Deutsche Dichter und Denker
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Der Denker sagt das Sein,
der Dichter das Heilige!

Bilder, Gedichte und Sprüche in diesem Kanal verstehen sich als Nachahmung ohne Beurteilung.
Sie sind mit nötigem Ernst oder Spott zu genießen!

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Die schöne Buche

Ganz verborgen im Wald kenn' ich ein Plätzchen, da stehet
Eine Buche, man sieht schöner im Bilde sie nicht.
Rein und glatt, in gediegenem Wuchs erhebt sie sich einzeln,
Keiner der Nachbarn rührt ihr an den seidenen Schmuck.
Rings, so weit sein Gezweig der stattliche Baum ausbreitet,
Grünet der Rasen, das Aug' still zu erquicken, umher;
Gleich nach allen Seiten umzirkt er den Stamm in der Mitte;
Kunstlos schuf die Natur selber dies liebliche Rund.
Zartes Gebüsch umkränzet es erst; hochstämmige Bäume,
Folgend in dichtem Gedräng', wehren dem himmlischen Blau.
Neben der dunkleren Fülle des Eichbaums wieget die Birke
Ihr jungfräuliches Haupt schüchtern im goldenen Licht.
Nur wo, verdeckt vom Felsen, der Fußsteig jäh sich hinabschlingt,
Lässet die Hellung mich ahnen das offene Feld.

– Als ich unlängst einsam, von neuen Gestalten des Sommers
Ab dem Pfade gelockt, dort im Gebüsch mich verlor,
Führt' ein freundlicher Geist, des Hains auflauschende Gottheit,
Hier mich zum erstenmal, plötzlich, den Staunenden, ein.
Welch Entzücken! Es war um die hohe Stunde des Mittags,
Lautlos alles, es schwieg selber der Vogel im Laub.
Und ich zauderte noch, auf den zierlichen Teppich zu treten;
Festlich empfing er den Fuß, leise beschritt ich ihn nur.
Jetzo, gelehnt an den Stamm (er trägt sein breites Gewölbe
Nicht zu hoch), ließ ich rundum die Augen ergehn,
Wo den beschatteten Kreis die feurig strahlende Sonne,
Fast gleich messend umher, säumte mit blendendem Rand.
Aber ich stand und rührte mich nicht; dämonischer Stille,
Unergründlicher Ruh' lauschte mein innerer Sinn.
Eingeschlossen mit dir in diesem sonnigen Zauber-
Gürtel, o Einsamkeit, fühlt ich und dachte nur dich!


💐 -Eduard Friedrich Mörike, geboren am 08.09.1804 in Ludwigsburg – verstorben am 04.06.1875 in Stuttgart-
@DeutscheDD
❤64👏8👍2
Glück ist niemals ortsgebunden,
Glück kennt keine Jahreszeit.
Glück hat immer der gefunden,
der sich seines Lebens freut!

💐 -Clemens Wenzeslaus Brentano, geboren am 09.09.1778 in Ehrenbreitstein (heute Koblenz) – verstorben am 28.07.1842 in Aschaffenburg-
@DeutscheDD
❤65💯19🥰8👍6🤝2
Es liegt in sonn´gen reichen Landen
in ferner Sagen stillem Glanz
die Stadt um die sich innig wanden
der Schönheit und des Ruhmes Glanz
Es streben ihre alten Dome
zum Himmel an in hehrer Macht
und spiegeln sich im hellen Strome
in Herrlichkeit und Zauberpracht

Ich kam als deutscher Bursch gezogen
zu ihrer Burgen stolzem Bau
frischfröhlich wie der Moldau Wogen
im weiten grünen Böhmergau
und drinnen perlte warmes Leben
in deutscher Lust bei Becherklang
das war ein gutes freies Streben
Gott grüß dich froher Burschensang

Wenn Kampfesruf begeisternd hallte
da flammte heiß das deutsche Herz
hoch schwarz-rot-gold uns mahnend wallte
Alldeutschtum dein in Glück und Schmerz
Die Hochwacht, die wir einst erkoren
zu Prag, der deutschgeweihten Stadt
wir geben nimmer sie verloren
wenn auch die Brust oft kampfesmatt

Ob slawisch du dich auch gekleidet
und slawisch nun der Gasse Laut
ob ängstlich man die Deutschheit meidet
du bist aus deutschem Geist erbaut
Dich haben Deutsche einst geschaffen
mit deutschem Fleiß zur goldnen Stadt
es war allzeit auch deutsch Gewaffen
das trutzig dich geschirmet hat

Streitkühnes Prag, so fest gebauet
hast du dich mir ins Herz hinein
wenn auch das Auge nicht mehr schauet
wohl deiner Schönheit lichten Schein
Dahin sind der Begeisterung Stunden
die reich dem Wandrer du geschenkt
doch ist dein Bild ihm nicht entschwunden
wie weit er auch den Schritt gelenkt


-Otto von Pfister, 10.02.1868 in Kassel - 31.07.1952 in Wiesbaden–
@DeutscheDD
❤54👌6💯5👍3🥰3🤔1
Es ruht versenkt an stillem Ort
Tief unter Urwalds Eichen
Ein teurer, bergentrückter Hort
Ein Wunschhort ohnegleichen

Da liegt Herrn Wotans Runenspeer
Dabei Frau Friggas Spule
Dort blinkt der Becher, goldesschwer
Des Königs Ring von Thule

Der Amalungen weißer Schild
Das Schwert Herrn Karls, das scharfe
Leis tönet, wie verträumt, so mild
Des Vogelweiders Harfe

Der Schöppenspruch auf Pergament
Der Schapel holder Maide
Manch Lied, des Sänger niemand kennt
Und steinbespängt Geschmeide

Des Rotbart flatternd Kreuzpanier
Des Rathausdaches Giebel
Der Hansa stolze Flaggenzier
Und Doktor Luthers Bibel

Darüberhin ein Hauch, ein Duft
Kernfirnen Rheinweins brütet
O dringet kühn in diese Gruft
Die quellend Leben hütet

Allauf, Genossen, unverwandt
Laßt nach dem Schatz uns schürfen
Nur reines Herz und reine Hand
Wird ihn erheben dürfen

Er ist nicht tot: er wächst, er blüht
Er steigt uns selbst entgegen
Er will in Geist und in Gemüt
Uns seinen Segen legen

Den Segen deutscher Herrlichkeit
Die Heldenschaft der Ahnen
Laßt uns ihn heben allezeit
Den Volkshort der Germanen


-Ludwig Sophus Felix Dahn, geboren am 09.02.1834 in Hamburg – verstorben am 03.01.1912 in Breslau-
@DeutscheDD
❤52👍15👌13🔥4👏4✍1
Herz, aufglühe dein Blut
Brüder, nun laßt uns schwören
daß wir dem Vaterland gehören
in dessen sicheren Händen
unser Geschick, das Schicksal der Deutschen ruht

Was unser Spruch auch schwört
Wir schwören dem eigenen Leben
Daß wir nur wiedergeben
Was unsern Vätern, den Helden
Die es erstritten, was allen Deutschen gehört

Deutschland, dem wir geweiht
Die Arbeit unserer Hände
An deines Schicksals Wende
Stehn wir erhobener Seele
Und weihen uns dir voll Dankbarkeit

Treue, glüh unverzehrt
Treue, die mit uns geboren
Treue, von der nichts verloren
Wenn auch unsere ewige Seele
Zur ewigen Heimat kehrt


💐 -Heinrich Lersch, geboren am 12.09.1889 in Mönchen-Gladbach – verstorben am 18.06.1936 in Remagen-
@DeutscheDD
❤51🔥7🤗3
Abendlied

Gute Nacht!
Allen Müden sei's gebracht!
Neigt der Tag sich still zu Ende, ruhen alle fleiß'gen Hände,
bis der Morgen neu erwacht:
Gute Nacht! :

Geht zur Ruh!
Schließt die müden Augen zu
Stiller wird es auf den Straßen, und den Wächter hört man blasen,
und die Nacht ruft allen zu:
Geht zur Ruh !

Schlummert süß!
Träumt euch euer Paradies!
Wem die Liebe raubt den Frieden, sei ein sanfter Traum beschieden,
als ob Liebchen ihn begrüß':
Schlummert süß!

Gute Nacht!
Schlummert, bis der Tag erwacht!
Schlummert, bis der neue Morgen kommt mit seinen neuen Sorgen,
ohne Furcht, der Vater wacht;
Gute Nacht!


-Theodor Körner, geboren am 23.09.1791 in Dresden – gefallen am 26.08.1813 im Forst Rosenow bei Lützow-
(Nach einer Volksweise)
@DeutscheDD
❤51👍10👌3🥰2👏2
Wir sind nicht Puristen von der törichten Art, die alle Fremdwörter unserer Sprache vertreiben möchten, um ungewohnte, weniger verständliche deutsche, von eigener schlechter Mache, an ihre Stelle zu setzen;
wo aber gute deutsche Ausdrücke vorhanden sind, diesen die Fremdwörter vorzuziehen, finden wir geschmacklos und verwerflich!

-Ernst Kuno Berthold Fischer, geboren am 23.07.1824 in Sandewalde (Schlesien) – verstorben a, 05.07.1907 in Heidelberg-
@DeutscheDD
💯67👌29👍18❤15😁1🤗1
Wir müssen durch!
Sorgen wir nur dafür, daß wir mit jedem Tage reifer und besser werden!
Wir sind kein Spiel des blinden Zufalls, sondern wir stehen in Gottes Hand, und die Vorsehung leitet uns!

-Luise Auguste Wilhelmine Amalie zu Mecklenburg – Strelitz, geboren am 10.03.1776 in Hannover – verstorben an 19.07.1810 auf Schloss Hohenzieritz-
@DeutscheDD
❤39💯14⚡10👍5🥰2
Freiheitskämpfer

Es sei mein Herz und Blut geweiht
dich Vaterland zu retten.
Wohlan, es gilt, du seist befreit
wir sprengen deine Ketten!
Nicht fürder soll die arge Tat
des Fremdlings Übermut, Verrat
in deinen Schoss sich betten!

Wer hält, wem frei das Herz noch schlägt
nicht fest an deinem Bilde?
Wie kraftvoll die Natur sich regt
durch deine Waldgefilde,
so blüht der Fleiss, dem Neid zur Qual
in deinen Städten sonder Zahl,
und jeder Kunst Gebilde.

Der deutsche Stamm ist alt und stark
voll Hochgefühl und Glauben.
Die Treue ist der Ehre Mark´
wankt nicht, wenn Stürme schnauben.
Es schafft ein ernster, tiefer Sinn
dem Herzen solchen Hochgewinn,
den uns kein Feind mag rauben.

So spotte jeder der Gefahr
die Freiheit ruft uns allen.
So wills das Recht und es bleibt wahr
wie auch die Lose fallen.
Ja, sinken wir der Übermacht
so woll’n wir doch zur ew’gen Nacht
glorreich hinüberwallen!


-Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel, geboren am 10.03.1773 in Hannover – verstorben am 12.01.1829 in Dresden-
(1809)
@DeutscheDD
👍27🫡20❤11🔥5😇1
Heldenheimat, die wir schauen
von der Alpen steilem Rand,
blaue Berge, grüne Auen
und der Ströme helles Band,
bis an jenes weit entleg´ne
Dünenfeld am Nordseestrand!

Treue Frauen, starke Recken
trug von je dein tiefer Grund.
Tausend blanke Schilde decken
deiner Bruderstämme Bund.
Zitternd sank sie, die verweg’ne
ländergier’ge Feindeshand!

Hohes Erbteil edler Ahnen:
reine Sitte, strenges Recht,
leite auf des Friedens Bahnen
unbeirrt ein frei Geschlecht.
Ob dir Glück, ob Leid begegne
jedem Schicksal hältst du stand!


-Ambros Mayr, geboren am 08.05.1849 in Söll (Tirol) – verstorben am 30.10.1897 in Wien-
@DeutscheDD
❤36👌24💯12👍3🤗3
Der Unentschlossene

Ein Mensch ist ernstlich zu beklagen,
Der nie die Kraft hat, nein zu sagen.
Obwohl er’s weiß, bei sich ganz still:
Er will nicht, was man von ihm will!
Nur, dass er Aufschub noch erreicht,
Sagt er, er wolle sehn, vielleicht ...
Gemahnt, nach zweifelsbitteren Wochen,
Dass er’s doch halb und halb versprochen.
Verspricht er’s, statt es abzuschütteln,
Aus lauter Feigheit zu zwei Dritteln,
Um endlich, ausweglos gestellt,
Als ein zur Unzeit tapferer Held
In Wut und Grobheit sich zu steigern
Und das Versprochne zu verweigern.
Der Mensch gilt bald bei jedermann
Als hinterlistiger Grobian –
Und ist im Grund doch nur zu weich,
Um nein zu sagen – aber gleich!


-Eugen Roth, geboren am 24.01.1895 in München – verstorben am 28.04.1976 ebenda-
@DeutscheDD
👌38💯26🔥8❤7👏5🫡1
Ich bin ein deutscher Jüngling
Mein Haar ist kraus, breit meine Brust
Mein Vater war ein edler Mann
ich bin es auch
Wenn mein Aug Unrecht siehet
sträubt sich mein krauses Haar empor
Und meine Hand schwellt auf und zuckt
und greift ans Schwert´

Ich bin ein deutscher Jüngling
beim süßen Namen „Vaterland“
Schlägt mir das Herz
und mein Gesicht wird feuerrot
ich weiß ein deutsches Mädchen
Ihr Aug ist blau, und sanft ihr Blick
und gut ihr Herz
und blau, o Hertha, blau ihr Aug

Wer nicht stammt von Thuiskon
Der blicke nach dem Mädchen nicht
Er blicke nicht
Wenn er nicht von Thuiskon stammt
Denn ihres blauen Auges
soll sich ein edler Jüngling freun
Sie soll geliebt, soll eines edlen Jünglings sein

Ich bin ein deutscher Jüngling
und schaue kalt und kühn umher
ob einer sei
der nach dem Mädchen blicken will


-Matthias Claudius, geboren am 15.08.1740 in Reinfeld (Holstein) – verstorben am 21.01.1815 in Hamburg-
@DeutscheDD
❤46🔥11👏9👍6😁1🥴1
Siebenbürgen, Land des Segens
Land der Fülle und der Kraft
mit dem Gürtel der Karpathen
um das grüne Kleid der Saaten
Land voll Gold und Rebensaft

Siebenbürgen, Meeresboden
einer längst verflossnen Flut
Nun ein Meer von Ährenwogen
dessen Ufer waldumzogen
an der Brust des Himmels ruht

Siebenbürgen, Land der Trümmer
einer Vorzeit stark und groß
Deren tausendjähr´ge Spuren
ruhen noch in deiner Fluren
ungeschwächtem Ackerschoß

Siebenbürgen, grüne Wiege
einer bunten Völkerschar
Mit dem Klima aller Zonen
mit dem Kranze von Nationen
um des Vaterlands Altar

Siebenbürgen, grüner Tempel
mit der Berge hohem Chor
Wo der Andacht Huldigungen
steigen in so vielen Zungen
zu dem einen Gott empor

Siebenbürgen, Land der Duldung
jedes Glaubens sichrer Hort
Mögst du bis zu fernen Tagen
als ein Hort der Freiheit ragen
und als Wehr dem treuen Wort

Siebenbürgen, süße Heimat
unser teures Vaterland
sei gegrüßt in deiner Schöne
und um alle deine Söhne
schlinge sich der Eintracht Band!


💐 -Maximilian Leopold Moltke, geboren am 18.09.1819 in Küstrin – verstorben am 19.01.1894 in Leipzig-
(1846)
@DeutscheDD
❤66🥰12👍9🤝1
Guter Rat

Heut, da die Ohnmacht sich brüstet und Meinungen jeder zu Markt trägt,
Die er vom Baume gerupft, eh die Vernunft sie gereift,
Sei dir ein Weggenoß im tollen Gedränge der Zweifel;
Aber im Frieden für dich pflanze der Zukunft die Tat!


-Otto Ernst Schmidt, geboren am 07.10.1862 in Ottensen – verstorben am 05.03.1926 in Groß Flottbek-
@DeutscheDD
💯44❤18👏7👍5🤗1
Welch eine Sprach' ist schön,
welch eine Sprach' ist reich?
Verschieden an Getön,
im Sinn sind alle gleich.

Nicht dies' und jene Sprach'
entzückt, erfreuet mich;
Was mich erfreut, entzückt,
das ist die Sprach' an sich:

Daß eine Sprach' es gibt, die,
was du fühlst und denkest,
Dir deutlich macht, je mehr
du dich in sie versenkest;

Daß eine Sprach' es gibt,
Kraft deren du verkündest
Der Welt geheimen Sinn,
so weit du sie ergründest:

Drum ist die schönste Sprach'
und beste, die du nennst,
Die Muttersprache, weil du sie
am besten kennst!

-Friedrich Rückert, geboren am 16.05.1788 in Schweinfurt – verstorben am 31.01.1866 in Neuses-
@DeutscheDD
❤71👌6👍5👏3🤗3🥰1
Am Kreuzweg wähl mit klarem Blick
Den rechten Weg zum wahrem Glück!


@DeutscheDD
❤66👌10👍8✍3🔥3😇2
Noch sind uns Herz und Hände
nicht kraftlos und müd geworden
Frisch ruft zu Taten und zu Pflicht
der junge deutsche Orden

Was Not und Bruderhaß zerbrach
wir bauen es aufs neue
wir glauben an den künft´gen Tag
und an die deutsche Treue

Wir wollen furchtlos Hand in Hand
die deutsche Zukunft zimmern
Neu soll das alte Vaterland
erstehen aus den Trümmern

Dann soll´n ihr altes Eisenlied
die deutschen Schwerter singen
und welsche Speere stumpf und müd
an unserm Schild zerspringen

Drum frisch, ihr Brüder, schließt die Reih´n
in allen deutschen Gauen
Der alte Gott wird mit uns sein
ihm wollen wir vertrauen


-Rudolf Roddewig-
@DeutscheDD
❤51🫡13👌10🔥9😁1
Richte dich auf Germania, Richte dich auf
Nicht mehr beweinen
sollst du der deinen
Zwietracht und Neid
Jammer und Leid
Hörst du das Jauchzen im Süden und Norden
trauliches Grüßen von Herz zu Herz
Richte dich auf aus Kummer und Schmerz
einig sind all deine Kinder geworden
Richte dich auf Richte dich auf Germania
Siehe der Morgen der Freiheit ist nah

Richte dich auf Germania, Richte dich auf
Nicht mehr mit Klagen
sollst du ertragen
bübischen Spott
Knechtschaft und Not
Richte dich auf in gebietender Schöne
weithin strecke dein flammendes Schwert
um dich geschart, der Freiheit wert
mächtig gerüstet sind all deine Söhne
Richte dich auf Richte dich auf Germania
Siehe der Morgen der Freiheit ist nah

Richte dich auf Germania, Richte dich auf
Finstre Gewalten
wollen dich halten
scheuche sie fort
sprich nur ein Wort
Stolz kannst du, nicht mehr in Flören, entfalten
weithin strahlend das heil’ge Panier
siehe Alldeutschland steht zu dir
einig und frei und nicht mehr zu spalten
Richte dich auf Richte dich auf Germania
Siehe der Morgen der Freiheit ist nah


-Verfasser unbekannt-
@DeutscheDD
❤82👍9🔥8👌2💯2
Sehet euch um!
Sind wir nicht wieder verraten?
Wieder durch Diplomaten?
Feinde ringsum!

Sehet euch um!
Ringsum feige Philister
Reaktionäre Minister
Feinde ringsum!

Sehet euch um!
Ringsum Konstabler, Soldaten
Ringsum Kosaken, Kroaten
Feinde ringsum!

Sehet euch um!
Schergen und Freiheitswürger
wider die friedlichen Bürger
Feinde ringsum!

Brüder, Glückauf!
Lieber für Freiheit sterben
als in der Knechtschaft verderben!
Feinde ringsum!


-August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, geboren am 02.04.1798 in Fallersleben – verstorben am 19.01.1874 in Corvey-
@DeutscheDD
👍58❤27⚡7😈2🤗1
Seine Berge über alles
rühmt der Schwabe allenthalb
drum ertöne lauten Schalles
dieses Lied auch unsrer Alb
Preis den schönen stolzen Bergen
ihre Gipfel burggekrönt
kühne Felsen , licht und helle
und von Sonnengold verschönt

Preis dem Wald, so maienträchtig
unsrer Berge Schmuckgewand
tönet doch sein Rauschen mächtig
oft wie Mahnruf in das Land
Wahrt die Freiheit, haltet Frieden
kräftig durch der Eintracht Band
Felsenfest wie eure Berge
steht zum deutschen Vaterland

Wasser springen aus den Klüften
stürzen über Felsen kühn
fließen durch die saftgen Triften
stiller Täler sanft dahin
Höhlen in der Berge Tiefen
welche zauberische Welt
die gar viel des Wunderbaren
aller Zeit verborgen hält

Und auf all den luftgen Höhen
unserm liebsten Aufenthalt
spüren wir ein heilig Wehen
freien Geistes Allgewalt
unter blauem Himmelsbogen
tönet stets in vollrem Klang
wie von Gottes Hauch getragen
Deutsches Wort und deutscher Sang

Darum loben wir und feiern
unsere Berge allzumal
ob sie Wolken auch umschleiern
ob sie glühn im Sonnenstrahl
immer wo wir sie nur schauen
hebt ihr Anblick unsre Brust
sie sind unsrer Heimat Zierde
unser Stolz und unsere Lust


-Ludwig Egler, geboren am 24.08.1828 in Hechingen – verstorben am 02.08.1898 ebenda-
@DeutscheDD
❤50👏7👌5💯5👍1