Deutsche Dichter und Denker
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Der Denker sagt das Sein,
der Dichter das Heilige!

Bilder, Gedichte und Sprüche in diesem Kanal verstehen sich als Nachahmung ohne Beurteilung.
Sie sind mit nötigem Ernst oder Spott zu genießen!

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Mit reinen Händen und weißer Weste
Tut eure Arbeit, feiert die Feste,
Schlagt eure Schlachten, dankt für die Siege …
Schmutzigkeit ist alles Niedrigen Wiege.

Die auf den Höhen der Menschheit wohnen,
Führer der Völker, Träger der Kronen,
Wahrt eure Schilde! Denn es erscheinen
Groß alle Flecken drunten im Kleinen.

Winziger Wolken Schatten bedecken
Nieden am Boden riesige Strecken –
Klar müssen Sonnen sein und Gedanken,
Denen wir Licht und Leben verdanken!

Das ist die höchste Ehre auf Erden:
Niemals im Leben schmutzig zu werden,
Und auch das Schwerste nur zu vollenden
Mit weißer Weste und reinen Händen!


-Anton Alfred Noder (A. De Nora), geboren am 29.07.1864 in München – verstorben am 07.05.1936-
@DeutscheDD
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Rausche durch den Wald

Rausche durch den Wald, rausche durch das Herz,
Tränenzorn, du frischer Lebenswind!
Schweige nicht das Wort, schweige nicht den Schmerz,
Rausche, du des Muts erstgebornes Kind!

Rausche, brause frisch! Klinge, schalle kühn!
Kühner, weil der Feigheit Pestilenz,
Deutsche Pest, uns leirt Welken und Verblühn,
Winterfrost und Tod vor dem deutschen Lenz.

„Wo ist Babel heut? Wo das alte Rom?
Welche Fahnen wehn heut vom Kapitol?
Wie kein Tropfen fließt je hinauf den Strom,
Find't erloschner Stern nimmer neuen Pol.“

Leiertest du so mit, verschneiter Greis?
Tod und Nacht, die deutsche Greisennacht,
Weil kein Kaiser kommt, welcher weist und weiß,
Was den deutschen Mut stark und fröhlich macht?

Feiger Memmen Klang tönest du so nach,
Weiberhoffen, Weiberzagen nach,
Weil noch immer kein Adlerflügelschlag
Klingt den langen Schlaf Barbarossas wach?

Nicht also mit dir! Nimm dir deutschen Schwung,
Deutscher! Nimm einmal dir den deutschen Stolz
Für dein großes Volk, unter Greisen jung,
Grün wie seines Waldes grünstes Eichenholz.

Nicht also mit dir! Rausche durch den Wald!
Rausche, brause, Zorn, durch Stein und Bein!
Brause, deutscher Mut, Gottes Zorngewalt!
Greif die Adler dir, laß die Krähen schrein!


-Ernst Moritz Arndt, geboren am 26.12.1769 in Groß Schoritz – verstorben am 29.02.1860 in Bonn
@DeutscheDD
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IM OSTEN

Den wilden Orgeln des Wintersturms
Gleicht des Volkes finstrer Zorn,
Die purpurne Woge der Schlacht,
Entlaubter Sterne.

Mit zerbrochnen Brauen, silbernen Armen
Winkt sterbenden Soldaten die Nacht.
Im Schatten der herbstlichen Esche
Seufzen die Geister der Erschlagenen.

Dornige Wildnis umgürtet die Stadt.
Von blutenden Stufen jagt der Mond
Die erschrockenen Frauen.
Wilde Wölfe brachen durchs Tor.

-Georg Trakl, 03.02.1887 in Salzburg - 03.11.1914 in Krakau-
@DeutscheDD
Bild: Franz von Stuck "Wilde Jagd", 1889
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Das Abendland geht nicht zugrunde
an den totalitären Systemen,
auch nicht an seiner geistigen Armut,
sondern an dem hündischen Kriechen
seiner Intelligenz vor den
politischen Zweckmäßigkeiten.


-Gottfried Benn, 02.05.1886 in Mansfeld bei Putlitz - 07.07.1956 in Berlin-
@DeutscheDD
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LIEBESRAUSCH 

Dir, Mädchen, schlägt mit leisem Beben
Mein Herz voll Treu und Liebe zu.
In Dir, in Dir versinkt mein Streben,
Mein schönstes Ziel bist Du!
Dein Name nur in heil'gen Tönen
Hat meine kühne Brust gefüllt,
Im Glanz des Guten und des Schönen
Strahlt mir Dein hohes Bild.

Die Liebe sproßt aus zarten Keimen,
Und ihre Blüthen welken nie!
Du, Mädchen, lebst in meinen Träumen
Mit süßer Harmonie.
Begeist'rung rauscht auf mich hernieder,
Kühn greif ich in die Saiten ein,
Und alle meine schönsten Lieder,
Sie nennen Dich allein.

Mein Himmel glüht in Deinen Blicken,
An Deiner Brust mein Paradies.
Ach, alle Reitze, die Dich schmücken,
Sie sind so hold, so süß.
Es wogt die Brust in Freud' und Schmerzen,
Nur eine Sehnsucht lebt in mir,
Nur ein Gedanke hier im Herzen:
Der ew'ge Drang nach Dir.


-Theodor Körner, geboren am 23.09.1791 in Dresden – gefallen am 26.08.1813 im Forst Rosenow bei Lützow-
@DeutscheDD

Bild: Josef Thorak "Zwei Menschen"
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Eine neuzeitliche Vertonung von "Trotz der Lüge"
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und eine klassische Vertonung Schuberts von 1815,
20 Monate nach Körners Tod komponiert,
und vorgetragen von Dietrich Fischer-Dieskau
❤30👍11👌3
I n s e l l e e d

Wor de Nordseewellen trecken an de Strand,
Wor de geele Ginster bleiht in Dünensand,
Wor de Möven schrie'en gell in Sturmgebrus,
Dor is mine Heimat, dor bin ick to Hus.

Well- und Wogenruschen was min Weegenleed
Un de wilde Dünen sach'n min Kinnerlied,
Markten ok min Sehnen un min heil Begehr:
Dör te Welt to flegen, ower Land un Meer.

Woll hett mi dat Lewen all min Lengen stillt,
Hett mi all dat gewen, wat min Hart erfüllt,
All dat is verswunnen, wat mi drück un dreb,
Heb dat Glück woll funnen, doch dat Heimweh bleb.

Heimweh na min lewe, lüttje Inselland,
Wor de geele Ginster bleiht in Dünensand,
Wor de Möven schrie'en gell in Stormgebrus,
Dor is mine Heimat, dor bin ick to Hus!


💐 -Martha Müller-Grählert, 20.12.1876 in Barth – 18.11.1939 in Franzburg-
@DeutscheDD
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Rede bei der Julfeier der Ortsgruppe Jork am letzten Sonnabend vor dem Julfest 1993. 🕯

Wieder geht ein Jahr zu Ende.
Das nun bald hinter uns liegende Jahr war wieder ein Jahr des Kampfes, der Opfer für unser geliebtes Vaterland, daß immer noch seit 1945 geschunden durch fremde Interessen danieder liegt.
Wenn wir von unserem Vaterland reden meinen wir nicht das der letzten fünfzig Jahre, nicht das der Gegenwart, sondern das der Zukunft.
Dem Vaterland, das unser Kampf gilt, ein Deutschland in erster Linie für uns Deutsche und unsere Nachkommen.
Dieses ergibt sich aber von selbst, sollte man meinen, denn wenn es nicht so wäre, müßte Deutschland ja nicht Deutschland heißen, sondern Ausland.
Kameraden wir wissen aber, daß es sich eben nicht von selbst versteht.
Genau wie wir auch wissen daß deutsche Politiker eben nicht in erster Linie deutsche Politiker sind.
Jeder, der schon einmal eine patriotische Rede gehalten hat, kennt sicherlich die Gedanken, die so einer Rede vorausgehen!
Denn ihr Auftrag soll es ja sein, Mißstände aufzudecken, Verräter beim Namen zu nennen, nachlässige Kameraden an ihre Pflichten erinnern und Gäste ermuntern, sich unseren Reihen anzuschließen, um den schwierigsten Kampf, den Kampf um unser Volk zu fechten.
Wer meine Reden gehört hat weiß, daß ich immer und sehr konkret die Mißstände in unserem Lande anspreche und Schweinehunde auch als Schweinehunde bezeichne; aus welcher Ecke sie auch immer kommen.
Nämlich immer dann, wenn diese kriechend und winselnd hervorkommen, wenn ehemalige Sieger sie auf den Plan rufen, ihre Forderungen an das deutsche Volk über diese stellen, oder das Ausland das Sühnegewand über uns wirft, um uns so mancherlei abzupressen.
Gerade über dieses Thema könnte ich Seiten verfassen.
Aber heute zur Julfeier wollen wir nicht über unsere „ach so standfesten, auf gar keinen Fall korrupten, ehrlichen, korrekten und aller Orts so hoch geschätzt und geliebten Größen der Gegenwart“ reden...
Deswegen will ich auch in diesem Zusammenhang nicht über die Verbote und alle fiesen Tricks des Bonner (Berliner) Systems reden, die im freiesten Staat, den es je auf deutschen Boden gab, angewendet werden, um gute deutsche Patrioten zu brandmarken und sich so jeder Opposition zu entledigen.
Selbst der billigste und absurdeste Grund reicht heute, um Haussuchungen durchzuführen.
Sinn und Zweck dieser Aktionen ist es nicht etwas zu finden, das ist auch meist unmöglich, sondern es soll eingeschüchtert werden.
Gespannt bin ich, wann diese Figuren einmal merken, daß uns das alles nur härter und verbissener macht!
Aber vaterlandslose Lumpen werden nie begreifen, für was wir kämpfen.
Denn unser Ziel verändert sich ja nicht stetig, sondern wir kämpfen für die Wiederherstellung des Deutschen Reiches, nicht nur gestern und heute, sondern auch Morgen und Übermorgen, bis ans Ende aller Tage.
Wir wissen, unser Ziel und unser Kampf wird weiter getragen, von unseren Kindern und Kindeskindern, von den Kameraden, die wir ausgebildet haben und ausbilden werden.
Denn nichts ist so sicher wie das Amen in der Kirche außer, daß der Sieg unser ist.
Auf Dauer wird die Lüge keinen Bestand haben, sondern die Wahrheit wird siegen und die Wahrheit ist das nationale Deutschland.
So werden wir unseren Kampf auch 1994 fortsetzen.

Wir wollen aber nicht vergessen, daß Weihnachten feierliche Tage sind, ja Tage an denen wir unserer Kameraden, die in aller Welt für unserer aller Zukunft, im Glauben an Deutschland und sein Volk, auf dem Felde der Ehre den Heldentod fanden, gedenken sollen.
Und darum schließe ich mit den Gedanken an unsere Soldaten und verspreche euch:
Deutschland stirbt nicht!

-Landesjugendführer Lothar Lange, geboren am 19.02.1894 – unbekannt verstorben-
@DeutscheDD
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W i n t e r w e n d w e i s e 🔥🌞🔥

In Winters Haft und Bänden
Seh' ich ein's Lichtes Schein,
Denn Nacht und Tod zu Schanden
Zieht sieghaft Sonne ein.
Ihr Blümlein, die ihr schlafet
Und träumt vom holden Mai'n,
Weiß euch ein heimlich Singen,
Deß woll'n wir fröhlich sein!

Es raunen's schon die Eichen
Wohl in der Stille fein,
Davon bringt euch die Kunde
Bald manch Waldvögelein:
Es will ein Held einreiten
In Glanz und Sonnenschein,
Dem Lenz den Weg bereiten
Wer möcht' da müßig sein?

Das neue Licht zu zünden.
Soll unser Amt nun sein.
Daß sich die Herzen finden
Beim Sonnwendflammen-Schein.
So reicht euch froh die Hände
Und stimmet jubelnd ein:
In Treue bis ans Ende
Woll'n wir dem Licht uns weih'n!


-Hildulf Rudolf Flurschütz, geboren am 08.11.1878 in Hamburg - verstorben am 22.03.1948 in Leipzig-
@DeutscheDD
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Weihnachtsherzen 🕯

Wieder blicke ich zum Jahresende,
gebe hin mich meinem Sinnen,
in Erwartung jener Winterwende,
die das Licht uns wird gewinnen.

Stets erwachen neue Sterne,
die das All vergießt zum Licht.
Sie gesellen sich in weiter Ferne,
geben langen Nächten ihr Gesicht.

Und so kommen wir zusammen,
singend um die großen Feuer,
die dem alten Geist entstammen.
Mir sind solche Nächte teuer.

Bald senkt sich in den hohen Nächten
stille Heiligkeit in unsere Herzen,
die in Gold wir schmückend flechten,
und sich drehen werden über Kerzen.


-Wolfram Nahrath, im Gilbhardt 2025-
@DeutscheDD
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Heil Sonnenwend! 🔥🌞🔥

Der Sitte treu, den Ahnen treu.
Wir zünden den Holzstoss und rufen dabei.
Ihr Flammenzungen sprecht durch die Nacht,
Zu Freund und Feind: Der Deutsche wacht.

Der Deutsche wacht und behütet sein Feld,
Und zu Sonnenwende das Feuer schwelt.
Denn rot ist die Glut und die der Flamme Schein
Leuchtet gelb in die Nacht hinein.

Über das lebende Farbentuch
Sagen auch wir unseren Feuerspruch:
Mit Herz und Mund für Deutschtums Ehr
Die Hand am Schwert zur gerechten Wehr.

Und immer wach wie der Flamme Glut,
Die erst in grauer Asche ruht.
So treu dem Spruch bis ans Lebensend
Heil Sonnenwend!


@DeutscheDD
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D e r W i n t e r

Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht --
und Teich und Seen krachen,
das klingt ihm gut, das haßt er nicht,
dann will er sich totlachen. --

Sein Schloß von Eis liegt ganz hinaus
beim Nordpol an dem Strande,
doch hat er auch ein Sommerhaus
im lieben Schweizerlande.

Da ist er denn bald dort, bald hier,
gut Regiment zu führen,
und wenn er durchzieht, stehen wir
und sehn ihn an und frieren!


-Matthias Claudius, geboren am 15.08.1740 in Reinfeld (Holstein) – verstorben am 21.01.1815 in Hamburg-
@DeutscheDD
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Pommernlied

Wenn in stiller Stunde Träume mich umwehn
bringen frohe Kunde Geister ungesehn
reden von dem Lande meiner Heimat mir
hellem Meeresstrande, düsterm Waldrevier.

Weiße Segel fliegen auf der blauen See
weiße Möwen wiegen sich in blauer Höh´
blaue Wälder krönen weißer Dünen Sand
Pommerland, mein Sehnen ist dir zugewandt!

Aus der Ferne wendet sich zu dir mein Sinn
aus der Ferne sendet trauten Gruß er hin
traget, laue Winde, meinen Gruß und Sang
wehet leis und linde treuer Liebe Klang!

Bist ja doch das eine auf der ganzen Welt
bist ja mein, ich deine, treu dir zugesellt
kannst ja doch von allen, die ich je gesehn
mir allein gefallen, Pommerland, so schön!

Jetzt bin ich im Wandern, bin bald hier, bald dort
doch aus allen andern treibt´s mich immer fort
Bis in dir ich wieder finde meine Ruh
send ich meine Lieder dir, o Heimat, zu!


🪦 -Gustav Adolf Reinhard Pompe, geboren am 12.01.1831 in Stettin – verstorben am 23.12.1889 in Demmin-
@DeutscheDD
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Weihnachtstraum 🌲 🕯 ❄️

Wieder blüht im Glanz der Kerzen
märchenschön der grüne Baum,
wieder fügt dem tiefsten Herzen
Sich der alte Weihnachtstraum.

Wieder geht des Sinnes eilen
in der Jugend Reich zurück,
um verharrend zu verweilen
vor verwehter Stunden Glück.

Wieder hebt aus Duft und Singen
Sich der Zauber einer Frist,
der, wenn Jahre auch vergingen,
immer neu lebendig ist!


-Erich Limpach, 27.06.1899 in Charlottenburg - 10.12.1965 in Coburg-
@DeutscheDD
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Die rettende Suppe Heiligabend 1945

Wir saßen mit etwa acht Mann um den bullernden Kanonenofen in der Revierbaracke.
Die anderen lagen auf ihren Strohpritschen.
Sie waren zum Teil zu schwach, um aufzustehen.
Seit Anfang November vegetierte ich dahin.
Im Mai waren wir hierher transportiert worden in Güterwagen, in denen noch zentimeterdick der Kohlenstaub lag.
Ich war in Deutschland am Main durch amerikanische Truppen in Gefangenschaft geraten.
Diese hatten uns durch mehrere Hungerlager transportiert, nach Südfrankreich gebracht und uns dort an meinem 18. Geburtstag an die Franzosen übergeben.
Obwohl wir jetzt etwa 200 Kilometer südlich von Bordeaux waren, war es draußen empfindlich kalt.
Ausgemergelt, wie wir waren, setzte uns die Kälte besonders zu.
Ich war lange von meinen Kameraden getrennt und war durch mehrere Arbeitslager geschleppt worden.
Wir mussten Bäume fällen und zersägen.
Das Schlimme war, dass die Wälder absichtlich in Brand gesteckt worden waren.
Der Boden war bedeckt mit schwarzer Asche und bei jedem Axthieb wurde sie wieder aufgewirbelt.
Durch Hungerruhr, die ungewohnt schwere Arbeit und völlig ungenügende Ernährung waren alle total abgemagert und entkräftet.
Da bekam ich Fieber und wurde mit ein paar anderen Kameraden in das regionale Hauptlager Sore gebracht.
Dort wollte ich aber auf keinen Fall bleiben, denn ich hatte hier schon früher schlechte Erfahrungen gemacht.
Der deutsche, noch relativ junge Lagerarzt erschien und stellte mich auf eine Waage.
Ich sah nur noch, wie er die Stirn runzelte, dann wurde ich bewusstlos und fiel um.
Als ich aufwachte, lag ich im Revier auf einer Pritsche.
Ich hatte eine doppelseitige Lungenentzündung und permanent hohes Fieber.
Vieles habe ich in der Folgezeit deshalb nicht richtig wahrgenommen.
Ich habe auch einmal im Fieberwahn einen „Fluchtversuch“ gemacht und wäre dabei beinahe erschossen worden.
Aber das hat man mir erst später alles erzählt.
Ich weiß nur, dass sich der deutsche Lagerarzt sehr um mich gekümmert hatte, aber er konnte keine Medikamente herbeizaubern.
Nach der Krankheit wog ich noch 39 Kilo.
In den vergangenen Monaten waren jede Woche mehrere Kameraden verhungert.
Aber dann hatte ich Anfang Dezember Glück!
Neben mir lag für einige Tage der deutsche Koch der französischen Unteroffiziersküche.
Wir bekamen jeden Monat zwei kleine Päckchen Tabak, die ich natürlich gegen Lebensmittel eintauschte.
Da er die Verpflegung aus der Lagerküche nicht benötigte, aber gerne rauchte, hatte er seine Abendsuppe gegen ein Päckchen Tabak eingetauscht.
Dieser Kamerad war aber auf ein Arbeitskommando versetzt worden, und da bot er mir, ich hatte wohl sein Mitleid erregt, den gleichen Tausch an.
Meine Freude war unbeschreiblich!
Nun saßen wir hier, so gut wie niemand hatte bis jetzt irgendeine Nachricht von zu Hause erhalten, und machten uns so unsere Gedanken.
Das wichtigste Thema war natürlich der Fresspott!
Es hatte zu Weihnachten für jeden eine Flasche Leichtbier gegeben, die ich aber sofort gegen eine Scheibe Brot eingetauscht hatte.
Nun ging langsam unser Holzvorrat zu Ende, als die Tür aufging und eine Gruppe von Kameraden aus den anderen Baracken erschien und Holz, das sie in den gerodeten Wäldern für uns sammeln mussten, hereinbrachten.
Das war die erste Weihnachtsüberraschung.
Kurz danach kam für mich persönlich die zweite.
Der bereits erwähnte Koch erschien, kam direkt zu mir und fragte mich, ob ich auch das zweite monatliche Päckchen Tabak für die täglich Mittagssuppe tauschen wollte, denn sein anderer Tauschpartner war auch nicht mehr da.
Das war für mich mehr als eine Bescherung, denn es bedeutete meine Rettung!


-Günter Kahlmann-
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J u l n a c h t

Nun singet und seid froh - beim Scheine lichterloh
Der Kerzen, die da glüh'n - aus dunklem Tannengrün
Wenn in Winters Not - strahlt des Lichtes Bot'.

Der Morgen, er ist nah - drum klingt bald hier und da
Von neuen Frühlings Wonn' - der Jubel auf zur Sonn'
Unter Schnee und Eis - regt sich Hoffnung leis'.

Nun, Seele, ring dich frei - bald blüht dir neuer Mai
Davon wie holder Traum - dir künd' der Lichterbaum
Frost und Sturmeswehn - weicht bald Auferstehn!

Der ew'gen Lichtwelt zu - erheb' dein Herz auch du,
Schaust Balders Sonn' du so - dann singe und sei froh
Julnacht heil'ger Ruf - groß Erwachen schuf.

Wir singen und sind froh - beim Scheine lichterloh
Der Kerzen, die da glüh'n - aus dunklem Tannengrün
Wenn in Winters Not - strahlt des Lichtes Bot`!


-Hildulf Rudolf Flurschütz, geboren am 08.11.1878 in Hamburg - gestorben am 22.03.1948 in Leipzig-
@DeutscheDD
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Sterne hängen in den Birkenzweigen,
die in heller, schimmerndweißer Pracht
sich zur stillen Mutter Erde neigen
wunderbar, in weiter, klarer Nacht.

Tiefer Schnee glänzt licht auf allen Wegen
und die Spur der Rehe leuchtet fein
und ein reiner, gütig milder Segen
schließt die Welt und alles Leben ein.

Rauhreif glitzert leis im Mondglanz nieder,
wenn ein Hauch vom hohen Himmel sinkt,
und es klingen traute, liebe alte Lieder,
daß es weit durch Wind und Wälder klingt.

Sterne hängen in den Birkenzweigen
still in schimmerndheller großer Pracht,
wenn sich alle Herzen staunend neigen
in der wunderbaren Weihenacht!
🎄

-Ursel Peter, geboren am 08.08.1923 in Weigelsdorf – gestorben am 31.01.1970 in Linz-
@DeutscheDD
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