Daniel rechtfertigt das Vorgehen des HERRN voll und ganz und erkennt an, dass ihre Sünden die Ursache all ihres Unheils sind, wie Gott es ihnen durch den Propheten Moses angedroht hatte. Und er unterscheidet nicht zu seinen Gunsten. Keine Selbstgerechtigkeit kommt in seiner Bitte zum Vorschein. Und obwohl er lange für die Sünden anderer gelitten hatte, siebzig Jahre Gefangenschaft wegen der Verfehlungen seines Volkes erduldete, während er selbst ein gottgefälliges Leben führte und vom HERRN große Ehren und Segnungen empfing, bringt er keine Anklagen gegen irgendjemanden vor zur Ausgrenzung von anderen, plädiert nicht für Sympathie für sich selbst als ein Opfer der Verfehlungen anderer, sondern reiht sich selbst ein in den Rest und sagt: Wir haben gesündigt, und uns gebührt Verwirrung des Angesichts. Und er anerkennt, dass sie die Lektionen Gottes, nicht beherzigt hatten, die dafür entworfen waren, sie durch ihre Bedrängnisse zu lehren, indem sie sich wieder zu ihm gekehrt hätten.
Ein Ausdruck im 14. Vers ist einer besonderen Anmerkung wert: "Darum hat der HERR auf das Böse (in der Schlachter Bibel mit "Übel" übersetzt - laut Strongs-Nr. 7451) geachtet, und es über uns gebracht." Da das Urteil über ein böses Werk nicht schnell vollstreckt wird, deshalb sind die Herzen der Menschen in ihnen ganz darauf gerichtet, Böses zu tun. Aber niemand denke, dass der HERR nicht sieht oder dass er vergessen hat. Seine Vergeltung wird den Übeltäter, dem sie angedroht ist, ohne Maßabweichung und ohne Fehlschlagen treffen. Er wird das Böse beobachten, und es zu Seiner eigenen rechten Zeit geschehen lassen.
Daniel beruft sich nun auf die Ehre des Namens des HERRN als Grund, warum er wünscht, dass seine Bitte erhört wird. Er verweist auf die Tatsache ihrer Befreiung aus Ägypten und den großen Ruhm, den der Name des HERRN aufgrund all seiner wunderbaren Taten, die er unter ihnen vollbracht hat, erlangt hat. All dies würde verloren gehen, wenn er sie jetzt dem Untergang überließe. Moses benutzte das gleiche Argument, als er für Israel eintrat. Numeri 14. Gott lässt sich nicht von Ehrgeiz und Eitelkeit leiten; aber wenn sein Volk eifersüchtig auf die Ehre seines Namens bedacht ist, wenn es seine Liebe zu ihm dadurch bekundet, dass es ihn bittet, nicht zu seinem eigenen Vorteil, sondern dass er zu seiner eigenen Ehre wirke, damit sein Name unter den Heiden nicht geschmäht und gelästert wird, dann ist das für ihn annehmbar. Dann legt Daniel Fürbitte ein für die Stadt Jerusalem, die nach Gottes Name benannt ist, und für seinen heiligen Berg, den er so sehr liebt, und bittet ihn um seiner Barmherzigkeit willen, seinen Zorn abzuwenden. Schließlich richtet sich sein Blick auf das heilige Heiligtum, Gottes eigene Wohnstatt auf dieser Erde, und er bittet darum, dass seine Verwüstung behoben werden möge.
Daniel verstand, dass die siebzig Jahre der Gefangenschaft kurz vor ihrem Ende standen, da er die Bücher des Propheten Jeremia genauestens studierte (Jeremia 25:12; 29:10). Aus seinem Hinweis auf das Heiligtum ist es offensichtlich, dass er die ihm in Kapitel 8 gegebene Vision, insofern missverstanden hatte, als er vermutete, die 2.300 Tage (Abende-und Morgen) an deren Ende das Heiligtum gereinigt werden sollte, seien zur gleichen Zeit abgelaufen. Dieser Irrtum wurde sofort korrigiert, als der Engel kam, um ihm eine weitere Instruktion als Antwort auf sein Gebet zu geben.
Daniel verstand, dass die siebzig Jahre der Gefangenschaft kurz vor ihrem Ende standen, da er die Bücher des Propheten Jeremia genauestens studierte (Jeremia 25:12; 29:10). Aus seinem Hinweis auf das Heiligtum ist es offensichtlich, dass er die ihm in Kapitel 8 gegebene Vision, insofern missverstanden hatte, als er vermutete, die 2.300 Tage (Abende-und Morgen) an deren Ende das Heiligtum gereinigt werden sollte, seien zur gleichen Zeit abgelaufen. Dieser Irrtum wurde sofort korrigiert, als der Engel kam, um ihm eine weitere Instruktion als Antwort auf sein Gebet zu geben.
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Bibel-Wissen
Daniel 8 13 Und ich hörte einen Heiligen reden; und ein anderer Heiliger fragte den Betreffenden, der redete: Wie lange gilt dieses Gesicht, nämlich das von dem beständigen [Opfer] und dem verheerenden Frevel, dass sowohl Heiligtum als auch Opferdienst…
Was ist das Heiligtum (Daniel 8,13)_Teil 1.pdf
218.5 KB
Was ist das Heiligtum aus Daniel 8, Vers. 13? Ihr Lieben dieses PDF hatte ich damals noch nicht fertig erstellt bezüglich des Heiligtums aus Daniel 8 Vers 13 - daher reiche ich es jetzt nach - ich hatte leider vergessen einen "Platzhalter" dafür anzulegen - also das PDF gehört in das Kapitel 8 zum Buch Daniel. Dieses PDF passt hier aber auch noch gut hin....da es auch die Brücke bildet zu Daniel Vers. 9,24...
Der 2. Teil von Daniel 9 bezieht sich nun auf die 70 (Jahr)Wochen -
Daniel 9 24 Über dein Volk und über deine heilige Stadt sind 70 Wochen bestimmt, um der Übertretung ein Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, um Gesicht und Weissagung zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben.Zu den 70 (Jahr) Wochen möchte ich zuerst einmal aus der hier im Kanal angehefteten Chronik von Philip Mauro S. 97 zitieren: "Es soll hier nicht auf die von manchen vertretene und verbreitete
Anschauung eingegangen werden, wonach die 70. Woche aus Daniel 9 von
den übrigen 69 abgetrennt ist und noch in der Zukunft liegt und wonach
Daniel 9, 27 nicht von Christus, sondern vom Antichristen handelt." ... Würde
dieses Zeitmaß am Ende der 69. Woche unterbrochen, so würden überdies die
großen Geschehnisse, mit denen sich die Weissagung beschäftigt — das
„Weggetanwerden" des Messias, wodurch der Abfall zum Abschluss
gebracht, den Sünden ein Ende gemacht, die Ungerechtigkeit gesühnt werden
sollte usw., ü b e r h a u p t g ä n z l i c h aus dem Z u s a m m e n h a n g
m i t den s i e b z i g Wochen fallen. Die obengenannte Anschauung findet
daher m. E. in der Schrift keine Stütze und steht im Widerspruch mit der
Prophetie selbst. In der „Hälfte der Woche", von der in Dan. 9, 27 geredet
wird, wurde Christus gekreuzigt, — denn wie aus dem Evangelium des
Johannes hervorgeht, erstreckte sich Sein Dienst über einen Zeitraum von
drei bis vier Jahren, worüber sich die Chronologen im allgemeinen einig sind.
Der letzte Vers passt sich nicht nur dem Zusammenhang an, sondern er ist
sogar notwendig zur Vervollständigung der auf Christus bezüglichen
Prophezeiung. Diesen Vers auf den Antichristen deuten, heißt der
Weissagung ein gänzlich fremdes Element zuführen, durch welches ihre
Einheit gestört würde. Auch würde dadurch die wunderbare Erfüllung dieser
kostbaren Prophezeiung, welche in dem Kreuze und der Auferstehung Jesu
besteht, in ihrer Wirkung vermindert....es war genau zu
Beginn der 70. Woche, als Jesus „nach Galiläa kam, das Evangelium des
Reiches Gottes predigte und sprach: Die Zeit ist e r f ü l l t , und das Reich
Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubet dem Evangelium". Die 70.
Woche war angebrochen; denn die 69. hatte uns nur „bis auf den Messias"
gewiesen. Diese Woche war die einzige „Zeit", deren Dauer in dem noch
unerfüllten Teil der Bibelprophetie angegeben war. Es war die Zeit aller
Zeiten, die Zeit Immanuels, in welcher der im Fleische gekommene Sohn
Gottes erschienen war, um zu predigen, zu heilen,
zu segnen, für die Sünden Seiner Geschöpfe zu sterben, aufzuerstehen und
Sein hohepriesterliches Amt im Himmel anzutreten; die Zeit, in welcher der
Heilige Geist herniederkam, um in Menschen Wohnung zu machen und in
welcher das Reich der Himmel mit der Verkündigung des Evangeliums
Gottes seinen Anfang nahm."
Anschauung eingegangen werden, wonach die 70. Woche aus Daniel 9 von
den übrigen 69 abgetrennt ist und noch in der Zukunft liegt und wonach
Daniel 9, 27 nicht von Christus, sondern vom Antichristen handelt." ... Würde
dieses Zeitmaß am Ende der 69. Woche unterbrochen, so würden überdies die
großen Geschehnisse, mit denen sich die Weissagung beschäftigt — das
„Weggetanwerden" des Messias, wodurch der Abfall zum Abschluss
gebracht, den Sünden ein Ende gemacht, die Ungerechtigkeit gesühnt werden
sollte usw., ü b e r h a u p t g ä n z l i c h aus dem Z u s a m m e n h a n g
m i t den s i e b z i g Wochen fallen. Die obengenannte Anschauung findet
daher m. E. in der Schrift keine Stütze und steht im Widerspruch mit der
Prophetie selbst. In der „Hälfte der Woche", von der in Dan. 9, 27 geredet
wird, wurde Christus gekreuzigt, — denn wie aus dem Evangelium des
Johannes hervorgeht, erstreckte sich Sein Dienst über einen Zeitraum von
drei bis vier Jahren, worüber sich die Chronologen im allgemeinen einig sind.
Der letzte Vers passt sich nicht nur dem Zusammenhang an, sondern er ist
sogar notwendig zur Vervollständigung der auf Christus bezüglichen
Prophezeiung. Diesen Vers auf den Antichristen deuten, heißt der
Weissagung ein gänzlich fremdes Element zuführen, durch welches ihre
Einheit gestört würde. Auch würde dadurch die wunderbare Erfüllung dieser
kostbaren Prophezeiung, welche in dem Kreuze und der Auferstehung Jesu
besteht, in ihrer Wirkung vermindert....es war genau zu
Beginn der 70. Woche, als Jesus „nach Galiläa kam, das Evangelium des
Reiches Gottes predigte und sprach: Die Zeit ist e r f ü l l t , und das Reich
Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubet dem Evangelium". Die 70.
Woche war angebrochen; denn die 69. hatte uns nur „bis auf den Messias"
gewiesen. Diese Woche war die einzige „Zeit", deren Dauer in dem noch
unerfüllten Teil der Bibelprophetie angegeben war. Es war die Zeit aller
Zeiten, die Zeit Immanuels, in welcher der im Fleische gekommene Sohn
Gottes erschienen war, um zu predigen, zu heilen,
zu segnen, für die Sünden Seiner Geschöpfe zu sterben, aufzuerstehen und
Sein hohepriesterliches Amt im Himmel anzutreten; die Zeit, in welcher der
Heilige Geist herniederkam, um in Menschen Wohnung zu machen und in
welcher das Reich der Himmel mit der Verkündigung des Evangeliums
Gottes seinen Anfang nahm."
Die Berechnung der 70 (Jahr) Wochen findet ihr ebenfalls in dieser angehefteten Chronologie ab Seite 114 / Buchseite 135, ob man nun mit dieser Chronologie arbeitet und mit der Chronologie z.B. der Adventisten, die eine Differenz von 114 Jahren zu dieser von Mauro aufweist - da es dort mehr als 4 persische Könige gibt (nicht identisch mit der Schrift) - muss jeder für sich selbst prüfen und beurteilen - das Ergebnis ist letztlich identisch. Man kommt so oder so zur Geburt von Christus. Hier gibt es dann leichte Differenzen zwischen 7-4 vor Christus bei der Bestimmung des Geburtsjahres.
Der erste Vers führt uns in die letzte der aufgezeichneten Visionen des Propheten Daniel ein; die Unterweisung, die ihm zu dieser Zeit zuteilwurde, wird in den Kapiteln 11 und 12 bis zum Ende des Buches fortgesetzt. Es war das dritte Jahr des Kyrus - es waren also inzwischen sechs Jahre vergangen seit Daniels Vision der vier Tiere im ersten Jahr des Belsazar. Zu diesem Zeitpunkt war Daniel inzwischen 91 Jahre alt.
Vers 2: In jenen Tagen trug ich, Daniel, drei volle Wochen Trauer. 3. Ich aß kein wohlschmeckendes Brot, und es kam weder Fleisch noch Wein in meinen Mund, und ich salbte mich auch nicht, bis drei volle Wochen vollendet waren.
Die Randlesung für "drei volle Wochen" lautet "Wochen von Tagen"; dieser Begriff wird nach Ansicht von Dr. Stonard hier verwendet, um die Zeit, von der gesprochen wird, von den Jahrwochen zu unterscheiden, die im vorangegangenen Kapitel erwähnt wurden.
Zu welchem Zweck demütigte sich dieser alte Diener Gottes und brachte seine Seele in Bedrängnis? - Offensichtlich zu dem Zweck, den göttlichen Plan bezüglich der Ereignisse, die der Gemeinde Gottes in der kommenden Zeit widerfahren sollten, besser zu verstehen; denn der göttliche Bote, der gesandt wurde, um ihn zu belehren, sagt: "Von dem ersten Tag an, als du dein Herz darauf gerichtet hast, zu verstehen" usw. Vers 12. Es gab also noch etwas, was Daniel nicht verstand, worüber er aber dringend Licht wünschte. Was war es? - Zweifellos handelte es sich um einen Teil seiner letzten vorangegangenen Vision, nämlich um die Vision aus Kapitel 9 und damit um die Vision aus Kapitel 8, von der Kapitel 9 nur eine weitere Erklärung war. Und als Ergebnis seines Flehens erhält er nun genauere Informationen über die Ereignisse, die in den großen Umrissen seiner früheren Visionen enthalten sind. Diese Trauer des Propheten soll mit Fasten einhergegangen sein, nicht mit absoluter Nahrungsabstinenz, sondern mit der Verwendung nur der einfachsten und schlichtesten Lebensmittel. Wir wissen nicht, wie lange er dieses Fasten fortgesetzt hätte, wenn er nicht die Antwort auf sein Gebet erhalten hätte; aber sein Verhalten, es drei volle Wochen lang fortzusetzen, zeigt, dass er sich der Rechtmäßigkeit seiner Bitte versichert hatte, und er nicht ein Mensch war, der mit seinem Flehen aufhörte, solange bis seine Bitte gewährt wurde.
Zu welchem Zweck demütigte sich dieser alte Diener Gottes und brachte seine Seele in Bedrängnis? - Offensichtlich zu dem Zweck, den göttlichen Plan bezüglich der Ereignisse, die der Gemeinde Gottes in der kommenden Zeit widerfahren sollten, besser zu verstehen; denn der göttliche Bote, der gesandt wurde, um ihn zu belehren, sagt: "Von dem ersten Tag an, als du dein Herz darauf gerichtet hast, zu verstehen" usw. Vers 12. Es gab also noch etwas, was Daniel nicht verstand, worüber er aber dringend Licht wünschte. Was war es? - Zweifellos handelte es sich um einen Teil seiner letzten vorangegangenen Vision, nämlich um die Vision aus Kapitel 9 und damit um die Vision aus Kapitel 8, von der Kapitel 9 nur eine weitere Erklärung war. Und als Ergebnis seines Flehens erhält er nun genauere Informationen über die Ereignisse, die in den großen Umrissen seiner früheren Visionen enthalten sind. Diese Trauer des Propheten soll mit Fasten einhergegangen sein, nicht mit absoluter Nahrungsabstinenz, sondern mit der Verwendung nur der einfachsten und schlichtesten Lebensmittel. Wir wissen nicht, wie lange er dieses Fasten fortgesetzt hätte, wenn er nicht die Antwort auf sein Gebet erhalten hätte; aber sein Verhalten, es drei volle Wochen lang fortzusetzen, zeigt, dass er sich der Rechtmäßigkeit seiner Bitte versichert hatte, und er nicht ein Mensch war, der mit seinem Flehen aufhörte, solange bis seine Bitte gewährt wurde.
Vers 4: Und am vierundzwanzigsten Tag des ersten Monats, als ich am Ufer des großen Flusses, das ist der Hiddekel, war, 5. da hob ich meine Augen auf und sah, und siehe, ein Mann in Leinen gekleidet, und seine Lenden waren umgürtet mit feinem Gold von Uphas. 6. Und sein Leib war wie ein Beryll, und sein Angesicht wie das Erscheinen eines Blitzes, und seine Augen wie Feuerflammen, und seine Arme und Füße waren wie geschliffenes Erz, und die Stimme seiner Worte wie die Stimme einer Menge. 7. Und ich, Daniel, allein sah die Vision; denn die Männer, die bei mir waren, sahen die Vision nicht, sondern ein großes Beben kam über sie, so dass sie flohen und sich verbargen. 8. So wurde ich allein gelassen und sah dieses große Gesicht, und es blieb keine Kraft in mir; denn meine Ansehnlichkeit wurde in mir in Verdorbenheit verwandelt, und ich behielt keine Kraft. 9. Aber ich hörte die Stimme seiner Worte; und als ich die Stimme seiner Worte hörte, da lag ich in tiefem Schlaf auf meinem Angesicht und mein Angesicht zur Erde.
Eine höchst majestätische Persönlichkeit besuchte Daniel bei dieser Gelegenheit. Die Beschreibung von ihm ist fast parallel zu der von Christus in der Offenbarung, Kapitel 1:14-16. Und die Wirkung seiner Anwesenheit war ungefähr so, wie sie Paulus und seine Gefährten erlebten, als der HERR ihnen auf ihrem Weg nach Damaskus begegnete. Apostelgeschichte 9:1-7. Aber das war nicht der HERR; denn der HERR wird in Vers 13 als Michael vorgestellt. Es muss sich also um einen Engel gehandelt haben, aber nicht um einen gewöhnlichen. Es stellt sich also die Frage: Von welchem Engel (Boten Gottes) kann eine solche Beschreibung wahrheitsgemäß gegeben werden? Es gibt einige Übereinstimmungen zwischen dieser und anderen Passagen, die eindeutig zeigen, dass es sich um den Engel Gabriel handelt. In Kapitel 8:16 wird Gabriel mit seinem Namen vorgestellt. Seine damalige Unterredung mit Daniel hatte genau die gleiche Wirkung auf den Propheten, wie sie in der vorliegenden Passage beschrieben wird. Damals wurde Gabriel beauftragt, Daniel die Vision verständlich zu machen, und er selbst versprach, ihn wissen zu lassen, was am Ende des Zorns geschehen sollte. Nachdem er Daniel alle Unterweisung gegeben hatte, die er vermochte zu geben, nahm er anschließend seine Arbeit wieder auf und erklärte einen weiteren großen Punkt in der Vision, wie in Kapitel 9:20-27 beschrieben. Doch aus Kapitel 10 erfahren wir, dass dem Propheten noch einige Punkte unerklärt blieben; und er nahm sich erneut vor, mit Fasten und Flehen die Sache zu verstehen.
Nun erscheint ein Bote, dessen Anwesenheit auf Daniel die gleiche Wirkung hat wie die Anwesenheit Gabriels beim ersten Mal; und er sagt zu Daniel (Vers 14): "Nun bin ich gekommen, um dir kundzutun, was deinem Volk in den letzten Tagen widerfahren wird", genau die Information, die Gabriel zu geben versprochen hatte, wie in Kapitel 8:19 berichtet wird. Aber eine Schlussfolgerung kann aus diesen Fakten gezogen werden: Daniel suchte nach weiteren Informationen über genau die Vision, die Gabriel ihm zu vermitteln aufgetragen hatte. Schon einmal hatte er Daniel einen besonderen Besuch abgestattet, um ihm zusätzliche Informationen zu geben, als er sie unter Gebet und Fasten suchte. Wenn er nun bereit ist, sich weiter belehren zu lassen, und erneut auf dieselbe Weise in Bezug auf dasselbe Thema darum bittet, kann man dann auch nur einen Augenblick lang annehmen, dass Gabriel seine Instruktionen missachtete, seinen Auftrag aus den Augen verlor und es einem anderen Engel überließ, sein unvollendetes Werk zu vollenden? Und die Sprache von Vers 14 identifiziert den Sprecher eindeutig mit demjenigen, der in der Vision von Kapitel 8 versprochen hatte, dieses Werk zu tun.
Vers 10. Und siehe, eine Hand rührte mich an, die mich auf meine Knie und auf meine Handflächen setzte. 11. Und er sprach zu mir: Daniel, du vielgeliebter Mann, verstehe die Worte, die ich zu dir rede, und stehe aufrecht; denn zu dir bin ich jetzt gesandt. Und als er dies Wort zu mir gesagt hatte, stand ich zitternd. 12. Da sprach er zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel; denn von dem ersten Tage an, da du dein Herz darauf gerichtet hattest, zu verstehen und dich zu kasteien vor deinem Gott, sind deine Worte erhört worden, und ich bin gekommen um deiner Worte willen.
Nachdem Daniel bei der majestätischen Erscheinung Gabriels in Ohnmacht gefallen ist (so wird der Ausdruck "tiefer Schlaf" in Vers 9 im Allgemeinen verstanden), nähert sich der Engel und legt ihm die Hand auf, um ihm Sicherheit und Zuversicht zu geben, in seiner Gegenwart zu bestehen. Er sagt Daniel, dass er ein vielgeliebter Mensch ist. Eine wunderbare Aussage! Ein Mitglied der menschlichen Familie, einer von derselben Art wie wir, geliebt, nicht nur in dem allgemeinen Sinne, in dem Gott die ganze Welt liebte, als er seinen Sohn gab, um für sie zu sterben, sondern als Individuum geliebt, und zwar sehr! Aus einer solchen Erklärung konnte der Prophet die Zuversicht schöpfen, selbst in der Gegenwart Gabriels zu bestehen. Er sagt ihm außerdem, dass er gekommen ist, um mit ihm zu sprechen, und er möchte, dass er seinen Geist in den richtigen Zustand bringt, um seine Worte zu verstehen. So angesprochen, trat der heilige und geliebte Prophet sicher, aber doch zitternd, vor den himmlischen Engel.
Bibel-Wissen
Nachdem Daniel bei der majestätischen Erscheinung Gabriels in Ohnmacht gefallen ist (so wird der Ausdruck "tiefer Schlaf" in Vers 9 im Allgemeinen verstanden), nähert sich der Engel und legt ihm die Hand auf, um ihm Sicherheit und Zuversicht zu geben, in seiner…
Bei der Übersetzung „tiefer Schlaf“ mit „Ohnmacht“ hatte ich mich geirrt! Der Ausdruck „tiefer Schlaf“ (tardemah im Hebräischen) bezeichnet keinen gewöhnlichen Schlaf und auch keine Ohnmacht -
sondern das völlige Erschüttertsein durch göttliche Nähe.
Dasselbe Wort wird auch bei Abraham gebraucht, als Gott ihm im Bundesschluss erscheint (1. Mose 15,12).
💡 Es ist also nicht Schwäche im negativen Sinn, sondern das natürliche Ergebnis, wenn das Endliche das Unendliche berührt.
sondern das völlige Erschüttertsein durch göttliche Nähe.
Dasselbe Wort wird auch bei Abraham gebraucht, als Gott ihm im Bundesschluss erscheint (1. Mose 15,12).
💡 Es ist also nicht Schwäche im negativen Sinn, sondern das natürliche Ergebnis, wenn das Endliche das Unendliche berührt.
Gabriel nennt Daniel „Isch Chamudot“ – wörtlich: „ein Mann der Begnadeten“ oder „hochgeschätzt“.
Das bedeutet: nicht nur allgemein von Gott geliebt, sondern persönlich wertgeachtet.
Diese Worte zeigen, dass Gott Einzelne sieht – nicht bloß Völker, Systeme oder Zeitläufe.
Daniel, der sich treu gehalten hat in einer gottfernen Welt,
hört nun, dass seine Demut, seine Treue und sein Gebet nicht unbeachtet geblieben sind.
„Von dem Tag an, da du dein Herz darauf gerichtet hast, zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen,
sind deine Worte erhört worden.“ (Dan 10,12)
💡 Das ist die göttliche Antwort auf jedes aufrichtige Herz:
Verstehen kommt aus Demut, und Erhörung aus Treue.
Das bedeutet: nicht nur allgemein von Gott geliebt, sondern persönlich wertgeachtet.
Diese Worte zeigen, dass Gott Einzelne sieht – nicht bloß Völker, Systeme oder Zeitläufe.
Daniel, der sich treu gehalten hat in einer gottfernen Welt,
hört nun, dass seine Demut, seine Treue und sein Gebet nicht unbeachtet geblieben sind.
„Von dem Tag an, da du dein Herz darauf gerichtet hast, zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen,
sind deine Worte erhört worden.“ (Dan 10,12)
💡 Das ist die göttliche Antwort auf jedes aufrichtige Herz:
Verstehen kommt aus Demut, und Erhörung aus Treue.
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