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19. April 1945 „Die legendäre Rossmannstellung“

Die Kämpfe der Ostfront strecken sich mittlerweile auch in die Oberlausitz, wo es noch einmal zu schwerwiegenden Kämpfen und den letzten größeren Erfolgen der deutschen Truppen kommt.


Diese letzten Wochen des großen Krieges brachten viele Helden zum Vorschein.
Nicht alle kämpften in bitterer Verzweiflung mit dem Einsatz ihres eigenen Lebens.
Diese Gefechte brachten auch Helden in Form von eiskalten Strategen hervor.

Einer dieser überragenden Taktiker war der „Ritterkreuz mit Eichenlaub“-Träger Oberstleutnant Dr. Karl Rossmann
(1916 – 2002) aus Kempten/Allgäu.
Rossmann kämpfte bei der Panzertruppe der Fallschirm-Panzer-Division „Hermann Göring“

Rossmann´s Name ist untrennbar verbunden mit den Kämpfen um Bautzen im April 1945.
Sein größter Erfolg war sein Gefecht bei der nach ihm benannten „Rossmann-Stellung“ bei Kodersdorf. Dort vernichtete seine Panzertruppe, bestehend aus 17 Panzern des Typ´s Panther, 43 russische Panzer und erbeutete 12 Panzer – darunter 4 schwere des Typ´s IS(JS)2.

Ein Zeitzeuge schildert seine Erlebnisse:

„Bei Kodersdorf, das an einem Bachlauf liegt, kommt es an diesem Tage zu einem der dramatischsten Gefechte, die ich in den letzten Monaten erlebt habe. Aus dem Waldrand, etwa 2 km ostwärts Kodersdorf tritt plötzlich ein großer russischer Panzerverband aus, der uns aus Erd- und Luftaufklärungsmeldungen bereits bekannt war. Die bewegliche Reserve unseres Panzer-Regiments unter seinem hervorragenden Kommandeur Oberstleutnant Roßman (17 Panther) geht dicht am Bachlauf gut getarnt in Stellung.
Der russische Panzerverband (später stellten wir fest, dass es sich um das I. Polnische Panzerkorps handelt, das das auf russischer Seite aufgestellt wurde) entwickelt sich in friedensmäßiger Formation und rollt auf Kodersdorf zu.

Kein Schuss fällt und erst als die vordersten feindlichen Panzer auf etwa 50 (!!!) Meter herangekommen sind, eröffnet Oberstleutnant Roßmann das Feuer.

Die Wirkung ist vernichtend, jeder Schuss sitzt! In etwa 20 Minuten sind 43 russische Panzer abgeschossen, der Rest zeigt die weiße Fahne. Uns fallen etwa 12 unbeschädigte Panzer in die Hände, darunter 3 oder 4 schwere vom Typ Stalin 2, die wenige Stunden später mit aufgemaltem Balkenkreuz bei uns eingesetzt werden. Keiner unserer Panther wurde getroffen.“

Karl Roßmann trat am 1. April 1936 als Fahnenjunker in das Flak-Regiment 5 ein. Am 1. September 1937 wurde er als Oberfähnrich zur II.(le Flak) / Regiment "General Göring" versetzt und am 1. April 1938 zum Leutnant befördert.

Ab Sommer 1939 wurde er mit seiner Einheit an das Führerhauptquartier kommandiert, wo die Fahrten Adolf Hitlers an die Front gesichert wurden. Am 1. April 1940 wurde er zum Oberleutnant befördert und Anfang 1941 mit der Führung der 16. Batterie des Flak-Regiments Hermann Göring beauftragt. Für die Leistung seiner Batterie vor Orel wurde ihm am 12. November 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Ende 1941 wurde er mit seiner Einheit nach Frankreich verlegt. Am 1. Juli 1942 wurde er zum Hauptmann befördert und zum Kommandeur der I. Abteilung des Panzer-Regiments Hermann Göring ernannt. Mit dieser Einheit kam er auf Sizilien und anschließend in Italien zum Einsatz. Am 1. Januar 1944 erfolgte seine Beförderung zum Major, im Juni 1944 wurde er Kommandeur der Aufklärungs-Abteilung "Hermann Göring".

Doch bereits im Oktober 1944 übernahm er wieder seine I. Abteilung im Fallschirm-Panzer-Regiment "Hermann Göring". Mit der Einheit kämpfte er in Ostpreußen und an dem russischen Weichselbrückenkopf bei Warka.

Am 1. Februar 1945 wurde ihm als Major und Kommandeur des Fallschirm-Panzer-Regiments 1 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Die anschließende Beförderung zum Oberstleutnant erfolgte genau einen Monat später, am 1. März 1945.

Bei Kriegsende gelang es ihm, seine Einheit in amerikanische Gefangenschaft zu führen.

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Der Abend des 20. Aprils 1945.

Ein flackernder Horizont über Bautzen.
Im Westen stirbt das letzte Licht des Tages – langsam, widerwillig.
Im Osten wächst etwas anderes heran: ein dumpfes, rollendes Grollen, das nicht mehr aufhört.

Der Krieg ist da. Direkt vor der Stadt.

An der Kronprinzenbrücke, die sich wie ein letzter Nerv über die Spree spannt, kauern die Pioniere in der Kälte.
Im Morgengrauen haben sie ihre Ladungen gelegt. Sauber. Präzise. Endgültig.

Der Wind ist scharf.
Er trägt das Donnern heran. Näher. Immer näher.

Dann das Knacken im Funkgerät.

„Die Ladungen sind scharf. Sollen wir zünden?“

Pionier Schulze wartet.
Sekunden, die sich dehnen wie Stunden.

Im Gefechtsstand der Ortenburg Bautzen steht Oberst Hoepke.
Sein Gesicht ist blass, fast eingefallen – doch seine Stimme bleibt hart.

„Noch warten!“

Ein Befehl gegen die Zeit.

Doch die Zeit antwortet schneller.

Aus dem Dämmerlicht bricht ein Junge hervor.
Ein Melder. Kaum 17.
Sein Fahrrad schleudert über das Pflaster, die Reifen kreischen, als er stoppt.

Er ringt nach Luft – und dann schreit er:

„Der Holzmarkt wurde genommen! Alle tot!“

Die Worte schneiden durch die Stille.

Leutnant Milke reißt die Tür zum Gefechtsstand auf.

„Herr Oberst… der Holzmarkt ist gefallen!“

Ein Moment, in dem alles stillsteht.
Als hätte selbst der Krieg kurz den Atem angehalten.

Dann Hoepke.

Schwer. Endgültig.

„Dann müssen wir sprengen.“

Kein Pathos. Keine Zweifel. Nur Entscheidung.

Das Funknetz erwacht zum Leben – hektisch, fiebrig.

„Hier Oberst Hoepke – Befehl zur Sprengung aller markierten Brücken! Sofort!“

Bei Schulze fällt das Blechgeschirr aus der Hand.
Der Löffel schlägt klirrend auf den Stein.

Er rennt.

Zum Zünder.

Seine Finger zittern.
Kurbeln. Einatmen. Noch einmal.

Dann dreht er.

Die Explosion zerreißt die Welt.

Ein Schlag, der durch Mark und Bein fährt.
Die Erde hebt sich.
Die Luft brennt.

Die Kronprinzenbrücke wird aus ihrem Fundament gerissen – als hätte jemand sie aus der Geschichte herausgerissen.

Schulze wird zu Boden geschleudert.
Staub. Splitter. Rauch.

Er liegt zwischen Trümmern, hustet, flucht –
auf den Krieg.
auf den Feind.
und auf die verdammte 4. Panzerarmee, die nicht kommt.

Minuten vergehen.

Der Rauch hängt über der Spree wie ein Leichentuch.

Dann lichtet er sich.

Und zeigt, was bleibt:

Zerstörung.
Leere.
Ein Loch im Herzen der Stadt.

„Kronprinzenbrücke unpassierbar!“ meldet Schulze – mit rauer Stimme.

Doch die Stadt steht längst in Flammen.

Schüsse peitschen durch die Gassen.
Panzerketten zermahlen das Kopfsteinpflaster.
Weitere Explosionen folgen – eine nach der anderen.

Die Brücken brennen.

Hans Zeller und seine Volkssturmmänner kommen zu spät.
Der Holzmarkt ist verloren, bevor sie ihn erreichen konnten.

Und in dieser Nacht –
in dieser einen, alles verändernden Nacht –

werden siebzehn Brücken in und um Bautzen gesprengt.

Siebzehn.

Stein für Stein.
Pfeiler für Pfeiler.

Das Herz der Stadt wird herausgerissen.

Doch Geschichte endet nicht im Einsturz.

Vier Jahre später, 1949, wächst aus Trümmern etwas Neues.
Eine Brücke entsteht.

Sie trägt einen anderen Namen.

Friedensbrücke.

Nicht als Sieg.
Nicht als Triumph.

Sondern als Mahnung.

Dass das, was fällt, wieder aufgebaut werden kann –
aber niemals ungeschehen ist.
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Hier spricht Dresden!

Liebe Freunde, Kameraden und Unterstützer!

Heute möchten wir eure Aufmerksamkeit auf den kommenden 8. Mai lenken.

Seit nunmehr 20 Jahren findet, immer am 8. Mai, im vorpommerschen Demmin ein Gedenken statt.
Der Ort ist dabei bewußt gewählt. In Demmin ereignete sich im Mai 1945 der größte Massenselbstmord in der Geschichte unsere Volkes.

Als im Frühjahr des Jahres 1945 die sowjetischen Truppen die Oder überschritten, gehörte auch Demmin zu den zahllosen deutschen Städten, die niedergebrannt, geplündert und Opfer grausamer Massenvergewaltigungen wurden. Er herrschte Panik unter der Bevölkerung. Der sowjetischen Soldateska eilte der Ruf voraus, besonders brutal und rücksichtslos gegenüber Frauen zu sein. Die erlebte Wirklichkeit übertraf die Erzählungen häufig noch. In Demmin wurden zahllose Frauen und Mädchen vergewaltigt, viele Männer wurden willkürlich erschossen. Hunderte nahmen sich aus Angst, Verzweiflung und Scham das Leben. Infolge der bestialischen Übergriffe der Roten Armee kam es in Demmin zur größten Massenselbsttötung Europas. Demmin wurde zur Plünderung freigegeben und letztlich in Brand gesteckt. Drei Tage lang wurde jeder Versuch zu löschen durch die sowjetische Besatzung unterbunden. Zwei Drittel Demmins fielen den Flammen zum Opfer. Die Ausschreitungen in der Stadt hielten über Wochen an, selbst noch nach Kriegsende.

Die Rote Armee setzte sich in Demmin fest, ein Schnapslager fiel in ihre Hände. Unter den 15.000 Einwohnern und den mehreren Tausend Flüchtlingen brach Panik aus: Mehr als 1.000 Demminer nahmen sich das Leben. Der Rostocker Historiker Fred Mrotzek geht von bis zu 2.500 Selbsttötungen aus. Die meisten gingen ins Wasser, in die Flüsse, die die Stadt umgeben, vor allem in die Peene und die Tollense. „Noch nach Wochen trieben hier die Leichen an, blau, aufgedunsen, verfingen sich im Schilf und am Ufer des Flusses.“

Die Leichen wurden in einem Massengrab beigesetzt, in dem fast 900 Demminer begraben liegen, die die Verzweiflung in den Freitod trieb. Die Totenbücher des Mai 1945 zeugen seitenweise von Ertrunkenen, vor allem Frauen und Kinder. Auch den Aufzeichnungen in Kirchenbüchern zufolge beendeten über 900 Einwohner im Mai 1945 ihr Leben, nachdem die Stadt drei Tage lang zum Plündern und Brandschatzen freigegeben worden war. An das Grauen erinnert heute eine kleine Gedenktafel auf dem Friedhof. In keinem Schulbuch wird dieser wohl größte Massenfreitod der deutschen Geschichte erwähnt.


Ähnlich wie in Dresden, befanden sich mehrere Tausend Flüchtlinge aus Hinterpommern, Ost- und Westpreußen in Demmin. Viele von ihnen bleiben bis heute ungezählt und namenlos.

Wir wollen nicht nur an das Schicksal dieser Stadt und ihrer Menschen erinnern. Wir wollen deutlich machen, daß der 8. Mai 1945 kein Tag der Befreiung war, sondern für Millionen von Deutschen den Raub von Hab und Gut, sowie den Verlust der Heimat bedeutete. Millionen Frauen und Männer, Mädchen und Jungen, junge und alte Deutsche, Soldaten und Zivilisten bezahlten diese "Befreiung" mit ihrem Leben. Auch noch Wochen, Monate und Jahre danach!

Daran wollen wir immer erinnern!

Darum am 8. Mai auf nach Demmin!


Wir sehen uns in Demmin!

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21. April 1945 – Bautzen im Belagerungszustand.

Die Stadt liegt im Würgegriff des Krieges.
Bautzen brennt.
Zwischen Trümmern und Feuerresten kämpfen deutsche Soldaten um jeden Meter, jede Mauer, jede Minute.

Die Front ist gefallen, die Stadt umstellt.
Die letzten deutschen Verbände sind eingekesselt.
Drei verzweifelte Verteidigungsräume bleiben:
das alte Kino, der Kornmarkt –
und die Ortenburg, wo Oberst Hoepke seinen Gefechtsstand hält.

Hoepke gibt den Befehl zum Rückzug auf die zweite Verteidigungslinie.
Ein Akt der Not – nicht der Kapitulation.
Die sowjetischen Soldaten fordern zur Kapitulation auf.
Die Antwort kommt als Salven aus deutschen MG-Stellungen –
kalt, entschlossen, ohne jedes Zögern.

Ein großer Teil der Stadt liegt in Trümmern.
Flammen schlagen aus den Dächern,
Ruinen reihen sich aneinander wie stumme Zeugen des Untergangs.
Bautzen stirbt – aber es ergibt sich nicht.

Sowjetische Scharfschützen kontrollieren die Häuserdächer.
Jede Bewegung im offenen Bereich wird zum Todesurteil.
Die Straßen sind leergefegt – nicht aus Angst, sondern weil es nichts mehr gibt, das sich bewegt.

Und doch hält sich die Stadt.
Die Verteidiger der Festung Bautzen kämpfen weiter.
Mit letzter Kraft. Mit letzter Hoffnung.
An diesem Tag – dem 21. April –
kann der Feind keine entscheidenden Raumgewinne melden.
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Für alle, die sich tiefer mit der Schlacht um Bautzen beschäftigen wollen – insbesondere mit der letzten größeren erfolgreichen Offensive deutscher Truppen im April 1945 rund um Bautzen – haben wir ein paar ausgewählte Buchtipps für euch zusammengestellt.

Gerade in einer Zeit, in der vieles nur noch oberflächlich behandelt wird, lohnt sich der Blick in detaillierte Zeitzeugenberichte und fundierte Darstellungen umso mehr. Bautzen ist kein Randthema der Geschichte – sondern ein Kapitel, das oft übersehen wird, obwohl es militärisch wie menschlich von enormer Bedeutung ist.

Ein besonderer Hinweis geht dabei an das Werk von Arno Lehnert.
Dieses Buch ist mittlerweile nur noch schwer zu bekommen, aber jeden Aufwand wert. Mit etwas Glück taucht es auf Flohmärkten oder in privaten Sammlungen auf – dann allerdings meist zu einem entsprechend hohen Preis.

Wer ernsthaft Interesse hat: Meldet euch gern bei uns.
Wir halten die Augen offen und geben Bescheid, wenn sich irgendwo eine Gelegenheit ergibt.

Und unter uns:
An gute Bekannte würde Moe sein persönliches Exemplar im Zweifel sogar verleihen 😉🤝

@balaclavamoe
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22. April 1945

„Haltet durch! Wir kommen!“

Dieser Funkspruch der 4. Panzerarmee erreichte am späten Nachmittag des 22.04.45 den Gefechtsstand von Oberst Hoepke.

Die Verbände der 4. Panzerarmee rücken von Nord-Osten und Süd-Osten in das Stadtgebiet Bautzen vor.

Auf den Straßen stoßen die Männer auf erbitterten Widerstand von schlecht ausgerüsteten aber zahlenmäßig überlegenen Sowjets.

Der Gefechtsstand von Oberst Hoepke ist derweil komplett eingekesselt und mehrere t34-Panzer versuchen sich mit Sprenggeschossen durch die Verteidigungsanlagen zu schießen.

Ein T34 bricht bei dem Versuch durch ein Haus zu fahren in das Kellergewölbe ein und bleibt stecken.
Heute befindet sich in diesem Haus die Bautzner Senfstube.

Jeder Straßenzug wird hart umkämpft. Zeller und seine Volkssturmkompanie machen derweil den russischen Stab aus, welcher sich im Rathaus eingerichtet hat und nehmen diesen unter Beschuss.

Im Osten rollen die gepanzerten Verbände der Wehrmacht unentwegt weiter in die Stadt und versetzen die russischen Soldaten in Angst und Schrecken. Viele Russen fliehen.

An der Ortenburg geht den russischen Panzern langsam die Munition aus und der Angriff auf Hoepkes Gefechtsstand flacht ab.
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