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Forwarded from Philopappos
Die Unterschriftenliste landete mit einem dumpfen Schlag auf meinem Schreibtisch. Zwölf Eltern hatten unterschrieben. Sie wollten, dass der Hund mit sofortiger Wirkung nicht mehr auf unsere Kinderpalliativstation durfte.

Ich war erst seit wenigen Wochen die neue Leiterin. In den Briefen standen immer wieder dieselben Wörter: Gefahr, Hygiene, Verantwortung, Sicherheit.

Es ging um Balu.

Balu war ein großer Mischlingshund aus dem Tierschutz. Fast vierzig Kilo, dunkel gestromtes Fell, eine halbe Ohrmuschel fehlte, dazu alte Narben über der Schnauze. Für manche sah er bedrohlich aus.

Ich nahm die Liste und ging den Flur hinunter. Ich hatte mir meinen Satz längst zurechtgelegt. Ich würde Markus erklären, dass sein ehrenamtlicher Einsatz mit dem Hund hier enden musste.
Vor Zimmer 214 atmete ich noch einmal durch und öffnete die Tür.
Dann blieb ich einfach stehen.

Mitten auf dem Boden lag Balu. Ganz still. Fast regungslos.
Auf seinem Brustkorb schlief Leon.
Leon war sieben und durch die Behandlungen so schwach, dass er oft nicht einmal einen Becher allein halten konnte. Jetzt lag seine Wange auf dem Hund, als wäre das der sicherste Platz auf der Welt. Seine kleine Hand hatte sich in Balus Halsband gekrallt.
Und der große Hund atmete nur ganz flach, als wollte er den Jungen auf keinen Fall wecken.

Markus saß am Fenster und sah sofort die Liste in meiner Hand. Er nickte nur. Kein Ärger, kein Bitten. Er wusste offenbar genau, warum ich da war.
Zehn Minuten später saßen wir in meinem Büro.
Balu lag neben Markus’ Stuhl, den Kopf auf den Pfoten. Aus der Nähe wirkte er noch massiger, und seine Narben machten ihn nicht freundlicher.

Ich legte die Beschwerdeliste auf den Tisch und sagte Markus, dass die Eltern Angst hätten. Dass ich ihre Sorgen ernst nehmen müsse. Dass ich im Moment nicht wisse, wie ich das verantworten solle.

Markus sagte nichts.
Er beugte sich nur herunter, löste Balus rote Weste und legte sie vor mich auf den Tisch.
Sie war schwer. Viel schwerer, als ich erwartet hatte.
Fast der ganze Stoff war bedeckt mit kleinen, bunten Aufnähern. Eine Rakete. Eine Krone. Ein Traktor. Ein Marienkäfer. Ein Dinosaurier. Ein Stern. Ein Fußball.
Dutzende.

Markus zeigte auf eine blaue Rakete.
„Die ist von Timo“, sagte er. „Er wollte Astronaut werden. Er hat es nicht mehr bis zur Einschulung geschafft.“
Dann zeigte er auf eine silberne Krone.
„Die hat Sofie ausgesucht. In ihrer letzten Woche wollte sie jeden Tag Prinzessin sein. Balu war ihr Drache.“
Er strich mit der Hand über die Weste.
„Nach jedem Abschied darf die Familie ein Motiv aussuchen. Ich nähe es selbst drauf.“

Ich fragte ihn, warum.

Er sah kurz zu Balu hinunter.
„Damit die Kinder bleiben dürfen“, sagte er. „Wenigstens ein bisschen.“
Dann erzählte er mir von dem Hund.

Balu hatte in seinen ersten Jahren schlechte Menschen erlebt. Zu wenig Futter, zu wenig Licht, zu viel Härte. Als Markus ihn im Tierheim kennenlernte, war der Hund voller alter Wunden und misstraute fast allem.
„Aber nicht Kindern“, sagte Markus leise.
Dann erzählte er mir noch etwas anderes.
Er hatte vor Jahren selbst seine Tochter verloren. Sie war sechs gewesen.
Er sprach ruhig darüber, fast zu ruhig. Gerade das traf mich. Manche Menschen haben so viel Schmerz erlebt, dass sie nicht mehr laut darüber reden können.

„Wenn ein Kind schwer krank ist“, sagte er, „dann sehen Erwachsene oft zuerst die Krankheit. Die Kinder merken das. Balu sieht nur ein Kind. Nicht die Schläuche, nicht die Narben, nicht das Zimmer.“

Ich sah wieder auf die Weste.
Plötzlich waren es keine Aufnäher mehr. Es waren Spuren. Kleine Zeichen dafür, dass diese Kinder da gewesen waren und nicht einfach verschwinden sollten.
Ich nahm die Liste und schob sie in den Papierkorb.

„Ziehen Sie ihm die Weste wieder an“, sagte ich.
Drei Tage später verstand ich erst wirklich, was Balu für unsere Station bedeutete.

Die lauteste Beschwerde war von Frau Schneider gekommen. Ihre Tochter Leni war fünf Jahre alt und schwer krank.
An dem Nachmittag wurde ich wegen einer Schmerzkrise in ihr Zimmer gerufen.

Teil 1/2
@Philopappos_24
Forwarded from Philopappos
Als ich ankam, war alles voller Hektik. Leni schrie vor Schmerzen, schlug um sich und war kaum zu beruhigen. Zwei Pflegekräfte versuchten, sie zu halten, damit die Medikamente sicher gegeben werden konnten.

Frau Schneider stand weinend an der Wand und sagte immer wieder nur: „Bitte, macht, dass es aufhört.“
Dann spürte ich plötzlich etwas Schweres an meinem Bein vorbeigleiten.

Balu.
Er musste sich von Markus losgemacht haben.

Frau Schneider erschrak sofort und wollte sich schützend vor das Bett stellen. Aber Balu machte keinen einzigen hektischen Schritt. Er ging langsam, ruhig, fast vorsichtig.
Er stellte sich an das Bett und schob seine Schnauze sanft gegen den Arm der Mutter, als wolle er sagen: Lass mich.

Dann legte er seine Vorderpfoten an die Bettkante und seinen schweren Kopf dicht an Lenis Schulter.
Aus seiner Brust kam ein tiefes, vibrierendes Brummen.
Kein Knurren. Eher ein warmer, gleichmäßiger Laut.

Leni hörte nicht schlagartig auf zu weinen. Aber etwas in ihr wurde ruhiger. Sie drehte den Kopf, sah den Hund an und griff mit ihren kleinen Fingern in sein Nackenfell.

Die Monitortöne wurden gleichmäßiger.
Eine Pflegekraft gab das Medikament. Dann noch etwas nach.

Niemand sagte etwas.

Wir standen einfach da und sahen zu, wie dieses Kind langsam weicher wurde. Nach ein paar Minuten fielen Lenis Augen zu. Ihre Hand blieb in Balus Fell hängen.
Frau Schneider rutschte an der Wand zu Boden und weinte. Jetzt vor Erleichterung genauso wie vor Angst.

Balu blieb einfach stehen.
Als wäre das seine Aufgabe.

Später kroch Frau Schneider zum Bett, legte die Arme vorsichtig um Balus Hals und drückte ihr Gesicht gegen seine rote Weste.

Am nächsten Tag kamen nach und nach die Eltern, die unterschrieben hatten.
Keiner machte eine große Szene daraus. Sie sagten nur, sie wollten ihre Beschwerde zurückziehen.

Und plötzlich sah niemand mehr zuerst Balus Narben.
Alle sahen die Weste.

Von da an gehörte Balu zu unserer Station. Wenn ein Kind Angst vor einer Untersuchung hatte, lief er bis zur Tür mit. Wenn ein Jugendlicher tagelang mit niemandem sprach, legte Balu den Kopf auf dessen Knie und blieb einfach liegen, bis die ersten Tränen kamen.

Er machte die Trauer nicht kleiner.
Aber er machte sie tragbarer.
Sechs Monate später starb Leni.
Ganz ruhig, mitten in der Nacht.

Markus und Balu waren fast den ganzen Tag bei ihr gewesen. Als ihre Atmung flacher wurde, lag Balu neben ihrem Bett und stand nicht mehr auf. Auch danach blieb er noch lange dort.

Am nächsten Nachmittag kam Frau Schneider an den Empfang.
Sie sah erschöpft aus, ihre Augen waren rot und geschwollen. Sie fragte nach Markus. Als er mit Balu kam, zog sie ein kleines Stoffbild aus der Jackentasche.

Einen lila Schmetterling.
„Den habe ich gestern Abend noch fertiggemacht“, sagte sie.

Sie gab ihn Markus nicht.

Stattdessen setzte sie sich direkt auf den Boden und nähte den Schmetterling selbst auf Balus Weste. Ganz langsam, mit zitternden Händen. Direkt neben einen kleinen gelben Stern.

In der Halle war es still.
Man hörte nur den Faden durch den dicken Stoff gleiten.
Als sie fertig war, legte Frau Schneider ihre Hände an Balus Gesicht und küsste ihn vorsichtig oben auf den Kopf, genau zwischen die alten Narben.
Balu schloss kurz die Augen und lehnte sein schweres Gewicht gegen sie.

Markus stand daneben und sah auf die Weste.
Sie war wieder ein kleines Stück schwerer geworden.
Und ich dachte in diesem Moment, dass Erinnerung manchmal genau so aussieht:

nicht groß,
nicht laut,
sondern still getragen,
Tag für Tag,
damit niemand ganz verschwindet.


Netzfund

Teil 2/2
@Philopappos_24
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Ich sehe Dich mit meinem Herzen💓

Du bist kein Statist in Deinem eigenen Leben. Du bist präsent, Du wirkst, und ja – Du hinterlässt Spuren.

Auch wenn es sich manchmal einsam anfühlt, gibt es immer jemanden, der Deine Farbe in dieser Welt wahrnimmt.

Vergiss bitte nie; Ich sehe Dich.



In Liebe an Dich 🌟💓🌟
Andrea Arini

@AriniHeilendesBewusstSEIN 🪅
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      𝐒𝐞𝐞𝐥𝐞𝐧- ❤️𝐌𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧
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Forwarded from ☀️Malene Rethberg🌸
🇪🇦Spanisch mit Cielo- Birkenbihl Methode

Sprachen lernen macht Spaß –
vor allem, wenn man gemeinsam erforscht!


☀️Ich bin Cielo (24 J.) und Spanisch
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Als Lernbegleiterin möchte ich euch
den Raum geben, die Sprache in eurem
eigenen Tempo zu entdecken.

🌺-2x pro Woche Online-Treffen
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Forwarded from 🔮•PARADOXON•🔮
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Forwarded from 🔮•PARADOXON•🔮
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🌟🌟 Frohe Ostern 🌟🌟

🤩as Osterfest ist ein Fest der Hoffnung, des Vertrauens, des Glaubens und der Liebe.

🤩ir Inhaber & Admins, aus den nachfolgenden Gruppen und Kanälen, wünschen Euch allen Vertrauen und Gelassenheit für die kommenden Herausforderungen, sowie Hoffnung und Mut für Veränderungen.

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😂😁😭Frohe Ostertage,
😅😍🥹 eine erholsame
🤣👌😜 Zeit & viele schöne Momente mit Euren Liebsten.

🤩erzliche Ostergrüße🌟
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Die alte Eiche, die Göttin Ostara und das Osterfest
Von uralten Bäumen und einer Frühlingsgöttin

Es ist ein warmer Frühlingstag, und Pia und Pit machen mit Opa einen Spaziergang.
Auf der Bank unter der alten Eiche am Rand der Heidewiese machen sie Rast.
"Schön, nicht?", sagt Opa. "Dies hier ist ein uralter, heiliger Ort."
Uralt? Pia und Pit staunen.
"Wie alt?", fragt Pit.
"Mindestens 2000 Jahre und mehr", schätzt Opa. "Es heißt, die Germanen haben auf dieser Wiese bei der alten Eiche ihre Feste gefeiert."
"Die Germanen?"
"Bei diesem Eichenbaum hier?"
Pia und Pit starren Opa ungläubig an.
Opa nickt. "Na ja", sagt er dann, "so alt ist diese Eiche nicht. Aber sie ist bestimmt eine Urenkelin der Germanen-Eiche. Unter ihr haben die Germanen zu ihren Göttern gebetet. Bäume nämlich waren ihre Heiligtümer. Sie glaubten, die Götter wohnten in ihnen."
"Dann haben sie bestimmt mächtig gut auf sie aufgepasst", meint Pia. "Heute passt keiner mehr auf die Bäume auf."
"Oh ja! Das haben sie. Und Götterfeste haben sie gefeiert. Zu allen Jahreszeiten."
"Zu Ostern auch?", fragt Pit eifrig.
"Dummkopf", ruft Pia. "Ostern hat es bei den Germanen doch noch nicht gegeben!"
"Aber ein Frühlingsfest haben sie gefeiert", sagt Opa. "Es war das Fest der Licht- und Frühlingsgöttin Ostara."
"Ostara? Das klingt wie Ostern!"
„Manche sagen, der Name Ostern sei abgeleitet von Göttin ‚Ostara'“, erklärt Opa.
„Uih“, freut sich Pit. „das klingt spannend. Wie haben die Germanen denn damals das Frühlingsfest gefeiert? Mit Ostara-Eiern und Ostara-Hasen und so?“
Opa muss lachen. „Also, davon habe ich nichts gehört. Nein, ich denke, die Menschen haben unter der Eiche zu ihren Göttern, besonders aber zu Ostara gebetet und gedankt, dass der lange Winter endlich zu Ende geht und dass Ostara den Frühling und das Licht zurückgebracht hat.
Und weil sich die Menschen darüber so freuten, haben sie gefeiert mit Essen, Trinken, Gesang, Tanz und Spiel auf der Wiese neben der Eiche.“
„Oh“, sagt Pia ehrfürchtig: „Und deshalb heißt diese Wiese heute ‚Heidewiese‘? Weil die Heiden-Germanen damals auf ihr gefeiert haben?“
„Vielleicht.“
Pit seufzt. „Zu gerne hätte ich so ein Frühlingsfest mal mitgefeiert!“
„Ja, schade, nicht?“ Opa lächelt. ”Aber unser Osterfest wird auch schön werden. Und sehr feierlich. Ganz bestimmt!”


-Elke Bräunling-
@DeutscheDD
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Forwarded from Rasselwesen
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Kontakt: @Nanett_Rasselwesen
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