Deutsche Dichter und Denker
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Der Denker sagt das Sein,
der Dichter das Heilige!

Bilder, Gedichte und Sprüche in diesem Kanal verstehen sich als Nachahmung ohne Beurteilung.
Sie sind mit nötigem Ernst oder Spott zu genießen!

Passende (!!!) Gedichte unter:
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Einsamer Baum 🍃

Zersplissen ist mein Haupt
Von schwarzem Wolkenwetter;
Herbstwind und Regen raubt
Die abgestorbenen Blätter:
So rag' ich ganz allein
Aus ödem Haidekraut
Und träume von dem Hain,
Der weit verloren blaut.

Oft, wenn mit grimmer Wucht
Mich packt ein nächtlich Brausen,
Raff ich mit jähem Grausen
Zusammen mich zur Flucht;
Doch halten zähe Schollen
Mich an den Wurzeln fest. -
Da steh' ich nun mit Grollen,
Wild schüttelnd mein Geäst…


-Bruno Wille, 06.02.1860 in Magdeburg - 31.08.1928 auf Schloss Senftenau in Aeschach-
@DeutscheDD
❤75👍8⚡1
Wurzelecht sein!

Stark sein und standhaft, wenn der Sturm über uns dahinfährt oder der Frost des Leids unsere Seele erstarren lässt.

Kraft schöpfen aus der Tiefe!

Das gilt für den Einzelnen, für die Geschlechter und für unser ganzes Volk!


-Heinrich Gutberlet, 24.05.1877 Hersfeld - 19.05.1953 in Zweibrücken / Pfalz-
@DeutscheDD
❤82👌10👏9👍5😇3
Ich habe es lange nicht gewußt,
Was Heimat sei und Vaterland.
Sprachs einer mit durchglühter Brust,
winkt ich nur spöttisch mit der Hand.
Von meiner Tage Not gewürgt,
Sprach ich mit haßverzerrtem Mund:
Nicht einmal hat für mich gebürgt
Der Heimat hochgepriesner Grund.

Hab` keinen Acker, und mein Feld
Ist einer Kammer Dielenholz.
Mir wuchs aus keiner eignen Welt
Der Scholle harter Bauernstolz.
Wenn ich im Sonntagsfrieden ging
Ins wälderfrohe Land hinein,
Mein Herz ein böses Weh empfing
Durch das Gefühl: es ist nicht dein.

Es ist nicht dein, was ringsum blüht
Es ist nicht dein, was ringsum wächst.
Bist aus dem nächtlichen Geblüht,
Das nur für andre schafft und ächzt.
Und fremd war mir, was mich umgab,
Was blühend stand und rauschend floß,
Weil es in Fremdheit wie ein Grab
Mein heißes junges Sein umschloß.

Da kam des Krieges rote Flut –
Ich hörte, wie die Erde schrie:
„Du bist mein Fleisch, du bist mein Blut!
Steh auf, steht auf und banne sie!“
Ein Rauschen sprang in meiner Brust
Empor und wurde wilder Brand –
Auf einmal ward es mir bewußt,
Was Heimat heißt und Vaterland!


💐 Alfons Maria Petzold, 24.09.1882 in Fünfhaus – 25.01.1923 in Kitzbühel-
@DeutscheDD
❤96💯14😢4
Alle Erziehung muß in der Wiege beginnen!

🪦 -Marie Louise von François, 27.06.1817 in Herzberg (Elster) – 25.09.1893 in Weißenfels-
@DeutscheDD
❤73👌24👍12👏3😈1
Ist Deutschland bereits verloren?
Solange es noch genügend von uns gibt, die dieses Land nicht aufgeben, ist es nicht verloren.
Aufgeben kann und darf niemals eine Option sein!


-Tim Kellner-
@DeutscheDD
❤165👌29👍27🥴11👏4🤔1
Im Nebel ruhet noch die Welt.
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt.
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen!


Eduard Friedrich Mörike, geboren am 08.09.1804 in Ludwigsburg – gestorben am 04.06.1875 in Stuttgart-
@DeutscheDD
❤109👍14💯12👌3✍2
Der Sommer geht – Doch war er da?

Ein Frühling so hold, der Sommer war nah,
so viel versprechend erschien er uns da,
Hoffnung schürend auf wärmende Sonne,
auf Vogelzwitschern und süße Wonne.

Dann kam der Sommer in rauem Gewand,
kein lauschiges Plätzchen im warmen Sand.
War morgens noch sonnenglitzernd der Tau,
bezog sich am Mittag der Himmel grau.

Nun tanzen schon Blätter bunt und leise,
Vogelscharen rüsten zur großen Reise.
Ich hab diesen Sommer nur selten getroffen,
muß frohgemut auf den nächsten hoffen.


-Alte Wölfin- 🎂
@DeutscheDD
❤71👍22💯10😁6👏2⚡1
Adel

Bauern, Fürsten, Knechte, Freie:
Alle Träger unsres Blutes.
Aber nicht die lange Reihe
altverbriefter Väter tut es.
Ritt der Ahn in Gottfrieds Heere,
war der Löwe ihm gewogen -
gut, wenn er in Zucht und Ehre
seines Weges ist gezogen!
Schwang am Amboß er den Hammer,
führte Nadel oder Besen,
sann und schrieb in stiller Kammer -
gut, wenn er ein Kerl gewesen!

Ewigkeit geht still die Runde,
Jahre fliehn, Geschlechter sterben.
Ringe, bis dich ruft die Stunde,
und das Beste gib den Erben!


💐 -Georg Finke, 28.09.1877 in Celle - 19.08.1964 in Berlin-
@DeutscheDD
👍46❤26👏5👌2⚡1
Ralph zum Angedenken
@DeutscheDD
❤110⚡14👍13🔥5🫡3🤔1
Wolltet ihr aber die Naturstimme Steuermann sein lassen, ihr würdet nicht Schiffbruch leiden!

-Elisabeth Catharina Ludovica Magdalena Bettina von Arnim, 04.04.1785 in Frankfurt am Main – 20.01.1859 in Berlin-
@DeutscheDD
❤50👍27💯4🤣4👌2
👍28🔥6👏2🤔2
Reiters Abschied

Der Morgen küßt die Erde,
Im Grase blitzt der Tau,
Es scharren unsre Pferde -
Leb` wohl, geliebte Frau!
Nun gilt`s ein heißes Wandern;
Zeig` mir ein stolz Gesicht!
Und weinen all die andern -
Du nicht!

Dein Bild soll in den Schlachten
Begleiten meinen Ritt,
Ich werd` es noch betrachten,
Wenn ich vom Sattel glitt.
In seinen Traum ein Treuer
Die holden Züge nimmt,
Wenn still das Lagerfeuer
Verglimmt.

Und deckt mich fern der Rasen,
Wo nimmer geht dein Fuß,
Die schweren Reiter blasen
Heimkehrend meinen Gruß.
Hat mich die Schlacht genommen,
So denk`: Ihn rief die Pflicht, -
Als Sieger will ich kommen;
Sonst nicht.

🪦-Rudolf Presber, 04.07.1868 in Frankfurt am Main - 30.09.1935 in Potsdam-
@DeutscheDD
❤79👍13😢8🔥1
An meine Kameradinnen

Wir wagten zur Höhe zu fliegen,
Als „Kriechen“ Parole war,
Wir glaubten durch Liebe zu siegen,
In Zeiten, die Haß gebar.
Wir ließen uns nur diktieren
Von Gott und des Volkes Not,
Wir wollten nicht kapitulieren
Vor fremder Völker Gebot.
Wir nahmen das Herz in die Hände
Und gruben nach Gold in ihm,
Und brachten es Deutschland zur Spende,
Geführt von dem Motto „Ich dien“.
Wir holten aus unserm Blute,
Aus unserer Seele die Kraft,
Um frei zu kaufen das Gute,
Weil alles Edle in Haft.
Wir kannten nicht Rast noch Erlahmen,
Zur Tat rief uns zweierlei Recht :
Die Forderung edelster Ahnen
Und die Freiheit fürs junge Geschlecht.
Was machte der Hohn aller andern
Uns Frauen im blau-Leinen Kleid?
Wir wußten den Weg, den wir wandern
Und scheuten nicht Kämpfe noch Leid.
Nun ist es endlich erstanden
Das Reich, zu dem wir gestrebt,
Nun reichen wir, die wir uns fanden,
Das Werk, für das wir gelebt
Dem Einem des Volkes, dem Wahren,
Und jede einzelne spricht
„Wir geben den Dienst Dir von Jahren
Etwas besseres haben wir nicht!“


-Ch. von Hadeln-
@DeutscheDD
❤94⚡9👍6👏2
Lichtdom

Der Lichtdom baut sich bläulich zu den Sternen
und seine Pfeiler stehen rings ums Reich.
In ihren Grenzen gibt es keine Fernen,
die Kuppel überwölbt uns alle gleich.
Ihr sagt, es seien Vögel, die dort oben
taumelnd durchkreisen das erhabne Rund?
Mich aber dünkt’s, als täten sich von droben
geheimnisvolle Zeugen schwebend kund.
Hier stehn wir alle einig um den Einen,
und dieser Eine ist des Volkes Herz.
Das Herz, das wie die Quelle unter Steinen
standhielt dem tödlich starren Winterschmerz,
das aus der Erde schweren Ackerschweigen
sich unermüdlich pochend aufgekämpft,
und das kein Spuk und kein Dämonenreigen
im Glühn und Glauben für den Sieg gedämpft.
Stärker als alle Gletscher, alle Gluten
dies Herz – dein Herz, du Volk! – in Treue blieb,
bis es die eignen, lautren Lebensfluten
dir heiß bis in die fernsten Adern trieb,
bis durch dich, Volk, der Strom von neuem kreiste,
durch den du zu dir selbst berufen warst,
und du in einer Sprache, einem Geiste
dich selbst aus diesem Herzen neu gebarst.
In Gold und Scharlach, feierlich mit Schweigen,
ziehn die Standarten vor dem Gotte auf.
Wer will das Haupt nicht überwältigt neigen?
Wer hebt den Blick nicht voll Vertrauen auf?
Ist dieser Dom, erbaut aus klarem Feuer,
nicht mehr als eine Burg aus Stahl und Stein,
und muß er nicht ein Heiligtum, uns teuer,
ewigen Deutschtums neues Sinnbild sein?
In hoher Kuppelrundung wallt die Wolke
bewegt von rätselhaftem Flügelschlag.
Wer ist’s, der vom vorausgegangnen Volke
sich zugesellt dem großen deutschen Tag?
Ach, zahllos sind sie mit uns angetreten,
auf zu den Sternen staffelt sich der Chor,
zu grüßen: Heil ihm – und: Hilf ihm!
die Unsichtbaren tragen es empor!


🪦 -Ina Seidel, 15.09.1885 in Halle an der Saale – 02.10.1974 in Ebenhausen bei Schäftlarn-
@DeutscheDD
❤64💯7⚡5
W i e d e r k e h r

Land hinter sieben Bergen,
verkauft an seine Schergen,
verachtet von den Erben,
du sollst nun ganz verderben.
Geschaufelt ist dein Grab!

Du sollst den Tod erleiden
und nun für immer schweigen,
sollst bleich im Todesreigen
vergessen, was dein Eigen.
Brachen über dich den Stab!

Du Land aus Glück und Tränen,
aus Schmerz und heißem Sehnen;
den Quell kann keiner nehmen,
er fließt durch deine Venen.
Und göttlich ist der Pfad!


Julie aus der Mark 🌳
19.9.2025
@DeutscheDD
❤117🥰20👍16👏8⚡7🔥1
Da lob ich mir den Bauersmann

So mancher Himmelsnaseweis,
Er opfert den Gelehrtenschweiß,
Um hoch im Sternenheer zu stöbern
Und Gottes Sonne zu umschnöbern,
Dieweil er huldigt jener Mär:
Daß alles Sein nur Stückwerk wär !
Und daß sie brennt, die Wissenskerze,
Schreibt er dann Bände Druckerschwärze !
Doch Hochmut kommt oft vor dem Fall,
Und aus dem hohen Weltenall
Ward mancher Schnüffler - angstentsetzt -
Per Sturzfall erdenrückversetzt !
Und seines Forschens A und O
Bleibt jetzt: wie flick ich den Popo ?

Da lob ich mir den Bauersmanm !
Er sieht die Welt als Ganzes an !
Was kümmern ihn der Sonne Flecken !
Die Gute dient ihm höhern Zwecken !
Ob sich die Erde wankend dreht,
Ob käser und sie, ob Ellipse
- Er hat nicht Zeit, daß er sie knipse -:
Wenn er nur selber feste steht !
Promt hält aufs T u n er Augenmerk,
Schafft Tagewerk auf Tagewerk,
Und wenn durchs Korn die Sense rauscht,
Er wohl mit keinem König tauscht !
Nutzt tapfer sich und nutzt uns allen,
Nie fehlgeleitet wird sein Kahn,
Er selbst nie aus den Himmeln fallen -

Nun klügle, wer gescheiter denn:
Ob der, der aus den Wolken purzelt,
Na oder der am Boden wurzelt ?


🪦 -Wilhelm Schirp, 10.12.1874 Wuppertal - 04.10.1952 Waith/Obb-
@DeutscheDD
❤45👍21👏7😁6⚡3
Neue Heimat

Du liebes deutsches Heimatland,
Mit den Tannenhügeln am Ostseestrand,
Mit den Seen, die silberhell schimmern,
Mit den alten Ruinen, den felsigen Höh´n.
O, deutsche Heimat, wie bist Du so schön.
So schön noch in Deinen Trümmern!

Versinkt auch das Ziel, das vor mir ich hab`,
zerbricht auch mein morscher Wanderstab,
Die Treue geht nimmer in Scherben!
Ja, wäre selbst Alles hin, Alles vorbei:
O deutsche Heimat, ich bleibe Dir treu,
Bleib treu Dir im Leben und Sterben!

Dein war mein Leben, Dein war mein Blut!
Dein alles Streben, das in mir ruht,
Froh trotzte ich jeder Beschwerde.
Und sollte man senken mich auch hinab,
O, deutsche Heimat, so schenk´ mir ein Grab,
Ein Grab nur in deutscher Erde!


-Verfasser unbekannt-
@DeutscheDD
❤102🫡13👏8⚡2
❤96👌19👍12🤗11⚡3😇3
Verbotenes ist immer anziehend!

-Kurt Haberstich-
@DeutscheDD
👍45😈9❤7💯2