stolz zum Lichte gehen.
Wir wollen`s euch nicht wehren,
Doch nehmen wir das Recht,
Das Göttliche zu ehren
In Freiheit deutsch und echt.
In dumpfen Kirchenmauern
Bei Weihrauch, Kerzenschein,
Da mögt ihr zagend kauern
Bei Kreuz und Leichenschrein.
Wir wollen es nicht glauben,
Was Judas Gott gelehrt,
Und lassen uns nicht rauben
Der Ahnen Ehr und Schwert.
Wir knien nicht im Staube
Wie Knechte wimmernd hin.
Zu hell ist deutscher Glaube,
Zu gottdurchseelt der Sinn!
-Ernst Ruhfus-
@DeutscheDD
💯54❤39🔥8🫡7👍5😇2
Es kommt nicht darauf an, was wir äußerlich in der Welt leisten, sondern was wir menschlich geben in allen Lagen!
🪦 -Ludwig Philipp Albert Schweitzer, geboren am 14.01.1875 in Kaysersberg bei Colmar – verstorben am 04.09.1965 in Lambarene-
@DeutscheDD
🪦 -Ludwig Philipp Albert Schweitzer, geboren am 14.01.1875 in Kaysersberg bei Colmar – verstorben am 04.09.1965 in Lambarene-
@DeutscheDD
❤75💯28✍3🥴2😇2🤝2
Kameradschaft
Es gibt einen Titel, der ewig der höchste ist,
Ob du Kumpel, ob Dichter, ob Student, ob Minister bist;
Der strahlt wie ein Stern noch über dem einsamsten -Pfad –
Und ist doch ein Wörtlein nur – nur das Wort:
Kamerad.
Da verbleichen die Orden an manchem geschmückten Kleid;
Da bricht noch ein Leuchten aus lang verborgenem Leid –
Was Willkür einst krummgebogen, ward wieder grad
Durch ein Wörtlein nur, nur das Wort:
Kamerad!
Das bricht durch die Mauern, die schwer und verschwiegen sind.
Das ist wie der große, der ewige Frühlingswind.
Und wer sich ihm opfert, ist niemals dafür zu schad`,
Denn er starb, um das Beste zu sein, was es gibt:
Kamerad.
Weh jedem, der frevelnd dies stumme Opfer vergißt!
Doch jedem, der es aus großem Herzen ermißt,
Strahlt einmal in dunkelster Stunde die Sonnengnad`,
Zu wissen, du bist nicht allein – denn du warst
Kamerad!
-Heinrich Anacker, geboren am 29. 01.1901 in Buchs, Kanton Aargau, Schweiz - verstorben am 14. 01.1971 in Wasserburg am Bodensee-
@DeutscheDD
Es gibt einen Titel, der ewig der höchste ist,
Ob du Kumpel, ob Dichter, ob Student, ob Minister bist;
Der strahlt wie ein Stern noch über dem einsamsten -Pfad –
Und ist doch ein Wörtlein nur – nur das Wort:
Kamerad.
Da verbleichen die Orden an manchem geschmückten Kleid;
Da bricht noch ein Leuchten aus lang verborgenem Leid –
Was Willkür einst krummgebogen, ward wieder grad
Durch ein Wörtlein nur, nur das Wort:
Kamerad!
Das bricht durch die Mauern, die schwer und verschwiegen sind.
Das ist wie der große, der ewige Frühlingswind.
Und wer sich ihm opfert, ist niemals dafür zu schad`,
Denn er starb, um das Beste zu sein, was es gibt:
Kamerad.
Weh jedem, der frevelnd dies stumme Opfer vergißt!
Doch jedem, der es aus großem Herzen ermißt,
Strahlt einmal in dunkelster Stunde die Sonnengnad`,
Zu wissen, du bist nicht allein – denn du warst
Kamerad!
-Heinrich Anacker, geboren am 29. 01.1901 in Buchs, Kanton Aargau, Schweiz - verstorben am 14. 01.1971 in Wasserburg am Bodensee-
@DeutscheDD
❤81🫡15😢11👍5🔥3🤝2
Vlaamsch en Duitsch
Voor het eerste feest des Duitsch-Vlaemschen
Zangsverbonds 14 en 15 juny 1846 – für das erste Fest des Deutsch-Vlämischen Sängerbundes gedichtet.
O Moederspraak, du bist my waard
En lief als geest en goed,
Dy hang ik aan met trouven aard,
Met zuiver jonglingsbloed;
Des vaderlands eerwaarde schoot,
Dien Arndt bezong , is breed en groot,
En wie`s lands grootheid af kan meten,
Zal dy, myn wellust, nooit vergeten.
In`t vlaamsch blonk myner moeder zang,
By`t teeder wiegenlied,
En zulk een dierbren zielenklank
Vergeet myn harte niet.
Doch duitsch en vlaamsch zyn nauv verwant,
Zoo nauv als rechte en linker hand,
En duitsch is duitsch , `t zy hoog of neder-
Dat klinke in onze zangen weder.
En duitsch zy duitsch ! Verdorr`geen telg
Aan Duitschland`s eikenboom,
By zyne schaduv ruste elk Belg
Van Maas en Scheldezoom.
Ja, duitsch zu duitsch ! Die taal alleen
Zegt ons van waar, zegt ons waarheen;
Der wetenschappen neveldalen
Verlicht zy met haar zonnenstralen.
Wie offer voor den Frank, verstomm`
Die woordenbedelaar,
Hy duizelt in het donker om,
En nimmer ziet hy klaar;
Gebonden ligt in zuider oord
Des beedlaars geest aan`t vreemde woord :
Athene , trots zyn wondergaven,
Noch Rome kan zyn ziele laven.
Slechts waar de spraakbron rein en klaar
Ter volksgeestlaving vloeit,
Slechts daar gedyt, wat recht en waar,
Wat godlyk ons doorgloeit.
Des roep ik van den Keulschen dom,
Waarop ik vol begeestring klom:
Verbindt u, Rhyn – en Scheldebroeders,
Blyft eeuwig uwer tale hoeders!
Deutsch und Vlämisch
Du Muttersprache bist mir lieb,
Mir lieb wie Geist und Blut,
Dir hang` ich an mit frommem Trieb,
Mit reiner Jünglingsglut.
Des Vaterlandes hehrer Schoß -
Wie Arndt es sang – ist breit und groß,
Und wer die Größe kann ermessen,
Wird er die Liebste je vergessen?
Daß Vlämisch mir die Mutter sang
Und mich als Kind beglückt,
Das weiß ich, und ihr Seelenklang
Noch heute mich entzückt;
Doch Deutsch und Vlämisch sind verwandt,
So nah` als recht` und linke Hand,
Und Deutsch ist Deutsch ,ob hoch ob nieder,
Das zeugen unsre Bundeslieder.
Und Deutsch sei Deutsch! Kein einz`ger Ast
Verdorr` am Eichenbaum,
Dann findet auch der ferne Gast
In seinem Schatten Raum.
Ja Deutsch sei Deutsch ! Die Sprache nur
zeigt uns des Wissens grade Spur,
Nur sie mit ihrem Glanzesstrahle
Erhellt des Forschens Nebelthale.
Wohl kennet seines Denkens Bild
der stolze Bettler nicht *)
Drum tölpelt er auch wirr und wild,
Drum wird es ihm nie licht:
Gefesselt lieget fort und fort
Des Bettlers Geist am fremden Wort:
Nicht Rom kann seinen Mangel enden,
Nicht Hellas mit den reichsten Spenden.
-Johan Michiel Dautzenberg, geboren am 06.12.1808 in Heerlen – verstorben am 04.02.1869 in Elsene-
(* La langue francoise est une gueuse orgueil-
leuse.- Die französische Sprache ist eine hoffärtige
Bettlerin. -Voltaire-)
@DeutscheDD
Voor het eerste feest des Duitsch-Vlaemschen
Zangsverbonds 14 en 15 juny 1846 – für das erste Fest des Deutsch-Vlämischen Sängerbundes gedichtet.
O Moederspraak, du bist my waard
En lief als geest en goed,
Dy hang ik aan met trouven aard,
Met zuiver jonglingsbloed;
Des vaderlands eerwaarde schoot,
Dien Arndt bezong , is breed en groot,
En wie`s lands grootheid af kan meten,
Zal dy, myn wellust, nooit vergeten.
In`t vlaamsch blonk myner moeder zang,
By`t teeder wiegenlied,
En zulk een dierbren zielenklank
Vergeet myn harte niet.
Doch duitsch en vlaamsch zyn nauv verwant,
Zoo nauv als rechte en linker hand,
En duitsch is duitsch , `t zy hoog of neder-
Dat klinke in onze zangen weder.
En duitsch zy duitsch ! Verdorr`geen telg
Aan Duitschland`s eikenboom,
By zyne schaduv ruste elk Belg
Van Maas en Scheldezoom.
Ja, duitsch zu duitsch ! Die taal alleen
Zegt ons van waar, zegt ons waarheen;
Der wetenschappen neveldalen
Verlicht zy met haar zonnenstralen.
Wie offer voor den Frank, verstomm`
Die woordenbedelaar,
Hy duizelt in het donker om,
En nimmer ziet hy klaar;
Gebonden ligt in zuider oord
Des beedlaars geest aan`t vreemde woord :
Athene , trots zyn wondergaven,
Noch Rome kan zyn ziele laven.
Slechts waar de spraakbron rein en klaar
Ter volksgeestlaving vloeit,
Slechts daar gedyt, wat recht en waar,
Wat godlyk ons doorgloeit.
Des roep ik van den Keulschen dom,
Waarop ik vol begeestring klom:
Verbindt u, Rhyn – en Scheldebroeders,
Blyft eeuwig uwer tale hoeders!
Deutsch und Vlämisch
Du Muttersprache bist mir lieb,
Mir lieb wie Geist und Blut,
Dir hang` ich an mit frommem Trieb,
Mit reiner Jünglingsglut.
Des Vaterlandes hehrer Schoß -
Wie Arndt es sang – ist breit und groß,
Und wer die Größe kann ermessen,
Wird er die Liebste je vergessen?
Daß Vlämisch mir die Mutter sang
Und mich als Kind beglückt,
Das weiß ich, und ihr Seelenklang
Noch heute mich entzückt;
Doch Deutsch und Vlämisch sind verwandt,
So nah` als recht` und linke Hand,
Und Deutsch ist Deutsch ,ob hoch ob nieder,
Das zeugen unsre Bundeslieder.
Und Deutsch sei Deutsch! Kein einz`ger Ast
Verdorr` am Eichenbaum,
Dann findet auch der ferne Gast
In seinem Schatten Raum.
Ja Deutsch sei Deutsch ! Die Sprache nur
zeigt uns des Wissens grade Spur,
Nur sie mit ihrem Glanzesstrahle
Erhellt des Forschens Nebelthale.
Wohl kennet seines Denkens Bild
der stolze Bettler nicht *)
Drum tölpelt er auch wirr und wild,
Drum wird es ihm nie licht:
Gefesselt lieget fort und fort
Des Bettlers Geist am fremden Wort:
Nicht Rom kann seinen Mangel enden,
Nicht Hellas mit den reichsten Spenden.
-Johan Michiel Dautzenberg, geboren am 06.12.1808 in Heerlen – verstorben am 04.02.1869 in Elsene-
(* La langue francoise est une gueuse orgueil-
leuse.- Die französische Sprache ist eine hoffärtige
Bettlerin. -Voltaire-)
@DeutscheDD
❤51👍12⚡3🤗3👏1🥴1
Und wird auch mal der Himmel grauer,
Wer voll Vertrauen die Welt besieht,
Der freut sich, wenn ein Regenschauer
Mit Blitz und Sturm vorüberzieht!
-Heinrich Christian Wilhelm Busch, geboren am 14.04.1832 in Wiedensahl – verstorben am 09.01.1908 in Mechtshausen-
@DeutscheDD
Wer voll Vertrauen die Welt besieht,
Der freut sich, wenn ein Regenschauer
Mit Blitz und Sturm vorüberzieht!
-Heinrich Christian Wilhelm Busch, geboren am 14.04.1832 in Wiedensahl – verstorben am 09.01.1908 in Mechtshausen-
@DeutscheDD
❤45👍16💯10🥰8
Euch, deutschen Frauen, keusch und rein
euch soll mein Lied erklingen
Und schaut ihr heitern Blickes drein
ist reich belohnt mein Singen.
Der Lande hab ich viel gesehn
hat manche mir gefallen
doch was mir Liebes auch geschehn
euch lob ich mir vor allen.
Was mag so hold und züchtig sein
und was so schön zu schauen
als zwischen Donau, Elb und Rhein
die blonden deutschen Frauen.
Wer Treu und Tugend nirgends fand
auf weitem Erdenrunde,
der komm zu uns ins deutsche Land
daß ihm das Herz gesunde!
-Edwin Bormann, geboren am 14.04.1851 in Leibzig – verstorben am 03.05.1912 ebenda-
@DeutscheDD
euch soll mein Lied erklingen
Und schaut ihr heitern Blickes drein
ist reich belohnt mein Singen.
Der Lande hab ich viel gesehn
hat manche mir gefallen
doch was mir Liebes auch geschehn
euch lob ich mir vor allen.
Was mag so hold und züchtig sein
und was so schön zu schauen
als zwischen Donau, Elb und Rhein
die blonden deutschen Frauen.
Wer Treu und Tugend nirgends fand
auf weitem Erdenrunde,
der komm zu uns ins deutsche Land
daß ihm das Herz gesunde!
-Edwin Bormann, geboren am 14.04.1851 in Leibzig – verstorben am 03.05.1912 ebenda-
@DeutscheDD
❤91🥰11👍3💯1
Die schöne Buche
Ganz verborgen im Wald kenn' ich ein Plätzchen, da stehet
Eine Buche, man sieht schöner im Bilde sie nicht.
Rein und glatt, in gediegenem Wuchs erhebt sie sich einzeln,
Keiner der Nachbarn rührt ihr an den seidenen Schmuck.
Rings, so weit sein Gezweig der stattliche Baum ausbreitet,
Grünet der Rasen, das Aug' still zu erquicken, umher;
Gleich nach allen Seiten umzirkt er den Stamm in der Mitte;
Kunstlos schuf die Natur selber dies liebliche Rund.
Zartes Gebüsch umkränzet es erst; hochstämmige Bäume,
Folgend in dichtem Gedräng', wehren dem himmlischen Blau.
Neben der dunkleren Fülle des Eichbaums wieget die Birke
Ihr jungfräuliches Haupt schüchtern im goldenen Licht.
Nur wo, verdeckt vom Felsen, der Fußsteig jäh sich hinabschlingt,
Lässet die Hellung mich ahnen das offene Feld.
– Als ich unlängst einsam, von neuen Gestalten des Sommers
Ab dem Pfade gelockt, dort im Gebüsch mich verlor,
Führt' ein freundlicher Geist, des Hains auflauschende Gottheit,
Hier mich zum erstenmal, plötzlich, den Staunenden, ein.
Welch Entzücken! Es war um die hohe Stunde des Mittags,
Lautlos alles, es schwieg selber der Vogel im Laub.
Und ich zauderte noch, auf den zierlichen Teppich zu treten;
Festlich empfing er den Fuß, leise beschritt ich ihn nur.
Jetzo, gelehnt an den Stamm (er trägt sein breites Gewölbe
Nicht zu hoch), ließ ich rundum die Augen ergehn,
Wo den beschatteten Kreis die feurig strahlende Sonne,
Fast gleich messend umher, säumte mit blendendem Rand.
Aber ich stand und rührte mich nicht; dämonischer Stille,
Unergründlicher Ruh' lauschte mein innerer Sinn.
Eingeschlossen mit dir in diesem sonnigen Zauber-
Gürtel, o Einsamkeit, fühlt ich und dachte nur dich!
💐 -Eduard Friedrich Mörike, geboren am 08.09.1804 in Ludwigsburg – verstorben am 04.06.1875 in Stuttgart-
@DeutscheDD
Ganz verborgen im Wald kenn' ich ein Plätzchen, da stehet
Eine Buche, man sieht schöner im Bilde sie nicht.
Rein und glatt, in gediegenem Wuchs erhebt sie sich einzeln,
Keiner der Nachbarn rührt ihr an den seidenen Schmuck.
Rings, so weit sein Gezweig der stattliche Baum ausbreitet,
Grünet der Rasen, das Aug' still zu erquicken, umher;
Gleich nach allen Seiten umzirkt er den Stamm in der Mitte;
Kunstlos schuf die Natur selber dies liebliche Rund.
Zartes Gebüsch umkränzet es erst; hochstämmige Bäume,
Folgend in dichtem Gedräng', wehren dem himmlischen Blau.
Neben der dunkleren Fülle des Eichbaums wieget die Birke
Ihr jungfräuliches Haupt schüchtern im goldenen Licht.
Nur wo, verdeckt vom Felsen, der Fußsteig jäh sich hinabschlingt,
Lässet die Hellung mich ahnen das offene Feld.
– Als ich unlängst einsam, von neuen Gestalten des Sommers
Ab dem Pfade gelockt, dort im Gebüsch mich verlor,
Führt' ein freundlicher Geist, des Hains auflauschende Gottheit,
Hier mich zum erstenmal, plötzlich, den Staunenden, ein.
Welch Entzücken! Es war um die hohe Stunde des Mittags,
Lautlos alles, es schwieg selber der Vogel im Laub.
Und ich zauderte noch, auf den zierlichen Teppich zu treten;
Festlich empfing er den Fuß, leise beschritt ich ihn nur.
Jetzo, gelehnt an den Stamm (er trägt sein breites Gewölbe
Nicht zu hoch), ließ ich rundum die Augen ergehn,
Wo den beschatteten Kreis die feurig strahlende Sonne,
Fast gleich messend umher, säumte mit blendendem Rand.
Aber ich stand und rührte mich nicht; dämonischer Stille,
Unergründlicher Ruh' lauschte mein innerer Sinn.
Eingeschlossen mit dir in diesem sonnigen Zauber-
Gürtel, o Einsamkeit, fühlt ich und dachte nur dich!
💐 -Eduard Friedrich Mörike, geboren am 08.09.1804 in Ludwigsburg – verstorben am 04.06.1875 in Stuttgart-
@DeutscheDD
❤64👏8👍2
Glück ist niemals ortsgebunden,
Glück kennt keine Jahreszeit.
Glück hat immer der gefunden,
der sich seines Lebens freut!
💐 -Clemens Wenzeslaus Brentano, geboren am 09.09.1778 in Ehrenbreitstein (heute Koblenz) – verstorben am 28.07.1842 in Aschaffenburg-
@DeutscheDD
Glück kennt keine Jahreszeit.
Glück hat immer der gefunden,
der sich seines Lebens freut!
💐 -Clemens Wenzeslaus Brentano, geboren am 09.09.1778 in Ehrenbreitstein (heute Koblenz) – verstorben am 28.07.1842 in Aschaffenburg-
@DeutscheDD
❤65💯18🥰8👍6🤝2
Es liegt in sonn´gen reichen Landen
in ferner Sagen stillem Glanz
die Stadt um die sich innig wanden
der Schönheit und des Ruhmes Glanz
Es streben ihre alten Dome
zum Himmel an in hehrer Macht
und spiegeln sich im hellen Strome
in Herrlichkeit und Zauberpracht
Ich kam als deutscher Bursch gezogen
zu ihrer Burgen stolzem Bau
frischfröhlich wie der Moldau Wogen
im weiten grünen Böhmergau
und drinnen perlte warmes Leben
in deutscher Lust bei Becherklang
das war ein gutes freies Streben
Gott grüß dich froher Burschensang
Wenn Kampfesruf begeisternd hallte
da flammte heiß das deutsche Herz
hoch schwarz-rot-gold uns mahnend wallte
Alldeutschtum dein in Glück und Schmerz
Die Hochwacht, die wir einst erkoren
zu Prag, der deutschgeweihten Stadt
wir geben nimmer sie verloren
wenn auch die Brust oft kampfesmatt
Ob slawisch du dich auch gekleidet
und slawisch nun der Gasse Laut
ob ängstlich man die Deutschheit meidet
du bist aus deutschem Geist erbaut
Dich haben Deutsche einst geschaffen
mit deutschem Fleiß zur goldnen Stadt
es war allzeit auch deutsch Gewaffen
das trutzig dich geschirmet hat
Streitkühnes Prag, so fest gebauet
hast du dich mir ins Herz hinein
wenn auch das Auge nicht mehr schauet
wohl deiner Schönheit lichten Schein
Dahin sind der Begeisterung Stunden
die reich dem Wandrer du geschenkt
doch ist dein Bild ihm nicht entschwunden
wie weit er auch den Schritt gelenkt
-Otto von Pfister, 10.02.1868 in Kassel - 31.07.1952 in Wiesbaden–
@DeutscheDD
in ferner Sagen stillem Glanz
die Stadt um die sich innig wanden
der Schönheit und des Ruhmes Glanz
Es streben ihre alten Dome
zum Himmel an in hehrer Macht
und spiegeln sich im hellen Strome
in Herrlichkeit und Zauberpracht
Ich kam als deutscher Bursch gezogen
zu ihrer Burgen stolzem Bau
frischfröhlich wie der Moldau Wogen
im weiten grünen Böhmergau
und drinnen perlte warmes Leben
in deutscher Lust bei Becherklang
das war ein gutes freies Streben
Gott grüß dich froher Burschensang
Wenn Kampfesruf begeisternd hallte
da flammte heiß das deutsche Herz
hoch schwarz-rot-gold uns mahnend wallte
Alldeutschtum dein in Glück und Schmerz
Die Hochwacht, die wir einst erkoren
zu Prag, der deutschgeweihten Stadt
wir geben nimmer sie verloren
wenn auch die Brust oft kampfesmatt
Ob slawisch du dich auch gekleidet
und slawisch nun der Gasse Laut
ob ängstlich man die Deutschheit meidet
du bist aus deutschem Geist erbaut
Dich haben Deutsche einst geschaffen
mit deutschem Fleiß zur goldnen Stadt
es war allzeit auch deutsch Gewaffen
das trutzig dich geschirmet hat
Streitkühnes Prag, so fest gebauet
hast du dich mir ins Herz hinein
wenn auch das Auge nicht mehr schauet
wohl deiner Schönheit lichten Schein
Dahin sind der Begeisterung Stunden
die reich dem Wandrer du geschenkt
doch ist dein Bild ihm nicht entschwunden
wie weit er auch den Schritt gelenkt
-Otto von Pfister, 10.02.1868 in Kassel - 31.07.1952 in Wiesbaden–
@DeutscheDD
❤54👌6💯5👍3🥰3🤔1
Es ruht versenkt an stillem Ort
Tief unter Urwalds Eichen
Ein teurer, bergentrückter Hort
Ein Wunschhort ohnegleichen
Da liegt Herrn Wotans Runenspeer
Dabei Frau Friggas Spule
Dort blinkt der Becher, goldesschwer
Des Königs Ring von Thule
Der Amalungen weißer Schild
Das Schwert Herrn Karls, das scharfe
Leis tönet, wie verträumt, so mild
Des Vogelweiders Harfe
Der Schöppenspruch auf Pergament
Der Schapel holder Maide
Manch Lied, des Sänger niemand kennt
Und steinbespängt Geschmeide
Des Rotbart flatternd Kreuzpanier
Des Rathausdaches Giebel
Der Hansa stolze Flaggenzier
Und Doktor Luthers Bibel
Darüberhin ein Hauch, ein Duft
Kernfirnen Rheinweins brütet
O dringet kühn in diese Gruft
Die quellend Leben hütet
Allauf, Genossen, unverwandt
Laßt nach dem Schatz uns schürfen
Nur reines Herz und reine Hand
Wird ihn erheben dürfen
Er ist nicht tot: er wächst, er blüht
Er steigt uns selbst entgegen
Er will in Geist und in Gemüt
Uns seinen Segen legen
Den Segen deutscher Herrlichkeit
Die Heldenschaft der Ahnen
Laßt uns ihn heben allezeit
Den Volkshort der Germanen
-Ludwig Sophus Felix Dahn, geboren am 09.02.1834 in Hamburg – verstorben am 03.01.1912 in Breslau-
@DeutscheDD
Tief unter Urwalds Eichen
Ein teurer, bergentrückter Hort
Ein Wunschhort ohnegleichen
Da liegt Herrn Wotans Runenspeer
Dabei Frau Friggas Spule
Dort blinkt der Becher, goldesschwer
Des Königs Ring von Thule
Der Amalungen weißer Schild
Das Schwert Herrn Karls, das scharfe
Leis tönet, wie verträumt, so mild
Des Vogelweiders Harfe
Der Schöppenspruch auf Pergament
Der Schapel holder Maide
Manch Lied, des Sänger niemand kennt
Und steinbespängt Geschmeide
Des Rotbart flatternd Kreuzpanier
Des Rathausdaches Giebel
Der Hansa stolze Flaggenzier
Und Doktor Luthers Bibel
Darüberhin ein Hauch, ein Duft
Kernfirnen Rheinweins brütet
O dringet kühn in diese Gruft
Die quellend Leben hütet
Allauf, Genossen, unverwandt
Laßt nach dem Schatz uns schürfen
Nur reines Herz und reine Hand
Wird ihn erheben dürfen
Er ist nicht tot: er wächst, er blüht
Er steigt uns selbst entgegen
Er will in Geist und in Gemüt
Uns seinen Segen legen
Den Segen deutscher Herrlichkeit
Die Heldenschaft der Ahnen
Laßt uns ihn heben allezeit
Den Volkshort der Germanen
-Ludwig Sophus Felix Dahn, geboren am 09.02.1834 in Hamburg – verstorben am 03.01.1912 in Breslau-
@DeutscheDD
❤52👍15👌13🔥4👏4✍1
Herz, aufglühe dein Blut
Brüder, nun laßt uns schwören
daß wir dem Vaterland gehören
in dessen sicheren Händen
unser Geschick, das Schicksal der Deutschen ruht
Was unser Spruch auch schwört
Wir schwören dem eigenen Leben
Daß wir nur wiedergeben
Was unsern Vätern, den Helden
Die es erstritten, was allen Deutschen gehört
Deutschland, dem wir geweiht
Die Arbeit unserer Hände
An deines Schicksals Wende
Stehn wir erhobener Seele
Und weihen uns dir voll Dankbarkeit
Treue, glüh unverzehrt
Treue, die mit uns geboren
Treue, von der nichts verloren
Wenn auch unsere ewige Seele
Zur ewigen Heimat kehrt
💐 -Heinrich Lersch, geboren am 12.09.1889 in Mönchen-Gladbach – verstorben am 18.06.1936 in Remagen-
@DeutscheDD
Brüder, nun laßt uns schwören
daß wir dem Vaterland gehören
in dessen sicheren Händen
unser Geschick, das Schicksal der Deutschen ruht
Was unser Spruch auch schwört
Wir schwören dem eigenen Leben
Daß wir nur wiedergeben
Was unsern Vätern, den Helden
Die es erstritten, was allen Deutschen gehört
Deutschland, dem wir geweiht
Die Arbeit unserer Hände
An deines Schicksals Wende
Stehn wir erhobener Seele
Und weihen uns dir voll Dankbarkeit
Treue, glüh unverzehrt
Treue, die mit uns geboren
Treue, von der nichts verloren
Wenn auch unsere ewige Seele
Zur ewigen Heimat kehrt
💐 -Heinrich Lersch, geboren am 12.09.1889 in Mönchen-Gladbach – verstorben am 18.06.1936 in Remagen-
@DeutscheDD
❤51🔥7🤗3
Abendlied
Gute Nacht!
Allen Müden sei's gebracht!
Neigt der Tag sich still zu Ende, ruhen alle fleiß'gen Hände,
bis der Morgen neu erwacht:
Gute Nacht! :
Geht zur Ruh!
Schließt die müden Augen zu
Stiller wird es auf den Straßen, und den Wächter hört man blasen,
und die Nacht ruft allen zu:
Geht zur Ruh !
Schlummert süß!
Träumt euch euer Paradies!
Wem die Liebe raubt den Frieden, sei ein sanfter Traum beschieden,
als ob Liebchen ihn begrüß':
Schlummert süß!
Gute Nacht!
Schlummert, bis der Tag erwacht!
Schlummert, bis der neue Morgen kommt mit seinen neuen Sorgen,
ohne Furcht, der Vater wacht;
Gute Nacht!
-Theodor Körner, geboren am 23.09.1791 in Dresden – gefallen am 26.08.1813 im Forst Rosenow bei Lützow-
(Nach einer Volksweise)
@DeutscheDD
Gute Nacht!
Allen Müden sei's gebracht!
Neigt der Tag sich still zu Ende, ruhen alle fleiß'gen Hände,
bis der Morgen neu erwacht:
Gute Nacht! :
Geht zur Ruh!
Schließt die müden Augen zu
Stiller wird es auf den Straßen, und den Wächter hört man blasen,
und die Nacht ruft allen zu:
Geht zur Ruh !
Schlummert süß!
Träumt euch euer Paradies!
Wem die Liebe raubt den Frieden, sei ein sanfter Traum beschieden,
als ob Liebchen ihn begrüß':
Schlummert süß!
Gute Nacht!
Schlummert, bis der Tag erwacht!
Schlummert, bis der neue Morgen kommt mit seinen neuen Sorgen,
ohne Furcht, der Vater wacht;
Gute Nacht!
-Theodor Körner, geboren am 23.09.1791 in Dresden – gefallen am 26.08.1813 im Forst Rosenow bei Lützow-
(Nach einer Volksweise)
@DeutscheDD
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Wir sind nicht Puristen von der törichten Art, die alle Fremdwörter unserer Sprache vertreiben möchten, um ungewohnte, weniger verständliche deutsche, von eigener schlechter Mache, an ihre Stelle zu setzen;
wo aber gute deutsche Ausdrücke vorhanden sind, diesen die Fremdwörter vorzuziehen, finden wir geschmacklos und verwerflich!
-Ernst Kuno Berthold Fischer, geboren am 23.07.1824 in Sandewalde (Schlesien) – verstorben a, 05.07.1907 in Heidelberg-
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wo aber gute deutsche Ausdrücke vorhanden sind, diesen die Fremdwörter vorzuziehen, finden wir geschmacklos und verwerflich!
-Ernst Kuno Berthold Fischer, geboren am 23.07.1824 in Sandewalde (Schlesien) – verstorben a, 05.07.1907 in Heidelberg-
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Wir müssen durch!
Sorgen wir nur dafür, daß wir mit jedem Tage reifer und besser werden!
Wir sind kein Spiel des blinden Zufalls, sondern wir stehen in Gottes Hand, und die Vorsehung leitet uns!
-Luise Auguste Wilhelmine Amalie zu Mecklenburg – Strelitz, geboren am 10.03.1776 in Hannover – verstorben an 19.07.1810 auf Schloss Hohenzieritz-
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Sorgen wir nur dafür, daß wir mit jedem Tage reifer und besser werden!
Wir sind kein Spiel des blinden Zufalls, sondern wir stehen in Gottes Hand, und die Vorsehung leitet uns!
-Luise Auguste Wilhelmine Amalie zu Mecklenburg – Strelitz, geboren am 10.03.1776 in Hannover – verstorben an 19.07.1810 auf Schloss Hohenzieritz-
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Freiheitskämpfer
Es sei mein Herz und Blut geweiht
dich Vaterland zu retten.
Wohlan, es gilt, du seist befreit
wir sprengen deine Ketten!
Nicht fürder soll die arge Tat
des Fremdlings Übermut, Verrat
in deinen Schoss sich betten!
Wer hält, wem frei das Herz noch schlägt
nicht fest an deinem Bilde?
Wie kraftvoll die Natur sich regt
durch deine Waldgefilde,
so blüht der Fleiss, dem Neid zur Qual
in deinen Städten sonder Zahl,
und jeder Kunst Gebilde.
Der deutsche Stamm ist alt und stark
voll Hochgefühl und Glauben.
Die Treue ist der Ehre Mark´
wankt nicht, wenn Stürme schnauben.
Es schafft ein ernster, tiefer Sinn
dem Herzen solchen Hochgewinn,
den uns kein Feind mag rauben.
So spotte jeder der Gefahr
die Freiheit ruft uns allen.
So wills das Recht und es bleibt wahr
wie auch die Lose fallen.
Ja, sinken wir der Übermacht
so woll’n wir doch zur ew’gen Nacht
glorreich hinüberwallen!
-Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel, geboren am 10.03.1773 in Hannover – verstorben am 12.01.1829 in Dresden-
(1809)
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Es sei mein Herz und Blut geweiht
dich Vaterland zu retten.
Wohlan, es gilt, du seist befreit
wir sprengen deine Ketten!
Nicht fürder soll die arge Tat
des Fremdlings Übermut, Verrat
in deinen Schoss sich betten!
Wer hält, wem frei das Herz noch schlägt
nicht fest an deinem Bilde?
Wie kraftvoll die Natur sich regt
durch deine Waldgefilde,
so blüht der Fleiss, dem Neid zur Qual
in deinen Städten sonder Zahl,
und jeder Kunst Gebilde.
Der deutsche Stamm ist alt und stark
voll Hochgefühl und Glauben.
Die Treue ist der Ehre Mark´
wankt nicht, wenn Stürme schnauben.
Es schafft ein ernster, tiefer Sinn
dem Herzen solchen Hochgewinn,
den uns kein Feind mag rauben.
So spotte jeder der Gefahr
die Freiheit ruft uns allen.
So wills das Recht und es bleibt wahr
wie auch die Lose fallen.
Ja, sinken wir der Übermacht
so woll’n wir doch zur ew’gen Nacht
glorreich hinüberwallen!
-Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel, geboren am 10.03.1773 in Hannover – verstorben am 12.01.1829 in Dresden-
(1809)
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Heldenheimat, die wir schauen
von der Alpen steilem Rand,
blaue Berge, grüne Auen
und der Ströme helles Band,
bis an jenes weit entleg´ne
Dünenfeld am Nordseestrand!
Treue Frauen, starke Recken
trug von je dein tiefer Grund.
Tausend blanke Schilde decken
deiner Bruderstämme Bund.
Zitternd sank sie, die verweg’ne
ländergier’ge Feindeshand!
Hohes Erbteil edler Ahnen:
reine Sitte, strenges Recht,
leite auf des Friedens Bahnen
unbeirrt ein frei Geschlecht.
Ob dir Glück, ob Leid begegne
jedem Schicksal hältst du stand!
-Ambros Mayr, geboren am 08.05.1849 in Söll (Tirol) – verstorben am 30.10.1897 in Wien-
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von der Alpen steilem Rand,
blaue Berge, grüne Auen
und der Ströme helles Band,
bis an jenes weit entleg´ne
Dünenfeld am Nordseestrand!
Treue Frauen, starke Recken
trug von je dein tiefer Grund.
Tausend blanke Schilde decken
deiner Bruderstämme Bund.
Zitternd sank sie, die verweg’ne
ländergier’ge Feindeshand!
Hohes Erbteil edler Ahnen:
reine Sitte, strenges Recht,
leite auf des Friedens Bahnen
unbeirrt ein frei Geschlecht.
Ob dir Glück, ob Leid begegne
jedem Schicksal hältst du stand!
-Ambros Mayr, geboren am 08.05.1849 in Söll (Tirol) – verstorben am 30.10.1897 in Wien-
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Der Unentschlossene
Ein Mensch ist ernstlich zu beklagen,
Der nie die Kraft hat, nein zu sagen.
Obwohl er’s weiß, bei sich ganz still:
Er will nicht, was man von ihm will!
Nur, dass er Aufschub noch erreicht,
Sagt er, er wolle sehn, vielleicht ...
Gemahnt, nach zweifelsbitteren Wochen,
Dass er’s doch halb und halb versprochen.
Verspricht er’s, statt es abzuschütteln,
Aus lauter Feigheit zu zwei Dritteln,
Um endlich, ausweglos gestellt,
Als ein zur Unzeit tapferer Held
In Wut und Grobheit sich zu steigern
Und das Versprochne zu verweigern.
Der Mensch gilt bald bei jedermann
Als hinterlistiger Grobian –
Und ist im Grund doch nur zu weich,
Um nein zu sagen – aber gleich!
-Eugen Roth, geboren am 24.01.1895 in München – verstorben am 28.04.1976 ebenda-
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Ein Mensch ist ernstlich zu beklagen,
Der nie die Kraft hat, nein zu sagen.
Obwohl er’s weiß, bei sich ganz still:
Er will nicht, was man von ihm will!
Nur, dass er Aufschub noch erreicht,
Sagt er, er wolle sehn, vielleicht ...
Gemahnt, nach zweifelsbitteren Wochen,
Dass er’s doch halb und halb versprochen.
Verspricht er’s, statt es abzuschütteln,
Aus lauter Feigheit zu zwei Dritteln,
Um endlich, ausweglos gestellt,
Als ein zur Unzeit tapferer Held
In Wut und Grobheit sich zu steigern
Und das Versprochne zu verweigern.
Der Mensch gilt bald bei jedermann
Als hinterlistiger Grobian –
Und ist im Grund doch nur zu weich,
Um nein zu sagen – aber gleich!
-Eugen Roth, geboren am 24.01.1895 in München – verstorben am 28.04.1976 ebenda-
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👌38💯26🔥8❤7👏5🫡1
Ich bin ein deutscher Jüngling
Mein Haar ist kraus, breit meine Brust
Mein Vater war ein edler Mann
ich bin es auch
Wenn mein Aug Unrecht siehet
sträubt sich mein krauses Haar empor
Und meine Hand schwellt auf und zuckt
und greift ans Schwert´
Ich bin ein deutscher Jüngling
beim süßen Namen „Vaterland“
Schlägt mir das Herz
und mein Gesicht wird feuerrot
ich weiß ein deutsches Mädchen
Ihr Aug ist blau, und sanft ihr Blick
und gut ihr Herz
und blau, o Hertha, blau ihr Aug
Wer nicht stammt von Thuiskon
Der blicke nach dem Mädchen nicht
Er blicke nicht
Wenn er nicht von Thuiskon stammt
Denn ihres blauen Auges
soll sich ein edler Jüngling freun
Sie soll geliebt, soll eines edlen Jünglings sein
Ich bin ein deutscher Jüngling
und schaue kalt und kühn umher
ob einer sei
der nach dem Mädchen blicken will
-Matthias Claudius, geboren am 15.08.1740 in Reinfeld (Holstein) – verstorben am 21.01.1815 in Hamburg-
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Mein Haar ist kraus, breit meine Brust
Mein Vater war ein edler Mann
ich bin es auch
Wenn mein Aug Unrecht siehet
sträubt sich mein krauses Haar empor
Und meine Hand schwellt auf und zuckt
und greift ans Schwert´
Ich bin ein deutscher Jüngling
beim süßen Namen „Vaterland“
Schlägt mir das Herz
und mein Gesicht wird feuerrot
ich weiß ein deutsches Mädchen
Ihr Aug ist blau, und sanft ihr Blick
und gut ihr Herz
und blau, o Hertha, blau ihr Aug
Wer nicht stammt von Thuiskon
Der blicke nach dem Mädchen nicht
Er blicke nicht
Wenn er nicht von Thuiskon stammt
Denn ihres blauen Auges
soll sich ein edler Jüngling freun
Sie soll geliebt, soll eines edlen Jünglings sein
Ich bin ein deutscher Jüngling
und schaue kalt und kühn umher
ob einer sei
der nach dem Mädchen blicken will
-Matthias Claudius, geboren am 15.08.1740 in Reinfeld (Holstein) – verstorben am 21.01.1815 in Hamburg-
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Siebenbürgen, Land des Segens
Land der Fülle und der Kraft
mit dem Gürtel der Karpathen
um das grüne Kleid der Saaten
Land voll Gold und Rebensaft
Siebenbürgen, Meeresboden
einer längst verflossnen Flut
Nun ein Meer von Ährenwogen
dessen Ufer waldumzogen
an der Brust des Himmels ruht
Siebenbürgen, Land der Trümmer
einer Vorzeit stark und groß
Deren tausendjähr´ge Spuren
ruhen noch in deiner Fluren
ungeschwächtem Ackerschoß
Siebenbürgen, grüne Wiege
einer bunten Völkerschar
Mit dem Klima aller Zonen
mit dem Kranze von Nationen
um des Vaterlands Altar
Siebenbürgen, grüner Tempel
mit der Berge hohem Chor
Wo der Andacht Huldigungen
steigen in so vielen Zungen
zu dem einen Gott empor
Siebenbürgen, Land der Duldung
jedes Glaubens sichrer Hort
Mögst du bis zu fernen Tagen
als ein Hort der Freiheit ragen
und als Wehr dem treuen Wort
Siebenbürgen, süße Heimat
unser teures Vaterland
sei gegrüßt in deiner Schöne
und um alle deine Söhne
schlinge sich der Eintracht Band!
💐 -Maximilian Leopold Moltke, geboren am 18.09.1819 in Küstrin – verstorben am 19.01.1894 in Leipzig-
(1846)
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Land der Fülle und der Kraft
mit dem Gürtel der Karpathen
um das grüne Kleid der Saaten
Land voll Gold und Rebensaft
Siebenbürgen, Meeresboden
einer längst verflossnen Flut
Nun ein Meer von Ährenwogen
dessen Ufer waldumzogen
an der Brust des Himmels ruht
Siebenbürgen, Land der Trümmer
einer Vorzeit stark und groß
Deren tausendjähr´ge Spuren
ruhen noch in deiner Fluren
ungeschwächtem Ackerschoß
Siebenbürgen, grüne Wiege
einer bunten Völkerschar
Mit dem Klima aller Zonen
mit dem Kranze von Nationen
um des Vaterlands Altar
Siebenbürgen, grüner Tempel
mit der Berge hohem Chor
Wo der Andacht Huldigungen
steigen in so vielen Zungen
zu dem einen Gott empor
Siebenbürgen, Land der Duldung
jedes Glaubens sichrer Hort
Mögst du bis zu fernen Tagen
als ein Hort der Freiheit ragen
und als Wehr dem treuen Wort
Siebenbürgen, süße Heimat
unser teures Vaterland
sei gegrüßt in deiner Schöne
und um alle deine Söhne
schlinge sich der Eintracht Band!
💐 -Maximilian Leopold Moltke, geboren am 18.09.1819 in Küstrin – verstorben am 19.01.1894 in Leipzig-
(1846)
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