Wenn ein Kind widerspricht, steht plötzlich auch unsere Entscheidung zur Diskussion.
Dann müssen wir erklären, warum etwas gelten soll, und aushalten, dass unsere Begründung vielleicht nicht überzeugt. Manchmal merken wir dabei, dass wir selbst nur eine Vorgabe weitergeben, die wir nie hinterfragt haben.
Gerade bei schulischen Anforderungen können wir zwischen den Erwartungen der Schule und dem Einwand unseres Kindes stehen. Vielleicht finden wir eine Vorgabe selbst fragwürdig, bestehen aber trotzdem darauf, weil wir Angst vor den Konsequenzen haben, wenn unser Kind sie nicht erfüllt.
Dann sollten wir diesen Druck ehrlich benennen, statt unserem Kind fehlendes Verantwortungsbewusstsein vorzuwerfen.
Welche schulische Vorgabe hast du durch die Fragen deines Kindes selbst angefangen zu hinterfragen?
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
@KraftDeinerGedanken
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Dann müssen wir erklären, warum etwas gelten soll, und aushalten, dass unsere Begründung vielleicht nicht überzeugt. Manchmal merken wir dabei, dass wir selbst nur eine Vorgabe weitergeben, die wir nie hinterfragt haben.
Gerade bei schulischen Anforderungen können wir zwischen den Erwartungen der Schule und dem Einwand unseres Kindes stehen. Vielleicht finden wir eine Vorgabe selbst fragwürdig, bestehen aber trotzdem darauf, weil wir Angst vor den Konsequenzen haben, wenn unser Kind sie nicht erfüllt.
Dann sollten wir diesen Druck ehrlich benennen, statt unserem Kind fehlendes Verantwortungsbewusstsein vorzuwerfen.
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„Das wollte ich doch nie zu meinem Kind sagen.“
Und dann hörst du dich plötzlich selbst so reden. Vielleicht, weil du müde bist, unter Zeitdruck stehst oder gerade alles zu viel ist.
Du wirst nicht immer ruhig bleiben und die passenden Worte finden. Aber du kannst später zu deinem Kind gehen und sagen: „Es tut mir leid. Ich war wütend, aber so hätte ich nicht mit dir reden dürfen.“
Auch das gehört dazu, erwachsen zu sein: für das eigene Verhalten Verantwortung zu übernehmen.
Welchen Satz hättest du als Kind gern öfter gehört?
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
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Und dann hörst du dich plötzlich selbst so reden. Vielleicht, weil du müde bist, unter Zeitdruck stehst oder gerade alles zu viel ist.
Du wirst nicht immer ruhig bleiben und die passenden Worte finden. Aber du kannst später zu deinem Kind gehen und sagen: „Es tut mir leid. Ich war wütend, aber so hätte ich nicht mit dir reden dürfen.“
Auch das gehört dazu, erwachsen zu sein: für das eigene Verhalten Verantwortung zu übernehmen.
Welchen Satz hättest du als Kind gern öfter gehört?
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Maurice Janich
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„Maurice, was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Psychotherapeuten und dir?“
Meine Antwort wird einigen nicht gefallen:
Vieles von dem, was Eltern dabei hilft zu verstehen, warum ihr Kind denkt, fühlt und handelt, wie es das tut, bekommst du bei mir online kostenlos.
Auf KraftDeinerGedanken.de/erste-hilfe findest du dafür einen ganzen Bereich mit kostenlosen Inhalten.
Du willst verstehen, warum dein Kind bei Kleinigkeiten explodiert?
Warum es morgens Bauchschmerzen bekommt, obwohl körperlich alles in Ordnung ist?
Warum es sich selbst nichts zutraut?
Warum es keine Grenzen setzen kann?
Warum es sich in der Schule ständig unter Druck setzt?
Darüber spreche und schreibe ich öffentlich. Dafür musst du mir kein Geld bezahlen.
Wenn Eltern mit ihrem Kind zu mir kommen, geht es um etwas anderes.
Dann will ich nicht noch weitere 20 Stunden darüber reden, warum das Problem da ist. Ich will mit dem Kind und seinen Eltern daran arbeiten, dass sich tatsächlich etwas verändert.
Und genau deshalb sitzen bei mir regelmäßig Eltern mit Kindern, die vorher teilweise jahrelang in Therapie waren.
Die Eltern haben viel gelernt.
Sie kennen die Muster ihres Kindes teilweise bis ins Detail.
Manche können ziemlich genau erklären, wann bestimmte Probleme angefangen haben und welche Erfahrungen möglicherweise dahinterstecken.
Sie wissen, warum ihr Kind Angst hat.
Sie wissen, warum es sich nichts zutraut.
Sie wissen, warum es morgens nicht in die Schule will.
Sie wissen, warum es bei jeder Kleinigkeit ausrastet.
Nur hat das Kind die Angst immer noch.
Traut sich immer noch nichts zu.
Will immer noch nicht in die Schule.
Und explodiert immer noch bei jeder Kleinigkeit.**
Das ist schon eine interessante Vorstellung von Fortschritt:
Das Problem ist noch da. Aber immerhin können wir es inzwischen hervorragend erklären.
Verstehen ist wichtig. Natürlich.
Gerade bei Kindern ist es wichtig zu verstehen, dass Verhalten nicht einfach aus dem Nichts entsteht. Dass hinter einem „schwierigen“ Verhalten etwas stecken kann, das wir Erwachsenen zunächst nicht sehen.
Aber irgendwann muss aus dem Verstehen auch etwas folgen.
Sonst haben wir irgendwann eine beeindruckend detaillierte Erklärung dafür, warum es einem Kind schlecht geht – und dem Kind geht es immer noch schlecht.
Und irgendwann stellt sich deshalb eine ziemlich einfache Frage:
Wie lange wollen wir noch über das Problem reden – und wann fangen wir an, es zu lösen?
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
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Vieles von dem, was Eltern dabei hilft zu verstehen, warum ihr Kind denkt, fühlt und handelt, wie es das tut, bekommst du bei mir online kostenlos.
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Du willst verstehen, warum dein Kind bei Kleinigkeiten explodiert?
Warum es morgens Bauchschmerzen bekommt, obwohl körperlich alles in Ordnung ist?
Warum es sich selbst nichts zutraut?
Warum es keine Grenzen setzen kann?
Warum es sich in der Schule ständig unter Druck setzt?
Darüber spreche und schreibe ich öffentlich. Dafür musst du mir kein Geld bezahlen.
Wenn Eltern mit ihrem Kind zu mir kommen, geht es um etwas anderes.
Dann will ich nicht noch weitere 20 Stunden darüber reden, warum das Problem da ist. Ich will mit dem Kind und seinen Eltern daran arbeiten, dass sich tatsächlich etwas verändert.
Und genau deshalb sitzen bei mir regelmäßig Eltern mit Kindern, die vorher teilweise jahrelang in Therapie waren.
Die Eltern haben viel gelernt.
Sie kennen die Muster ihres Kindes teilweise bis ins Detail.
Manche können ziemlich genau erklären, wann bestimmte Probleme angefangen haben und welche Erfahrungen möglicherweise dahinterstecken.
Sie wissen, warum ihr Kind Angst hat.
Sie wissen, warum es sich nichts zutraut.
Sie wissen, warum es morgens nicht in die Schule will.
Sie wissen, warum es bei jeder Kleinigkeit ausrastet.
Nur hat das Kind die Angst immer noch.
Traut sich immer noch nichts zu.
Will immer noch nicht in die Schule.
Und explodiert immer noch bei jeder Kleinigkeit.**
Das ist schon eine interessante Vorstellung von Fortschritt:
Das Problem ist noch da. Aber immerhin können wir es inzwischen hervorragend erklären.
Verstehen ist wichtig. Natürlich.
Gerade bei Kindern ist es wichtig zu verstehen, dass Verhalten nicht einfach aus dem Nichts entsteht. Dass hinter einem „schwierigen“ Verhalten etwas stecken kann, das wir Erwachsenen zunächst nicht sehen.
Aber irgendwann muss aus dem Verstehen auch etwas folgen.
Sonst haben wir irgendwann eine beeindruckend detaillierte Erklärung dafür, warum es einem Kind schlecht geht – und dem Kind geht es immer noch schlecht.
Und irgendwann stellt sich deshalb eine ziemlich einfache Frage:
Wie lange wollen wir noch über das Problem reden – und wann fangen wir an, es zu lösen?
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Teil 1/2
Social Media soll für Kinder unter 13 verboten werden. Und ich halte das für richtig.
Die Bundesregierung hat dazu am 14. Oktober die Eckpunkte beschlossen. Noch ist das kein geltendes Verbot – eine entsprechende gesetzliche Regelung soll erst geschaffen werden.
Eigentlich ist es erstaunlich, dass wir darüber überhaupt diskutieren müssen.
Wir schicken Kinder jahrelang in die Schule. Dort lernen sie Gedichtanalysen, Bruchrechnung, Hauptstädte, chemische Formeln und irgendwann vielleicht noch, wie man eine Kurvendiskussion macht.
Was sie kaum lernen: Wie erkenne ich, dass etwas gerade meine Aufmerksamkeit übernimmt? Warum greife ich zum Handy, obwohl ich das eigentlich gar nicht wollte? Was machen permanente Vergleiche mit mir? Warum fühle ich mich plötzlich schlecht, nachdem ich eine halbe Stunde durch Instagram gescrollt habe? Wie funktionieren Algorithmen, die darüber entscheiden, was ich jeden Tag sehe? Und woran merke ich eigentlich, dass ich etwas nicht mehr benutze, sondern dass es langsam mich benutzt?
Gut. Dann bringen es eben die Eltern bei.
Nur gibt es da ein kleines Problem.
Die haben es meistens auch nie gelernt.
Wir lernen für Führerscheinprüfungen. Wir machen Ausbildungen und Studiengänge. Wir lernen, wie man Steuererklärungen macht, Präsentationen hält, Maschinen bedient oder Unternehmen führt.
Dann bekommen wir ein Kind.
Und dafür braucht man: nichts.
Kein Grundwissen darüber, wie sich ein kindliches Gehirn entwickelt. Keine Ahnung davon, wie Selbstregulation entsteht. Niemand muss wissen, was Kinder in welchem Alter überhaupt leisten können. Niemand muss gelernt haben, wie man Grenzen setzt, ohne jeden Abend denselben Machtkampf zu führen.
Aber jetzt sollen genau diese Erwachsenen ihren Kindern Medienkompetenz vermitteln.
Erwachsene, die morgens nach dem Aufwachen zuerst aufs Handy schauen.
Die beim Essen Nachrichten beantworten.
Die während eines Gesprächs „nur ganz kurz“ etwas nachsehen und fünf Minuten später immer noch auf den Bildschirm starren.
Die ihr Smartphone mit aufs Klo nehmen, weil offenbar selbst drei Minuten ohne Reiz inzwischen eine Zumutung sind.
Und wenn das Kind dasselbe Verhalten zeigt, kommt der pädagogische Durchbruch:
„Jetzt leg doch endlich mal dieses Handy weg.“
Das eigentlich Absurde beginnt aber noch früher.
Auf der einen Seite haben wir ein zehnjähriges Kind, dessen Fähigkeit zur Impulskontrolle und Selbstregulation sich noch entwickelt.
Auf der anderen Seite stehen milliardenschwere Unternehmen mit Entwicklern, Daten, Algorithmen und Geschäftsmodellen, die davon profitieren, dass Menschen möglichst häufig zurückkommen und möglichst lange bleiben.
Und unsere Lösung lautet:
Das Kind braucht mehr Medienkompetenz.
Vielleicht sollten wir ihm noch sagen, dass es einfach ein bisschen disziplinierter sein muss.
Natürlich müssen Kinder lernen, mit digitalen Medien umzugehen. Aber warum daraus folgen soll, dass ein Zehnjähriger möglichst früh TikTok, Instagram oder Snapchat braucht, erschließt sich mir nicht.
Wir schicken ein Kind schließlich auch nicht ins Casino, damit es rechtzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit Glücksspiel entwickelt.
Und dann gibt es noch ein Problem, das einzelne Eltern heute kaum lösen können.
Die anderen Kinder.
Du kannst deinem Zehnjährigen wunderbar erklären, warum du TikTok noch nicht für sinnvoll hältst. Wenn es am nächsten Morgen in eine Klasse kommt, in der fast alle anderen TikTok haben, führst du diese Diskussion nicht mehr allein mit deinem Kind.
Dann diskutierst du indirekt mit der ganzen Klasse.
„Aber alle anderen dürfen.“
„Alle anderen haben das.“
„Dann kriege ich gar nichts mit.“
Social Media soll für Kinder unter 13 verboten werden. Und ich halte das für richtig.
Die Bundesregierung hat dazu am 14. Oktober die Eckpunkte beschlossen. Noch ist das kein geltendes Verbot – eine entsprechende gesetzliche Regelung soll erst geschaffen werden.
Eigentlich ist es erstaunlich, dass wir darüber überhaupt diskutieren müssen.
Wir schicken Kinder jahrelang in die Schule. Dort lernen sie Gedichtanalysen, Bruchrechnung, Hauptstädte, chemische Formeln und irgendwann vielleicht noch, wie man eine Kurvendiskussion macht.
Was sie kaum lernen: Wie erkenne ich, dass etwas gerade meine Aufmerksamkeit übernimmt? Warum greife ich zum Handy, obwohl ich das eigentlich gar nicht wollte? Was machen permanente Vergleiche mit mir? Warum fühle ich mich plötzlich schlecht, nachdem ich eine halbe Stunde durch Instagram gescrollt habe? Wie funktionieren Algorithmen, die darüber entscheiden, was ich jeden Tag sehe? Und woran merke ich eigentlich, dass ich etwas nicht mehr benutze, sondern dass es langsam mich benutzt?
Gut. Dann bringen es eben die Eltern bei.
Nur gibt es da ein kleines Problem.
Die haben es meistens auch nie gelernt.
Wir lernen für Führerscheinprüfungen. Wir machen Ausbildungen und Studiengänge. Wir lernen, wie man Steuererklärungen macht, Präsentationen hält, Maschinen bedient oder Unternehmen führt.
Dann bekommen wir ein Kind.
Und dafür braucht man: nichts.
Kein Grundwissen darüber, wie sich ein kindliches Gehirn entwickelt. Keine Ahnung davon, wie Selbstregulation entsteht. Niemand muss wissen, was Kinder in welchem Alter überhaupt leisten können. Niemand muss gelernt haben, wie man Grenzen setzt, ohne jeden Abend denselben Machtkampf zu führen.
Aber jetzt sollen genau diese Erwachsenen ihren Kindern Medienkompetenz vermitteln.
Erwachsene, die morgens nach dem Aufwachen zuerst aufs Handy schauen.
Die beim Essen Nachrichten beantworten.
Die während eines Gesprächs „nur ganz kurz“ etwas nachsehen und fünf Minuten später immer noch auf den Bildschirm starren.
Die ihr Smartphone mit aufs Klo nehmen, weil offenbar selbst drei Minuten ohne Reiz inzwischen eine Zumutung sind.
Und wenn das Kind dasselbe Verhalten zeigt, kommt der pädagogische Durchbruch:
„Jetzt leg doch endlich mal dieses Handy weg.“
Das eigentlich Absurde beginnt aber noch früher.
Auf der einen Seite haben wir ein zehnjähriges Kind, dessen Fähigkeit zur Impulskontrolle und Selbstregulation sich noch entwickelt.
Auf der anderen Seite stehen milliardenschwere Unternehmen mit Entwicklern, Daten, Algorithmen und Geschäftsmodellen, die davon profitieren, dass Menschen möglichst häufig zurückkommen und möglichst lange bleiben.
Und unsere Lösung lautet:
Das Kind braucht mehr Medienkompetenz.
Vielleicht sollten wir ihm noch sagen, dass es einfach ein bisschen disziplinierter sein muss.
Natürlich müssen Kinder lernen, mit digitalen Medien umzugehen. Aber warum daraus folgen soll, dass ein Zehnjähriger möglichst früh TikTok, Instagram oder Snapchat braucht, erschließt sich mir nicht.
Wir schicken ein Kind schließlich auch nicht ins Casino, damit es rechtzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit Glücksspiel entwickelt.
Und dann gibt es noch ein Problem, das einzelne Eltern heute kaum lösen können.
Die anderen Kinder.
Du kannst deinem Zehnjährigen wunderbar erklären, warum du TikTok noch nicht für sinnvoll hältst. Wenn es am nächsten Morgen in eine Klasse kommt, in der fast alle anderen TikTok haben, führst du diese Diskussion nicht mehr allein mit deinem Kind.
Dann diskutierst du indirekt mit der ganzen Klasse.
„Aber alle anderen dürfen.“
„Alle anderen haben das.“
„Dann kriege ich gar nichts mit.“
❤3
Teil 2/2
Und irgendwann geben Eltern nicht unbedingt deshalb nach, weil sie ihre ursprüngliche Entscheidung plötzlich falsch finden, sondern weil sie nicht wollen, dass ihr Kind außen vor steht.
Genau deshalb finde ich eine allgemeine Altersgrenze sinnvoll.
Dann muss nicht jede Familie für sich versuchen, gegen einen sozialen Standard anzukämpfen, der längst entstanden ist. Dann ist ein Kind nicht mehr das eine Kind, dessen „blöde Eltern“ etwas verbieten.
Es gilt zunächst für alle.
Und irgendwie ist auch das wieder herrlich absurd.
Wir schaffen eine Welt, in der Menschen kaum lernen, sich selbst zu regulieren. Dann stellen wir fest, dass sie sich nicht regulieren können. Und dann brauchen wir Regeln, die ihre fehlende Selbstregulation von außen übernehmen.
Funktioniert eine Regel nicht, machen wir noch eine.
Und wenn die auch nicht reicht, wird sie präzisiert, erweitert und mit einer weiteren Regel abgesichert.
Irgendwann haben wir dann hoffentlich genügend Regeln, damit niemand mehr lernen muss, warum er etwas eigentlich tut.
Genau deshalb halte ich dieses Verbot gleichzeitig für richtig und für ein Armutszeugnis.
Richtig, weil ich nicht bereit bin, Kinder den Folgen einer Erwachsenenwelt auszusetzen, die es selbst nicht besser hinbekommt.
Ein Armutszeugnis, weil wir das Verbot eigentlich gar nicht bräuchten, wenn wir Kindern tatsächlich das vermitteln würden, worüber wir so gerne reden: Bewusstsein, Selbstregulation und Eigenverantwortung.
Denn das eigentliche Ziel kann doch nicht sein, einen Menschen bis zu seinem 13. Geburtstag durch Verbote vor sich selbst zu schützen und ihm anschließend die Tür aufzumachen.
Das Ziel müsste sein, dass irgendwann ein junger Mensch vor TikTok sitzt, merkt, was dort mit seiner Aufmerksamkeit passiert, und selbst entscheiden kann:
„Nein. Das tut mir gerade nicht gut.“
Dafür bräuchte er allerdings Erwachsene, die ihm zeigen können, wie das geht.
Und spätestens da haben wir wieder ein Problem.
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
@KraftDeinerGedanken
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Und irgendwann geben Eltern nicht unbedingt deshalb nach, weil sie ihre ursprüngliche Entscheidung plötzlich falsch finden, sondern weil sie nicht wollen, dass ihr Kind außen vor steht.
Genau deshalb finde ich eine allgemeine Altersgrenze sinnvoll.
Dann muss nicht jede Familie für sich versuchen, gegen einen sozialen Standard anzukämpfen, der längst entstanden ist. Dann ist ein Kind nicht mehr das eine Kind, dessen „blöde Eltern“ etwas verbieten.
Es gilt zunächst für alle.
Und irgendwie ist auch das wieder herrlich absurd.
Wir schaffen eine Welt, in der Menschen kaum lernen, sich selbst zu regulieren. Dann stellen wir fest, dass sie sich nicht regulieren können. Und dann brauchen wir Regeln, die ihre fehlende Selbstregulation von außen übernehmen.
Funktioniert eine Regel nicht, machen wir noch eine.
Und wenn die auch nicht reicht, wird sie präzisiert, erweitert und mit einer weiteren Regel abgesichert.
Irgendwann haben wir dann hoffentlich genügend Regeln, damit niemand mehr lernen muss, warum er etwas eigentlich tut.
Genau deshalb halte ich dieses Verbot gleichzeitig für richtig und für ein Armutszeugnis.
Richtig, weil ich nicht bereit bin, Kinder den Folgen einer Erwachsenenwelt auszusetzen, die es selbst nicht besser hinbekommt.
Ein Armutszeugnis, weil wir das Verbot eigentlich gar nicht bräuchten, wenn wir Kindern tatsächlich das vermitteln würden, worüber wir so gerne reden: Bewusstsein, Selbstregulation und Eigenverantwortung.
Denn das eigentliche Ziel kann doch nicht sein, einen Menschen bis zu seinem 13. Geburtstag durch Verbote vor sich selbst zu schützen und ihm anschließend die Tür aufzumachen.
Das Ziel müsste sein, dass irgendwann ein junger Mensch vor TikTok sitzt, merkt, was dort mit seiner Aufmerksamkeit passiert, und selbst entscheiden kann:
„Nein. Das tut mir gerade nicht gut.“
Dafür bräuchte er allerdings Erwachsene, die ihm zeigen können, wie das geht.
Und spätestens da haben wir wieder ein Problem.
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
@KraftDeinerGedanken
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KraftDeinerGedanken von Maurice Janich
Ich helfe Kindern und Eltern, sich selbst zu helfen.
Mit der Kraft ihrer Gedanken.
Coaching & Visualisierungstherapie für Eltern und Kinder.
Hochsensibilität, Hochbegabung, Zwänge, Ängste, Schuldruck und Selbstzweifel
Mit der Kraft ihrer Gedanken.
Coaching & Visualisierungstherapie für Eltern und Kinder.
Hochsensibilität, Hochbegabung, Zwänge, Ängste, Schuldruck und Selbstzweifel
❤5
KraftDeinerGedanken von Maurice Janich
Kinder sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen. Aber wofür machen wir sie in der Schule eigentlich verantwortlich? Sie sollen ihre Materialien dabeihaben, Aufgaben erledigen, für Klassenarbeiten lernen und sich an vorgegebene Abläufe halten. Klappt das…
Eigenverantwortung oder Gehorsam - Blog-Artikel zum Post:
https://www.kraftdeinergedanken.de/blog/schule-eigenverantwortung-oder-gehorsam
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
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https://www.kraftdeinergedanken.de/blog/schule-eigenverantwortung-oder-gehorsam
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
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www.kraftdeinergedanken.de
Schule: Eigenverantwortung oder Gehorsam?
Eigenverantwortung oder Gehorsam? Warum Kinder schulische Vorgaben hinterfragen dürfen und wie Eltern Verantwortung fördern, statt nur Anpassung zu verlangen.
🙏2
Teil 1/2
Die Bundesregierung will künftig schon Vierjährige systematisch auf ihre Entwicklung überprüfen lassen.
CDU/CSU und SPD haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem spätestens im Alter von vier Jahren bundesweit erfasst werden soll, wie weit Kinder sprachlich, motorisch, sozial-emotional und mathematisch entwickelt sind. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollen Bildungsangebote und gegebenenfalls gezielte Fördermaßnahmen folgen.
Am 9. Oktober 2026 wurde der Entwurf im Bundestag erstmals beraten und anschließend an die zuständigen Ausschüsse überwiesen. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht.
Die Idee klingt erst einmal wunderbar vernünftig: Wir schauen einfach noch früher nach, ob ein Kind so entwickelt ist, wie wir es zu diesem Zeitpunkt erwarten. Und wenn nicht, können wir noch früher anfangen, daran zu arbeiten.
Endlich mehr Chancengleichheit.
Man könnte natürlich auch auf die verrückte Idee kommen, sich zu fragen, warum wir eigentlich immer jüngere Kinder vermessen müssen, damit sie später in ein System passen, dessen Bedingungen wir kaum infrage stellen.
Aber dann müssten wir ja das System überprüfen und nicht die Kinder.
Also testen wir lieber Vierjährige.
Natürlich ist es sinnvoll, früh zu erkennen, wenn ein Kind tatsächlich Unterstützung braucht. Aber ein Kind unterstützen ist nicht dasselbe wie ein Kind passend machen.
Wenn Kinder Schwierigkeiten mit den Anforderungen unseres Systems haben, können wir uns fragen, ob mit den Bedingungen etwas nicht stimmt.
Oder wir überprüfen die Kinder einfach noch früher.
Und wenn wir früh genug anfangen, finden wir bestimmt irgendwann den optimalen Zeitpunkt, an dem wir ihnen erklären können, dass sie von unserer Norm abweichen.
Vielleicht testen wir einfach direkt nach der Geburt.
Sprache noch nicht vorhanden. Mathematische Fähigkeiten ausbaufähig. Sozial-emotional auffällig abhängig von den Eltern.
Förderbedarf festgestellt. Einschulung am Montag.
Dann verlieren wir wenigstens keine wertvolle Zeit.
Das Problem daran ist nicht, dass wir hinschauen. Das Problem beginnt dort, wo wir unsere Erwartungen zum Maßstab machen und anschließend vor allem das Kind bearbeiten, wenn es diesen Erwartungen nicht entspricht.
Und dieses Prinzip kennen wir längst aus der Schule.
Wir schaffen Bedingungen, unter denen Kinder über Jahre stillsitzen, funktionieren, Leistung auf Kommando bringen und sich permanent vergleichen lassen sollen. Wenn ein Kind damit nicht zurechtkommt, verändern wir aber nicht zuerst die Bedingungen.
Wir schauen uns das Kind genauer an.
Es hat Angst?
Kann sich nicht konzentrieren?
Hat morgens Bauchschmerzen?
Verweigert die Schule?
Interessant. Was stimmt mit dem Kind nicht?
Das ist, als würde ich jemandem jeden Morgen auf den Fuß treten und nach drei Monaten eine Untersuchung anordnen, weil er beim Gehen humpelt.
„Entwicklungs- und Bildungschancen verbessern“, nennt die Bundesregierung ihr Vorhaben.
Nur können wir nicht ständig Bedingungen schaffen, unter denen Kinder Probleme entwickeln, und anschließend stolz darauf sein, dass wir diese Probleme immer früher erkennen.
Wer täglich Brände legt, braucht keine bessere Löschtechnik. Er muss aufhören, Brände zu legen.
Und genau deshalb reicht es nicht, Kinder immer früher zu testen, zu fördern und an bestehende Anforderungen anzupassen. Wir müssen endlich darüber reden, welche dieser Anforderungen überhaupt sinnvoll sind – und welche wir nur deshalb für normal halten, weil sie schon immer da waren.
Und damit sind wir bei uns Eltern.
Wir können nicht einerseits sagen, dass wir bestimmte Entwicklungen falsch finden, und andererseits jede Forderung widerspruchslos an unsere Kinder weiterreichen, weil „man da eben nichts machen kann“.
Doch. Man kann sich informieren. Man kann seine Rechte kennen. Man kann widersprechen. Und vor allem kann man sich mit anderen Eltern zusammenschließen, damit aus einem einzelnen „Ich halte das für falsch“ irgendwann ein „Wir machen das so nicht mit“ wird.
Die Bundesregierung will künftig schon Vierjährige systematisch auf ihre Entwicklung überprüfen lassen.
CDU/CSU und SPD haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem spätestens im Alter von vier Jahren bundesweit erfasst werden soll, wie weit Kinder sprachlich, motorisch, sozial-emotional und mathematisch entwickelt sind. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollen Bildungsangebote und gegebenenfalls gezielte Fördermaßnahmen folgen.
Am 9. Oktober 2026 wurde der Entwurf im Bundestag erstmals beraten und anschließend an die zuständigen Ausschüsse überwiesen. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht.
Die Idee klingt erst einmal wunderbar vernünftig: Wir schauen einfach noch früher nach, ob ein Kind so entwickelt ist, wie wir es zu diesem Zeitpunkt erwarten. Und wenn nicht, können wir noch früher anfangen, daran zu arbeiten.
Endlich mehr Chancengleichheit.
Man könnte natürlich auch auf die verrückte Idee kommen, sich zu fragen, warum wir eigentlich immer jüngere Kinder vermessen müssen, damit sie später in ein System passen, dessen Bedingungen wir kaum infrage stellen.
Aber dann müssten wir ja das System überprüfen und nicht die Kinder.
Also testen wir lieber Vierjährige.
Natürlich ist es sinnvoll, früh zu erkennen, wenn ein Kind tatsächlich Unterstützung braucht. Aber ein Kind unterstützen ist nicht dasselbe wie ein Kind passend machen.
Wenn Kinder Schwierigkeiten mit den Anforderungen unseres Systems haben, können wir uns fragen, ob mit den Bedingungen etwas nicht stimmt.
Oder wir überprüfen die Kinder einfach noch früher.
Und wenn wir früh genug anfangen, finden wir bestimmt irgendwann den optimalen Zeitpunkt, an dem wir ihnen erklären können, dass sie von unserer Norm abweichen.
Vielleicht testen wir einfach direkt nach der Geburt.
Sprache noch nicht vorhanden. Mathematische Fähigkeiten ausbaufähig. Sozial-emotional auffällig abhängig von den Eltern.
Förderbedarf festgestellt. Einschulung am Montag.
Dann verlieren wir wenigstens keine wertvolle Zeit.
Das Problem daran ist nicht, dass wir hinschauen. Das Problem beginnt dort, wo wir unsere Erwartungen zum Maßstab machen und anschließend vor allem das Kind bearbeiten, wenn es diesen Erwartungen nicht entspricht.
Und dieses Prinzip kennen wir längst aus der Schule.
Wir schaffen Bedingungen, unter denen Kinder über Jahre stillsitzen, funktionieren, Leistung auf Kommando bringen und sich permanent vergleichen lassen sollen. Wenn ein Kind damit nicht zurechtkommt, verändern wir aber nicht zuerst die Bedingungen.
Wir schauen uns das Kind genauer an.
Es hat Angst?
Kann sich nicht konzentrieren?
Hat morgens Bauchschmerzen?
Verweigert die Schule?
Interessant. Was stimmt mit dem Kind nicht?
Das ist, als würde ich jemandem jeden Morgen auf den Fuß treten und nach drei Monaten eine Untersuchung anordnen, weil er beim Gehen humpelt.
„Entwicklungs- und Bildungschancen verbessern“, nennt die Bundesregierung ihr Vorhaben.
Nur können wir nicht ständig Bedingungen schaffen, unter denen Kinder Probleme entwickeln, und anschließend stolz darauf sein, dass wir diese Probleme immer früher erkennen.
Wer täglich Brände legt, braucht keine bessere Löschtechnik. Er muss aufhören, Brände zu legen.
Und genau deshalb reicht es nicht, Kinder immer früher zu testen, zu fördern und an bestehende Anforderungen anzupassen. Wir müssen endlich darüber reden, welche dieser Anforderungen überhaupt sinnvoll sind – und welche wir nur deshalb für normal halten, weil sie schon immer da waren.
Und damit sind wir bei uns Eltern.
Wir können nicht einerseits sagen, dass wir bestimmte Entwicklungen falsch finden, und andererseits jede Forderung widerspruchslos an unsere Kinder weiterreichen, weil „man da eben nichts machen kann“.
Doch. Man kann sich informieren. Man kann seine Rechte kennen. Man kann widersprechen. Und vor allem kann man sich mit anderen Eltern zusammenschließen, damit aus einem einzelnen „Ich halte das für falsch“ irgendwann ein „Wir machen das so nicht mit“ wird.
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Teil 2/2
Du musst dafür nicht erst deine Angst vor Konsequenzen verlieren. Aber du brauchst genug Wissen und Rückhalt, damit du aus Angst vor Konsequenzen nicht gegen deine eigene Überzeugung handelst.
So. Genug aufgeregt. Was machen wir jetzt damit?
Unsere gesamte Kraft in Empörung zu stecken, bringt genauso wenig wie still mitzumachen. Wenn wir etwas verändern wollen, brauchen wir diese Kraft woanders: um Wissen zu teilen, andere Eltern zu erreichen und uns gegenseitig den Rücken zu stärken.
Vielleicht denkst du: „Was soll das bringen, wenn alle anderen trotzdem mitmachen?“
Dann fang nicht bei allen anderen an.
Fang bei dir an.
Ein See füllt sich auch nicht auf einmal. Er füllt sich Tropfen für Tropfen.
Denn sobald einer widerspricht, sieht der Nächste, dass Widerspruch überhaupt möglich ist. Dann sind es zwei, irgendwann zehn – und irgendwann steht nicht mehr ein einzelner Vater oder eine einzelne Mutter vor einer Institution.
Wenn dagegen jeder darauf wartet, dass zuerst die anderen anfangen, funktioniert das bestehende System hervorragend.
Dann muss es nämlich gar nichts verändern.
Quelle zum Gesetzentwurf und Beratungsstand: [Deutscher Bundestag, 9. Oktober 2026](https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw41-de-startchancengesetz-1217528)
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
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Du musst dafür nicht erst deine Angst vor Konsequenzen verlieren. Aber du brauchst genug Wissen und Rückhalt, damit du aus Angst vor Konsequenzen nicht gegen deine eigene Überzeugung handelst.
So. Genug aufgeregt. Was machen wir jetzt damit?
Unsere gesamte Kraft in Empörung zu stecken, bringt genauso wenig wie still mitzumachen. Wenn wir etwas verändern wollen, brauchen wir diese Kraft woanders: um Wissen zu teilen, andere Eltern zu erreichen und uns gegenseitig den Rücken zu stärken.
Vielleicht denkst du: „Was soll das bringen, wenn alle anderen trotzdem mitmachen?“
Dann fang nicht bei allen anderen an.
Fang bei dir an.
Ein See füllt sich auch nicht auf einmal. Er füllt sich Tropfen für Tropfen.
Denn sobald einer widerspricht, sieht der Nächste, dass Widerspruch überhaupt möglich ist. Dann sind es zwei, irgendwann zehn – und irgendwann steht nicht mehr ein einzelner Vater oder eine einzelne Mutter vor einer Institution.
Wenn dagegen jeder darauf wartet, dass zuerst die anderen anfangen, funktioniert das bestehende System hervorragend.
Dann muss es nämlich gar nichts verändern.
Quelle zum Gesetzentwurf und Beratungsstand: [Deutscher Bundestag, 9. Oktober 2026](https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw41-de-startchancengesetz-1217528)
Herzlichst,
Maurice Janich
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Deutscher Bundestag
Deutscher Bundestag - Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung beraten
Der Bundestag hat am Freitag, 9. Oktober 2026, in erster Lesung den Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Verbesserung der Startchancen von Kindern und zur Qualitätsentwicklung in...
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Ich liebe ja das Wort „Pubertier“. Damit ist eigentlich schon alles geklärt.
Dein Kind widerspricht dir? Pubertät. Es hat keinen Bock mehr auf Schule? Pubertät. Es zieht sich zurück, ist gereizt, schläft schlecht, rastet schneller aus oder möchte plötzlich nicht mehr jeden Schwachsinn machen, nur weil ein Erwachsener gesagt hat, dass man das eben so macht? Natürlich: Pubertät.
Man stelle sich vor, wir würden mit Erwachsenen genauso umgehen.
Du bist 43, hasst deinen Job, dein Chef behandelt dich scheiße und morgens bekommst du schon Bauchschmerzen, wenn du nur an die Arbeit denkst?
Ach, das Midlife-Tier wieder. In diesem Alter sind die halt schwierig. Die Hormone spielen verrückt, da kann man nicht jedes Verhalten ernst nehmen. Am besten nicht zu viel diskutieren, klare Grenzen setzen und abwarten. Das geht vorbei.
Bei Erwachsenen würde uns auffallen, wie bescheuert das ist. Bei jungen Menschen sagen wir praktisch dasselbe und halten es für völlig normal.
Und das Beste daran: Wir tun so, als hätte das alles plötzlich mit 13 angefangen.
Dieses Kind hat aber schon zwölf Jahre mit uns gelebt. Zwölf Jahre erlebt, ob wir ihm zuhören oder über seinen Kopf hinweg entscheiden. Ob wir seine Gefühle ernst nehmen oder kleinreden. Ob sein Nein etwas wert ist oder nur so lange, wie es uns gerade passt. Ob wir wirklich wissen wollen, was in ihm vorgeht, oder hauptsächlich wollen, dass es funktioniert.
Und irgendwann ist dieses Kind groß genug, nicht mehr alles hinzunehmen.
Dann wundern wir uns, dass es widerspricht, sich zurückzieht, wütend wird oder uns nichts mehr erzählt.
Zum Glück gibt es dafür eine Erklärung: Pubertät.
Denn solange die Hormone schuld sind, müssen wir nicht bei uns schauen. Wir müssen uns nicht fragen, welchen Anteil unser Umgang mit diesem Kind an dem hat, was wir heute vor uns sehen.
Und genau das ist das Praktische daran, alles auf die Pubertät zu schieben: Sie erklärt nicht nur das Verhalten des Kindes. Sie erspart uns auch die Frage nach unserem eigenen.
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
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Dein Kind widerspricht dir? Pubertät. Es hat keinen Bock mehr auf Schule? Pubertät. Es zieht sich zurück, ist gereizt, schläft schlecht, rastet schneller aus oder möchte plötzlich nicht mehr jeden Schwachsinn machen, nur weil ein Erwachsener gesagt hat, dass man das eben so macht? Natürlich: Pubertät.
Man stelle sich vor, wir würden mit Erwachsenen genauso umgehen.
Du bist 43, hasst deinen Job, dein Chef behandelt dich scheiße und morgens bekommst du schon Bauchschmerzen, wenn du nur an die Arbeit denkst?
Ach, das Midlife-Tier wieder. In diesem Alter sind die halt schwierig. Die Hormone spielen verrückt, da kann man nicht jedes Verhalten ernst nehmen. Am besten nicht zu viel diskutieren, klare Grenzen setzen und abwarten. Das geht vorbei.
Bei Erwachsenen würde uns auffallen, wie bescheuert das ist. Bei jungen Menschen sagen wir praktisch dasselbe und halten es für völlig normal.
Und das Beste daran: Wir tun so, als hätte das alles plötzlich mit 13 angefangen.
Dieses Kind hat aber schon zwölf Jahre mit uns gelebt. Zwölf Jahre erlebt, ob wir ihm zuhören oder über seinen Kopf hinweg entscheiden. Ob wir seine Gefühle ernst nehmen oder kleinreden. Ob sein Nein etwas wert ist oder nur so lange, wie es uns gerade passt. Ob wir wirklich wissen wollen, was in ihm vorgeht, oder hauptsächlich wollen, dass es funktioniert.
Und irgendwann ist dieses Kind groß genug, nicht mehr alles hinzunehmen.
Dann wundern wir uns, dass es widerspricht, sich zurückzieht, wütend wird oder uns nichts mehr erzählt.
Zum Glück gibt es dafür eine Erklärung: Pubertät.
Denn solange die Hormone schuld sind, müssen wir nicht bei uns schauen. Wir müssen uns nicht fragen, welchen Anteil unser Umgang mit diesem Kind an dem hat, was wir heute vor uns sehen.
Und genau das ist das Praktische daran, alles auf die Pubertät zu schieben: Sie erklärt nicht nur das Verhalten des Kindes. Sie erspart uns auch die Frage nach unserem eigenen.
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
@KraftDeinerGedanken
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Über 1.000 Schulen in Frankreich waren am 1. Oktober 2026 von Schülerprotesten betroffen. Und plötzlich machen Jugendliche etwas, das Erwachsene ihnen jahrelang beibringen wollen: Sie denken selbstständig, hinterfragen Autoritäten und wehren sich gegen Missstände.
Seit September protestieren französische Schüler gegen Lehrermangel, überfüllte Klassen, marode Schulgebäude und überlange Schultage. Mehr als 70 Prozent der Klassen an öffentlichen allgemeinbildenden und technischen Gymnasien haben über 30 Schüler. In jeder fünften Klasse sind es sogar mehr als 35.
Inzwischen haben die Proteste auch Deutschland erreicht.
Und daran lässt sich etwas erkennen, das weit über die aktuellen Proteste hinausgeht.
Wir wollen Kinder zu selbstständigen, kritischen Menschen erziehen. Aber wehe, sie fangen an, uns zu widersprechen.
Dann kommt nämlich schnell das Argument, das Generationen von Kindern kennen: „Dafür bist du noch zu jung. Du kannst das noch gar nicht beurteilen. Du verstehst das Leben noch nicht.“
Ach so.
Ein Kind muss also erst erwachsen werden, um beurteilen zu können, wie es ihm als Kind geht?
Du musst nicht zehn Jahre in einem brennenden Haus gewohnt haben, um zu merken, dass es darin zu heiß ist.
Natürlich verstehen Jugendliche nicht automatisch sämtliche politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge. Aber sie erleben jeden Tag, wie sich diese Entscheidungen auf ihr Leben auswirken. Und dafür brauchen sie keine abgeschlossene Berufsausbildung, kein Studium und keine zwanzig Jahre Lebenserfahrung.
Und jetzt wird es besonders interessant.
Wie viele Erwachsene gehen jeden Morgen zu einer Arbeit, die sie unglücklich macht, ignorieren ihre Bedürfnisse, schlucken ihre Meinung herunter und machen Dinge mit, die sie eigentlich ablehnen, weil sie gelernt haben, dass man eben funktionieren muss?
Das muss man sich mal vorstellen: Ein Mensch, der seit Jahren gegen seine eigene Überzeugung handelt, will einem Kind erklären, dass es noch zu jung ist, um zu wissen, was ihm guttut.
Das ist schon irgendwie komisch. Wenn es nicht gleichzeitig so traurig wäre.
Da verbringen Menschen ihr halbes Leben damit, sich an Verhältnisse anzupassen, unter denen sie selbst leiden, beschweren sich regelmäßig darüber, wie beschissen alles ist, und wenn ihre Kinder sich gegen dieselben Verhältnisse wehren, erklären sie ihnen, warum man das eben hinnehmen muss.
Schließlich müsste man sich sonst eingestehen, dass man selbst seit Jahren Dinge mitmacht, die man eigentlich gar nicht möchte. Und dann müsste man womöglich etwas daran ändern.
Das ist, als würde jemand seit Jahren in einem Käfig sitzen, sich jeden Tag über die Gitterstäbe beschweren und seinem Kind, das gerade die geöffnete Tür entdeckt hat, erklären, dass es gefälligst sitzen bleiben soll.
Schließlich kann man doch nicht einfach rausgehen. Wo kämen wir denn da hin?
Wenn du merkst, dass du deinem Kind manchmal Dinge vermittelst, hinter denen du selbst nicht stehst, und verstehen möchtest, wie du aus solchen Mustern aussteigen kannst, begleite ich dich gerne dabei.
Mehr dazu auf 💡KraftDeinerGedanken.de
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
@KraftDeinerGedanken
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Quellen:
- [Le Monde, 2. Oktober 2026 – Schülerproteste in Frankreich]
- [Le Monde, 5. Oktober 2026 – Hintergründe und Klassengrößen]
- [VBE, 19. Oktober 2026 – Schülerproteste in Deutschland]
Seit September protestieren französische Schüler gegen Lehrermangel, überfüllte Klassen, marode Schulgebäude und überlange Schultage. Mehr als 70 Prozent der Klassen an öffentlichen allgemeinbildenden und technischen Gymnasien haben über 30 Schüler. In jeder fünften Klasse sind es sogar mehr als 35.
Inzwischen haben die Proteste auch Deutschland erreicht.
Und daran lässt sich etwas erkennen, das weit über die aktuellen Proteste hinausgeht.
Wir wollen Kinder zu selbstständigen, kritischen Menschen erziehen. Aber wehe, sie fangen an, uns zu widersprechen.
Dann kommt nämlich schnell das Argument, das Generationen von Kindern kennen: „Dafür bist du noch zu jung. Du kannst das noch gar nicht beurteilen. Du verstehst das Leben noch nicht.“
Ach so.
Ein Kind muss also erst erwachsen werden, um beurteilen zu können, wie es ihm als Kind geht?
Du musst nicht zehn Jahre in einem brennenden Haus gewohnt haben, um zu merken, dass es darin zu heiß ist.
Natürlich verstehen Jugendliche nicht automatisch sämtliche politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge. Aber sie erleben jeden Tag, wie sich diese Entscheidungen auf ihr Leben auswirken. Und dafür brauchen sie keine abgeschlossene Berufsausbildung, kein Studium und keine zwanzig Jahre Lebenserfahrung.
Und jetzt wird es besonders interessant.
Wie viele Erwachsene gehen jeden Morgen zu einer Arbeit, die sie unglücklich macht, ignorieren ihre Bedürfnisse, schlucken ihre Meinung herunter und machen Dinge mit, die sie eigentlich ablehnen, weil sie gelernt haben, dass man eben funktionieren muss?
Das muss man sich mal vorstellen: Ein Mensch, der seit Jahren gegen seine eigene Überzeugung handelt, will einem Kind erklären, dass es noch zu jung ist, um zu wissen, was ihm guttut.
Das ist schon irgendwie komisch. Wenn es nicht gleichzeitig so traurig wäre.
Da verbringen Menschen ihr halbes Leben damit, sich an Verhältnisse anzupassen, unter denen sie selbst leiden, beschweren sich regelmäßig darüber, wie beschissen alles ist, und wenn ihre Kinder sich gegen dieselben Verhältnisse wehren, erklären sie ihnen, warum man das eben hinnehmen muss.
Schließlich müsste man sich sonst eingestehen, dass man selbst seit Jahren Dinge mitmacht, die man eigentlich gar nicht möchte. Und dann müsste man womöglich etwas daran ändern.
Das ist, als würde jemand seit Jahren in einem Käfig sitzen, sich jeden Tag über die Gitterstäbe beschweren und seinem Kind, das gerade die geöffnete Tür entdeckt hat, erklären, dass es gefälligst sitzen bleiben soll.
Schließlich kann man doch nicht einfach rausgehen. Wo kämen wir denn da hin?
Wenn du merkst, dass du deinem Kind manchmal Dinge vermittelst, hinter denen du selbst nicht stehst, und verstehen möchtest, wie du aus solchen Mustern aussteigen kannst, begleite ich dich gerne dabei.
Mehr dazu auf 💡KraftDeinerGedanken.de
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
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Quellen:
- [Le Monde, 2. Oktober 2026 – Schülerproteste in Frankreich]
- [Le Monde, 5. Oktober 2026 – Hintergründe und Klassengrößen]
- [VBE, 19. Oktober 2026 – Schülerproteste in Deutschland]
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Stell dir vor, wir würden Kinder tatsächlich so lernen lassen, wie Kinder lernen.
Sie dürften Fragen stellen, Dinge ausprobieren, Fehler machen, sich bewegen und stundenlang mit etwas beschäftigen, das sie wirklich interessiert. Sie würden aus Neugier lernen und nicht deshalb, weil am Freitag eine Klassenarbeit geschrieben wird.
Verrückte Vorstellung, oder?
Stattdessen haben wir ein Bildungssystem, in dem wir Kindern schon früh erklären, wann sie wo zu sein haben, wie lange sie sitzen bleiben müssen, womit sie sich beschäftigen sollen und zu welchem Zeitpunkt sie welche Fähigkeiten beherrschen müssen.
Dabei hat das Kind womöglich überhaupt kein Problem mit dem Lernen. Es hat ein Problem damit, wie wir es zum Lernen zwingen.
Beobachtet doch einfach mal eure Kinder außerhalb der Schule.
Ein Kind, das sich angeblich keine zwanzig Minuten konzentrieren kann, baut zu Hause drei Stunden lang an irgendeiner Konstruktion. Es probiert aus, scheitert, verändert etwas, beginnt wieder von vorne und merkt nicht einmal, wie die Zeit vergeht.
Ein anderes beschäftigt sich wochenlang mit Dinosauriern, kennt plötzlich lateinische Namen und die Unterschiede zwischen verschiedenen Erdzeitaltern und erklärt dir Dinge, von denen du noch nie gehört hast.
Und jetzt stellt euch vor, ihr würdet eurem anderen Kind erklären, dass es sich ab morgen ebenfalls jeden Vormittag mit Dinosauriern beschäftigen muss. Obwohl es Dinosaurier überhaupt nicht interessieren.
Ihr legt fest, wann es damit anfängt, wie lange es sich damit beschäftigen muss und was es am Ende darüber wissen soll. Anschließend überprüft ihr, wie viel es gelernt hat.
Auf die Idee kämen die wenigsten Eltern. In der Schule halten wir genau dieses Prinzip für völlig normal.
Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass Erwachsene über das Lernen von Kindern bestimmen, dass wir diese Fremdbestimmung inzwischen für eine Voraussetzung von Bildung halten.
Wir wollen selbstständige, eigenverantwortliche Menschen erziehen und verpflichten Kinder gleichzeitig über Jahre hinweg, täglich zu festgelegten Zeiten an einem bestimmten Ort zu erscheinen, sich mit vorgeschriebenen Inhalten zu beschäftigen und ihre Leistungen bewerten zu lassen.
Ob sie das wollen, ob sie sich dafür interessieren oder ob sie sich lieber mit etwas völlig anderem beschäftigen würden, spielt kaum eine Rolle. Und ausgerechnet durch diese jahrelange Fremdbestimmung sollen selbstständige, eigenverantwortliche Menschen entstehen?
Manche Kinder wollen irgendwann überhaupt nicht mehr in die Schule, haben morgens Bauchschmerzen, verweigern Hausaufgaben oder verlieren das Interesse am Unterricht.
Und was machen wir?
Wir versuchen, ihre Motivation zu steigern, ihre Konzentration zu verbessern und ihre Verweigerung zu überwinden.
Und während wir überlegen, was wir an diesen Kindern verändern müssen, damit sie wieder funktionieren, stellen wir eine Frage gar nicht erst: Was müssten wir eigentlich an der Schule verändern, damit Kinder dort gerne lernen?
Wie gerne geht dein Kind eigentlich zur Schule? Bewerte es auf einer Skala von 0 bis 10:
0 = Überhaupt nicht gerne
10 = Es liebt die Schule
Schreib einfach nur die Zahl in die Kommentare.
Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
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Sie dürften Fragen stellen, Dinge ausprobieren, Fehler machen, sich bewegen und stundenlang mit etwas beschäftigen, das sie wirklich interessiert. Sie würden aus Neugier lernen und nicht deshalb, weil am Freitag eine Klassenarbeit geschrieben wird.
Verrückte Vorstellung, oder?
Stattdessen haben wir ein Bildungssystem, in dem wir Kindern schon früh erklären, wann sie wo zu sein haben, wie lange sie sitzen bleiben müssen, womit sie sich beschäftigen sollen und zu welchem Zeitpunkt sie welche Fähigkeiten beherrschen müssen.
Dabei hat das Kind womöglich überhaupt kein Problem mit dem Lernen. Es hat ein Problem damit, wie wir es zum Lernen zwingen.
Beobachtet doch einfach mal eure Kinder außerhalb der Schule.
Ein Kind, das sich angeblich keine zwanzig Minuten konzentrieren kann, baut zu Hause drei Stunden lang an irgendeiner Konstruktion. Es probiert aus, scheitert, verändert etwas, beginnt wieder von vorne und merkt nicht einmal, wie die Zeit vergeht.
Ein anderes beschäftigt sich wochenlang mit Dinosauriern, kennt plötzlich lateinische Namen und die Unterschiede zwischen verschiedenen Erdzeitaltern und erklärt dir Dinge, von denen du noch nie gehört hast.
Und jetzt stellt euch vor, ihr würdet eurem anderen Kind erklären, dass es sich ab morgen ebenfalls jeden Vormittag mit Dinosauriern beschäftigen muss. Obwohl es Dinosaurier überhaupt nicht interessieren.
Ihr legt fest, wann es damit anfängt, wie lange es sich damit beschäftigen muss und was es am Ende darüber wissen soll. Anschließend überprüft ihr, wie viel es gelernt hat.
Auf die Idee kämen die wenigsten Eltern. In der Schule halten wir genau dieses Prinzip für völlig normal.
Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass Erwachsene über das Lernen von Kindern bestimmen, dass wir diese Fremdbestimmung inzwischen für eine Voraussetzung von Bildung halten.
Wir wollen selbstständige, eigenverantwortliche Menschen erziehen und verpflichten Kinder gleichzeitig über Jahre hinweg, täglich zu festgelegten Zeiten an einem bestimmten Ort zu erscheinen, sich mit vorgeschriebenen Inhalten zu beschäftigen und ihre Leistungen bewerten zu lassen.
Ob sie das wollen, ob sie sich dafür interessieren oder ob sie sich lieber mit etwas völlig anderem beschäftigen würden, spielt kaum eine Rolle. Und ausgerechnet durch diese jahrelange Fremdbestimmung sollen selbstständige, eigenverantwortliche Menschen entstehen?
Manche Kinder wollen irgendwann überhaupt nicht mehr in die Schule, haben morgens Bauchschmerzen, verweigern Hausaufgaben oder verlieren das Interesse am Unterricht.
Und was machen wir?
Wir versuchen, ihre Motivation zu steigern, ihre Konzentration zu verbessern und ihre Verweigerung zu überwinden.
Und während wir überlegen, was wir an diesen Kindern verändern müssen, damit sie wieder funktionieren, stellen wir eine Frage gar nicht erst: Was müssten wir eigentlich an der Schule verändern, damit Kinder dort gerne lernen?
Wie gerne geht dein Kind eigentlich zur Schule? Bewerte es auf einer Skala von 0 bis 10:
0 = Überhaupt nicht gerne
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