..und weiter geht es mit der Hausbau-Story. Heute verputzen wir die Wände, wir fangen innen an, denn so war es damals chronologisch auch. 🤗
.... auch das ist das Landleben: ich tippe gerade langsam und einhändig, denn während ich euch hier die nächsten Hausbau-Schritte zeige, drücke ich mit der anderen Hand nun schon seit einer halben Stunde einen Buntspecht an meine Brust, der mit Vollgas in eine unsrer Fensterscheiben geflogen ist 👉 in der Hoffnung, dass Wärme, Energie und Zuneigung ihn dabei unterstützen, sich wieder zu berappeln.💚
Ich muss selber lachen, wenn ich sehe, wie selbstverständlich dort die Poolnudeln am Löschkalk lehnen... 😝
Die Stroh-Lehm-Ziegel wurden oben natürlich auch zuerst mit derselben Stroh-Lehm-Masse verputzt, aus dem auch die Ziegel gefertigt wurden.
Als nächste Schicht wollten wir einen Kalkverputz aufbringen. Wir hatten Bedenken, dass diese zwei völlig unterschiedlichen Materialien (Lehm -Kalk) miteinander haften würden. Deswegen hatten wir die Idee, eine Art Zwischenkomponente aufzubringen. Wir bastelten eine Art Kalkmilch und sprühten diese großzügig mit so einer Sprühflasche zum Pumpen auf die Lehmwände. Das war eine ziemlich mühsame Angelegenheit, weil die Düse der Sprühflasche alle paar Minuten mit Kalkstückchen verstopft war.
Als die Kalkmich abtrocknete, sahen die Wände aus wie verschimmelt. 😝
Im nassen Zustand war die Mörtelmasse schmutzig-grau, sobald sie abtrocknete, strahlte sie schon sehr schön weiß. Wir waren selbst sehr erstaunt über diesen Wandel "über Nacht". Hier auf dem Bild sieht man die Stelle vom Vortag, wo wie aufgehört haben in weiß und den frischen grauen Mörtel daneben.
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Hier sieht man eine Wand im "Übergang", sie ist schon leicht getrocknet, es gibt aber noch feuchte graue Stellen. Besonders eindrücklich war zu sehen, wie viel Restfeuchte noch in den Streben vorhanden war, die wir mit Strohzöpfen und Lehmmatsch ausgefüllt hatten - hier dauerte es zum Teil mehrere Tage, bis der graue Mörtel weiß wurde.
Hier links im Bild ist beispielsweise noch die dunkle, weil feuchte, Strebe zu erkennen.
Da Stroh-Lehm eine "lebendige" Struktur hat, also Wasser aus der Raumluft aufnimmt und wieder abgibt, arbeitet er auch. Das heißt, er dehnt sich aus und zieht sich zusammen. Kalk tut das nicht. Und so platzte der Mörtel an unseren schönen Rundungen an den Fenstern eigentlich sofort wieder ab, weil er der Spannung des sich ausdehnenden Stroh-Lehms nicht standhalten konnte.
In späteren Verputzaktionen haben wir dann mit Lehm-Sandmörtel gearbeitet - dieser hat sich als viel besser geeignet erwiesen! Man muss ihn dann einfach noch weiß streichen (was wir dann wieder mit Kalk gemacht haben - geweisselt), dieser Schritt entfiel für uns beim Kalkputz, weil die Wand dann ja schon schön hell war.