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Forwarded from Harz Verteidigen
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Karsten trägt ebenfalls eine weiße Armbinde. Ist so ungefähr 1 1/2 Köpfe größer als ich, blond, blauäugig, ein Ochse. Trägt Zimmermannshose, weißes Hemd und Sambas. Karsten ist ein Völkischer.

„Willste nochmal auf die Zwölf? Vielleicht hilft das, is irgendwat in deiner Birne nicht richtig? Träumer!“, antwortet er lachend.

Er zuckt mit den Schultern und sagt: „Keine Ahnung, ob das August war? Könnte sein!“

Der Kontrast zu ihm: ich, schwarzes Ben-Sherman-Hemd, schwarze kurze Hose und schwarze Vans.

Er legt freundschaftlich seinen Arm über meine Schulter, der Selbsthass vom Rande regiert, man schießt sich auf uns ein:

„Guck mal da, schwule Faschos. Dürfen jetzt auch Faschoschwuchteln mitmarschieren?“

Der Berliner Ochse wirft ihnen Kussmünder zu. Grinst dabei, aber schweigt.

Karsten und ich trafen uns Ende der 90er erstmalig nach dem Ferienlager wieder. Auf einer Veranstaltung in Berlin. Ich überlegte, ob ich den Typen, der dem Jungen aus dem Ferienlager ähnelt, anspreche. Ich tat es, seitdem verbindet uns eine innige Freundschaft.

Wir laufen weiter neben den vielen Blöcken, eine lange Kolonne zieht sich durch das Städtchen, Tausende. Friedlich, in sich gekehrt.

Am Kundgebungsplatz haben wir kurz Zeit, uns zu unterhalten, Stefanie stößt hinzu, sie war im Berliner Block. Karsten und sie sind ein Paar. Sie begrüßt mich mit einer freundlichen Umarmung.

„Noch so eine Stasigöhre!“, sage ich lachend.

Ein Hamburger, der bei uns steht, hat seinem Gesichtsausdruck nach ein riesiges Fragezeichen über seinem Kopf. Er fragt neugierig: „Was soll das denn bedeuten?“

Sie kichert und sagt: „Das gehört zu unserer Selbstironie, wir kennen uns seit dem Ferienlager im August 87. Und wie es der Zufall will, waren unsere Väter bei der Stasi, offizielle Mitarbeiter.“

Ein anderer Hamburger fragt: „Und wie geht ihr damit um?“

Karsten sagt: „Wie soll man damit umgehen, unsere Väter bleiben unsere Väter. Wir hassen oder verachten uns nicht, is halt Teil unserer Biografie. Soll nicht heißen, dass wir die DDR glorifizieren wollen und auch nicht die Rolle der Stasi in diesem Unrechtssystem. Keiner sieht das Ganze im Kontext der Zeit, hab ich jedenfalls noch nie gehört, und das is verkehrt. Aber egal! DDR oder BRD, Roter Sozialismus oder Kapitalismus, Pest oder Cholera!“

Er schmunzelt und fügt hinzu: „Und als wir das begriffen, sind wa eben Faschos geworden, immer schön die Klischees bedienen, verstehste?“

Er schaut dabei die Hamburger an und alle fangen an zu lachen.

„Wo ist Manon?“, fragt mich Stefanie. Ihre Blicke schweifen suchend durch die nähere Umgebung.

„Die musste trotz ihrer Widerspenstigkeit zu Hause bleiben!“, antworte ich und mache dabei eine nach vorne wölbende Bewegung vor meinem Bauch.

Wieder umarmt mich Stefanie und sagt dabei: „Ich freu mich so für euch!“

Karsten grinst, schiebt mit seiner geballten Faust mein Kinn zur Seite: „Glückwunsch, Keule, knorke Sache!“

Wir verabreden uns zu Kaffeechen und Plauschen an irgendeiner Raststätte auf dem Heimweg.

Eine Stimme schallt durch die Lautsprecher der Bühne inmitten des Kundgebungsplatzes:

„Am 17.08.1987 in Spandau, das war Mord …“

Teil 4 morgen um 7:00 Uhr ...
@harzverteidigen
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Forwarded from Harz Verteidigen
Sommergewitter 4 / Sambas gegen Vans – Vans gegen Sambas! – Teil 1

Die Scheibenwischer des 9-Sitzers haben Mühe, den Starkregen zu verdrängen. Zum wiederholten Male brettert ein Sommergewitter über uns hinweg. So schnell, wie es kam, ging es auch.

Ich setze den Blinker und fahre die Ausfahrt zum Rastplatz runter. Neben mir sitzt Bockwurst, der Strippenzieher und Vernetzer. Bockwurst deshalb, weil er es an einem Demotag auf Hin- und Rückweg schaffte, um die 20 Bockwürste zu vertilgen.

Hinter mir der Heimleiter, einer meiner ältesten Freunde, DDR-Boxkader und Sportschüler. Bis die Wende kam, dann hatte uns die Subkultur.

Daneben ein Mann wie ein Bär, Shintai, der Spitzname kommt vom Judo, in dem er eine recht hohe Gradierung hat. Gemütlich in sich ruhend.

Als Dritter Blümchen, ebenfalls ambitionierter Kampfsportler, Veganer, kürzlich erst wieder aus dem Jugendarrest entlassen. Er zertrümmerte einem Jäger, der ihn dabei erwischte, wie er seinen Hochsitz umstürzen wollte, den Kiefer.

Auf der hintersten Bank Kopf und Whity. Kopf, gerade dualer Student, BWL, noch ein Strippenzieher, ein Tänzer auf vielen Hochzeiten, aber planungssicher.

Whity, Informatikstudent, sehr dünn und lang, mit einer sehr kurzen Zündschnur. Er verließ uns schon früh, tragisch, wir erheben oft das Glas auf ihn.

Zu guter Letzt der Italiener, immer gut gekleidet, stilvoll. Er verabscheute schon damals die „schwarze Brühe“, die man als Kaffee auf Raststätten verkauft, auch da legt er Wert auf Geschmack und Stil. Durchweg integre Typen.

Viele Spitznamen, viele Anekdoten, auf Demos immer nur Spitznamen, nie Klarnamen. Bei uns ging das irgendwie in den Alltag über. Uns verband vieles, nicht nur der politische Aktivismus, auch der Kampfsport. Stopp, rede nie über den Fightclub!

Die Berliner finden wir am Rande der Raststätte. 3 Typen und zwei Weiber, ich kenne nur Stefanie und Karsten. Bockwurst und Kopf natürlich die anderen. Wie sollte es auch anders sein, auf Knopfdruck ist Shintai an dem zweiten Mädel dran, als er erfährt, dass sie solo ist.

Wir gehen gemeinsam in den Rasthof, er ist wie eine Brücke über die Autobahn angelegt, in der Brücke befindet sich der Gastrobereich. Jeder deckt sich mit dem Nötigsten ein, Kaffee, ein paar Kleinigkeiten, Bockwurst. Whity und der Heimleiter ein Bier.

Whity redet wie immer schnell und enthusiastisch:

„Blümchen, die Salatecke ist noch offen, darfste dir für umme mitnehmen!“

Er zeigt dabei auf den Tablettwagen, auf dem etliche Teller stehen, auf denen die Salatbeilage zurückblieb.

Blümchen zischt grinsend:

„Salat mach ich aus dir beim nächsten Bodenrandori!“

An einem Stehtisch, den Arm auflehnend, ein Typ in Jeans von oben bis unten, Basecap, Sambas. Er mustert uns. Nimmt einen Schluck aus seinem Kaffeepott und geht zügig zum anderen Ausgang, der auf die gegenüberliegende Seite des Rasthofes führt.

„Späher!“, sage ich.

„Ach, du und deine Paranoia!“, sagt Heimleiter und summt dabei „Paranoid“ von Schraubendreher [Cover von Black Sabbath].

„Bin nur aufmerksam!“, erwidere ich.

Wieder an unserem Bus, Kaffee- und Biertrinkende, einige rauchend. Im netten Plausch mit den Berlinern.

Blümchen ist wieder auffällig und macht irgendwelche akrobatischen Dinge an den Bänken. Parkour nennt er das, in den frühen 2000ern der neueste Schrei aus Frankreich.

Einer der Berliner sagt plötzlich:

„Feind in Sicht!“

Letzter Teil heute 17 Uhr ...
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Forwarded from Harz Verteidigen
Sommergewitter 4 / Sambas gegen Vans – Vans gegen Sambas! – Teil 2

Ja, auf dem vor uns liegenden Parkplatz entsteht nach und nach ein Mob mit schwarz Vermummten. Sie strömen auf uns zu, um die 20 Leute. Wir zu elft, in leichter Unterzahl, 3 Berliner und unsere achtköpfige Busbesatzung.

Karsten sagt laut und bestimmt:

„Stefanie, ab ins Auto, fahrt Richtung Auffahrt, wartet da!“

Die Mädels verschwinden im Auto und fahren los.

Zwischen denen, die uns verprügeln wollen, und uns steht eine lange Autoreihe. Die Wagen stehen mehrheitlich mit dem Heck zu uns.

„Scheiß Faschos! Jetzt gibt’s auf Maul!“, hört man.

Die ersten Flaschen fliegen zu uns rüber, zerschellen aber an den parkenden Autos.

Strategisch haben wir eine gute Ausgangsposition. Angreifen könnte man uns nur durch die Autos hindurch. Dort ist es eng, also kann man sich nur eins zu eins kloppen.

„Also los jetzt, wenn die es wollen!“, sagt Karsten.

Whity liest gerade Carl Schmitt, macht auf schlau und setzt noch hinterher:

„Vielleicht nähert sich das Zeitalter der Debatten endlich seinem Ende!“

Heimleiter antwortet lachend:

„Nimm mal deinen Mundschutz raus, bevor du wieder philosophierst. Man versteht dich kaum. Ja, nach Debatte sieht das jetzt nicht aus!“

Man bedient sich auch in solchen Situationen immer wieder eines gewissen Humors.

Unsere Blicke werden konzentriert, rein in den Tunnel.

Wir setzen uns in Bewegung, mehrheitlich jeder durch besagte Lücken. Karsten und Blümchen sind mal wieder die Ersten. Blümchen rutscht mit gestrecktem Bein eine Motorhaube entlang und reißt den ersten Mutigen nieder. Jason-Bourne-Vibes.

Vor mir zwei Typen, hintereinander, inmitten der Lücke ich. Die Typen sehen uns irgendwie sehr ähnlich, nur dass sie Vermummte sind. Weltanschaulich trennt uns vieles, sehr vieles. Unsere Berliner Völkis stechen ein wenig hervor, mit ihren Zimmermannshosen. Aber sonst Vans gegen Sambas – Sambas gegen Vans!

Der Typ direkt vor mir fuchtelt mit den Armen rum, ich denke mir, ich nehme den guten Einstieg in so was.

1, 2, 3, hopp, ein leicht energischer Schritt, Hüfte schön nach vorn und Frontkick. Der hat gut gesessen. Der Typ fliegt tatsächlich ein Stück nach hinten in die Arme seines Kumpels hinter ihm. Punkt für mich.

Der Tritt scheint ihm gereicht zu haben, er verdrückt sich. Ich bin nun durch die Autoklamm hindurch, der andere Typ dreht nach rechts ab, ich versuche, ihm irgendwie habhaft zu werden.

Höre kurz meinen Namen, irgendwer ruft ihn.

„Achtung, hinter dir!“

Bam, ein blitzendes, kriselndes Sichtfeld.

Ich komme zu mir, Sekunden später. Karsten über mir, grinsend, gibt mir Ohrfeigen.

„Alles klar bei dir, Großer?“

„Ja, muss mich erst mal sammeln!“, antworte ich.

„Wir haben sie zurückdrängen können, die haben sich verpieselt. Whity und du sind unsere Kollateralschäden. Whity hat einen Cut an der Augenbraue. Waren ein paar dabei, die gut gegengehalten haben. Geholfen hat es ihnen nicht!“

Bockwurst klatscht laut in die Hände:

„Los, Männer, lasst uns abhauen, bevor die Polente kommt!“

Alle springen in unseren Bus, Bockwurst fährt, mir ist noch ein wenig dusselig. Ein Berliner im Kofferraum, zwei hinten mit reingedrängelt. Weiter vorn, in der Nähe der Auffahrt, wartet Stefanie. Die Berliner steigen um. Wir trennen uns.

Shintai schreit aufgeregt:

„Scheiße, ich habe die Nummer von der Berliner Perle noch nicht.“

Thoralf Luchs

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📚 Abdallah Melaouhi - "Ich sah seinen Mördern in die Augen." Die letzten Jahre und der Tod von Rudolf Heß

Abdallah Melaouhi ist der Kronzeuge für die Ermordung von Rudolf Heß. In mehreren Fernsehauftritten und zahlreichen Interviews versuchte er 1988/89 mit Wolf Rüdiger Heß, Dr. Alfred Seidl und Prof. Dr. Wolfgang Spann die Weltöffentlichkeit vom Mord an Heß zu überzeugen.

In diesem Buch berichtet er von unbekannten, teils sehr persönlichen Ereignissen der letzten fünf Jahre aus Heß‘ Leben und veröffentlicht zum ersten Mal mehr als 30 Seiten im Auftrag seines Patienten herausgeschmuggelter Kassiber, mit denen Heß in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und in der „Welt“ seine Freilassung erzwingen wollte. Ein umfangreicher Farbbildteil schließt sich an.

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🔥 Das Fanal von Zeitz – Vor 50 Jahren verbrannte sich der Pfarrer Oskar Brüsewitz
von Gastautor Benedikt Marktl

Es war der Vormittag des 18. August 1976, als das beschauliche Zeitz, eine Mittelstadt südlich von Leipzig, zum Schauplatz einer aufsehenerregenden Protestaktion wurde. Die rund 300 Menschen auf dem Zeitzer Marktplatz sahen an diesem Tag einen Kombi des Herstellers Wartburg vor der Michaeliskirche vorfahren. An die Seitentüren des Fahrzeugs war dilettantisch der Schriftzug „Evang. Kirche Rippicha“ aufgepinselt. Ein Mann im Talar stieg aus und montierte auf das Autodach zwei selbstgemalte Plakate, auf denen er im Namen der Kirche die Unterdrückung der Christen im Schulsystem der DDR anprangerte... hier weiterlesen!

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Mainstream-Medien haben kein Interesse an Diversität auf Symbolfotos bei solchen Artikeln.

Absolute Realsatire >>>
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📚 Christian Illner - Die Tiefe Rechte

Christian Illner schreibt, an Heidegger geschult, über die Notwendigkeit einer Gefährtenschaft, deren Kern er Tiefe Rechte nennt. Er beschreibt in seinen Überlegungen eine Arbeitsteilung mit fließenden Übergängen von einer rechten Oberfläche über eine vermittelnde Struktur zu dem, was als tiefe Rechte versöhnend, bündelnd, einnehmend wirken kann und muss.

Wichtig und interessant ist Illners Einstieg über das, was er "links" nennt und als das Destruktive, das Verneinende beschreibt. Das ist fundamental wichtig: Es befreit das Rechte davon, die Partei derer zu sein, die immer GEGEN etwas sind. Illner beschreibt also die Verwirklichung der Gefährtenschaft, der Tiefen Rechten als Vorgang der Befreiung aus der Festlegung durch Gegner und falsche, unzulässige Abgrenzung in den eigenen Reihen.

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🚂 Grüße aus Erfurt, Mühlhausen (Thüringen), Bitterfeld, Dessau und Berlin-Wannsee

Vielen Dank an unseren Leser für die Zusendung!

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🚢 Wenn der Atem stockt – Ceuta und das Erwachen von Raspails „Heerlager der Heiligen“
von Patrick Tannert, für nsheute.com

Die spanische Exklave Ceuta an der nordafrikanischen Küste wurde im Juli zum Brennpunkt und Brennglas der europäischen Migrationskrise. Zehntausende Menschen, die wie eine Flutwelle die mit Natodraht und modernster Sensorik aufgerüsteten Grenzanlagen stürmen oder über das offene Meer die Sperrwerke umschwimmen, lassen innerhalb von Minuten die Fiktion einer staatlichen Rechtsordnung in sich zusammenbrechen. Ein interner EU-Sicherheitsbericht enttarnt die chaotischen Zustände vor Ort: Das zentrale Aufnahmelager, das lediglich für wenige hundert Personen ausgelegt ist, kollabiert unter dem schieren Ansturm von Tausenden schlagartig... hier weiterlesen!

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🧳 Es geht eine N.S. Heute auf Reisen

🐻 In Ballenstedt (Landkreis Harz) auf den Spuren von Albrecht dem Bären.

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