Sicheres Deutschland, schläfst du noch?
Ach, wie nah ist dir dein Joch,
das dich hart wird drücken
und dein Antlitz dürr und bleich,
jämmerlich ersticken.
Wach auf, du Deutsches Reich!
-Verfasser unbekannt-
@DeutscheDD
Ach, wie nah ist dir dein Joch,
das dich hart wird drücken
und dein Antlitz dürr und bleich,
jämmerlich ersticken.
Wach auf, du Deutsches Reich!
-Verfasser unbekannt-
@DeutscheDD
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Heidelied
Wenn der Wind, wenn der Wind
über die Heide zieht,
dann summt der Machangel
ein seltsames Lied…
Ein Lied von Blumen, von Liebe und Treu,
alt ist das Lied, und das Lied das ist so neu.
Wenn der Sturm, wenn der Sturm
über die Heide jagt,
dann weint der Machangel
und trauert und klagt…
Ein Lied von Pflicht und von blutigem Muß
Zerreißt aus der Ferne ein Kugelschuß.
Wenn der Herbst, wenn der Herbst
über die Heide rauscht,
dann steht ein Soldat still
am Wege und lauscht…
Er kommt aus dem Nebel vom Abendrot,
bleich ist sein Mund, und sein Herz, das ging tot.
Wenn der Lenz, wenn der Lenz
Über die Heide springt,
dann schweigt der Machangel
kein Lied er jetzt singt…
Dann steht der Soldat und horcht in den Wind,
vieltausend Kameraden bei ihm sind!
-Bernd Lembeck, 31.08.1895 in Düsseldorf – unbekannt-
(Zum Gedenken an Hermann Löns geschrieben, gefallen am 26.09.1914 bei Reims)
@DeutscheDD
Wenn der Wind, wenn der Wind
über die Heide zieht,
dann summt der Machangel
ein seltsames Lied…
Ein Lied von Blumen, von Liebe und Treu,
alt ist das Lied, und das Lied das ist so neu.
Wenn der Sturm, wenn der Sturm
über die Heide jagt,
dann weint der Machangel
und trauert und klagt…
Ein Lied von Pflicht und von blutigem Muß
Zerreißt aus der Ferne ein Kugelschuß.
Wenn der Herbst, wenn der Herbst
über die Heide rauscht,
dann steht ein Soldat still
am Wege und lauscht…
Er kommt aus dem Nebel vom Abendrot,
bleich ist sein Mund, und sein Herz, das ging tot.
Wenn der Lenz, wenn der Lenz
Über die Heide springt,
dann schweigt der Machangel
kein Lied er jetzt singt…
Dann steht der Soldat und horcht in den Wind,
vieltausend Kameraden bei ihm sind!
-Bernd Lembeck, 31.08.1895 in Düsseldorf – unbekannt-
(Zum Gedenken an Hermann Löns geschrieben, gefallen am 26.09.1914 bei Reims)
@DeutscheDD
❤43🫡5💯4
Die deutsche Muttersprache
Wenn du noch einen Funken hast
in dir, von deinen deutschen Ahnen,
so wird, wenn du's vergessen hast,
dich dein Gewissen daran mahnen.
Der Muttersprache schäm' dich nie,
gebrauche, übe, liebe sie!
Wenn du auch fortgepilgert bist,
aus deinem deutschen Vaterland
und um dich her erloschen ist
der traute Laut, dir wohlbekannt,,
oh, da gerade, präg' dir's ein,
bleib' treu der Muttersprache dein!
Und wenn man sie dir nehmen will,
die liebe Muttersprache, wehr',
oh wehre dich, es sei dein Ziel!
Und fällt es dir auch manchmal schwer,
mein Deutschtum lass' ich nicht, oh nein,
ich setz' dafür mein Leben ein!
Oh deutscher Laut, mir tief ins Herz
von frühester Kindheit eingegraben,
dein Lob erschalle allerwärts,
wo Deutsche eine Heimat haben.
Ihr Deutschen, pfleget, liebt und ehrt
die Muttersprache, sie ist's wert!
-Alexander Würtz, geboren 1884 - verstorben 1943-
Russlanddeutscher Dichter
@DeutscheDD
Wenn du noch einen Funken hast
in dir, von deinen deutschen Ahnen,
so wird, wenn du's vergessen hast,
dich dein Gewissen daran mahnen.
Der Muttersprache schäm' dich nie,
gebrauche, übe, liebe sie!
Wenn du auch fortgepilgert bist,
aus deinem deutschen Vaterland
und um dich her erloschen ist
der traute Laut, dir wohlbekannt,,
oh, da gerade, präg' dir's ein,
bleib' treu der Muttersprache dein!
Und wenn man sie dir nehmen will,
die liebe Muttersprache, wehr',
oh wehre dich, es sei dein Ziel!
Und fällt es dir auch manchmal schwer,
mein Deutschtum lass' ich nicht, oh nein,
ich setz' dafür mein Leben ein!
Oh deutscher Laut, mir tief ins Herz
von frühester Kindheit eingegraben,
dein Lob erschalle allerwärts,
wo Deutsche eine Heimat haben.
Ihr Deutschen, pfleget, liebt und ehrt
die Muttersprache, sie ist's wert!
-Alexander Würtz, geboren 1884 - verstorben 1943-
Russlanddeutscher Dichter
@DeutscheDD
❤95👍9💯9😍3🥰1👌1
Im Banne
Im ersten Lichte flüstern die Auen,
regen zart sich Halm und Blatt.
Farben erwachen im Morgengrauen,
leise Ahnungen schimmern matt.
Mittagsstille liegt noch überm Feld,
als in der Ferne ein Grollen erklingt.
Zuckendes Leuchten die Wolken erhellt,
der Himmelsschmied den Hammer schwingt.
Das Feuer der Blitze zeichnet grell ihre Spur
dem Donnerschlag voraus und entgegen.
Dann erfaßt ein Beben die ganze Natur;
Aus blauem Schwarz bricht stürmischer Regen.
Es bersten Dämme, die lange gehalten,
die Flut schießt schäumend heran.
Vergeblich stehn Wehre gegen Gewalten.
Allmutter Natur zieht uns in Bann!
-Alte Wölfin- 🎂
@DeutscheDD
Im ersten Lichte flüstern die Auen,
regen zart sich Halm und Blatt.
Farben erwachen im Morgengrauen,
leise Ahnungen schimmern matt.
Mittagsstille liegt noch überm Feld,
als in der Ferne ein Grollen erklingt.
Zuckendes Leuchten die Wolken erhellt,
der Himmelsschmied den Hammer schwingt.
Das Feuer der Blitze zeichnet grell ihre Spur
dem Donnerschlag voraus und entgegen.
Dann erfaßt ein Beben die ganze Natur;
Aus blauem Schwarz bricht stürmischer Regen.
Es bersten Dämme, die lange gehalten,
die Flut schießt schäumend heran.
Vergeblich stehn Wehre gegen Gewalten.
Allmutter Natur zieht uns in Bann!
-Alte Wölfin- 🎂
@DeutscheDD
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Die unterbrochene Predigt
Beim Gottesdienst auf freiem Felde hielt
Ein wütend Pfäfflein eine Donnerpredigt.
Mit seines Herrgotts schärfsten Blitzen spielt
Das Männlein ungeniert und unbeschädigt.
Er spricht von einer fernen großen Stadt,
Wo eine Seuche alt und jung verschlingt,
Wo Tag und Nacht durch Werk- und Schlummerstatt
Der Wimmerton der Sterbeglocke klingt.
„Seht,“ ruft er, „seht allda den Finger Gottes!
Seht, wie der Herr die Glaubenslosen schlägt!
Gott ist gerecht! Wie auf die Stadt des Spottes
Der Herr nun endlich seine Hand gelegt —“
Er hob den Blick. Da flog ein Vogel, und
Der schloß durch ein Geschenk aus seinem Schoß —
Ein seltner Glücksfall — ihm den losen Mund —
Der Vogel, wie mir schien, war ziemlich groß.
Hier sah der Mann den Finger Gottes nicht,
Und das mit Recht. Denn es bedünkt mich schier:
So viel Gefühl, zu strafen diesen Wicht,
So viel Vernunft besitzt wohl auch ein Tier!
-Otto Ernst Schmidt, geboren am 07.10.1862 in Ottensen – verstorben am 05.03.1926 in Groß Flottbek-
@DeutscheDD
Beim Gottesdienst auf freiem Felde hielt
Ein wütend Pfäfflein eine Donnerpredigt.
Mit seines Herrgotts schärfsten Blitzen spielt
Das Männlein ungeniert und unbeschädigt.
Er spricht von einer fernen großen Stadt,
Wo eine Seuche alt und jung verschlingt,
Wo Tag und Nacht durch Werk- und Schlummerstatt
Der Wimmerton der Sterbeglocke klingt.
„Seht,“ ruft er, „seht allda den Finger Gottes!
Seht, wie der Herr die Glaubenslosen schlägt!
Gott ist gerecht! Wie auf die Stadt des Spottes
Der Herr nun endlich seine Hand gelegt —“
Er hob den Blick. Da flog ein Vogel, und
Der schloß durch ein Geschenk aus seinem Schoß —
Ein seltner Glücksfall — ihm den losen Mund —
Der Vogel, wie mir schien, war ziemlich groß.
Hier sah der Mann den Finger Gottes nicht,
Und das mit Recht. Denn es bedünkt mich schier:
So viel Gefühl, zu strafen diesen Wicht,
So viel Vernunft besitzt wohl auch ein Tier!
-Otto Ernst Schmidt, geboren am 07.10.1862 in Ottensen – verstorben am 05.03.1926 in Groß Flottbek-
@DeutscheDD
👍35🔥7👏6❤5😁3🫡2
Beizeiten
Beizeiten öffne deine Seele für den Sturm,
er befreit sie so von Unrat und vom Plunder,
holt dich aus des Trübsals engem Turm
und stellt dich wieder in des Lebens Wunder.
Beizeiten gib deinen Augen weiten Blick,
so nur zeigt sich dir die Welt, das Eins.
Laß` alle Kleinlichkeit tief unter dir zurück,
dann erkennst Du klar den Sinn des Seins.
Beizeiten gib hin dich deinem warmen Herz,
fühle, spüre in dir deines Blutes Rauschen.
Sein Strömen reißt hinfort den Weltenschmerz
und läßt dich seinem Schlage innig lauschen.
Beizeiten schließlich lasse deinem Geist den Flug,
laß` vertrauensvoll dich von ihm tragen.
So kannst du meiden allen Flitter, jeden Trug
Und wirst guten Mutes Großes wagen!
-Wolfram Nahrath-
Im Wonnemonat 2026
@DeutscheDD
Beizeiten öffne deine Seele für den Sturm,
er befreit sie so von Unrat und vom Plunder,
holt dich aus des Trübsals engem Turm
und stellt dich wieder in des Lebens Wunder.
Beizeiten gib deinen Augen weiten Blick,
so nur zeigt sich dir die Welt, das Eins.
Laß` alle Kleinlichkeit tief unter dir zurück,
dann erkennst Du klar den Sinn des Seins.
Beizeiten gib hin dich deinem warmen Herz,
fühle, spüre in dir deines Blutes Rauschen.
Sein Strömen reißt hinfort den Weltenschmerz
und läßt dich seinem Schlage innig lauschen.
Beizeiten schließlich lasse deinem Geist den Flug,
laß` vertrauensvoll dich von ihm tragen.
So kannst du meiden allen Flitter, jeden Trug
Und wirst guten Mutes Großes wagen!
-Wolfram Nahrath-
Im Wonnemonat 2026
@DeutscheDD
❤48👍18👏2🫡1
Wer ein gutes Buch verschenkt,
der gibt mehr als Geld, Brot und Arbeit,
er gibt Friede, Freude, Frohsinn!
-Hermann Löns, geboren am 29.08.1866 in Culm an der Weichsel – gefallen am 26.09.1914 bei Loivre bei Reims-
@DeutscheDD
der gibt mehr als Geld, Brot und Arbeit,
er gibt Friede, Freude, Frohsinn!
-Hermann Löns, geboren am 29.08.1866 in Culm an der Weichsel – gefallen am 26.09.1914 bei Loivre bei Reims-
@DeutscheDD
❤77👍26🔥7🫡5👏4😇3
Von den eigenen Politikern geht gegenwärtig (wieder einmal) die größte Bedrohung für unser Volk aus!
-Prof. Querulix-
@DeutscheDD
-Prof. Querulix-
@DeutscheDD
👍49💯21❤3😱3😢2
Klage eines emigrierten Journalisten
In Deutschland ist es leider nicht mehr wie es früher war,
als noch die Sitten und Gebräuche unsrer Leute herrschten.
Ich interviewte heute Filmstars, morgen fremde Ferschten;
dafür bezog ich jährlich so zigtausend Emm in bar.
Man hatte viel Respekt vor mir, wenn ich vom Leder zog,
und Bank und Börse waren mir bis auf den Tod verschrieben,
wodurch mir auch Bestechungsgelder monatlich verblieben,
obwohl ich oft das Blaue glatt vom Himmel `runter log.
Ich schrieb und schmierte fest drauflos und war durchaus
verfasste Leitartikel, eine ungeheure Serie, --- nicht faul,
polemisch meist, versteht sich – das lag so in der Materie,
und, Gott sei Dank, verbrannte ich mir nie dabei das Maul.
Und dann auf einmal war die altgewohnte Chose er,
man munkelt von Säuberung der ganzen deutschen Presse.
Da stand ich nun mit dem Talent und meiner großen Fresse
Und machte voller Wehmut meinen letzten Tintenklecks.
Nun repetiere ich hier im Exil den alten Schmus,
den man mir damals noch in Deutschland teuer honorierte,
bis dann die Katastrophe eines guten Tags passierte…
Ich nahm die Grenze im Galopp und ohne Abschiedsgruß.
Und so erhielt ich draußen für mein Handwerk die Lizenz,
was ich ererbt von meinen Vätern, kann ich niemals lassen:
Ich muß doch alles Deutsche aus Prinzip und Bosheit hassen,
und dieser Haß gibt mir wie damals meine Existenz…
-Bernd Lembeck, 31.08.1895 in Düsseldorf – unbekannt-
@DeutscheDD
In Deutschland ist es leider nicht mehr wie es früher war,
als noch die Sitten und Gebräuche unsrer Leute herrschten.
Ich interviewte heute Filmstars, morgen fremde Ferschten;
dafür bezog ich jährlich so zigtausend Emm in bar.
Man hatte viel Respekt vor mir, wenn ich vom Leder zog,
und Bank und Börse waren mir bis auf den Tod verschrieben,
wodurch mir auch Bestechungsgelder monatlich verblieben,
obwohl ich oft das Blaue glatt vom Himmel `runter log.
Ich schrieb und schmierte fest drauflos und war durchaus
verfasste Leitartikel, eine ungeheure Serie, --- nicht faul,
polemisch meist, versteht sich – das lag so in der Materie,
und, Gott sei Dank, verbrannte ich mir nie dabei das Maul.
Und dann auf einmal war die altgewohnte Chose er,
man munkelt von Säuberung der ganzen deutschen Presse.
Da stand ich nun mit dem Talent und meiner großen Fresse
Und machte voller Wehmut meinen letzten Tintenklecks.
Nun repetiere ich hier im Exil den alten Schmus,
den man mir damals noch in Deutschland teuer honorierte,
bis dann die Katastrophe eines guten Tags passierte…
Ich nahm die Grenze im Galopp und ohne Abschiedsgruß.
Und so erhielt ich draußen für mein Handwerk die Lizenz,
was ich ererbt von meinen Vätern, kann ich niemals lassen:
Ich muß doch alles Deutsche aus Prinzip und Bosheit hassen,
und dieser Haß gibt mir wie damals meine Existenz…
-Bernd Lembeck, 31.08.1895 in Düsseldorf – unbekannt-
@DeutscheDD
❤16👍11💯8⚡6😁3👌3
Wir wollen uns dessen bewußt bleiben, daß es unsere Pflicht ist, Hüter der deutschen Sprachlehre zu sein.
In unserem Kreise muß es als Würdelosigkeit gelten, ein Mengsldeutsch im Munde zu führen, das zum Gespött unserer Neider und Hasser geworden ist.
Mit jedem deutschen Worte, das deutsche Lippen sprechen, tut die deutsche Schule einen Atemzug ihres Lebens, mit jedem elenden Fremdbrocken, den eine deutsche Zunge bewußt verschmäht, wird deutsches Volksbewußtsein gestärkt.
Welschen ist ungebildet, unwürdig, gemein!
-Richard Lange, Hagen i. Westf.-
@DeutscheDD
In unserem Kreise muß es als Würdelosigkeit gelten, ein Mengsldeutsch im Munde zu führen, das zum Gespött unserer Neider und Hasser geworden ist.
Mit jedem deutschen Worte, das deutsche Lippen sprechen, tut die deutsche Schule einen Atemzug ihres Lebens, mit jedem elenden Fremdbrocken, den eine deutsche Zunge bewußt verschmäht, wird deutsches Volksbewußtsein gestärkt.
Welschen ist ungebildet, unwürdig, gemein!
-Richard Lange, Hagen i. Westf.-
@DeutscheDD
👌40💯32👍15⚡3🔥3🤝1
Gekommen ist die Erntezeit,
Schon wird das reife Korn gehauen,
Und garbenbindend steht bereit
Die Schar der Schnitter und der Frauen.
🌾
Sie haben alle ihren Teil
Am liederfrohen Erntefeste
Und rufen jubelnd: „Dank und Heil!
Der Himmel gab dazu das Beste.“
🙏
„Der Himmel segnete das Mühn’,
Das ackernd, säend uns verbunden
Im Wettersturm, im Sonnenglühn –
Nun haben wir den Lohn gefunden!“
☀️
Schön war das frische Saatengrün,
Schön war das Feld im Aehrenwallen,
Die Wiese schön im Blumenblühn –
Doch nun sind Blüt und Halm gefallen. –
🌻
Der Baum, nur spärlich noch belaubt,
Wirft statt der Blüten Früchte nieder
Und schüttelt lächelnd noch das Haupt,
Singt man für ihn auch Erntelieder.
🍎
So ist es wohl ein Hochgefühl
Zu ernten selbst gesäte Saaten.
Der Arbeit Lohn, ein Kranz am Ziel,
Wenn, was man pflegte, wohlgeraten.
Auch manchen, die nicht selbst gesät,
Ist Erntesegen doch gekommen;
Sie haben dafür früh und spät
Ein heilig Erbteil übernommen.
Sie mögen nun mit voller Hand
Den Samen streun, den sie empfangen:
Des alten Werkes Segenspfand
Soll er zu neuer Frucht gelangen.
Und bleiben jetzt am Stoppelfeld
Wehmütig unsre Blicke hangen –
Bald wieder wird es neu bestellt
Im Grün der Wintersaaten prangen.
Scheint einmal alles still und tot,
Wächst selbst noch unterm Schnee verborgen
Die junge Saat zum neuen Brot
Kommt doch für sie ein Ostermorgen.
Drum frisch an’s Werk und nicht verzagt!
Beim Ernten denkt an’s Samenstreuen!
Denn wer da müßig steht und klagt
Kann keiner Ernte sich erfreuen!
-Louise Otto-Peters, geboren am 26.03.1819 in Meißen – verstorben am 13.03.1895 in Leipzig-
@DeutscheDD
Schon wird das reife Korn gehauen,
Und garbenbindend steht bereit
Die Schar der Schnitter und der Frauen.
🌾
Sie haben alle ihren Teil
Am liederfrohen Erntefeste
Und rufen jubelnd: „Dank und Heil!
Der Himmel gab dazu das Beste.“
„Der Himmel segnete das Mühn’,
Das ackernd, säend uns verbunden
Im Wettersturm, im Sonnenglühn –
Nun haben wir den Lohn gefunden!“
☀️
Schön war das frische Saatengrün,
Schön war das Feld im Aehrenwallen,
Die Wiese schön im Blumenblühn –
Doch nun sind Blüt und Halm gefallen. –
🌻
Der Baum, nur spärlich noch belaubt,
Wirft statt der Blüten Früchte nieder
Und schüttelt lächelnd noch das Haupt,
Singt man für ihn auch Erntelieder.
🍎
So ist es wohl ein Hochgefühl
Zu ernten selbst gesäte Saaten.
Der Arbeit Lohn, ein Kranz am Ziel,
Wenn, was man pflegte, wohlgeraten.
Auch manchen, die nicht selbst gesät,
Ist Erntesegen doch gekommen;
Sie haben dafür früh und spät
Ein heilig Erbteil übernommen.
Sie mögen nun mit voller Hand
Den Samen streun, den sie empfangen:
Des alten Werkes Segenspfand
Soll er zu neuer Frucht gelangen.
Und bleiben jetzt am Stoppelfeld
Wehmütig unsre Blicke hangen –
Bald wieder wird es neu bestellt
Im Grün der Wintersaaten prangen.
Scheint einmal alles still und tot,
Wächst selbst noch unterm Schnee verborgen
Die junge Saat zum neuen Brot
Kommt doch für sie ein Ostermorgen.
Drum frisch an’s Werk und nicht verzagt!
Beim Ernten denkt an’s Samenstreuen!
Denn wer da müßig steht und klagt
Kann keiner Ernte sich erfreuen!
-Louise Otto-Peters, geboren am 26.03.1819 in Meißen – verstorben am 13.03.1895 in Leipzig-
@DeutscheDD
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Deutsch sein heißt:
Charakter haben!
-Johann Gottlieb Fichte, geboren am 19.05.1762 in Rammenau – verstorben am 29.01.1814 in Berlin-
@DeutscheDD
Charakter haben!
-Johann Gottlieb Fichte, geboren am 19.05.1762 in Rammenau – verstorben am 29.01.1814 in Berlin-
@DeutscheDD
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Erst wenn zur Größe eines Geistes Fülle kommt,
wirkt er über Völker und durch Zeiten!
-August Pauly, geboren am 13.03.1850 in München – verstorben am 09.02.1914 ebenda-
@DeutscheDD
wirkt er über Völker und durch Zeiten!
-August Pauly, geboren am 13.03.1850 in München – verstorben am 09.02.1914 ebenda-
@DeutscheDD
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Wie der Aar mit stolzen Schwingen
strebt zur Sonne Feuerbrand
so erkämpft sich lichte Sphären
unser Sport von Land zu Land
Seinen hehren Idealen
weih´n sich freie Seelen nur
die begeistert für das Schöne
folgen seinen Sturmschritts Spur
Rastlos, ungehemmten Laufes
stürmt er mutig seine Bahn
zwingt die Widersacher nieder
ihm gehört der Weltenplan
Sklavensinn schlägt er in Banden
seine Söhne atmen frei
und vermählen Kraft und Tugend
stets zu schöner Harmonei
Freudig folgte von uns jeder
seiner magischen Gewalt
edlen Sport sich ganz zu weihen
gleichviel welcherlei Gestalt
Laßt auch heute ihm ergeben
hohen Treuschwur uns erneu´n
Unsere Kraft und unser Leben
wollen stets dem Sport wir weih´n
Heilig sei uns das Gelübde
auf des Sportes Kampfpanier
und fürs Vaterland zu stählen
und zu zügeln die Begier
die den Keim zum Guten, Reinen
unserm Herzen leicht entreißt
und des Seelenadels Größe
schwacher Menschen bald verwaist
Wenn dann einst in schweren Tagen
Deutschlands Jugend kämpft und ficht
Herd und Hütte zu beschützen
dann, mein Deutschland, zage nicht
was in todgeweihter Stunde
heilig unsern Vätern war
Deutschlands Freiheit, Deutschlands Größe
woll´n wir schirmen immerdar
-E. Heine-
@DeutscheDD
strebt zur Sonne Feuerbrand
so erkämpft sich lichte Sphären
unser Sport von Land zu Land
Seinen hehren Idealen
weih´n sich freie Seelen nur
die begeistert für das Schöne
folgen seinen Sturmschritts Spur
Rastlos, ungehemmten Laufes
stürmt er mutig seine Bahn
zwingt die Widersacher nieder
ihm gehört der Weltenplan
Sklavensinn schlägt er in Banden
seine Söhne atmen frei
und vermählen Kraft und Tugend
stets zu schöner Harmonei
Freudig folgte von uns jeder
seiner magischen Gewalt
edlen Sport sich ganz zu weihen
gleichviel welcherlei Gestalt
Laßt auch heute ihm ergeben
hohen Treuschwur uns erneu´n
Unsere Kraft und unser Leben
wollen stets dem Sport wir weih´n
Heilig sei uns das Gelübde
auf des Sportes Kampfpanier
und fürs Vaterland zu stählen
und zu zügeln die Begier
die den Keim zum Guten, Reinen
unserm Herzen leicht entreißt
und des Seelenadels Größe
schwacher Menschen bald verwaist
Wenn dann einst in schweren Tagen
Deutschlands Jugend kämpft und ficht
Herd und Hütte zu beschützen
dann, mein Deutschland, zage nicht
was in todgeweihter Stunde
heilig unsern Vätern war
Deutschlands Freiheit, Deutschlands Größe
woll´n wir schirmen immerdar
-E. Heine-
@DeutscheDD
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Zweifelhaftes Heldentum
„Vivat die Propaganda der Tat!“
Ei, Ihr seid mir ja mutige Kerle!
Verputzt die Welt wie eine Schmerle
Oder wie einen Kopf Salat.
Ein roher, hinterlistiger Mord:
Die Tat ist feiger als ein Wort,
Das einer ruhig und unverzagt
Euch Dummköpfen grad ins Gesicht gesagt.
💐 Otto Ernst Schmidt, geboren am 07.10.1862 in Ottensen – verstorben am 05.03.1926 in Groß Flottbek-
@DeutscheDD
„Vivat die Propaganda der Tat!“
Ei, Ihr seid mir ja mutige Kerle!
Verputzt die Welt wie eine Schmerle
Oder wie einen Kopf Salat.
Ein roher, hinterlistiger Mord:
Die Tat ist feiger als ein Wort,
Das einer ruhig und unverzagt
Euch Dummköpfen grad ins Gesicht gesagt.
💐 Otto Ernst Schmidt, geboren am 07.10.1862 in Ottensen – verstorben am 05.03.1926 in Groß Flottbek-
@DeutscheDD
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Was uns der Väter Heldentum
in schwerer Zeit errungen
das preisen wir zu ihrem Ruhm
mit allen deutschen Zungen
Der Ahnen zeigten sie sich wert
in Tapferkeit und Treue
sie schützten Heimat, Hof und Herd
mit ihrem Blut aufs neue
Im Hochgesange ehren wir
die todesmut´gen Degen
des Vaterlandes stolze Zier
Heil ihnen, Glück und Segen
Jungdeutschland, folge ihrer Spur
auf daß dereinst nicht minder
mit gleichem Sang auf deutscher Flur
dich ehren deine Kinder
-Otto Bauer, Friedenau-
@DeutscheDD
in schwerer Zeit errungen
das preisen wir zu ihrem Ruhm
mit allen deutschen Zungen
Der Ahnen zeigten sie sich wert
in Tapferkeit und Treue
sie schützten Heimat, Hof und Herd
mit ihrem Blut aufs neue
Im Hochgesange ehren wir
die todesmut´gen Degen
des Vaterlandes stolze Zier
Heil ihnen, Glück und Segen
Jungdeutschland, folge ihrer Spur
auf daß dereinst nicht minder
mit gleichem Sang auf deutscher Flur
dich ehren deine Kinder
-Otto Bauer, Friedenau-
@DeutscheDD
❤48🫡17💯9👍2🤗1
Mir fehlt Dein Wort, Dein leises, warmes Reden,
das mir so nah, vertraut im Herzen klingt.
Mir fehlt Dein Lachen, leicht wie Sonnenschein,
das selbst in trüben Stunden Freude bringt.
Und seh' ich vor mir Deines Lächelns Spur
in vielen kleinen Fältchen um die Augen —
so zärtlich, wie nur Jahre es vermögen —
will mein Herz sogleich zu Dir zurück.
Ich sehne mich danach, Dich anzuseh'n,
ohne Eile, ohne Abschied in der Zeit,
einfach bei Dir sitzen, nah zu stehen,
versunken in der süßen Vertrautheit.
Und mehr noch fehlt mir jener Augenblick,
wenn Deine Lippen meine wiederfinden —
wenn ich den Geschmack Deiner Küsse spüre
und für Sekunden alle Sehnsucht schweigt!
-Stine Skjaldmær, im Gilbmond 2026-
@DeutscheDD
das mir so nah, vertraut im Herzen klingt.
Mir fehlt Dein Lachen, leicht wie Sonnenschein,
das selbst in trüben Stunden Freude bringt.
Und seh' ich vor mir Deines Lächelns Spur
in vielen kleinen Fältchen um die Augen —
so zärtlich, wie nur Jahre es vermögen —
will mein Herz sogleich zu Dir zurück.
Ich sehne mich danach, Dich anzuseh'n,
ohne Eile, ohne Abschied in der Zeit,
einfach bei Dir sitzen, nah zu stehen,
versunken in der süßen Vertrautheit.
Und mehr noch fehlt mir jener Augenblick,
wenn Deine Lippen meine wiederfinden —
wenn ich den Geschmack Deiner Küsse spüre
und für Sekunden alle Sehnsucht schweigt!
-Stine Skjaldmær, im Gilbmond 2026-
@DeutscheDD
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Lessing über die Verdeutschung von Fremdwörtern
Was die Leser vors erste bei dem Worte noch nicht denken, mögen sie sich nach und nach dabei zu denken gewöhnen.
Wer es besser zu übersetzen weiß, wird mir einen Gefallen tun, wenn er mich es lehret!
-Gotthold Ephraim Lessing, geboren am 22.01.1729 in Kamenz – verstorben am 15.02.1781 in Braunschweig-
@DeutscheDD
Was die Leser vors erste bei dem Worte noch nicht denken, mögen sie sich nach und nach dabei zu denken gewöhnen.
Wer es besser zu übersetzen weiß, wird mir einen Gefallen tun, wenn er mich es lehret!
-Gotthold Ephraim Lessing, geboren am 22.01.1729 in Kamenz – verstorben am 15.02.1781 in Braunschweig-
@DeutscheDD
👍39❤6✍6
Prinz Louis Ferdinand
Sechs Fuß hoch aufgeschossen,
Ein Kriegsgott anzuschaun,
Der Liebling der Genossen,
Der Abgott schöner Fraun,
Blauäugig, blond, verwegen
Und in der jungen Hand
Den alten Preußen-Degen -
Prinz Louis Ferdinand.
Die Generalitäten
Kopfschütteln früh und spät,
Sie räuspern sich und treten
Vor Seine Majestät,
Sie sprechen: "nicht zu dulden
Ist dieser Lebenslauf,
Die Mädchen und die Schulden
Zehren den Prinzen auf."
Der König drauf mit Lachen;
"Dank schön, ich wußt' es schon;
Es gilt ihn kirr zu machen,
Drum: Festungs-Garnison;
Er muß in die Provinzen
Und nicht länger hier verziehn,
Nach Magdeburg mit dem Prinzen
Und nie Urlaub nach Berlin."
Der Prinz vernimmt die Märe,
Saß eben bei seinem Schatz:
"Nach Magdeburg, auf Ehre
Das ist ein schlimmer Platz!"
Er meldet sich am Orte
Und es spricht der General:
""Täglich elf Uhr zum Rapporte
Ein für allemal!""
O Prinz, das will nicht munden,
Doch denkt er: "sei gescheit,
Volle vierundzwanzig Stunden
Sind eine hübsche Zeit,
Relais, viermal verschnaufen,
Auf dem Sattel Nachtquartier,
Und kann's ein Pferd nicht laufen,
So laufen's ihrer vier."
Hinfliegt er wie die Schwalben,
Fünf Meilen ist Station,
Vom Braunen auf den Falben,
Das ist die Havel schon,
Vom Rappen auf den Schimmel,
Nun faßt die Sehnsucht ihn,
Drei Meilen noch - hilf Himmel,
Prinz Louis in Berlin.
Gegeben und genommen
Wird einer Stunde Glück,
Dann, flugs wie er gekommen,
Im Fluge geht's zurück,
Elf Uhr am andern Tage
Hält er am alten Ort,
Und mit dem Glockenschlage
Da steht er zum Rapport. -
Das war nur bloßes Reiten,
Doch wer so reiten kann,
Der ist in rechten Zeiten
Auch wohl der rechte Mann;
Schon über Thal und Hügel
Stürmt ostwärts der Koloß, -
Prinz Louis sitzt am Flügel
Im Rudolstädter Schloß.
Es blitzt der Saal von Kerzen,
Zwölf Lichter um ihn stehn,
Nacht ist's in seinem Herzen
Und Nacht nur kann er sehn,
Die Töne schwellen, rauschen,
Es klingt wie Lieb und Haß,
Die Damen stehn und lauschen
Und was er spielt ist das:
"Zu spät zu Kampf und Beten,
Der Feinde Rosses-Huf
Wird über Nacht zertreten
Was ein Jahrhundert schuf,
Ich seh es fallen, enden,
Und wie alles zusammenbricht,
Ich kann den Tag nicht wenden,
Aber leben will ich ihn nicht."
Und als das Wort verklungen,
Rollt Donner schon der Schlacht,
Er hat sich aufgeschwungen,
Und sein Herze noch einmal lacht,
Vorauf den andern allen
Er stolz zusammenbrach,
Prinz Louis war gefallen
Und Preußen fiel - ihm nach.
🪦
- Theodor Fontane, 30.12.1819 in Neuruppin - 20.09.1898 in Berlin-
@DeutscheDD
Als Kommandeur einer preußischen Vorhut fiel Louis Ferdinand am 10.10.1806 im Gefecht bei Saalfeld, vier Tage vor der Schlacht bei Jena und Auerstedt.
Sechs Fuß hoch aufgeschossen,
Ein Kriegsgott anzuschaun,
Der Liebling der Genossen,
Der Abgott schöner Fraun,
Blauäugig, blond, verwegen
Und in der jungen Hand
Den alten Preußen-Degen -
Prinz Louis Ferdinand.
Die Generalitäten
Kopfschütteln früh und spät,
Sie räuspern sich und treten
Vor Seine Majestät,
Sie sprechen: "nicht zu dulden
Ist dieser Lebenslauf,
Die Mädchen und die Schulden
Zehren den Prinzen auf."
Der König drauf mit Lachen;
"Dank schön, ich wußt' es schon;
Es gilt ihn kirr zu machen,
Drum: Festungs-Garnison;
Er muß in die Provinzen
Und nicht länger hier verziehn,
Nach Magdeburg mit dem Prinzen
Und nie Urlaub nach Berlin."
Der Prinz vernimmt die Märe,
Saß eben bei seinem Schatz:
"Nach Magdeburg, auf Ehre
Das ist ein schlimmer Platz!"
Er meldet sich am Orte
Und es spricht der General:
""Täglich elf Uhr zum Rapporte
Ein für allemal!""
O Prinz, das will nicht munden,
Doch denkt er: "sei gescheit,
Volle vierundzwanzig Stunden
Sind eine hübsche Zeit,
Relais, viermal verschnaufen,
Auf dem Sattel Nachtquartier,
Und kann's ein Pferd nicht laufen,
So laufen's ihrer vier."
Hinfliegt er wie die Schwalben,
Fünf Meilen ist Station,
Vom Braunen auf den Falben,
Das ist die Havel schon,
Vom Rappen auf den Schimmel,
Nun faßt die Sehnsucht ihn,
Drei Meilen noch - hilf Himmel,
Prinz Louis in Berlin.
Gegeben und genommen
Wird einer Stunde Glück,
Dann, flugs wie er gekommen,
Im Fluge geht's zurück,
Elf Uhr am andern Tage
Hält er am alten Ort,
Und mit dem Glockenschlage
Da steht er zum Rapport. -
Das war nur bloßes Reiten,
Doch wer so reiten kann,
Der ist in rechten Zeiten
Auch wohl der rechte Mann;
Schon über Thal und Hügel
Stürmt ostwärts der Koloß, -
Prinz Louis sitzt am Flügel
Im Rudolstädter Schloß.
Es blitzt der Saal von Kerzen,
Zwölf Lichter um ihn stehn,
Nacht ist's in seinem Herzen
Und Nacht nur kann er sehn,
Die Töne schwellen, rauschen,
Es klingt wie Lieb und Haß,
Die Damen stehn und lauschen
Und was er spielt ist das:
"Zu spät zu Kampf und Beten,
Der Feinde Rosses-Huf
Wird über Nacht zertreten
Was ein Jahrhundert schuf,
Ich seh es fallen, enden,
Und wie alles zusammenbricht,
Ich kann den Tag nicht wenden,
Aber leben will ich ihn nicht."
Und als das Wort verklungen,
Rollt Donner schon der Schlacht,
Er hat sich aufgeschwungen,
Und sein Herze noch einmal lacht,
Vorauf den andern allen
Er stolz zusammenbrach,
Prinz Louis war gefallen
Und Preußen fiel - ihm nach.
🪦
- Theodor Fontane, 30.12.1819 in Neuruppin - 20.09.1898 in Berlin-
@DeutscheDD
Als Kommandeur einer preußischen Vorhut fiel Louis Ferdinand am 10.10.1806 im Gefecht bei Saalfeld, vier Tage vor der Schlacht bei Jena und Auerstedt.
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Teil 1 von 3
Ein schön new Lied
genannt Der Teutsche Michel
Wider alle Sprachverderber / Cortisanen / Concipisten vnd Concellisten / welche die alte teutsche Muttersprach mit allerley frembden / Lateinischen / Welschen / Spannischen vnd Frantzösischen Wörtern so vielfältig vermischen / verkehren vnd zerstehren / daß Sie jhr selber nicht mehr gleich sihet / vnd kaum halber kan erkant werden.
Im Thon: Wo kombt es häre / daß zeitlich Ehre
Getruckt im Jahr da die teusch Sprach verderbt war / 1642.
1.
ICH teutscher Michel / versteh schier nichel /
In meinem Vatterland / es ist ein schand.
Man thut ietzt reden / als wie die Schweden /
In meinem Vatterland / pfuy dich der schand.
2.
Fast jeder Schneider / will jetzund leyder /
Der Sprach erfahren sein / vnd red Latein:
Welsch vnd Frantzösisch / halb Iponesisch /
Wann er ist voll vnd toll / der grobe Knoll.
3.
Der Knecht Matthies / spricht bona dies /
Wann er gut morgen sagt / vnd grüst die Magd:
Sie wend den Kragen thut ihm dancksagen /
Spricht Deo gratias / Herꝛ Hippocras.
4.
Ihr fromme Teutschen / man solt euch beutschen /
Daß ihr die Muttersprach / so wenig acht.
Ihr liebe Herren / das heißt nicht mehren /
Die sprach verkehren / vnd zerstöhren /
5.
Ihr thut alles mischen / mit fäulen Fischen /
Vnd macht ein misch gemäsch / ein wüste wösch:
Ein faulen Haffenkäß / ein wunderseltzambs gfräß /
Ein gantzes A. B. C. Ich nicht versteh.
6.
Was ist armiren / was auisiren /
was avancieren / was attaquiren /
Was approchiren / archibusieren /
was arriuiren / accordiren?
7.
Was ist blocquiren / was bastoniren?
Benedicieren / blaterieren?
was blasphemiren / was bucciniren /
was balsamieren / blandiren?
8.
Was ist campieren / was cortesiren /
Contribuiren / crepiren?
Was ist citiren / was callopieren?
was convoyieren / charschieren?
9.
Was ist Armada / was retirada /
was pallisada / steggada?
Was ist intrada / was della spada /
was caualcada / prouada /
10.
Wz ist ein Gubernier / verkaufft er Mertzen Bier?
was ist ein Commentant / für ein Trabant?
Was ist Colonell / ein Müller oder Meel?
was ist Major / ein news Stadlthor?
11.
Was ist der Capitain / ein doller Goggelhan /
was ist Cornet / ein faule Baurengreth?
Was seind denari / für Commissari?
wer ist jhr adiutant? der Jud im Land.
12.
Ey holla holla / was ist parolla?
was Soldatesca / wer da / wer da?
Was ist mostrada / was salua guarda /
was ist standar / parlar / potz guter Jahr?
13.
Was ist artollerey / was ist infanterey /
was ist die cauallerey / was ein parthey?
Was ist die harmoney / nur für ein Katzengschrey /
was bringt die phantasey / für ein conuoy.
14.
Was ist damnieren / was dubitiren /
Dissimulieren / dominiren /
Was dispensiren / was discurriren /
was diffamiren / despectiren?
15.
Was ist erriren / was excusiern /
Elaboriren / emendiren /
Was excludiren / examiniren /
Effectuiren / expediren?
16.
Was ist fundiren / fauorisiren /
was factoriren / fallieren?
Was ist florieren / fructificiren /
was ist flangieren / flotieren?
17.
Wz ist dz Hauptquartir / ein frässigs wildes thier /
was ist die Guarnison / was ein squadron?
Was ist die gantze Armee / nur lauter ach vnd weh /
was ist der Randefuß / ein Habermuß.
@DeutscheDD
Ein schön new Lied
genannt Der Teutsche Michel
Wider alle Sprachverderber / Cortisanen / Concipisten vnd Concellisten / welche die alte teutsche Muttersprach mit allerley frembden / Lateinischen / Welschen / Spannischen vnd Frantzösischen Wörtern so vielfältig vermischen / verkehren vnd zerstehren / daß Sie jhr selber nicht mehr gleich sihet / vnd kaum halber kan erkant werden.
Im Thon: Wo kombt es häre / daß zeitlich Ehre
Getruckt im Jahr da die teusch Sprach verderbt war / 1642.
1.
ICH teutscher Michel / versteh schier nichel /
In meinem Vatterland / es ist ein schand.
Man thut ietzt reden / als wie die Schweden /
In meinem Vatterland / pfuy dich der schand.
2.
Fast jeder Schneider / will jetzund leyder /
Der Sprach erfahren sein / vnd red Latein:
Welsch vnd Frantzösisch / halb Iponesisch /
Wann er ist voll vnd toll / der grobe Knoll.
3.
Der Knecht Matthies / spricht bona dies /
Wann er gut morgen sagt / vnd grüst die Magd:
Sie wend den Kragen thut ihm dancksagen /
Spricht Deo gratias / Herꝛ Hippocras.
4.
Ihr fromme Teutschen / man solt euch beutschen /
Daß ihr die Muttersprach / so wenig acht.
Ihr liebe Herren / das heißt nicht mehren /
Die sprach verkehren / vnd zerstöhren /
5.
Ihr thut alles mischen / mit fäulen Fischen /
Vnd macht ein misch gemäsch / ein wüste wösch:
Ein faulen Haffenkäß / ein wunderseltzambs gfräß /
Ein gantzes A. B. C. Ich nicht versteh.
6.
Was ist armiren / was auisiren /
was avancieren / was attaquiren /
Was approchiren / archibusieren /
was arriuiren / accordiren?
7.
Was ist blocquiren / was bastoniren?
Benedicieren / blaterieren?
was blasphemiren / was bucciniren /
was balsamieren / blandiren?
8.
Was ist campieren / was cortesiren /
Contribuiren / crepiren?
Was ist citiren / was callopieren?
was convoyieren / charschieren?
9.
Was ist Armada / was retirada /
was pallisada / steggada?
Was ist intrada / was della spada /
was caualcada / prouada /
10.
Wz ist ein Gubernier / verkaufft er Mertzen Bier?
was ist ein Commentant / für ein Trabant?
Was ist Colonell / ein Müller oder Meel?
was ist Major / ein news Stadlthor?
11.
Was ist der Capitain / ein doller Goggelhan /
was ist Cornet / ein faule Baurengreth?
Was seind denari / für Commissari?
wer ist jhr adiutant? der Jud im Land.
12.
Ey holla holla / was ist parolla?
was Soldatesca / wer da / wer da?
Was ist mostrada / was salua guarda /
was ist standar / parlar / potz guter Jahr?
13.
Was ist artollerey / was ist infanterey /
was ist die cauallerey / was ein parthey?
Was ist die harmoney / nur für ein Katzengschrey /
was bringt die phantasey / für ein conuoy.
14.
Was ist damnieren / was dubitiren /
Dissimulieren / dominiren /
Was dispensiren / was discurriren /
was diffamiren / despectiren?
15.
Was ist erriren / was excusiern /
Elaboriren / emendiren /
Was excludiren / examiniren /
Effectuiren / expediren?
16.
Was ist fundiren / fauorisiren /
was factoriren / fallieren?
Was ist florieren / fructificiren /
was ist flangieren / flotieren?
17.
Wz ist dz Hauptquartir / ein frässigs wildes thier /
was ist die Guarnison / was ein squadron?
Was ist die gantze Armee / nur lauter ach vnd weh /
was ist der Randefuß / ein Habermuß.
@DeutscheDD
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