Benedikt Kaiser
2.48K subscribers
1.49K photos
269 videos
1.4K links
Theorie und Texte, Politik und Polemik. // Alles weitere: https://www.benedikt-kaiser.de/
Download Telegram
Forwarded from Robert Teske
Media is too big
VIEW IN TELEGRAM
Das war 2025!

Wahlerfolg, Berlin, Reichstag, Büroeröffnungen, Chrupallabesuch. Und vieles mehr.

Und 2026? Wird noch besser.

🇩🇪 Folgt mir: @RobertTeske
❤19👍1👌1
[Ruhe in Frieden, Neven, брате мој!]

Zwischen den Jahren wollte ich bewusst nichts posten. Mal „detoxen“, wie man es nennt; also: Zeit für wichtigere Dinge als das Virtuelle. Zeit für Familie, Freunde.

Doch aus dem Nichts der Schlag: Neven Santovac (1982–2025) ist tot. Nicht irgendein Bekannter, Weggefährte, nicht irgendein Kontakt, den man eben so hat, sondern mehr: ein Freund, ein unglaublich hilfsbereiter, gutmütiger, schlagfertiger, humorvoller Mensch. Ein Jungeuropäer, der nationalen Chauvinismus nicht kannte, aber die Liebe zum europäischen Zusammenrücken.

Am Wochenende besuchte er noch mit seinem engen Freund seit über zwanzig Jahren, Dušan Dostanić, eine seiner Lesungen im Club451 in der Hauptstadt Belgrad, der Wahlheimat des aus Kikinda stammenden serbischen Hünen. Wenige Stunden später: tot, einfach so.

Als ich Neven vor Jahren kennenlernen durfte, war das ebenfalls dort, im Kult-Pub der sehr vielfältigen, sehr starken, sehr deutschfreundlichen serbischen Rechten. Dušan, wer sonst, stellte ihn mir vor, und sagte, typisch für ihn, so herzlich wie schelmisch: „Ihr werdet euch verstehen.“

Das taten wir. Sofort. Es gibt ja Menschen, die mag man auf Anhieb nicht; Menschen, mit denen wird man irgendwann warm oder auch nicht warm. Und es gab Neven. Den mochte man nach Sekunden. Anders ging es nicht. (Selbst der notorisch grimmige Volker Zierke musste nach wenigen „Jako Dobro!“-Momenten zugeben, dass Neven einfach klasse ist.)

Neven erzählte mir jedenfalls beim ersten Treffen, nach einer kurzen Begrüßung, von seiner Leidenschaft, der Musik. Ich sagte bei einem kühlen Banjalučko zu ihm: „Ponosna Srbija!“. Das Eis war gebrochen, die Verbindung war da.

Gemeinsame Urlaube, gemeinsame Erlebnisse, gemeinsames Gelächter,
gemeinsame Gespräche.

Und so manchen Gast aus dem deutschen Sprachraum, den er mit Dušan beherbergte und betreute, obwohl er von dem jeweiligen Gast ja nichts wusste als dies: Er ist zeitweilig in Serbien und irgendwie wohl ein Weggefährte von uns. Das reichte für Neven, um gemeinsam mit Dušan alles möglich zu machen, um Belgrad-Aufenthalte zu veredeln.

2026 wollten wir uns in Herceg Novi treffen, mindestens das, vielleicht zusätzlich auch mit Dušan und einem gemeinsamen engen Freund aus Chemnitz in Novi Sad und/oder Niš. Alles war offen. Nun ist alles vorbei. Er hinterlässt zwei angehende Teenager und eine Ehefrau, mit der er seit 2001 zusammenlebte.

Scheiße, einfach scheiße.

Neven, ein letztes „Ponosna Srbija!“ für Dich, ein letztes: Живели, брате мој.

Grüße in die Runde.

___
// folgt dem kaiser
😢58❤9🙏5😁1
Links
🙏50
Forwarded from Jungeuropa
»Erst dann, mit dem Ablegen des Amerikanismus und dem Ende der liberalen Moderne – mit dem ›Brechen des Westens‹ (Alain de Benoist) – wird Europa wieder europäisch sein können.« (Marvin T. Neumann in seinem Buch »Amerikanismus. Die Ideologie der westlichen Moderne«)
🔥37👍7
[Venezuela, Trump und wir]

Rüdiger Lucassen, ein Bundestagsabgeordneter aus NRW, glaubt, die USA haben Venezuelas mediokren Herrscher Maduro entführt, um den Krieg gegen Drogen zu führen. Der Herr irrt.

Nicht einmal die größten Trump-MAGA-Publizisten glauben bezeichnenderweise auch nur ansatzweise diese Drogen-Story. (Diese ist nur gedacht für subalterne Westeuropäer, die derlei Showelemente mangels politisch-analytischer Denkweise tatsächlich für bare Münze nehmen.)

Es verhält sich anders:

Die Drogen, und das bestätigen ausgerechnet die eigenen offiziösen US-Zahlen, kommen mehrheitlich aus Mexiko und den Anrainern. Nach der „Logik“ müsste man also dort jeweils einfallen. Tut man aber nicht, versteht sich.

Maduro ist ein unbeliebter Oligarch, Kleptokrat usw. Sein Regime? Nicht überlebensfähig, nicht (mehr) volksverankert in der Fläche. Sondern zutiefst mafiös. Keine Frage. Gibt allerdings mehrere solche Fälle auf der Welt; nähme man das Prinzip ernst, gäbe es fortan viel zu tun für MAGA-Weltpolizisten, die einst ihre ersten Erfolge dadurch einfuhren, ebendiese Rolle nicht mehr ausüben zu wollen.

Davon also unabhängig:

Was gerade par excellence vorgeführt wird, ist die professionelle, rücksichtslose und dadurch beeindruckende Aktivierung eines unverschleierten, ressourcensichernden „Neokolonialismus“ des 21. Jahrhunderts, endgültig bereinigt von vertrauten menschheitstümelnden Floskeln wie noch bei vergangenen Hegemonialkriegen der USA im Falle von Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien usf.

Man kann das alles gut finden oder schlecht, Argumente finden sich sicherlich für alles — aber es gehört eben zur realistischen Lageeinschätzung, sich o.g. Fakten einzugestehen.

Es geht folglich nicht gegen den Kommunismus, wie beispielsweise eine geistig im Kalten Krieg der 1950er Jahre beheimatete Frau von Storch fantasiert, und es ist kein Feldzug für die Freiheit, wie die Frauke Petrys und Julian Adrat-Bots propagieren.

Es geht um Ressourcen und Macht, schließlich auch: um ein Exempel beispielloser Effektivität und Effizienz in der neuen globalen Realitätswerdung.

Das Problem an Storch, Lucassen, Adrat und Co. scheint mir, daran anknüpfend, dass sie kein gesundes Maß bei der Beschäftigung mit jenen weltrevolutionären Verhältnissen unter dem zweiten Trump-Kabinett kennen.

Tatsächlich kann man aus deutscher Sicht die gewonnenen Spielräume durch den Trumpismus 2.0 begrüßen und einzelne Maßnahmen (Anti-Zensur, Anti-Terror-Kampf gegen Lefties, mehr Grenzschutz, symbolische Remigrationspolitik usw.) wohlwollend analysieren.

Aber viele hierzulande in der Grauzone zwischen LibKon-Nirvana und AfD-von-gestern können das offensichtlich nicht abwägend-nüchtern. Sondern entscheiden sich für dieses devote, würdelose und pauschal unkritische Trump-Abfeiern.

Das nährt eine tendenziell unpolitische bis antideutsche/antieuropäische Agenda, die der AfD auf lange Sicht böse auf die Füße fallen dürfte: spätestens dann, wenn deutscher Patriotismus der Marke AfD nur noch als unreflektierter Trump-Kitsch gelabelt werden kann, Trump aber irgendwann politisch gescheitert oder zumindest überlebt sein wird.

Ich stelle die These auf: Die AfD und das gesamte patriotische Feld täten gut daran, weder „fünfte Kolonne“ des erneuerten MAGA-Washingtons noch jene des alten Putin-Moskaus darzustellen.

Dass dies vielen allzu schwer fällt, zeigt der heutige Tag aufs Neue. Zur Souveränität, mindestens zur geistigen, ist es wohl noch ein langer Weg.

Grüße in die Runde.
___
// folgt dem kaiser
❤79👍45👌14🔥6😁2🤯2
[Venezuela, wie kam‘s zur Misere?]

Zur Wiedervorlage, meine ausführliche Sezession-Venezuela-Analyse aus dem Jahr 2019:

Aus Perspektive der Staatssouveränität ist der Eingriff des Westens in die inneren Angelegenheiten Venezuelas zu verurteilen, doch darf dies nicht mit einem Blankoscheck für die Maduro-Regierung verwechselt werden.


Im Artikel u.a. auch:

— Wieso wurde das rohstoffreiche Land so arm, wie es heute ist?

— Welche entscheidende Verantwortung tragen volksverneinende liberale Eliten, die man heute bei gewissen westextremen Kreisen, leider auch unter AfD-Bundespolitikern, rehabilitieren möchte?

— Was trieben sozialistische Cliquen und notorische Kriminelle?

Ohne Bezahlschranke als PDF: hier!

Grüße in die Runde.
___
// folgt dem kaiser
👍33❤3😁3
Forwarded from Robert Teske
2026: Krisenjahr – Wendejahr?

2026 beginnt, wie 2025 endete: mit Krisen, Konflikten und Katastrophen.

1. In Berlin haben die christdemokratisch dominierten Viertel im Südwesten jetzt dank linkem Terror keinen Strom. Menschen frieren, Menschen leiden. Weil Linksextreme es wollen.

❓ Ob das der CDU, die linke Strukturen und NGOs im Bund, in den Ländern und in Berlin hauptverantwortlich co-finanziert, zu denken geben wird?

2. In ganz Deutschland haben bestimmte „Schutzsuchende“, die vor Kriegstraumata in unseren Sozialstaat hineinflohen, in der Silvesternacht für Furore gesorgt: Böller auf Rettungskräfte, Gewalt gegen Sicherheitspersonal, Gelächter und Verhöhnung des gastgebenden Landes.

❓ Ob das der CDU, die hauptverantwortlich für die konstante Massenmigration ob unter Adenauer, Kohl, Merkel oder Merz ist, zu denken geben wird?

3. Und schließlich Thüringen: Dort erzählt Mario Voigt in seiner Neujahransprache – ausgerechnet im wunderbaren Meiningen – etwas von „Ärmel hochkrempeln“ und dem „Anpacken“. Das tun viele Thüringer. Eigenverantwortlich, für sich und ihre Familien. Voigt tut es nicht.

❓ Ob der CDU, die hauptverantwortlich für die Probleme unseres Freistaates ist, bemerken wird, wen sie da an der Spitze hat?

Leider ist anzunehmen, dass das Krisenjahr 2026 bei der CDU für keinerlei Einsicht auf diesen und weiteren Gebieten sorgen wird. Deshalb wird 2026 zu einem Jahr der AfD.

Wir kommen voran, und zur Wahrheit gehört: Weil die CDU so unfähig und uneinsichtig ist. Wir werden es besser machen. Für unsere Heimat, für Euch!

🇩🇪 Folgt mir: @RobertTeske
🔥27👌13👍11❤2
Forwarded from Jungeuropa
Bangkok hat ihn jetzt.
😍21😎14❤2
Forwarded from Robert Teske
This media is not supported in your browser
VIEW IN TELEGRAM
Deutsche Soldaten sterben bald für ukrainische Dörfer?

Noch-Kanzler Friedrich Merz:

Wir werden auf dem Land, zur See und in der Luft zur Stärkung der Ukraine beitragen ... wir schließen dabei nichts aus.


Das weckt sicher auch die wenigen Parteifreunde auf, die eine Aufrüstung der Merz-Bundeswehr begrüßen …

🇩🇪 Folgt mir: @RobertTeske
🤬28👍6🔥4🤯2😁1
Forwarded from Robert Teske
Media is too big
VIEW IN TELEGRAM
Zerbricht die Koalition an der Rentenreform?

Noch nicht. Aber zwischen den Koalitionspartnern taten sich Ende 2025 spannende Risse auf – und dazu kamen ja noch die Wannabe-»Rebellen« in den eigenen Reihen der Union.

Die Kluft wird tiefer, die Junge Gruppe bleibt bedeutungslos, und die Sozialdemokraten sind bald wohl nur noch eine Kleinpartei. Dennoch dominieren sie Schwarz-Rot bis ins Absurde hinein.

Kann das gut gehen? Und: Was will eigentlich die AfD?

🇩🇪 Folgt mir: @RobertTeske
❤18👌3
[OAZ statt FAZ?]

Ostdeutsche lesen nur sehr zurückhaltend die westdeutsche „Qualitätspresse“. Von Frankfurter Allgemeine bis ZEIT: Die Absatzzahlen zwischen Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind, im Vergleich zu den alten Bundesländern, verschwindend gering.

Aber auch die ostdeutschen Regionalzeitungen verlieren konstant an Auflage. Dessen ungeachtet wagt sich der streitbare Medienunternehmer Holger Friedrich aus Ostberlin, der u.a. die Berliner Zeitung und die neue Weltbühne verantwortet, nun an ein weiteres, überaus ambitioniertes Zeitungsprojekt: die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ).

In wenigen Wochen startet das Vorhaben, an dem bereits hinter den Kulissen emsig gearbeitet wird. Montag bis Freitag erscheint es dann als E-Paper, samstags folgt eine große Print-Wochenendausgabe.

Wird es Friedrich und seinen Redaktionen (von Chemnitz bis Rostock) gelingen, die „Sehnsucht nach mehr Nähe als Kennzeichen eines ostdeutschen Lebensgefühls“ (Simon Strauß) in Abonnements zu übersetzen?

Oder bleibt das selbstformulierte Ziel, ein neues Ost-„Leitmedium“ zu schaffen, in den Mühen der Ebene stecken?

Meine „Kaisers Zone“ für Der Eckart gibt es folglich diesmal zur Frage: OAZ statt FAZ?

Grüße in die Runde.
___
// folgt dem kaiser
❤29👍8
[Regime Change, der nächste …]

Thema Iran:
Dass auch in AfD und Vorfeld so viele Personen den erneuten Regime Change-Versuch in Teheran unterstützen, oft unter Verwendung banaler antiislamischer Stereotype, fällt ihnen spätestens dann auf die Füße, wenn ein Bürgerkriegs-Iran, und nur ein solcher entstünde ja, kein westlich-liberales Paradies auf Erden, für etliche Millionen Flüchtlinge sorgt. Und man dadurch mindestens ideologisch motivierte Mitverantwortung für die weitere Destabilisierung des Mittleren Ostens trägt.

Ich bin da skeptisch und wage vorsichtig zu formulieren: Es ist unpolitischer Wahnsinn, aus den katastrophalen Regime Change-Episoden der letzten Jahre von Libyen bis Syrien nichts, aber auch gar nichts gelernt zu haben. Gerade als Deutsche.

P.S.: Wem das nicht auf die Füße fällt? Jenen Neocon-Netzwerken, die erneut diese offensichtliche und mittlerweile ja auch unverhohlene Farbrevolution managen.

P.P.S.: Ich nehme vielen deutschen Rechtspopulisten und Liberalkonservativen auch ihr vermeintlich hehres Motiv, die eingeforderte Befreiung der iranischen Frauen vom Kopftuch, nicht ab. Viele fallen hier vielmehr auf die westextreme Inszenierung rein, dass der schiitische Islam, der interessanterweise, aber dies nur am Rande, viele Berührungspunkte zu christlichen Mythen und Lehren aufweist, ein moralisch „böser“ Islam sei, wohingegen man gerade keinen Regime Change in Saudi-Arabien und sonstwo einfordert, wo „der Islam“ ja bekannterweise deutlich rigider gelebt wird (wahhabitisch).

Es ist eben für die wirklich handelnden einflussstarken Akteure letztlich eine Frage der Geopolitik und Geoökonomie und keine der Religion. Aber die Religionsfrage nutzen sie zielsicher, um vorhandene Ressentiments zu stimulieren und, darauf aufbauend, „rechte“ Gefolgschaft für die Zerstörung des realexistierenden Iran zu erhalten.

P.P.P.S.: Dass auch den bundesdeutschen rechten Regime-Change-Befürwortern anstelle des (durchaus kritikwürdigen, durchaus repressiven) schiitisch-autoritären Staatswesens nichts Besseres einfällt als eine krude Apologie des vergangenen und volksfernen Schah-Regimes, ist dann nur noch die Krone des Irrsinns. Da wird am Ende noch der über alle (!) iranischen politischen Lager hinweg verhasste Schah ex post zum Frauenrechtler stilisiert … wenigstens auf eine irritierende Art unterhaltsam bleibt das Krisen- und Kriegsjahr 2026.

Grüße in die Runde.
___
// folgt dem kaiser
❤45👍26👌5🤯1🤬1
Forwarded from Björn Höcke
(1/3) Ich möchte, bevor ich in medias res gehe, nochmal auf etwas hinweisen, was dem geneigten Leser meiner sozialen Kanäle sicherlich schon aufgefallen ist: Ich bespreche häufig Bücher. Ich tue das, weil ich möchte, daß in der volksverbundenen Opposition mehr und gründlicher gelesen wird. Vom parteiungebundenen Aktivisten, der nur gelegentlich bei oppositionellen Demonstrationen teilnimmt, bis zum Spitzenfunktionär der AfD, sollte jeder von uns auf einem festen Wissensfundament stehen.

Und, was ich bei dieser Gelegenheit auch klarstellen will, ist, daß ich nicht die Rolle eines klassischen Rezensenten einnehme, der selbstverständlich auch zu kritisieren hat. Es gibt kein Buch, mit dem ich zu hundert Prozent inhaltlich übereinstimme, trotzdem fokussiere ich mich als schreibender Politiker ausnahmslos auf die Werbung für Werke, die ich im Hinblick auf unsere Zeit, unsere Lage und unseren Auftrag für wertvoll erachte.

🇩🇪 Folgen Sie mir auf Telegram:
@BjoernHoeckeAfD
🔥20❤8👍8
Forwarded from Björn Höcke
(2/3) Ich halte das neue Werk von Benedikt Kaiser für wertvoll. »Das Theoretisieren muß im praktischen Leben stehen«, definiert er einen Standard, den er auch einhält. »Der Hegemonie entgegen« ist Lehrbuch, Debattenbeitrag und dort, wo er die AfD Maß nimmt, auch Streitschrift – und das ist gut so!

Kaiser führt anfangs aus, daß der rechtspopulistische Ansatz mit seiner Empörungsmaschinerie und mit seiner Dagegen-Haltung an sein Ende geraten sei, was nicht hieße, daß er keine Erfolge gehabt und seine Pflicht nicht getan hätte, nämlich ein Mindestmaß an Opposition gegen das volksfeindliche Establishment zu mobilisieren und zu sammeln. Aber nur mit Erregung bilde man keine selbsttragende Alternative zum falschen Ganzen. Es fehle die eigene positive Ideenbündelung, das stimmige kohärente Ganze. Er schreibt es nicht, aber sicherlich würde er vielen AfD-Fraktionen eine ordentliche Arbeit attestieren, allerdings gleichzeitig kritisieren, daß sich diese und die Programmarbeit der Partei in erster Linie an den Problemhalden ausrichtet, die die herrschenden Kräfte aufgetürmt haben. Er ist sich jedenfalls sicher, daß der finale Durchbruch, die Überwindung der linksliberalen Hegemonie, die mit der Auflösung aller Dinge einhergeht, nur mit einem schlüssigen neuen Weltbild, einer kraftspendenden Vision gelingt. Ja, er attestiert der alten und neuen Rechten ein Ideologiedefizit und arbeitet die Ideologiefeindschaft als echtes Problem des parlamentspatriotischen Rechtspopulismus heraus. Kaiser hat keine Scheu vor dem Begriff Ideologie, aber er unterscheidet historisch organische Ideologien von realitätsfremden Ideologen mit falschem Menschenbild. Er ist kein linker Dogmatiker, will die Wirklichkeit nicht ins Prokrustesbett der Ideologie zwängen, weiß, daß die Geschichte nicht linear verläuft und Sprünge macht, bleibt entwicklungsoffen, allerdings gleichzeitig auch überzeugt davon, daß zunächst die Partei und dann auch eine fragmentierte Gesellschaft über eine neue Idee integriert werden müssen.
🔥16❤12👍2
Forwarded from Björn Höcke
(3/3) Das politische Denken von Antonio Gramsci, dem »Vater der Kulturrevolution» ist Dreh- und Angelpunkt des Buches. Der italienische Marxist mit nationaler Attitüde verfaßte in jahrelanger Haft, die er im faschistischen Italien zu verbüßen hatte, seine legendären »Gefängnishefte«. Sie haben in der editierten Variante einen Umfang von 2848 Seiten. Und der Anmerkungsapparat von »Der Hegemonie entgegen« deutet darauf hin, daß Kaiser alle gelesen hat. Zentral gesetzt ist bei Gramsci, und er entwickelte seine Theorie mit Blick auf die entwickelte bürgerlichen Gesellschaften des Westens, die Erlangung der Hegemonie. Legendär ist seine Selbstdefinition: »Staat = politische Gesellschaft + Zivilgesellschaft, das heißt Hegemonie, gepanzert mit Zwang.« Gramsci erkannte, daß die Erlangung der in Alltagspraxen eingelassene Meinungsführerschaft in der Gesellschaft, der Eroberung der Staatsmacht vorauszugehen habe. Die Kombination von Zivilgesellschaft und Staatsapparaten bedingt den »integrierten Staat«, der nach Gramsci »dauerhaft« ist. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein linksliberal integrierter Staat. Zweifellos haben die Umstände des Scheiterns des Kurzeitministerpräsidenten Thomas Kemmerich in Thüringen jedem Oppositionellen eindringlich vor Augen geführt, daß es nicht reicht, die Spitze formaler Apparate zu beherrschen, wenn man nicht die kulturelle Hegemonie innehat.

An vielen Stellen warnt Kaiser vor Annäherung an die CDU. Diese Partei begreife »Politik als Dienstleistung« (Herman Binkert) und habe keine intellektuelle und weltanschauliche Substanz. So komme deren Grundsatzprogramm ohne einen eigenständigen zusammenhängenden Gedanken aus. Die bunte Zivilgesellschaft als tragende Säule der linksliberalen Hegemonie erhalte unter der Regierung Merz aus CDU-geführten Ministerien sogar noch mehr Millionen als unter der Ampel-Herrschaft. Rückblickend versagte die Union nicht erst in der Merkel-Ära, auch nicht erst in der 68er Kulturrevolution, sondern schon bei der Verwestlichung, Totalliberalisierung und Charakterwäsche (Caspar von Schrenk-Notzing) durch die amerikanische Reeducation, die schnell zur Self-Reeducation wurde. So sei auch die schwarz-grüne Vermählung in der Logik liegend, denn hier kommt die Essenz des bundesrepublikanischen Selbstverständnisses voll zur Geltung: »Wer hier Deutschland sagt, meint das alte Westdeutschland als Wirtschaftsstandort mit rheinbündischer Tendenz, und wer das alte Westdeutschland meint, denkt eigentlich schon an die Selbstauflösung Deutschlands als autonomes politische Subjekt im Zeichen einer willfährigen Eingliederung in den kollektiven Westen«, so Kaiser. Kurz: Wenn man die CDU nicht scheitern läßt, von vernichten spricht keiner (!), war es das mit der deutschen Renovatio!

Und auch im Kampf um das Volk positioniert er sich eindeutig: Überfremdung ja, aber bitte rentabel, dürfe niemals die Position der AfD sein. Das Volk als die zwischen Ethnos und Demos stehende Entität, als Gruppe der Menschen, die »miteinander reden können«, müsse verteidigt werden, die Realität dürfe nicht für das Recht verbogen werden.

Kaiser zeigt klare Kante. Und das ist erfreulich in einer Republik, deren Debattenkultur mittlerweile an eine Diktatur erinnert.
❤40👍10🔥7
[Schwarz-Rot kann es auch 2026 nicht!]

Professor Thomas Biebricher dürfte selbst wissen, dass das, was nötig wäre, um die AfD zu schwächen, nämlich eine fundamentale Politikwende durch Schwarz-Rot, vollkommen irreal bleibt.

(Wenn die AfD geschwächt wird, dann ausschließlich durch eigenes Tun.)

Quelle: hier.

Grüße in die Runde.
___
// folgt dem kaiser
❤28👍19👌4
Forwarded from Robert Teske
Meine Anfrage zeigt: EU verschleudert unser Geld!

Meine Kleine Anfrage im Deutschen Bundestag belegt:

Im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) gaben EU und Bund zwischen 2021 und 2025 über 530 Millionen Euro aus, um Menschen „mit Migrationshintergrund“ in Arbeit zu bringen!

Das ist eine Vermittlungsquote von nur 11 Prozent. Pro Vermittlung betragen also die Unkosten bis zu 33.000 Euro Steuergeld.

Gegenüber Nius teilte ich mit:

Die Tätigkeit der ESF-Plus-Programme muss sofort lückenlos aufgeklärt werden. Deutsches Steuergeld kann es nur geben, wenn die Bundesregierung mit belastbaren Erfolgskennzahlen den Nutzen für unser Volk nachweisen kann.


Nius berichtet über meine Initiative: hier.

🇩🇪 Folgt mir: @RobertTeske
👍23😁1
Forwarded from Freilich Magazin
🔥 FREILICH erstrahlt in neuem Glanz!

Für das neue Jahr haben wir unseren Internetauftritt grundlegend überarbeitet. Dabei haben wir nicht nur die Optik, sondern auch viele Abläufe im Hintergrund verbessert und auf den neuesten Stand gebracht.

Neben einer eigenen Position im Online-Reiter hat das „Akademische Leben” seine typische Farbe erhalten, die Abonnenten der Druckausgabe kennen und schätzen.

Ein Höhepunkt ist nun die Möglichkeit, die Verbindungen der Autoren anzugeben: Welcher Bund bringt die meisten Texte ein?

👉 Jetzt die neue FREILICH-Netzseite besuchen: https://www.freilich-magazin.com/
👍17