Deutsche Dichter und Denker
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Der Denker sagt das Sein,
der Dichter das Heilige!

Bilder, Gedichte und Sprüche in diesem Kanal verstehen sich als Nachahmung ohne Beurteilung.
Sie sind mit nötigem Ernst oder Spott zu genießen!

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Der Winter ist eine ehrliche Haut,
Ein alter Poldrian;
Wie zornig er mir ins Auge schaut,
Blick ich ihn wiederum an!

Sein Blut ist kühl und starr wie Eis,
Doch nie seine Treue wankt;
Wie oft hab ich mich nächtlicherweis
Mit ihm herumgezankt!

Da rüttelt er mir am Gartentor
Und stampft auf den Beeten herum,
Er schimpft mich einen sanguinischen Tor,
Leichtgläubig und herzlich dumm!

Viel Hoffnungen zieh ich in Scherben auf
Am kalten Sternenschein,
Da ist er besonders versessen drauf
Und stürmt auf sie herein.

Ich balge mich immer, so gut ich kann,
Um jedes grüne Reis;
Er aber entrupft sie, der harte Mann,
Den Scherben büschelweis.

Doch die mir der Alte stehenläßt,
Die sind erprobt und gefeit!
Die sind gelenzet und frühlingsfest
Und der Erfüllung geweiht!


-Gottfried Keller, geboren am 19.07.1819 in Zürich – verstorben am 15.07.1890 ebenda-
@DeutscheDD
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Wer stets mit der Natur gelebt,
Von ihr beglückt, mit ihr verwebt,
Das erste Grünen, erste Sprossen
Als tiefersehntes Glück genossen;
Am ersten Glöckchen sich entzückte,
Das grüßend aus der Erde blickte,
Dann an den Veilchen, wilden Rosen,
Bis zu den letzten Herbstzeitlosen: –
Ist, wenn er Achtzig hat vollbracht,
Zum Leben achtzig Mal erwacht!


-Alois Wohlmuth, geboren 1880 - verstorben 1919-
@DeutscheDD
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Erdball, Boden,
In dem ich wurzeln muß, der mich geboren -
Ein ausgeriss'ner, ausgedorrter Stamm
Bin ich, wenn ich in deinem Mark den Fuß
Nicht fassen, Kraft und Freude nicht draus ziehen kann.
Wenn ich entwurzelt mich in jenen Abgrund
Der bläulich über unsern Scheiteln dämmert,
Voll der bigotten Hoffnung stürzen soll,
Daß dort in wüster Unermeßlichkeit
Und Ferne aufzufinden sei, was ich
Im nahen engen Raum nicht finde.
Nah!
Was ist mir näher als das Vaterland?
Die Heimat nur kann uns beseligen.
Verräterei, die Fremde vorzuzieh'n.
Nicht Faust wär ich, wenn ich kein Deutscher wäre."


💐 -Dietrich Christian Grabbe , geboren am 11.12.1801 in Detmold – verstorben am 12.09.1836 ebenda-
@DeutscheDD
❤70👍11👌5
In der ganzen Lebensgeschichte eines Volkes ist sein heiligster Augenblick, wo es aus seiner Ohnmacht erwacht.
Ein Volk, das mit Lust und Liebe die Ewigkeit seines Volkstums auffaßt, kann zu allen Zeiten sein Wiedergeburtsfest und seine Auferstehung feiern!


-Johann Friedrich Ludwig Christoph Jahn, geboren am 11.08.1778 in Lanz – verstorben am 15.10.1852 in Freyburg-
@DeutscheDD
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Der Becher
auf dem Straßburger Münster gedichtet

Von einem Wunderbecher
Hab' ich mit Angst geträumt,
Woraus dem durst'gen Zecher
Die höchste Fülle schäumt.
Draus sollt' ich alles trinken,
Was Erd' und Himmel bot,
Doch mußt' ich dann versinken
In einen ew'gen Tod.

Mit Wonne und mit Grausen
Hielt ich ihn in der Hand,
Ein wundersames Brausen
In seinem Kelch entstand;
Es flog an mir vorüber
Die Welt in Nacht und Glanz,
Wie regellos im Fieber
Verworr'ner Bilder Tanz.

Und als ich länger blickte,
Bis auf den Grund hinein,
Wie Blitzesflamme zückte
Mir's da durch Mark und Bein,
Und, gänzlich drin versunken,
Ward mir zuletzt zu Sinn,
Als hätt' ich schon getrunken
Und schwände nun dahin.

🪦-Christian Friedrich Hebbel, geboren am 18.03.1813 in Wesselburen - verstorben am 13.12.1863 in Wien-
@DeutscheDD
👍41❤22😁6👏3🤨1
Das Heilige, das Reine, das Rührende an einer Frau ist, daß in ihrem Leibe die Unsterblichkeit schlummert.
Denke jede daran, daß sie die Natur als Ahne eines ganzen Volkes geträumt hat!
❤️

-Carl Ludwig Schleich, geboren am 19.07.1859 in Stettin – verstorben am 07.03.1922 in Saarow-
@DeutscheDD
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Mit reinen Händen und weißer Weste
Tut eure Arbeit, feiert die Feste,
Schlagt eure Schlachten, dankt für die Siege …
Schmutzigkeit ist alles Niedrigen Wiege.

Die auf den Höhen der Menschheit wohnen,
Führer der Völker, Träger der Kronen,
Wahrt eure Schilde! Denn es erscheinen
Groß alle Flecken drunten im Kleinen.

Winziger Wolken Schatten bedecken
Nieden am Boden riesige Strecken –
Klar müssen Sonnen sein und Gedanken,
Denen wir Licht und Leben verdanken!

Das ist die höchste Ehre auf Erden:
Niemals im Leben schmutzig zu werden,
Und auch das Schwerste nur zu vollenden
Mit weißer Weste und reinen Händen!


-Anton Alfred Noder (A. De Nora), geboren am 29.07.1864 in München – verstorben am 07.05.1936-
@DeutscheDD
👏48❤33👍9👌5
Rausche durch den Wald

Rausche durch den Wald, rausche durch das Herz,
Tränenzorn, du frischer Lebenswind!
Schweige nicht das Wort, schweige nicht den Schmerz,
Rausche, du des Muts erstgebornes Kind!

Rausche, brause frisch! Klinge, schalle kühn!
Kühner, weil der Feigheit Pestilenz,
Deutsche Pest, uns leirt Welken und Verblühn,
Winterfrost und Tod vor dem deutschen Lenz.

„Wo ist Babel heut? Wo das alte Rom?
Welche Fahnen wehn heut vom Kapitol?
Wie kein Tropfen fließt je hinauf den Strom,
Find't erloschner Stern nimmer neuen Pol.“

Leiertest du so mit, verschneiter Greis?
Tod und Nacht, die deutsche Greisennacht,
Weil kein Kaiser kommt, welcher weist und weiß,
Was den deutschen Mut stark und fröhlich macht?

Feiger Memmen Klang tönest du so nach,
Weiberhoffen, Weiberzagen nach,
Weil noch immer kein Adlerflügelschlag
Klingt den langen Schlaf Barbarossas wach?

Nicht also mit dir! Nimm dir deutschen Schwung,
Deutscher! Nimm einmal dir den deutschen Stolz
Für dein großes Volk, unter Greisen jung,
Grün wie seines Waldes grünstes Eichenholz.

Nicht also mit dir! Rausche durch den Wald!
Rausche, brause, Zorn, durch Stein und Bein!
Brause, deutscher Mut, Gottes Zorngewalt!
Greif die Adler dir, laß die Krähen schrein!


-Ernst Moritz Arndt, geboren am 26.12.1769 in Groß Schoritz – verstorben am 29.02.1860 in Bonn
@DeutscheDD
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IM OSTEN

Den wilden Orgeln des Wintersturms
Gleicht des Volkes finstrer Zorn,
Die purpurne Woge der Schlacht,
Entlaubter Sterne.

Mit zerbrochnen Brauen, silbernen Armen
Winkt sterbenden Soldaten die Nacht.
Im Schatten der herbstlichen Esche
Seufzen die Geister der Erschlagenen.

Dornige Wildnis umgürtet die Stadt.
Von blutenden Stufen jagt der Mond
Die erschrockenen Frauen.
Wilde Wölfe brachen durchs Tor.

-Georg Trakl, 03.02.1887 in Salzburg - 03.11.1914 in Krakau-
@DeutscheDD
Bild: Franz von Stuck "Wilde Jagd", 1889
❤39👍10🔥9😢8
Das Abendland geht nicht zugrunde
an den totalitären Systemen,
auch nicht an seiner geistigen Armut,
sondern an dem hündischen Kriechen
seiner Intelligenz vor den
politischen Zweckmäßigkeiten.


-Gottfried Benn, 02.05.1886 in Mansfeld bei Putlitz - 07.07.1956 in Berlin-
@DeutscheDD
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LIEBESRAUSCH 

Dir, Mädchen, schlägt mit leisem Beben
Mein Herz voll Treu und Liebe zu.
In Dir, in Dir versinkt mein Streben,
Mein schönstes Ziel bist Du!
Dein Name nur in heil'gen Tönen
Hat meine kühne Brust gefüllt,
Im Glanz des Guten und des Schönen
Strahlt mir Dein hohes Bild.

Die Liebe sproßt aus zarten Keimen,
Und ihre Blüthen welken nie!
Du, Mädchen, lebst in meinen Träumen
Mit süßer Harmonie.
Begeist'rung rauscht auf mich hernieder,
Kühn greif ich in die Saiten ein,
Und alle meine schönsten Lieder,
Sie nennen Dich allein.

Mein Himmel glüht in Deinen Blicken,
An Deiner Brust mein Paradies.
Ach, alle Reitze, die Dich schmücken,
Sie sind so hold, so süß.
Es wogt die Brust in Freud' und Schmerzen,
Nur eine Sehnsucht lebt in mir,
Nur ein Gedanke hier im Herzen:
Der ew'ge Drang nach Dir.


-Theodor Körner, geboren am 23.09.1791 in Dresden – gefallen am 26.08.1813 im Forst Rosenow bei Lützow-
@DeutscheDD

Bild: Josef Thorak "Zwei Menschen"
❤93😍5✍3
Audio
Eine neuzeitliche Vertonung von "Trotz der Lüge"
❤46
Audio
und eine klassische Vertonung Schuberts von 1815,
20 Monate nach Körners Tod komponiert,
und vorgetragen von Dietrich Fischer-Dieskau
❤30👍11👌3
I n s e l l e e d

Wor de Nordseewellen trecken an de Strand,
Wor de geele Ginster bleiht in Dünensand,
Wor de Möven schrie'en gell in Sturmgebrus,
Dor is mine Heimat, dor bin ick to Hus.

Well- und Wogenruschen was min Weegenleed
Un de wilde Dünen sach'n min Kinnerlied,
Markten ok min Sehnen un min heil Begehr:
Dör te Welt to flegen, ower Land un Meer.

Woll hett mi dat Lewen all min Lengen stillt,
Hett mi all dat gewen, wat min Hart erfüllt,
All dat is verswunnen, wat mi drück un dreb,
Heb dat Glück woll funnen, doch dat Heimweh bleb.

Heimweh na min lewe, lüttje Inselland,
Wor de geele Ginster bleiht in Dünensand,
Wor de Möven schrie'en gell in Stormgebrus,
Dor is mine Heimat, dor bin ick to Hus!


💐 -Martha Müller-Grählert, 20.12.1876 in Barth – 18.11.1939 in Franzburg-
@DeutscheDD
❤69👍15👏4😍3⚡2
Rede bei der Julfeier der Ortsgruppe Jork am letzten Sonnabend vor dem Julfest 1993. 🕯

Wieder geht ein Jahr zu Ende.
Das nun bald hinter uns liegende Jahr war wieder ein Jahr des Kampfes, der Opfer für unser geliebtes Vaterland, daß immer noch seit 1945 geschunden durch fremde Interessen danieder liegt.
Wenn wir von unserem Vaterland reden meinen wir nicht das der letzten fünfzig Jahre, nicht das der Gegenwart, sondern das der Zukunft.
Dem Vaterland, das unser Kampf gilt, ein Deutschland in erster Linie für uns Deutsche und unsere Nachkommen.
Dieses ergibt sich aber von selbst, sollte man meinen, denn wenn es nicht so wäre, müßte Deutschland ja nicht Deutschland heißen, sondern Ausland.
Kameraden wir wissen aber, daß es sich eben nicht von selbst versteht.
Genau wie wir auch wissen daß deutsche Politiker eben nicht in erster Linie deutsche Politiker sind.
Jeder, der schon einmal eine patriotische Rede gehalten hat, kennt sicherlich die Gedanken, die so einer Rede vorausgehen!
Denn ihr Auftrag soll es ja sein, Mißstände aufzudecken, Verräter beim Namen zu nennen, nachlässige Kameraden an ihre Pflichten erinnern und Gäste ermuntern, sich unseren Reihen anzuschließen, um den schwierigsten Kampf, den Kampf um unser Volk zu fechten.
Wer meine Reden gehört hat weiß, daß ich immer und sehr konkret die Mißstände in unserem Lande anspreche und Schweinehunde auch als Schweinehunde bezeichne; aus welcher Ecke sie auch immer kommen.
Nämlich immer dann, wenn diese kriechend und winselnd hervorkommen, wenn ehemalige Sieger sie auf den Plan rufen, ihre Forderungen an das deutsche Volk über diese stellen, oder das Ausland das Sühnegewand über uns wirft, um uns so mancherlei abzupressen.
Gerade über dieses Thema könnte ich Seiten verfassen.
Aber heute zur Julfeier wollen wir nicht über unsere „ach so standfesten, auf gar keinen Fall korrupten, ehrlichen, korrekten und aller Orts so hoch geschätzt und geliebten Größen der Gegenwart“ reden...
Deswegen will ich auch in diesem Zusammenhang nicht über die Verbote und alle fiesen Tricks des Bonner (Berliner) Systems reden, die im freiesten Staat, den es je auf deutschen Boden gab, angewendet werden, um gute deutsche Patrioten zu brandmarken und sich so jeder Opposition zu entledigen.
Selbst der billigste und absurdeste Grund reicht heute, um Haussuchungen durchzuführen.
Sinn und Zweck dieser Aktionen ist es nicht etwas zu finden, das ist auch meist unmöglich, sondern es soll eingeschüchtert werden.
Gespannt bin ich, wann diese Figuren einmal merken, daß uns das alles nur härter und verbissener macht!
Aber vaterlandslose Lumpen werden nie begreifen, für was wir kämpfen.
Denn unser Ziel verändert sich ja nicht stetig, sondern wir kämpfen für die Wiederherstellung des Deutschen Reiches, nicht nur gestern und heute, sondern auch Morgen und Übermorgen, bis ans Ende aller Tage.
Wir wissen, unser Ziel und unser Kampf wird weiter getragen, von unseren Kindern und Kindeskindern, von den Kameraden, die wir ausgebildet haben und ausbilden werden.
Denn nichts ist so sicher wie das Amen in der Kirche außer, daß der Sieg unser ist.
Auf Dauer wird die Lüge keinen Bestand haben, sondern die Wahrheit wird siegen und die Wahrheit ist das nationale Deutschland.
So werden wir unseren Kampf auch 1994 fortsetzen.

Wir wollen aber nicht vergessen, daß Weihnachten feierliche Tage sind, ja Tage an denen wir unserer Kameraden, die in aller Welt für unserer aller Zukunft, im Glauben an Deutschland und sein Volk, auf dem Felde der Ehre den Heldentod fanden, gedenken sollen.
Und darum schließe ich mit den Gedanken an unsere Soldaten und verspreche euch:
Deutschland stirbt nicht!

-Landesjugendführer Lothar Lange, geboren am 19.02.1894 – unbekannt verstorben-
@DeutscheDD
❤80👍10⚡6💯3🫡3🔥2
W i n t e r w e n d w e i s e 🔥🌞🔥

In Winters Haft und Bänden
Seh' ich ein's Lichtes Schein,
Denn Nacht und Tod zu Schanden
Zieht sieghaft Sonne ein.
Ihr Blümlein, die ihr schlafet
Und träumt vom holden Mai'n,
Weiß euch ein heimlich Singen,
Deß woll'n wir fröhlich sein!

Es raunen's schon die Eichen
Wohl in der Stille fein,
Davon bringt euch die Kunde
Bald manch Waldvögelein:
Es will ein Held einreiten
In Glanz und Sonnenschein,
Dem Lenz den Weg bereiten
Wer möcht' da müßig sein?

Das neue Licht zu zünden.
Soll unser Amt nun sein.
Daß sich die Herzen finden
Beim Sonnwendflammen-Schein.
So reicht euch froh die Hände
Und stimmet jubelnd ein:
In Treue bis ans Ende
Woll'n wir dem Licht uns weih'n!


-Hildulf Rudolf Flurschütz, geboren am 08.11.1878 in Hamburg - verstorben am 22.03.1948 in Leipzig-
@DeutscheDD
❤63🔥8👏5👌1
Weihnachtsherzen 🕯

Wieder blicke ich zum Jahresende,
gebe hin mich meinem Sinnen,
in Erwartung jener Winterwende,
die das Licht uns wird gewinnen.

Stets erwachen neue Sterne,
die das All vergießt zum Licht.
Sie gesellen sich in weiter Ferne,
geben langen Nächten ihr Gesicht.

Und so kommen wir zusammen,
singend um die großen Feuer,
die dem alten Geist entstammen.
Mir sind solche Nächte teuer.

Bald senkt sich in den hohen Nächten
stille Heiligkeit in unsere Herzen,
die in Gold wir schmückend flechten,
und sich drehen werden über Kerzen.


-Wolfram Nahrath, im Gilbhardt 2025-
@DeutscheDD
❤77👍9⚡1
Heil Sonnenwend! 🔥🌞🔥

Der Sitte treu, den Ahnen treu.
Wir zünden den Holzstoss und rufen dabei.
Ihr Flammenzungen sprecht durch die Nacht,
Zu Freund und Feind: Der Deutsche wacht.

Der Deutsche wacht und behütet sein Feld,
Und zu Sonnenwende das Feuer schwelt.
Denn rot ist die Glut und die der Flamme Schein
Leuchtet gelb in die Nacht hinein.

Über das lebende Farbentuch
Sagen auch wir unseren Feuerspruch:
Mit Herz und Mund für Deutschtums Ehr
Die Hand am Schwert zur gerechten Wehr.

Und immer wach wie der Flamme Glut,
Die erst in grauer Asche ruht.
So treu dem Spruch bis ans Lebensend
Heil Sonnenwend!


@DeutscheDD
❤91💯10⚡6👍3🔥1
D e r W i n t e r

Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht --
und Teich und Seen krachen,
das klingt ihm gut, das haßt er nicht,
dann will er sich totlachen. --

Sein Schloß von Eis liegt ganz hinaus
beim Nordpol an dem Strande,
doch hat er auch ein Sommerhaus
im lieben Schweizerlande.

Da ist er denn bald dort, bald hier,
gut Regiment zu führen,
und wenn er durchzieht, stehen wir
und sehn ihn an und frieren!


-Matthias Claudius, geboren am 15.08.1740 in Reinfeld (Holstein) – verstorben am 21.01.1815 in Hamburg-
@DeutscheDD
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