Der Bund zahlt den Hackern und nennt es Sicherheit
Der Bund predigt digitale Sicherheit und lässt seinen Rüstungskonzern RUAG die Rechnung der Hacker begleichen. Die e-ID soll trotzdem vertrauenswürdig sein.
Die Hochglanzversion der Sicherheit
Die Schweiz führt die elektronische Identität ein und verspricht Datenschutz, Kontrolle und eine sichere digitale Ausweisleistung. Gleichzeitig zahlte ausgerechnet die bundeseigene RUAG nach einem Ransomware-Angriff Lösegeld. Aber keine Sorge: Die Daten seien sicher. Versichert man uns.
Im Herbst 2025 drang die Gruppe Akira in die Systeme der amerikanischen Tochter RUAG LLC in Virginia ein, entwendete Daten und forderte Geld. Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli bestätigte gegenüber SRF die Zahlung eines «kleinen Betrags». Das VBS befand später, rechtlich sei das zulässig gewesen. Beim Informationsfluss gegenüber dem Bund als Eigentümer gebe es Verbesserungsbedarf. So klingt das, wenn ein Bundesbetrieb gegen die Empfehlung des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit verstösst und anschliessend ein Attest erhält.
Der Bund rät, kein Lösegeld zu zahlen, weil damit Kriminalität finanziert wird. Ein Unternehmen, das zu hundert Prozent dem Bund gehört, zahlt trotzdem. Das ist ungefähr so, als verteilte die Feuerwehr eine Broschüre gegen Benzin im Feuer und schütte danach selbst den Kanister hinein.
Wo «e» draufsteht
Die Pointe liegt nicht darin, dass die amerikanische Tochter eine eigene IT hatte und nach Angaben der RUAG keine Verbindung zu den Schweizer Systemen bestand. Sie liegt darin, dass schon ein Rüstungskonzern des Bundes gehackt werden kann, Daten verliert und anschliessend zahlt. Wer danach behauptet, staatliche digitale Systeme seien grundsätzlich sicher, verwechselt ein Konzept mit einer Garantie.
Sicher heisst in der Informatik nicht unangreifbar. Es heisst, dass Menschen etwas geschützt haben, während andere genau diese Schutzmechanismen überwinden. Daran ändern auch Millionen an Werbegeldern für die e-ID nichts. Wo «e» draufsteht, ist selten Unfehlbarkeit drin. Die Hacker sind nie weit, und im schlimmsten Fall fliesst Lösegeld. Die Pannen werden derweil nicht weniger, nur die Broschüren glänzender. Wer das für einen Einzelfall hält, hat die letzten Jahre schlecht gelesen.
Die unangenehme Frage
Die Debatte sollte nicht bei der Frage beginnen, ob sich ein Formular künftig schneller mit dem Smartphone ausfüllen lässt. Sie sollte bei der Frage beginnen, was geschieht, wenn jemand diese Infrastruktur angreift, eine Lücke monatelang unentdeckt bleibt oder ein fremder Nachrichtendienst die digitale Identität der Schweizer zum Ziel erklärt.
Der Fall Zhang Yu zeigt, in welcher Welt das stattfindet. Die USA bieten bis zu zehn Millionen Dollar für Hinweise auf den chinesischen Staatsbürger, dem vorgeworfen wird, im Auftrag des Shanghaier Staatssicherheitsbüros an Cyberangriffen beteiligt gewesen zu sein, unter anderem gegen amerikanische Corona-Forschung. Sein mutmasslicher Komplize Xu Zewei wurde 2026 an die USA ausgeliefert. Und genau in dieser Welt soll der Bürger dem Staat seine digitale Identität anvertrauen.
Na dann. Gib uns deine Daten, wir schützen sie, wir haben alles unter Kontrolle. Geht es schief, gibt es eine Untersuchung, die Feststellung, dass niemand gegen das Gesetz verstossen hat, und den Hinweis, der Informationsfluss müsse verbessert werden. Die digitale Schweiz bleibt sicher. Zumindest solange niemand versucht, sie zu hacken.
Eine gestohlene Plastikkarte lässt sich sperren. Eine digitale Identität, die mit immer mehr Lebensbereichen verknüpft ist, nicht. Wir sollen dem Staat immer genauer beweisen, wer wir sind. Der Staat muss beweisen, dass er weiss, wer Zugriff erhält. Bei der RUAG hat das nicht funktioniert. Und das war kein Garagen-Startup, sondern ein Unternehmen des Bundes. Aber selbstverständlich sind unsere Daten sicher. Das steht schliesslich im Konzept.
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Der Bund predigt digitale Sicherheit und lässt seinen Rüstungskonzern RUAG die Rechnung der Hacker begleichen. Die e-ID soll trotzdem vertrauenswürdig sein.
Die Hochglanzversion der Sicherheit
Die Schweiz führt die elektronische Identität ein und verspricht Datenschutz, Kontrolle und eine sichere digitale Ausweisleistung. Gleichzeitig zahlte ausgerechnet die bundeseigene RUAG nach einem Ransomware-Angriff Lösegeld. Aber keine Sorge: Die Daten seien sicher. Versichert man uns.
Im Herbst 2025 drang die Gruppe Akira in die Systeme der amerikanischen Tochter RUAG LLC in Virginia ein, entwendete Daten und forderte Geld. Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli bestätigte gegenüber SRF die Zahlung eines «kleinen Betrags». Das VBS befand später, rechtlich sei das zulässig gewesen. Beim Informationsfluss gegenüber dem Bund als Eigentümer gebe es Verbesserungsbedarf. So klingt das, wenn ein Bundesbetrieb gegen die Empfehlung des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit verstösst und anschliessend ein Attest erhält.
Der Bund rät, kein Lösegeld zu zahlen, weil damit Kriminalität finanziert wird. Ein Unternehmen, das zu hundert Prozent dem Bund gehört, zahlt trotzdem. Das ist ungefähr so, als verteilte die Feuerwehr eine Broschüre gegen Benzin im Feuer und schütte danach selbst den Kanister hinein.
Wo «e» draufsteht
Die Pointe liegt nicht darin, dass die amerikanische Tochter eine eigene IT hatte und nach Angaben der RUAG keine Verbindung zu den Schweizer Systemen bestand. Sie liegt darin, dass schon ein Rüstungskonzern des Bundes gehackt werden kann, Daten verliert und anschliessend zahlt. Wer danach behauptet, staatliche digitale Systeme seien grundsätzlich sicher, verwechselt ein Konzept mit einer Garantie.
Sicher heisst in der Informatik nicht unangreifbar. Es heisst, dass Menschen etwas geschützt haben, während andere genau diese Schutzmechanismen überwinden. Daran ändern auch Millionen an Werbegeldern für die e-ID nichts. Wo «e» draufsteht, ist selten Unfehlbarkeit drin. Die Hacker sind nie weit, und im schlimmsten Fall fliesst Lösegeld. Die Pannen werden derweil nicht weniger, nur die Broschüren glänzender. Wer das für einen Einzelfall hält, hat die letzten Jahre schlecht gelesen.
Die unangenehme Frage
Die Debatte sollte nicht bei der Frage beginnen, ob sich ein Formular künftig schneller mit dem Smartphone ausfüllen lässt. Sie sollte bei der Frage beginnen, was geschieht, wenn jemand diese Infrastruktur angreift, eine Lücke monatelang unentdeckt bleibt oder ein fremder Nachrichtendienst die digitale Identität der Schweizer zum Ziel erklärt.
Der Fall Zhang Yu zeigt, in welcher Welt das stattfindet. Die USA bieten bis zu zehn Millionen Dollar für Hinweise auf den chinesischen Staatsbürger, dem vorgeworfen wird, im Auftrag des Shanghaier Staatssicherheitsbüros an Cyberangriffen beteiligt gewesen zu sein, unter anderem gegen amerikanische Corona-Forschung. Sein mutmasslicher Komplize Xu Zewei wurde 2026 an die USA ausgeliefert. Und genau in dieser Welt soll der Bürger dem Staat seine digitale Identität anvertrauen.
Na dann. Gib uns deine Daten, wir schützen sie, wir haben alles unter Kontrolle. Geht es schief, gibt es eine Untersuchung, die Feststellung, dass niemand gegen das Gesetz verstossen hat, und den Hinweis, der Informationsfluss müsse verbessert werden. Die digitale Schweiz bleibt sicher. Zumindest solange niemand versucht, sie zu hacken.
Eine gestohlene Plastikkarte lässt sich sperren. Eine digitale Identität, die mit immer mehr Lebensbereichen verknüpft ist, nicht. Wir sollen dem Staat immer genauer beweisen, wer wir sind. Der Staat muss beweisen, dass er weiss, wer Zugriff erhält. Bei der RUAG hat das nicht funktioniert. Und das war kein Garagen-Startup, sondern ein Unternehmen des Bundes. Aber selbstverständlich sind unsere Daten sicher. Das steht schliesslich im Konzept.
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Forwarded from StandPunkt (Chrigi)
Die Philosophie ist tot – Es lebe die Philosophie
Schadensbilanz einer Disziplin, die den Geist an die Empirik verlor
Der verlassene Schild
Andreas Thiel setzt dort an, wo die beiden Teile von «Wenn die Dienerin zur Herrin wird» enden. Jahrhundertelang verfolgte die Kirche Platoniker, Sokratiker und Pythagoreer und führte die Philosophie vom Licht der Erkenntnis in die Dunkelheit der Mystik. Auf den verwaisten Schild der griechischen Antike hob sie Aristoteles, dessen weltliche Betrachtungen ihr nicht in die Quere kamen. Was danach Philosophie hiess, erbte nicht das Denken, sondern dessen Abwesenheit.
Die Erbin des Nichts
Von Descartes bis Sartre zieht Thiel die Linie dieser Erbschaft. Die Moderne verharrt, in ihrer eigenen Fachsprache, im geseinten Nichts ihres Seins. Empirik, einst Dienerin, wurde zur Herrin. Logik verkümmerte zur Nebensache. Universität und Kirche wurden beide aristotelisch: die eine glaubt nur noch, was sie sieht, die andere nur noch, was sie nicht sieht. Auf der Strecke blieb die sokratische Frage nach dem Zusammenhang von Sichtbarem und Unsichtbarem. Eine Wissenschaft, die alles untersuchen darf ausser den Sinn, hat die Philosophie nicht widerlegt. Sie hat sie betäubt.
Die Rückkehr zu den Grössen
Gegen diese Betäubung stellt Thiel keine neue Schule, sondern die alten Grössen. Pythagoras, Sokrates und Platon wussten, was die Statistik nicht fassen kann: dass Denken dem Stoff vorausliegt und der Geist nicht endet, wo der Körper endet. Nicht Gott ist tot, wie Nietzsche meinte. Tot ist die Philosophie, die sich dem Materialismus gefügig gemacht hat. Lebendig bleibt sie dort, wo Erkenntnis wieder aus folgerichtigem Denken kommt und nicht aus dem Echo der Materie.
Daten Zum Anlass
Freitag, 9. Oktober 2026
Restaurant Turandot
Aathalstr. 5, Uster
Beginn: 19:30 Uhr
Eintritt: Spende
Anmeldung unter: www.ludwiglingg.ch/thiel-okt
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Schadensbilanz einer Disziplin, die den Geist an die Empirik verlor
Der verlassene Schild
Andreas Thiel setzt dort an, wo die beiden Teile von «Wenn die Dienerin zur Herrin wird» enden. Jahrhundertelang verfolgte die Kirche Platoniker, Sokratiker und Pythagoreer und führte die Philosophie vom Licht der Erkenntnis in die Dunkelheit der Mystik. Auf den verwaisten Schild der griechischen Antike hob sie Aristoteles, dessen weltliche Betrachtungen ihr nicht in die Quere kamen. Was danach Philosophie hiess, erbte nicht das Denken, sondern dessen Abwesenheit.
Die Erbin des Nichts
Von Descartes bis Sartre zieht Thiel die Linie dieser Erbschaft. Die Moderne verharrt, in ihrer eigenen Fachsprache, im geseinten Nichts ihres Seins. Empirik, einst Dienerin, wurde zur Herrin. Logik verkümmerte zur Nebensache. Universität und Kirche wurden beide aristotelisch: die eine glaubt nur noch, was sie sieht, die andere nur noch, was sie nicht sieht. Auf der Strecke blieb die sokratische Frage nach dem Zusammenhang von Sichtbarem und Unsichtbarem. Eine Wissenschaft, die alles untersuchen darf ausser den Sinn, hat die Philosophie nicht widerlegt. Sie hat sie betäubt.
Die Rückkehr zu den Grössen
Gegen diese Betäubung stellt Thiel keine neue Schule, sondern die alten Grössen. Pythagoras, Sokrates und Platon wussten, was die Statistik nicht fassen kann: dass Denken dem Stoff vorausliegt und der Geist nicht endet, wo der Körper endet. Nicht Gott ist tot, wie Nietzsche meinte. Tot ist die Philosophie, die sich dem Materialismus gefügig gemacht hat. Lebendig bleibt sie dort, wo Erkenntnis wieder aus folgerichtigem Denken kommt und nicht aus dem Echo der Materie.
Daten Zum Anlass
Freitag, 9. Oktober 2026
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Aathalstr. 5, Uster
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Lauterbach und die Lungenpest: Das Corona-Drehbuch läuft wieder
Der Tod einer Laborantin in Sibirien ist ungeklärt. Wer Corona miterlebt hat, erkennt das Muster.
Die bekannte Stimme
Karl Lauterbach hat sich gemeldet, kaum dass die Meldungen aus Irkutsk die Runde machten. Für Europa sieht er kein erhöhtes Risiko, verlangt aber von Russland die Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation. Transparenz und schnelles Handeln seien das Wichtigste gegen Epidemien. Wenn man eines aus der Corona-Zeit gelernt habe, dann sei es genau das, sagte er der Rheinischen Post. Wadephul und WHO-Chef Tedros fordern ebenfalls Aufklärung. Die Schlagzeilen laufen bereits unter Lungenpest und Laborunfall. Die Diagnose steht nicht fest, die Propagandarichtung schon.
Was feststeht und was nicht
Fest steht, dass die 28-jährige Darja Schipilowa vom Pestforschungsinstitut in Irkutsk am 2. Oktober 2026 an einer schweren Lungenentzündung gestorben ist. Die russischen Behörden nennen eine Lungenentzündung unbekannter Herkunft, bestreiten Laborunfall und Pestinfektion und erklären, in fast fünftausend Tests bei den Kontaktpersonen sei kein gefährlicher Erreger gefunden worden. Die Beobachtung der rund zweihundert Kontakte sei abgeschlossen, ein zweiter Fall werde dementiert, der Kreml spreche beim Gro der Berichte von Falschinformationen. Nicht fest steht, woraus die Aufregung lebt: ein zerbrochenes Reagenzglas, eine bestätigte Infektion mit Yersinia pestis, eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Mimikama nennt die Behauptung einer bestätigten Lungenpest irreführend.
Übung, Buch und die fertige Spritze
Nicht nur China und Russland übten Ende August 2026 an ihrer Grenze ein Szenario mit importierter Pest. Der Westen war früher dran. Am 14. Februar 2019, am Vorabend der Münchner Sicherheitskonferenz, lief das Planspiel «A Spreading Plague»: die Freisetzung einer gentechnisch veränderten Lungenpest. Dabei waren unter anderen die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, die WHO, das Weltwirtschaftsforum und das deutsche Bundesgesundheitsministerium. Die Übereinstimmung mit den Corona-Planspielen ist frappant: Dieselben Kreise, dasselbe Muster, die Übung kurz vor dem Ernstfall, die Lösung schon im Schrank. Im Oktober 2019, wenige Wochen vor den ersten Corona-Meldungen, hatte Event 201 mit Gates-Stiftung, Weltwirtschaftsforum und Johns Hopkins genau diesen Ablauf schon einmal durchgespielt. Im Sommer 2026 erschien dann Annie Jacobsens Buch «Biological War», ein fiktiver Ablauf, in dem aus einem sibirischen Hochsicherheitslabor Lungenpest entweicht. Jacobsen, die für frühere Bücher mit Quellen aus dem amerikanischen Verteidigungsapparat gesprochen hat, zog nach dem Todesfall selbst die Parallele. Dazu kommt eine israelische mRNA-Studie vom April 2025: In Mäuseversuchen schützte ein experimenteller Impfstoff in den getesteten Gruppen bis zu hundert Prozent. Für den Menschen ist er nicht zugelassen und nicht verfügbar. Aus dem Tierversuch wird in der Erzählung trotzdem rasch die fertige Spritze. So lief es auch 2020.
Wer nüchtern bleibt
Roman Wölfel vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr hält eine grössere Ausbreitung für unwahrscheinlich. Die Virologin Angela Rasmussen hält eine Pestpandemie für äusserst unwahrscheinlich. Lungenpest ist bakteriell und mit Antibiotika behandelbar, wenn sie früh erkannt wird. Diese Stimmen bleiben leiser als die Alarmzeile.
Wozu die Unruhe dient
Eine bestätigte Seuche gibt es nicht, eine Gefahr für Europa auch nicht. Was es gibt, ist das vertraute Verfahren: ein ungeklärter Todesfall, ein historisch aufgeladener Name, offene Fragen und die alten Gesichter, die Transparenz fordern und die Angst am Köcheln halten. Eine latente Panik braucht keine Epidemie. Sie braucht Unklarheit und das Gefühl, dass gleich wieder jemand bestimmen muss. Menschen in diesem Zustand bleiben lenkbar. Genau das hat Corona gezeigt, und genau das wiederholt sich hier, noch bevor irgendwer sagen kann, woran die Frau in Schelechow gestorben ist.
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Der Tod einer Laborantin in Sibirien ist ungeklärt. Wer Corona miterlebt hat, erkennt das Muster.
Die bekannte Stimme
Karl Lauterbach hat sich gemeldet, kaum dass die Meldungen aus Irkutsk die Runde machten. Für Europa sieht er kein erhöhtes Risiko, verlangt aber von Russland die Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation. Transparenz und schnelles Handeln seien das Wichtigste gegen Epidemien. Wenn man eines aus der Corona-Zeit gelernt habe, dann sei es genau das, sagte er der Rheinischen Post. Wadephul und WHO-Chef Tedros fordern ebenfalls Aufklärung. Die Schlagzeilen laufen bereits unter Lungenpest und Laborunfall. Die Diagnose steht nicht fest, die Propagandarichtung schon.
Was feststeht und was nicht
Fest steht, dass die 28-jährige Darja Schipilowa vom Pestforschungsinstitut in Irkutsk am 2. Oktober 2026 an einer schweren Lungenentzündung gestorben ist. Die russischen Behörden nennen eine Lungenentzündung unbekannter Herkunft, bestreiten Laborunfall und Pestinfektion und erklären, in fast fünftausend Tests bei den Kontaktpersonen sei kein gefährlicher Erreger gefunden worden. Die Beobachtung der rund zweihundert Kontakte sei abgeschlossen, ein zweiter Fall werde dementiert, der Kreml spreche beim Gro der Berichte von Falschinformationen. Nicht fest steht, woraus die Aufregung lebt: ein zerbrochenes Reagenzglas, eine bestätigte Infektion mit Yersinia pestis, eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Mimikama nennt die Behauptung einer bestätigten Lungenpest irreführend.
Übung, Buch und die fertige Spritze
Nicht nur China und Russland übten Ende August 2026 an ihrer Grenze ein Szenario mit importierter Pest. Der Westen war früher dran. Am 14. Februar 2019, am Vorabend der Münchner Sicherheitskonferenz, lief das Planspiel «A Spreading Plague»: die Freisetzung einer gentechnisch veränderten Lungenpest. Dabei waren unter anderen die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, die WHO, das Weltwirtschaftsforum und das deutsche Bundesgesundheitsministerium. Die Übereinstimmung mit den Corona-Planspielen ist frappant: Dieselben Kreise, dasselbe Muster, die Übung kurz vor dem Ernstfall, die Lösung schon im Schrank. Im Oktober 2019, wenige Wochen vor den ersten Corona-Meldungen, hatte Event 201 mit Gates-Stiftung, Weltwirtschaftsforum und Johns Hopkins genau diesen Ablauf schon einmal durchgespielt. Im Sommer 2026 erschien dann Annie Jacobsens Buch «Biological War», ein fiktiver Ablauf, in dem aus einem sibirischen Hochsicherheitslabor Lungenpest entweicht. Jacobsen, die für frühere Bücher mit Quellen aus dem amerikanischen Verteidigungsapparat gesprochen hat, zog nach dem Todesfall selbst die Parallele. Dazu kommt eine israelische mRNA-Studie vom April 2025: In Mäuseversuchen schützte ein experimenteller Impfstoff in den getesteten Gruppen bis zu hundert Prozent. Für den Menschen ist er nicht zugelassen und nicht verfügbar. Aus dem Tierversuch wird in der Erzählung trotzdem rasch die fertige Spritze. So lief es auch 2020.
Wer nüchtern bleibt
Roman Wölfel vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr hält eine grössere Ausbreitung für unwahrscheinlich. Die Virologin Angela Rasmussen hält eine Pestpandemie für äusserst unwahrscheinlich. Lungenpest ist bakteriell und mit Antibiotika behandelbar, wenn sie früh erkannt wird. Diese Stimmen bleiben leiser als die Alarmzeile.
Wozu die Unruhe dient
Eine bestätigte Seuche gibt es nicht, eine Gefahr für Europa auch nicht. Was es gibt, ist das vertraute Verfahren: ein ungeklärter Todesfall, ein historisch aufgeladener Name, offene Fragen und die alten Gesichter, die Transparenz fordern und die Angst am Köcheln halten. Eine latente Panik braucht keine Epidemie. Sie braucht Unklarheit und das Gefühl, dass gleich wieder jemand bestimmen muss. Menschen in diesem Zustand bleiben lenkbar. Genau das hat Corona gezeigt, und genau das wiederholt sich hier, noch bevor irgendwer sagen kann, woran die Frau in Schelechow gestorben ist.
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Die Mächtigen an die Front – und zwar bei jedem ihrer Kriege
Nena Brockhaus stellt Vitali Klitschko zur Rede. Die Forderung gilt nicht nur für Kiew: Wer den Krieg will, soll als Erster gehen
Die Ansage aus der Talkshow
In der Welt-Sendung «Meinungsfreiheit» hat Moderatorin Nena Brockhaus den Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko zurechtgewiesen. Sein Bruder Wladimir hatte in ihrem früheren Polit-Talk noch vor dem russischen Angriff versichert, er sei Reservist der territorialen Verteidigung und werde bei einem Angriff an die Front eingezogen. Brockhaus stellte fest, sie habe ihn dort bislang nicht als Soldaten gesehen. Der Bürgermeister selbst erklärte in Interviews, warum seine Söhne nicht in der Ukraine kämpfen, während andere Männer gegen ihren Willen eingezogen werden. Auf die Rückkehr der Söhne angesprochen, wich er aus und verwies darauf, dass er selbst zurückgekommen sei. Brockhaus brachte es auf den Punkt: Die Menschen, über die geredet werde, stünden an der Front. Die anderen redeten darüber, seien aber selbst nicht dort. Wenn der Westen alles für die Ukraine gäbe, müssten vor Ort auch die Mächtigen an die Front.
Nicht nur Kiew, sondern auch jeder andere Krieg
Diese Forderung gilt nicht für die Ukraine allein. Sie gilt für jeden Krieg. Wer ihn anzettelt, wer ihn verlängert, wer ihn von sicherem Schreibtisch aus als historisch notwendig verkauft, soll als Erster an dessen Front stehen – und mit ihm die eigenen Söhne und Töchter. Nicht als Symbol, sondern als Soldat. Die Familien der Kriegstreiber sollten mit gutem Beispiel vorangehen, anstatt andere in den Tod zu schicken und selbst das schlechte Beispiel zu geben. Müssten die politisch Verantwortlichen als Erste an die Front ihres eigenen Krieges, wäre der erste Weltfrieden längst ausgebrochen. Kein Kabinett hält einen Feldzug durch, dessen Preis die eigenen Kinder zahlen.
Die Strasse statt der Regierungsbank
Die Wirklichkeit sieht anders aus. Die regierungsnahe Einheit ТЦК та СП, das Territoriale Zentrum für Rekrutierung und soziale Unterstützung, geht durch die ukrainischen Städte und holt Männer von der Strasse. Die Praxis hat einen Namen: «Busification». Männer werden angehalten, in Fahrzeuge verfrachtet und in Rekrutierungszentren gebracht, oft ohne dass die gesetzlich vorgesehene Prüfung stattfindet. Der ukrainische Ombudsmann Dmytro Lubinets sprach von systematischen und massiven Verstössen. Sein Amt zählte bis Ende 2025 über 6'000 Beschwerden, nach nur 18 im ersten Kriegsjahr 2022; 2026 kamen weitere Tausende hinzu. Kontrollbesuche dokumentierten Freiheitsentzug, Schläge und Zwang, auch gegen Männer mit gültiger Freistellung. France 24 und Al Jazeera haben die Gewalt bei diesen Festnahmen beschrieben. In Lwiw eskalierte ein Zugriff zu einem Aufruhr. Umfragen in der Ukraine wiesen die Methode mehrheitlich zurück.
Stimmen gegen die Jagd
Scharfe Verurteilung kommt nicht nur von aussen. Julija Mendel, frühere Sprecherin von Wolodymyr Selenskyj, sprach in der Weltwoche von einer Menschenjagd: Männer würden auf den Strassen gejagt, Behinderte, Ältere, selbst Minderjährige und Blinde an die Front gebracht. Betroffene stünden vor der Wahl, zu kämpfen oder Bestechungsgeld zu zahlen. Sie nannte Folter in den Einberufungsbüros und Männer, die über Berge und Flüsse fliehen und dabei sterben. Klitschko selbst zitierte den Satz der Kritiker, ohne ihn zu entkräften: Wer den Krieg stoppen wolle, solle die Kinder der Entscheidungsträger an die Front schicken. Der Menschenrechtskommissar des Europarats hatte schon 2025 vor Schlägen, harter Haft und der Einziehung von Behinderten gewarnt. Der Unmut richtet sich nicht gegen den Soldaten an der Linie, sondern gegen jene, die den Krieg führen, ohne ihn selbst zu tragen.
Die gesamte EU, und die Schweiz ist davon nicht ausgenommen, stützt und fördert dieses Treiben, die Misshandlungen und Folterungen, mit grosszügigen Finanzspenden; ich fordere die Schweizer Regierung persönlich auf, diese schändliche Unterstützung sofort zu stoppen und zur Neutralität zurückzukehren.
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Nena Brockhaus stellt Vitali Klitschko zur Rede. Die Forderung gilt nicht nur für Kiew: Wer den Krieg will, soll als Erster gehen
Die Ansage aus der Talkshow
In der Welt-Sendung «Meinungsfreiheit» hat Moderatorin Nena Brockhaus den Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko zurechtgewiesen. Sein Bruder Wladimir hatte in ihrem früheren Polit-Talk noch vor dem russischen Angriff versichert, er sei Reservist der territorialen Verteidigung und werde bei einem Angriff an die Front eingezogen. Brockhaus stellte fest, sie habe ihn dort bislang nicht als Soldaten gesehen. Der Bürgermeister selbst erklärte in Interviews, warum seine Söhne nicht in der Ukraine kämpfen, während andere Männer gegen ihren Willen eingezogen werden. Auf die Rückkehr der Söhne angesprochen, wich er aus und verwies darauf, dass er selbst zurückgekommen sei. Brockhaus brachte es auf den Punkt: Die Menschen, über die geredet werde, stünden an der Front. Die anderen redeten darüber, seien aber selbst nicht dort. Wenn der Westen alles für die Ukraine gäbe, müssten vor Ort auch die Mächtigen an die Front.
Nicht nur Kiew, sondern auch jeder andere Krieg
Diese Forderung gilt nicht für die Ukraine allein. Sie gilt für jeden Krieg. Wer ihn anzettelt, wer ihn verlängert, wer ihn von sicherem Schreibtisch aus als historisch notwendig verkauft, soll als Erster an dessen Front stehen – und mit ihm die eigenen Söhne und Töchter. Nicht als Symbol, sondern als Soldat. Die Familien der Kriegstreiber sollten mit gutem Beispiel vorangehen, anstatt andere in den Tod zu schicken und selbst das schlechte Beispiel zu geben. Müssten die politisch Verantwortlichen als Erste an die Front ihres eigenen Krieges, wäre der erste Weltfrieden längst ausgebrochen. Kein Kabinett hält einen Feldzug durch, dessen Preis die eigenen Kinder zahlen.
Die Strasse statt der Regierungsbank
Die Wirklichkeit sieht anders aus. Die regierungsnahe Einheit ТЦК та СП, das Territoriale Zentrum für Rekrutierung und soziale Unterstützung, geht durch die ukrainischen Städte und holt Männer von der Strasse. Die Praxis hat einen Namen: «Busification». Männer werden angehalten, in Fahrzeuge verfrachtet und in Rekrutierungszentren gebracht, oft ohne dass die gesetzlich vorgesehene Prüfung stattfindet. Der ukrainische Ombudsmann Dmytro Lubinets sprach von systematischen und massiven Verstössen. Sein Amt zählte bis Ende 2025 über 6'000 Beschwerden, nach nur 18 im ersten Kriegsjahr 2022; 2026 kamen weitere Tausende hinzu. Kontrollbesuche dokumentierten Freiheitsentzug, Schläge und Zwang, auch gegen Männer mit gültiger Freistellung. France 24 und Al Jazeera haben die Gewalt bei diesen Festnahmen beschrieben. In Lwiw eskalierte ein Zugriff zu einem Aufruhr. Umfragen in der Ukraine wiesen die Methode mehrheitlich zurück.
Stimmen gegen die Jagd
Scharfe Verurteilung kommt nicht nur von aussen. Julija Mendel, frühere Sprecherin von Wolodymyr Selenskyj, sprach in der Weltwoche von einer Menschenjagd: Männer würden auf den Strassen gejagt, Behinderte, Ältere, selbst Minderjährige und Blinde an die Front gebracht. Betroffene stünden vor der Wahl, zu kämpfen oder Bestechungsgeld zu zahlen. Sie nannte Folter in den Einberufungsbüros und Männer, die über Berge und Flüsse fliehen und dabei sterben. Klitschko selbst zitierte den Satz der Kritiker, ohne ihn zu entkräften: Wer den Krieg stoppen wolle, solle die Kinder der Entscheidungsträger an die Front schicken. Der Menschenrechtskommissar des Europarats hatte schon 2025 vor Schlägen, harter Haft und der Einziehung von Behinderten gewarnt. Der Unmut richtet sich nicht gegen den Soldaten an der Linie, sondern gegen jene, die den Krieg führen, ohne ihn selbst zu tragen.
Die gesamte EU, und die Schweiz ist davon nicht ausgenommen, stützt und fördert dieses Treiben, die Misshandlungen und Folterungen, mit grosszügigen Finanzspenden; ich fordere die Schweizer Regierung persönlich auf, diese schändliche Unterstützung sofort zu stoppen und zur Neutralität zurückzukehren.
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Digitalisierung nach Lehrbuch: erst die Pflicht, dann das Leck
Ricardo verliert 890'000 Adressen, der Bund verliert seine Systeme, und alle tun so, als sei das der Preis des Fortschritts
Der Marktplatz mit offener Schublade
Am 7. Oktober bemerkte Ricardo verdächtige Bewegungen auf den eigenen Servern. Am Freitag rückte die Muttergesellschaft SMG Swiss Marketplace Group mit dem Befund heraus: Unbefugte hatten Zugriff auf persönliche Daten von rund 890'000 Nutzerkonten. Abgeflossen sind Namen, Postadressen und Telefonnummern, bei Geschäftskonten zusätzlich die Firmennamen. E-Mail-Adressen und Passwörter seien verschont geblieben, heisst es. Die Lücke sei geschlossen, die Betroffenen würden direkt angeschrieben, der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte sei informiert, Strafanzeige und Meldung ans Bundesamt für Cybersicherheit folgten. Wer die Daten hat und was damit geschieht, bleibt offen. Für Betrüger reicht das Paket allemal. Eine Adresse und eine Telefonnummer sind keine Bagatelle, sobald jemand weiss, dass der Empfänger auf Ricardo kauft und verkauft.
Eine Serie, keine Panne
Wer darin einen Einzelfall sieht, hat die letzten Jahre nicht gelesen. StandPunkt hat die Kette festgehalten, lange bevor Ricardo in die Schlagzeilen geriet. Im Januar 2025 legte ein DDoS-Angriff Webseiten und Telefonie des Bundes für rund 45 Minuten lahm; das Bundesamt für Informatik sprach von stabilisierter Lage, Daten seien nicht abgeflossen. Im November 2023 tauchten nach dem Hack des Zulieferers Concevis Fragmente aus dem Umfeld der Eidgenössischen Steuerverwaltung im Darknet auf, darunter mutmasslich operative Daten von Stellen, für die die Basler Firma gearbeitet hatte. Im Januar 2026 fiel beim Seco die Plattform der Arbeitslosenversicherung aus. Die Umstellung auf Asal 2.0, als Meilenstein angekündigt, verzögerte Taggelder. Das Vorgängerprojekt war schon einmal gescheitert. Erst hiess es, es handle sich um eine kleine Störung, dann um ein grösseres Problem, an dem man mit Hochdruck arbeite. Die Kassen vertrösten, die Versicherten warten.
Dazu kamen der Abfluss von über 200'000 Samsung-Kundendaten über einen Dienstleister und das Leck bei der elektronischen Patientenakte, bei dem Ausweis- und Geburtsdaten von Ärzten mit wenig Aufwand auffindbar waren. Allein in diesen Tagen reiht sich der nächste Fall an den nächsten. Ende September wurde die Softwarefirma der Pensionskasse Publica angegriffen; das Ausmass ist unklar, die Bundesanwaltschaft ermittelt, sensible Personendaten könnten betroffen sein. Eine Waadtländer Sicherheitsfirma verlor nach einem Ransomware-Angriff Pläne von Gefängnissen, Polizeistandorten und Banken, samt Hinweisen auf Kameras und teils Zugangsdaten, die inzwischen im Darknet kursieren. Wer das noch als Pechsträhne verkauft, betreibt Beschönigung. Die Häufung legt nahe, dass ein System an seine Grenzen stösst, das immer mehr Leben auf Server verlegt und die Ausfälle anschliessend als Betriebsunfall abrechnet.
Die Warner waren früher da
StandPunkt hat diese Risiken nicht erst seit Freitag benannt. Beim Seco-Ausfall stand dort bereits, die Digitalisierung werde als Heilsversprechen verkauft und ende regelmässig im Chaos, von der e-ID über die Swiyu-Brieftasche bis zum e-Voting. Datenschützer und Verbraucherschützer warnten in derselben Debatte vor Überidentifizierung, Datendiebstahl und einer Verwaltung, die den gläsernen Bürger anstrebt, ohne die Systeme im Griff zu haben. Die Praxis gibt ihnen recht. Jede neue Pflichtanwendung vergrössert die Fläche, die Angreifer und eigene Fehlkonstruktionen treffen können. Namen, Adressen und Telefonnummern reichen für Betrug, Phishing und Einschüchterung. Der Reflex bleibt derselbe: Lücke zu, Behörden informiert, weitermachen. Wer weiter digitalisiert, ohne die bisherigen Lecks ernst zu nehmen, handelt nicht fortschrittlich. Er handelt fahrlässig und nennt es Modernisierung.
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Am 7. Oktober bemerkte Ricardo verdächtige Bewegungen auf den eigenen Servern. Am Freitag rückte die Muttergesellschaft SMG Swiss Marketplace Group mit dem Befund heraus: Unbefugte hatten Zugriff auf persönliche Daten von rund 890'000 Nutzerkonten. Abgeflossen sind Namen, Postadressen und Telefonnummern, bei Geschäftskonten zusätzlich die Firmennamen. E-Mail-Adressen und Passwörter seien verschont geblieben, heisst es. Die Lücke sei geschlossen, die Betroffenen würden direkt angeschrieben, der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte sei informiert, Strafanzeige und Meldung ans Bundesamt für Cybersicherheit folgten. Wer die Daten hat und was damit geschieht, bleibt offen. Für Betrüger reicht das Paket allemal. Eine Adresse und eine Telefonnummer sind keine Bagatelle, sobald jemand weiss, dass der Empfänger auf Ricardo kauft und verkauft.
Eine Serie, keine Panne
Wer darin einen Einzelfall sieht, hat die letzten Jahre nicht gelesen. StandPunkt hat die Kette festgehalten, lange bevor Ricardo in die Schlagzeilen geriet. Im Januar 2025 legte ein DDoS-Angriff Webseiten und Telefonie des Bundes für rund 45 Minuten lahm; das Bundesamt für Informatik sprach von stabilisierter Lage, Daten seien nicht abgeflossen. Im November 2023 tauchten nach dem Hack des Zulieferers Concevis Fragmente aus dem Umfeld der Eidgenössischen Steuerverwaltung im Darknet auf, darunter mutmasslich operative Daten von Stellen, für die die Basler Firma gearbeitet hatte. Im Januar 2026 fiel beim Seco die Plattform der Arbeitslosenversicherung aus. Die Umstellung auf Asal 2.0, als Meilenstein angekündigt, verzögerte Taggelder. Das Vorgängerprojekt war schon einmal gescheitert. Erst hiess es, es handle sich um eine kleine Störung, dann um ein grösseres Problem, an dem man mit Hochdruck arbeite. Die Kassen vertrösten, die Versicherten warten.
Dazu kamen der Abfluss von über 200'000 Samsung-Kundendaten über einen Dienstleister und das Leck bei der elektronischen Patientenakte, bei dem Ausweis- und Geburtsdaten von Ärzten mit wenig Aufwand auffindbar waren. Allein in diesen Tagen reiht sich der nächste Fall an den nächsten. Ende September wurde die Softwarefirma der Pensionskasse Publica angegriffen; das Ausmass ist unklar, die Bundesanwaltschaft ermittelt, sensible Personendaten könnten betroffen sein. Eine Waadtländer Sicherheitsfirma verlor nach einem Ransomware-Angriff Pläne von Gefängnissen, Polizeistandorten und Banken, samt Hinweisen auf Kameras und teils Zugangsdaten, die inzwischen im Darknet kursieren. Wer das noch als Pechsträhne verkauft, betreibt Beschönigung. Die Häufung legt nahe, dass ein System an seine Grenzen stösst, das immer mehr Leben auf Server verlegt und die Ausfälle anschliessend als Betriebsunfall abrechnet.
Die Warner waren früher da
StandPunkt hat diese Risiken nicht erst seit Freitag benannt. Beim Seco-Ausfall stand dort bereits, die Digitalisierung werde als Heilsversprechen verkauft und ende regelmässig im Chaos, von der e-ID über die Swiyu-Brieftasche bis zum e-Voting. Datenschützer und Verbraucherschützer warnten in derselben Debatte vor Überidentifizierung, Datendiebstahl und einer Verwaltung, die den gläsernen Bürger anstrebt, ohne die Systeme im Griff zu haben. Die Praxis gibt ihnen recht. Jede neue Pflichtanwendung vergrössert die Fläche, die Angreifer und eigene Fehlkonstruktionen treffen können. Namen, Adressen und Telefonnummern reichen für Betrug, Phishing und Einschüchterung. Der Reflex bleibt derselbe: Lücke zu, Behörden informiert, weitermachen. Wer weiter digitalisiert, ohne die bisherigen Lecks ernst zu nehmen, handelt nicht fortschrittlich. Er handelt fahrlässig und nennt es Modernisierung.
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Gegen Zensur: Ivo Sasek gründet die Freie Presse Agentur
Kla.TV-Gründer stellt kostenlose Rechercheplattform für unabhängige Aufklärer vor
Die Ankündigung
Am 10. Oktober 2026 hat Ivo Sasek im Rahmen einer Nationenrede auf Kla.TV die Gründung der Freien Presse Agentur (FPA) ausgerufen. Die Rede trug den Titel «Zensur als Massenvernichtungswaffe» und nahm ihren Ausgang bei einer Aussage des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu, der nach einer Ansprache vor der UN-Generalversammlung gegenüber proisraelischen Social-Media-Influencern erklärt hatte, die Kriegsführung verändere sich und die wichtigsten Waffen lägen heute in den sozialen Medien, allen voran TikTok. Sasek knüpfte daran die These an, dass Kriege ohne die Zustimmung der Bevölkerung nicht geführt werden könnten und mediale Einflussnahme daher seit jeher Voraussetzung militärischer Vorhaben sei. Zensur bezeichnete er in diesem Zusammenhang als ultimatives Macht- und Kriegsmittel. Kla.TV versteht sich demgegenüber seit Jahren als Gegenpol, der an der «ersten Vorfront jedes Krieges» aufklärt und dabei nicht als Produzent von Verschwörungstheorien, sondern als Aufdecker von Verschwörungstatsachen agiere.
Der Forschungsaufwand hinter der Gründung
Den unmittelbaren Anlass für die Gründung der FPA bildete ein umfangreiches Rechercheprojekt, an dem sich im Juli und August 2026 556 Personen beteiligten. In rund sechs Wochen entstanden 1975 Rechercheartikel, deren rund 5400 Quellen auf Seriosität geprüft wurden. Nach den Angaben von Sasek wurden dabei über 10 400 Arbeitsstunden geleistet; eine einzelne Vollzeitkraft hätte für denselben Aufwand mehrere Jahre benötigt. Auf dieser Grundlage und mit der Freigabe des Materials rief er die FPA als erste freie Presseagentur aus, die allen unabhängigen Aufklärern unentgeltlich zur Verfügung stehen soll. Unter www.fpa.one lassen sich Stichworte anklicken, woraufhin jeweils ausführliche Artikel mit Detailbeschreibungen und Quellenangaben erscheinen. Die Plattform soll laufend mit neuem Material ergänzt werden.
Ziel und Angebot
Sasek betonte, die FPA solle zu einer unerschöpflichen Fundgrube befreienden Wissens werden und ausdrücklich der Erstellung eigener aktueller Artikel oder Sendungen durch freie Medienakteure dienen. Er verwies dabei auf die bisherige Arbeit des eigenen Umfelds: Mit Kla.TV, der AZK und Stimme & Gegenstimme seien seit Bestehen bereits über 37 500 Sendungen in dutzenden Sprachen entstanden. Auch andere alternative Sender wie AUF1 und NuoViso hätten in den vergangenen Jahren umfangreiches Material veröffentlicht. Die Rede selbst gliederte sich in zwölf Rubriken – darunter Medien, Gesundheit, Politik, Bildung, Wirtschaft, Technik und Wissenschaft – und präsentierte eine Vielzahl von Themen, die Sasek als bewiesene Verschwörungstatsachen bezeichnete und deren Zensur durch offizielle Instanzen er kritisierte. Alle genannten Recherchen samt Quellen sind auf der FPA hinterlegt und sollen dort druck- und verbreitungsfertig nutzbar sein. Ergänzend verwies er auf die Enzyklopädie Vetopedia.
Einordnung
Die Gründung der FPA wurde bislang vor allem über die eigenen Kanäle von Kla.TV bekanntgemacht, darunter die Website, den X-Account und den Telegram-Kanal. Eine breitere Berichterstattung in etablierten Medien ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht ersichtlich. Die Plattform versteht sich explizit als Gegenentwurf zu einer von Sasek so genannten «Zensurmafia», die nach seiner Darstellung Kriege erst ermögliche, indem sie aufgeklärte Fakten vorenthalte. Ob und in welchem Umfang die angebotenen Rechercheergebnisse unabhängig geprüft und genutzt werden, bleibt abzuwarten. Für Interessierte steht das Material unter www.fpa.one bereit.
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Kla.TV-Gründer stellt kostenlose Rechercheplattform für unabhängige Aufklärer vor
Die Ankündigung
Am 10. Oktober 2026 hat Ivo Sasek im Rahmen einer Nationenrede auf Kla.TV die Gründung der Freien Presse Agentur (FPA) ausgerufen. Die Rede trug den Titel «Zensur als Massenvernichtungswaffe» und nahm ihren Ausgang bei einer Aussage des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu, der nach einer Ansprache vor der UN-Generalversammlung gegenüber proisraelischen Social-Media-Influencern erklärt hatte, die Kriegsführung verändere sich und die wichtigsten Waffen lägen heute in den sozialen Medien, allen voran TikTok. Sasek knüpfte daran die These an, dass Kriege ohne die Zustimmung der Bevölkerung nicht geführt werden könnten und mediale Einflussnahme daher seit jeher Voraussetzung militärischer Vorhaben sei. Zensur bezeichnete er in diesem Zusammenhang als ultimatives Macht- und Kriegsmittel. Kla.TV versteht sich demgegenüber seit Jahren als Gegenpol, der an der «ersten Vorfront jedes Krieges» aufklärt und dabei nicht als Produzent von Verschwörungstheorien, sondern als Aufdecker von Verschwörungstatsachen agiere.
Der Forschungsaufwand hinter der Gründung
Den unmittelbaren Anlass für die Gründung der FPA bildete ein umfangreiches Rechercheprojekt, an dem sich im Juli und August 2026 556 Personen beteiligten. In rund sechs Wochen entstanden 1975 Rechercheartikel, deren rund 5400 Quellen auf Seriosität geprüft wurden. Nach den Angaben von Sasek wurden dabei über 10 400 Arbeitsstunden geleistet; eine einzelne Vollzeitkraft hätte für denselben Aufwand mehrere Jahre benötigt. Auf dieser Grundlage und mit der Freigabe des Materials rief er die FPA als erste freie Presseagentur aus, die allen unabhängigen Aufklärern unentgeltlich zur Verfügung stehen soll. Unter www.fpa.one lassen sich Stichworte anklicken, woraufhin jeweils ausführliche Artikel mit Detailbeschreibungen und Quellenangaben erscheinen. Die Plattform soll laufend mit neuem Material ergänzt werden.
Ziel und Angebot
Sasek betonte, die FPA solle zu einer unerschöpflichen Fundgrube befreienden Wissens werden und ausdrücklich der Erstellung eigener aktueller Artikel oder Sendungen durch freie Medienakteure dienen. Er verwies dabei auf die bisherige Arbeit des eigenen Umfelds: Mit Kla.TV, der AZK und Stimme & Gegenstimme seien seit Bestehen bereits über 37 500 Sendungen in dutzenden Sprachen entstanden. Auch andere alternative Sender wie AUF1 und NuoViso hätten in den vergangenen Jahren umfangreiches Material veröffentlicht. Die Rede selbst gliederte sich in zwölf Rubriken – darunter Medien, Gesundheit, Politik, Bildung, Wirtschaft, Technik und Wissenschaft – und präsentierte eine Vielzahl von Themen, die Sasek als bewiesene Verschwörungstatsachen bezeichnete und deren Zensur durch offizielle Instanzen er kritisierte. Alle genannten Recherchen samt Quellen sind auf der FPA hinterlegt und sollen dort druck- und verbreitungsfertig nutzbar sein. Ergänzend verwies er auf die Enzyklopädie Vetopedia.
Einordnung
Die Gründung der FPA wurde bislang vor allem über die eigenen Kanäle von Kla.TV bekanntgemacht, darunter die Website, den X-Account und den Telegram-Kanal. Eine breitere Berichterstattung in etablierten Medien ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht ersichtlich. Die Plattform versteht sich explizit als Gegenentwurf zu einer von Sasek so genannten «Zensurmafia», die nach seiner Darstellung Kriege erst ermögliche, indem sie aufgeklärte Fakten vorenthalte. Ob und in welchem Umfang die angebotenen Rechercheergebnisse unabhängig geprüft und genutzt werden, bleibt abzuwarten. Für Interessierte steht das Material unter www.fpa.one bereit.
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Der Hype
Während der Pandemie wurden wir mit Informationen, Einschätzungen und Massnahmen konfrontiert, die sich teilweise widersprachen. Selbst innerhalb der Wissenschaft herrschte nicht immer Einigkeit. Für viele Menschen blieben Fragen zurück, die bis heute nachwirken.Inzwischen sind einige Jahre vergangen.
Diese zeitliche Distanz ermöglicht einen ruhigeren Blick auf die damaligen Ereignisse – jenseits von Angst, Zeitdruck und aufgeheizten Debatten. In seinem Dokumentarfilm «Der Hype» geht Filmemacher Mike Wyniger den entscheidenden Fragen nach:
- Welche Lehren können wir aus der Vergangenheit und insbesondere aus dem Jahr 2020 ziehen?
- Was wissen wir heute, das wir damals noch nicht wussten?
- Und wie können wir verhindern, dass zukünftige Entscheidungen erneut im Blindflug getroffen werden?
Der Film lädt nicht dazu ein, alte Gräben zu vertiefen. Er schafft Raum, genauer hinzuschauen, Zusammenhänge besser zu verstehen und gemeinsam weiterzudenken. Wir laden dich herzlich zu diesem besonderen Filmabend ein.
Datum: Fr. 6. November 2026
Türöffnung: 19:00 Uhr
Filmbeginn: 19:30 Uhr
Ort: Restaurant Turandot, Uster
Eintritt: Eintritt 25 Franken
Bring deine Neugier, deine Fragen und die Bereitschaft mit, auch schwierige Themen respektvoll und offen zu betrachten. Ich freue mich auf einen erkenntnisreichen Abend und die Begegnungen danach.
Myke Wyniger wird anwesend sein.
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Während der Pandemie wurden wir mit Informationen, Einschätzungen und Massnahmen konfrontiert, die sich teilweise widersprachen. Selbst innerhalb der Wissenschaft herrschte nicht immer Einigkeit. Für viele Menschen blieben Fragen zurück, die bis heute nachwirken.Inzwischen sind einige Jahre vergangen.
Diese zeitliche Distanz ermöglicht einen ruhigeren Blick auf die damaligen Ereignisse – jenseits von Angst, Zeitdruck und aufgeheizten Debatten. In seinem Dokumentarfilm «Der Hype» geht Filmemacher Mike Wyniger den entscheidenden Fragen nach:
- Welche Lehren können wir aus der Vergangenheit und insbesondere aus dem Jahr 2020 ziehen?
- Was wissen wir heute, das wir damals noch nicht wussten?
- Und wie können wir verhindern, dass zukünftige Entscheidungen erneut im Blindflug getroffen werden?
Der Film lädt nicht dazu ein, alte Gräben zu vertiefen. Er schafft Raum, genauer hinzuschauen, Zusammenhänge besser zu verstehen und gemeinsam weiterzudenken. Wir laden dich herzlich zu diesem besonderen Filmabend ein.
Datum: Fr. 6. November 2026
Türöffnung: 19:00 Uhr
Filmbeginn: 19:30 Uhr
Ort: Restaurant Turandot, Uster
Eintritt: Eintritt 25 Franken
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Myke Wyniger wird anwesend sein.
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Die stille Rückkehr ins Licht (1/3)
Wie die Lehren von Pythagoras, Sokrates, Platon und dem Logos den Umgang mit jenen weisen, die noch in ihrer eigenen Welt verweilen
Die Höhle der eigenen Welt
Viele Menschen bewegen sich in einer Umgebung, die ihnen geschlossen erscheint. Was sie täglich sehen und für selbstverständlich halten, bildet für sie den gesamten Horizont. Alles, was ausserhalb liegt, wirkt bedrohlich oder nicht vorhanden. Platon hat diese Lage im Höhlengleichnis festgehalten: Menschen sitzen gefesselt und betrachten Schatten an einer Wand, die sie für die Wirklichkeit halten. Wer sich umgewendet und das Licht gesehen hat, kehrt zurück und findet die anderen vor, die an ihren Schatten festhalten. Sie lachen über ihn oder werden feindselig, wenn er von etwas anderem spricht.
In unserer Zeit begegnen wir ähnlichen Bildern. Menschen folgen einer Obrigkeit, einer Ideologie oder einer inneren Überzeugung, die ihnen die Welt erklärt und sie von allem anderen abschneidet. Die Schatten können politisch, religiös oder persönlich gefärbt sein. Manche folgen dabei Kräften, die sie nicht als solche erkennen, und halten das, was sie umgibt, für das einzig Wahre. Entscheidend ist nicht die Farbe der Schatten, sondern dass der Blick noch nicht weiter reicht und das Licht ausserhalb der eigenen Höhle noch nicht wahrgenommen werden kann. Wer selbst weiter gesehen hat, erkennt darin keine Bosheit, sondern eine Begrenzung, die dem anderen noch nicht aufgefallen ist.
Harmonie statt Zwang
Pythagoras sprach von einer Ordnung, die durch alles hindurchgeht und sich in der Seele als innere Harmonie zeigen kann. Tugend sei Harmonie, und Freundschaft eine harmonische Gleichheit. Die Goldenen Verse empfehlen, den Freund nicht wegen einer geringen Verfehlung zu hassen und den milden Ermahnungen dessen Gehör zu schenken, der sich durch Tugend auszeichnet. Wer diese Ordnung erkannt hat, versucht nicht, andere zu zwingen. Er bleibt selbst im Einklang und begegnet dem anderen mit Zurückhaltung.
Die pythagoreische Sicht unterscheidet sich von einer rein technischen Betrachtung. Aristoteles hat vor allem das beobachtet, was sich messen und in Kategorien fassen lässt. Er verfolgte die Kenntnis des Materiellen. Die Linie von Pythagoras führt weiter: Sie sucht eine Erkenntnis, die die Seele in Einklang mit einer grösseren Ordnung bringt. Wer diese Harmonie spürt, muss sie dem anderen nicht erklären. Sie zeigt sich darin, wie man spricht und schweigt, und darin, den anderen nicht für das zu verurteilen, was er noch nicht sehen kann.
Fragen, die gebären
Sokrates verglich seine Art des Gesprächs mit der Kunst der Hebamme. Er behauptete nicht, Wissen zu besitzen, das er weitergeben könne. Er stellte Fragen, bis der andere selbst erkannte, was er zuvor nur geglaubt hatte. Diese Haltung vermeidet die Belehrung, die den anderen in die Abwehr treibt. Wer fragt, setzt voraus, dass im Gegenüber bereits etwas liegt, das ans Licht kommen kann. Im Umgang mit Menschen, die fest in ihrer Sichtweise stehen, öffnet das Fragen einen Raum, in dem Widersprüche ohne Vorwurf sichtbar werden können.
Es ist keine Forderung, sondern eine Einladung, selbst genauer hinzusehen. Die Methode verlangt Geduld und die Bereitschaft, nicht zu wissen, was der andere als Nächstes erkennen wird. Wer so vorgeht, überlässt dem anderen die Arbeit der Erkenntnis und hilft lediglich, dass sie zur Welt kommen kann. Das verlangt Zurückhaltung.
Was diese Haltungen in der Gegenwart bedeuten und wie sie sich im Alltag zeigen, wird im folgenden Teil deutlich.
Vortrag 1 Teil
Teil 1 & 2
Vortrag Teil 2
Teil 1/3
Teil 2/3
Teil 3/3
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Wie die Lehren von Pythagoras, Sokrates, Platon und dem Logos den Umgang mit jenen weisen, die noch in ihrer eigenen Welt verweilen
Die Höhle der eigenen Welt
Viele Menschen bewegen sich in einer Umgebung, die ihnen geschlossen erscheint. Was sie täglich sehen und für selbstverständlich halten, bildet für sie den gesamten Horizont. Alles, was ausserhalb liegt, wirkt bedrohlich oder nicht vorhanden. Platon hat diese Lage im Höhlengleichnis festgehalten: Menschen sitzen gefesselt und betrachten Schatten an einer Wand, die sie für die Wirklichkeit halten. Wer sich umgewendet und das Licht gesehen hat, kehrt zurück und findet die anderen vor, die an ihren Schatten festhalten. Sie lachen über ihn oder werden feindselig, wenn er von etwas anderem spricht.
In unserer Zeit begegnen wir ähnlichen Bildern. Menschen folgen einer Obrigkeit, einer Ideologie oder einer inneren Überzeugung, die ihnen die Welt erklärt und sie von allem anderen abschneidet. Die Schatten können politisch, religiös oder persönlich gefärbt sein. Manche folgen dabei Kräften, die sie nicht als solche erkennen, und halten das, was sie umgibt, für das einzig Wahre. Entscheidend ist nicht die Farbe der Schatten, sondern dass der Blick noch nicht weiter reicht und das Licht ausserhalb der eigenen Höhle noch nicht wahrgenommen werden kann. Wer selbst weiter gesehen hat, erkennt darin keine Bosheit, sondern eine Begrenzung, die dem anderen noch nicht aufgefallen ist.
Harmonie statt Zwang
Pythagoras sprach von einer Ordnung, die durch alles hindurchgeht und sich in der Seele als innere Harmonie zeigen kann. Tugend sei Harmonie, und Freundschaft eine harmonische Gleichheit. Die Goldenen Verse empfehlen, den Freund nicht wegen einer geringen Verfehlung zu hassen und den milden Ermahnungen dessen Gehör zu schenken, der sich durch Tugend auszeichnet. Wer diese Ordnung erkannt hat, versucht nicht, andere zu zwingen. Er bleibt selbst im Einklang und begegnet dem anderen mit Zurückhaltung.
Die pythagoreische Sicht unterscheidet sich von einer rein technischen Betrachtung. Aristoteles hat vor allem das beobachtet, was sich messen und in Kategorien fassen lässt. Er verfolgte die Kenntnis des Materiellen. Die Linie von Pythagoras führt weiter: Sie sucht eine Erkenntnis, die die Seele in Einklang mit einer grösseren Ordnung bringt. Wer diese Harmonie spürt, muss sie dem anderen nicht erklären. Sie zeigt sich darin, wie man spricht und schweigt, und darin, den anderen nicht für das zu verurteilen, was er noch nicht sehen kann.
Fragen, die gebären
Sokrates verglich seine Art des Gesprächs mit der Kunst der Hebamme. Er behauptete nicht, Wissen zu besitzen, das er weitergeben könne. Er stellte Fragen, bis der andere selbst erkannte, was er zuvor nur geglaubt hatte. Diese Haltung vermeidet die Belehrung, die den anderen in die Abwehr treibt. Wer fragt, setzt voraus, dass im Gegenüber bereits etwas liegt, das ans Licht kommen kann. Im Umgang mit Menschen, die fest in ihrer Sichtweise stehen, öffnet das Fragen einen Raum, in dem Widersprüche ohne Vorwurf sichtbar werden können.
Es ist keine Forderung, sondern eine Einladung, selbst genauer hinzusehen. Die Methode verlangt Geduld und die Bereitschaft, nicht zu wissen, was der andere als Nächstes erkennen wird. Wer so vorgeht, überlässt dem anderen die Arbeit der Erkenntnis und hilft lediglich, dass sie zur Welt kommen kann. Das verlangt Zurückhaltung.
Was diese Haltungen in der Gegenwart bedeuten und wie sie sich im Alltag zeigen, wird im folgenden Teil deutlich.
Vortrag 1 Teil
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Die stille Rückkehr ins Licht (2/3)
Rückkehr und Mitleid
Platon lässt denjenigen, der das Licht gesehen hat, in die Höhle zurückkehren. Die Rückkehr ist beschwerlich. Die Augen, die sich an das Licht gewöhnt haben, sehen in der Dunkelheit zunächst schlecht. Die anderen halten den Zurückkehrenden für verwirrt oder gefährlich. Platon beschreibt kein triumphales Aufklären, sondern ein Mit-Leiden mit denen, die noch gefesselt sind. Der Philosoph empfindet Mitleid, weil er weiss, wie die Schatten aussehen, wenn man nichts anderes kennt. Er kehrt nicht zurück, um zu siegen, sondern weil er die anderen nicht einfach in ihrer Lage lassen kann. Die Rückkehr verlangt, dass man die eigene Klarheit nicht verliert und zugleich den anderen nicht überfordert.
Diese Haltung übersetzt sich, wenn jemand, der weiter sieht, nicht mit Überlegenheit auftritt, sondern neben den anderen bleibt. Er spricht von dem, was er gesehen hat, ohne zu erwarten, dass die anderen sofort folgen. Er rechnet damit, dass sie ihn nicht verstehen oder sogar ablehnen. Die Verpflichtung liegt nicht darin, die anderen zu befreien, sondern darin, selbst so zu bleiben, dass das Licht nicht wieder verdunkelt wird. Man verzichtet darauf, den anderen für seine Blindheit zu tadeln, weil man selbst einmal in derselben Lage war.
Das einladende Licht des Logos
Im Johannesevangelium heisst es, das Wort, der Logos, sei Licht gewesen und habe in die Finsternis hineingeschienen, ohne von ihr überwunden zu werden. Jesus spricht davon, die Feinde zu lieben und für die zu beten, die einen verfolgen. Diese Worte beschreiben keine Leistung, die man erbringen müsste, sondern eine Bewegung, die aus dem Licht selbst kommt. Wer etwas von diesem Licht wahrgenommen hat, muss den anderen nicht überzeugen. Er kann neben ihm stehen und den Raum lassen, dass der andere noch nicht sehen kann, was sichtbar geworden ist.
Das Licht blendet nicht, wenn man es nicht aufzwingt. Es lässt den anderen frei, näher zu treten oder Abstand zu halten. In der Gegenwart zeigt sich diese Haltung dort, wo jemand die eigene Überzeugung ruhig ausspricht und zugleich darauf verzichtet, den anderen in die Enge zu treiben. Die Liebe zeigt sich nicht in grossen Gesten, sondern darin, den anderen nicht für das zu verurteilen, was er noch nicht erkennen kann. Sie lässt ihn in seiner eigenen Zeit und zwingt ihn nicht, schneller zu gehen, als er gehen kann.
Die Geduld der Wiederherstellung
Origenes dachte die göttliche Liebe als eine Kraft, die auch die fernsten Seelen nicht aufgibt. Seine Lehre von der Wiederherstellung aller geht davon aus, dass Gottes Güte jede Freiheit respektiert und dennoch nicht aufhört, einzuladen. Die Reinigung geschieht nicht durch Zwang, sondern durch eine Erziehung, die sich über lange Zeiten erstrecken kann. Selbst wo jemand Kräften folgt, die ihn von der Klarheit entfernen, bleibt die Möglichkeit offen, dass der Blick sich wendet. Origenes beschreibt keine schnelle Lösung, sondern eine Geduld, die aus der Gewissheit kommt, dass die Liebe grösser ist als jede vorübergehende Verschlossenheit.
Wer diese Perspektive aufnimmt, betrachtet den anderen nicht als endgültig verschlossen, sondern als jemanden, dessen Blick sich noch wenden kann. Die Verpflichtung derer, die weiter sehen, liegt nicht darin, den Weg für den anderen zu gehen, sondern darin, selbst so zu bleiben, dass das Licht sichtbar bleibt. Man urteilt nicht über den Stand des anderen, weil man selbst weiss, wie langsam und mühsam der eigene Weg war. Die Geduld zeigt sich darin, dass man den anderen nicht aufgibt und darauf verzichtet, ihn zu belehren.
Wie sich diese Haltung im gegenwärtigen Leben konkret zeigt und warum sie anderen zum Vorbild werden kann, folgt im letzten Teil.
Vortrag 1 Teil
Teil 1 & 2
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Teil 2/3
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Rückkehr und Mitleid
Platon lässt denjenigen, der das Licht gesehen hat, in die Höhle zurückkehren. Die Rückkehr ist beschwerlich. Die Augen, die sich an das Licht gewöhnt haben, sehen in der Dunkelheit zunächst schlecht. Die anderen halten den Zurückkehrenden für verwirrt oder gefährlich. Platon beschreibt kein triumphales Aufklären, sondern ein Mit-Leiden mit denen, die noch gefesselt sind. Der Philosoph empfindet Mitleid, weil er weiss, wie die Schatten aussehen, wenn man nichts anderes kennt. Er kehrt nicht zurück, um zu siegen, sondern weil er die anderen nicht einfach in ihrer Lage lassen kann. Die Rückkehr verlangt, dass man die eigene Klarheit nicht verliert und zugleich den anderen nicht überfordert.
Diese Haltung übersetzt sich, wenn jemand, der weiter sieht, nicht mit Überlegenheit auftritt, sondern neben den anderen bleibt. Er spricht von dem, was er gesehen hat, ohne zu erwarten, dass die anderen sofort folgen. Er rechnet damit, dass sie ihn nicht verstehen oder sogar ablehnen. Die Verpflichtung liegt nicht darin, die anderen zu befreien, sondern darin, selbst so zu bleiben, dass das Licht nicht wieder verdunkelt wird. Man verzichtet darauf, den anderen für seine Blindheit zu tadeln, weil man selbst einmal in derselben Lage war.
Das einladende Licht des Logos
Im Johannesevangelium heisst es, das Wort, der Logos, sei Licht gewesen und habe in die Finsternis hineingeschienen, ohne von ihr überwunden zu werden. Jesus spricht davon, die Feinde zu lieben und für die zu beten, die einen verfolgen. Diese Worte beschreiben keine Leistung, die man erbringen müsste, sondern eine Bewegung, die aus dem Licht selbst kommt. Wer etwas von diesem Licht wahrgenommen hat, muss den anderen nicht überzeugen. Er kann neben ihm stehen und den Raum lassen, dass der andere noch nicht sehen kann, was sichtbar geworden ist.
Das Licht blendet nicht, wenn man es nicht aufzwingt. Es lässt den anderen frei, näher zu treten oder Abstand zu halten. In der Gegenwart zeigt sich diese Haltung dort, wo jemand die eigene Überzeugung ruhig ausspricht und zugleich darauf verzichtet, den anderen in die Enge zu treiben. Die Liebe zeigt sich nicht in grossen Gesten, sondern darin, den anderen nicht für das zu verurteilen, was er noch nicht erkennen kann. Sie lässt ihn in seiner eigenen Zeit und zwingt ihn nicht, schneller zu gehen, als er gehen kann.
Die Geduld der Wiederherstellung
Origenes dachte die göttliche Liebe als eine Kraft, die auch die fernsten Seelen nicht aufgibt. Seine Lehre von der Wiederherstellung aller geht davon aus, dass Gottes Güte jede Freiheit respektiert und dennoch nicht aufhört, einzuladen. Die Reinigung geschieht nicht durch Zwang, sondern durch eine Erziehung, die sich über lange Zeiten erstrecken kann. Selbst wo jemand Kräften folgt, die ihn von der Klarheit entfernen, bleibt die Möglichkeit offen, dass der Blick sich wendet. Origenes beschreibt keine schnelle Lösung, sondern eine Geduld, die aus der Gewissheit kommt, dass die Liebe grösser ist als jede vorübergehende Verschlossenheit.
Wer diese Perspektive aufnimmt, betrachtet den anderen nicht als endgültig verschlossen, sondern als jemanden, dessen Blick sich noch wenden kann. Die Verpflichtung derer, die weiter sehen, liegt nicht darin, den Weg für den anderen zu gehen, sondern darin, selbst so zu bleiben, dass das Licht sichtbar bleibt. Man urteilt nicht über den Stand des anderen, weil man selbst weiss, wie langsam und mühsam der eigene Weg war. Die Geduld zeigt sich darin, dass man den anderen nicht aufgibt und darauf verzichtet, ihn zu belehren.
Wie sich diese Haltung im gegenwärtigen Leben konkret zeigt und warum sie anderen zum Vorbild werden kann, folgt im letzten Teil.
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Die stille Rückkehr ins Licht (3/3)
Was den Weitergehenden bleibt
Wer einen oder mehrere Schritte weiter ist, trägt keine Last der Belehrung. Er trägt die Aufgabe, die eigene Harmonie zu bewahren und dem anderen mit jener Güte zu begegnen, die Pythagoras als Harmonie, Sokrates als Frage, Platon als Rückkehr und der Logos als einladendes Licht beschrieben haben. Man spricht, wenn es angebracht ist, und schweigt, wenn das Schweigen mehr Raum lässt. Man stellt Fragen, die der andere selbst beantworten kann, und verzichtet darauf, Antworten vorzugeben. Man bleibt neben ihm stehen und verzichtet darauf, ihn zu verurteilen.
Die Erkenntnis, die weiter reicht als die blosse Kenntnis des Materiellen, zeigt sich darin, dass sie den anderen nicht überwältigt, sondern ihn in seiner eigenen Zeit lässt. Wer das göttliche Licht wahrgenommen hat, muss es dem anderen nicht erklären. Es genügt, selbst so zu bleiben, dass dieses Licht in der eigenen Haltung sichtbar wird. So wird der Umgang mit Andersdenkenden zu einem Zeugnis dafür, dass das Licht nicht erobert, sondern einlädt.
Güte im Alltag
Wer der Güte lebt, setzt das Beschriebene um, indem er im Gespräch zuerst zuhört und erst dann antwortet. Er fragt nach, wenn etwas unklar bleibt, statt sofort zu widersprechen. In der Familie zeigt sich das darin, dass man den anderen nicht für seine Sichtweise tadelt, sondern ihm den Raum lässt, selbst zu merken, wo seine Worte nicht zusammenpassen. Am Arbeitsplatz oder unter Freunden bleibt man ruhig, wenn die Stimmen lauter werden, und verzichtet darauf, den anderen in die Enge zu treiben. Man spricht die eigene Überzeugung klar aus, ohne sie als Forderung an den anderen zu richten.
Diese Haltung verlangt keine grossen Gesten. Sie zeigt sich im kleinen Verzicht darauf, recht haben zu müssen, und in der Bereitschaft, den anderen dort stehen zu lassen, wo er gerade steht. Wer so begegnet, zwingt niemanden, schneller zu gehen, als er gehen kann. Er bleibt selbst im Einklang und lässt dem anderen die Freiheit, näher zu treten oder Abstand zu halten. Die Güte wirkt hier nicht als Lehre, sondern als stille Gegenwart, die den anderen nicht überfordert. Im alltäglichen Miteinander genügt es oft, eine Pause zu lassen, bevor man antwortet, oder eine Frage zu stellen, die dem anderen erlaubt, seine eigene Aussage noch einmal zu prüfen. Man muss nicht jeden Widerspruch aufgreifen. Manchmal reicht es, bei dem zu bleiben, was man selbst erkannt hat, ohne daraus eine Anweisung abzuleiten.
Das stille Vorbild
Wer auf dem Weg zum Licht ist, wird anderen zum Vorbild, nicht weil er sie belehrt, sondern weil seine Art des Umgangs eine Frage weckt. Seine Zurückhaltung, seine Geduld und sein Verzicht auf Überlegenheit lassen den anderen spüren, dass Harmonie möglich ist, ohne dass man sie erzwingen müsste. Im Alltag zeigt sich das dort, wo jemand neben dem anderen bleibt, auch wenn dieser noch fest in seiner eigenen Sicht steht. Er urteilt nicht, er gibt nicht auf, und er erklärt nicht, was der andere noch nicht sehen kann.
Diese Haltung regt an, ohne zu fordern. Sie zeigt dem Gegenüber, dass man selbst einmal in derselben Lage war und dennoch weitergehen konnte. Der, der weiter sieht, muss nicht davon sprechen, was er erkannt hat. Es genügt, dass er so bleibt, dass das Licht in seiner Art des Sprechens und Schweigens sichtbar wird. So lädt er ein, ihm gleichzutun, nicht durch Worte, sondern durch das, was er lebt. Die Einladung bleibt offen, und der andere darf in seiner eigenen Zeit entscheiden, ob er einen Schritt näher tritt. Wer so lebt, macht deutlich, dass der Weg nicht in der Überwindung des anderen besteht, sondern in der eigenen Treue zu dem, was man gesehen hat. Die Güte, die daraus folgt, wirkt still und bleibt dennoch spürbar und einladend für den anderen, der selbst frei entscheiden darf, ob er folgt oder nicht.
Vorteig 1 Teil
Teil 1 & 2
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Was den Weitergehenden bleibt
Wer einen oder mehrere Schritte weiter ist, trägt keine Last der Belehrung. Er trägt die Aufgabe, die eigene Harmonie zu bewahren und dem anderen mit jener Güte zu begegnen, die Pythagoras als Harmonie, Sokrates als Frage, Platon als Rückkehr und der Logos als einladendes Licht beschrieben haben. Man spricht, wenn es angebracht ist, und schweigt, wenn das Schweigen mehr Raum lässt. Man stellt Fragen, die der andere selbst beantworten kann, und verzichtet darauf, Antworten vorzugeben. Man bleibt neben ihm stehen und verzichtet darauf, ihn zu verurteilen.
Die Erkenntnis, die weiter reicht als die blosse Kenntnis des Materiellen, zeigt sich darin, dass sie den anderen nicht überwältigt, sondern ihn in seiner eigenen Zeit lässt. Wer das göttliche Licht wahrgenommen hat, muss es dem anderen nicht erklären. Es genügt, selbst so zu bleiben, dass dieses Licht in der eigenen Haltung sichtbar wird. So wird der Umgang mit Andersdenkenden zu einem Zeugnis dafür, dass das Licht nicht erobert, sondern einlädt.
Güte im Alltag
Wer der Güte lebt, setzt das Beschriebene um, indem er im Gespräch zuerst zuhört und erst dann antwortet. Er fragt nach, wenn etwas unklar bleibt, statt sofort zu widersprechen. In der Familie zeigt sich das darin, dass man den anderen nicht für seine Sichtweise tadelt, sondern ihm den Raum lässt, selbst zu merken, wo seine Worte nicht zusammenpassen. Am Arbeitsplatz oder unter Freunden bleibt man ruhig, wenn die Stimmen lauter werden, und verzichtet darauf, den anderen in die Enge zu treiben. Man spricht die eigene Überzeugung klar aus, ohne sie als Forderung an den anderen zu richten.
Diese Haltung verlangt keine grossen Gesten. Sie zeigt sich im kleinen Verzicht darauf, recht haben zu müssen, und in der Bereitschaft, den anderen dort stehen zu lassen, wo er gerade steht. Wer so begegnet, zwingt niemanden, schneller zu gehen, als er gehen kann. Er bleibt selbst im Einklang und lässt dem anderen die Freiheit, näher zu treten oder Abstand zu halten. Die Güte wirkt hier nicht als Lehre, sondern als stille Gegenwart, die den anderen nicht überfordert. Im alltäglichen Miteinander genügt es oft, eine Pause zu lassen, bevor man antwortet, oder eine Frage zu stellen, die dem anderen erlaubt, seine eigene Aussage noch einmal zu prüfen. Man muss nicht jeden Widerspruch aufgreifen. Manchmal reicht es, bei dem zu bleiben, was man selbst erkannt hat, ohne daraus eine Anweisung abzuleiten.
Das stille Vorbild
Wer auf dem Weg zum Licht ist, wird anderen zum Vorbild, nicht weil er sie belehrt, sondern weil seine Art des Umgangs eine Frage weckt. Seine Zurückhaltung, seine Geduld und sein Verzicht auf Überlegenheit lassen den anderen spüren, dass Harmonie möglich ist, ohne dass man sie erzwingen müsste. Im Alltag zeigt sich das dort, wo jemand neben dem anderen bleibt, auch wenn dieser noch fest in seiner eigenen Sicht steht. Er urteilt nicht, er gibt nicht auf, und er erklärt nicht, was der andere noch nicht sehen kann.
Diese Haltung regt an, ohne zu fordern. Sie zeigt dem Gegenüber, dass man selbst einmal in derselben Lage war und dennoch weitergehen konnte. Der, der weiter sieht, muss nicht davon sprechen, was er erkannt hat. Es genügt, dass er so bleibt, dass das Licht in seiner Art des Sprechens und Schweigens sichtbar wird. So lädt er ein, ihm gleichzutun, nicht durch Worte, sondern durch das, was er lebt. Die Einladung bleibt offen, und der andere darf in seiner eigenen Zeit entscheiden, ob er einen Schritt näher tritt. Wer so lebt, macht deutlich, dass der Weg nicht in der Überwindung des anderen besteht, sondern in der eigenen Treue zu dem, was man gesehen hat. Die Güte, die daraus folgt, wirkt still und bleibt dennoch spürbar und einladend für den anderen, der selbst frei entscheiden darf, ob er folgt oder nicht.
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🇨🇭 Präsenz für die Eidgenossenschaft zeigen 🇨🇭
Souveränität auf Abruf – die Schweiz als Vasall Brüssels
Die Schweiz gilt noch immer als souveräner Staat. In Wahrheit hängt diese Souveränität an einem dünnen Faden: Sie gilt nur, solange sich das Land nach den Gesetzen der Europäischen Union richtet. Weicht es ab, drohen nicht Verhandlungen auf Augenhöhe, sondern Druck, Isolierung und Sanktionen gegen Land und Bewohner.
Der Bundesrat biedert sich an, das Parlament dient
Dieser Zustand entsteht nicht von selbst. Der gesamte Bundesrat biedert sich der EU an. Er spricht von Partnerschaft und Stabilität, meint aber Unterordnung. Statt die Interessen der Eidgenossenschaft hart zu vertreten, sucht er das Wohlwollen Brüssels. Das Parlament folgt ihm darin. Es dient dem Bundesrat, statt ihn zu kontrollieren. So entsteht eine geschlossene Kette: Brüssel gibt die Richtung vor, der Bundesrat übernimmt sie, das Parlament legitimiert sie. Das Volk darf noch abstimmen – solange das Ergebnis passt.
Nur gehorsam bleibt die Schweiz «frei»
Solange Bern die dynamische Rechtsübernahme akzeptiert, solange es EU-Normen übernimmt, bevor das eigene Volk überhaupt abgestimmt hat, bleibt der Schein der Unabhängigkeit gewahrt. Die Botschaft aus Brüssel ist unmissverständlich: Ihr dürft eure eigene Verfassung, eure Volksrechte und eure direkten Abstimmungen behalten – aber nur, solange das Ergebnis EU-konform ausfällt. Stimmt das Volk anders, gilt das nicht als demokratische Entscheidung, sondern als Vertragsbruch. Dann folgen Gegenmassnahmen. Nicht gegen einzelne Politiker, sondern gegen die Schweiz als Ganzes und gegen ihre Bürger.
Fremde Richter statt eidgenössischer Gerichte
Noch deutlicher wird der Verlust dort, wo es um Recht und Urteil geht. Nicht mehr die eigenen Richter sprechen in letzter Instanz. Es werden fremde Richter sein, die in der Schweiz Urteile fällen. Streitigkeiten aus den bilateralen Verträgen und dem institutionellen Rahmen landen nicht vor dem Bundesgericht in Lausanne, sondern vor Instanzen, die der Logik der Union folgen. Der «fremde Richter», vor dem sich die Eidgenossen seit vielen Jahrhunderten hüten, sitzt dann nicht mehr in Wien oder Paris, sondern im institutionellen Geflecht der EU. Das ist keine theoretische Gefahr. Es ist die logische Folge eines Abkommens, das die letzte Entscheidungsgewalt aus der Schweiz herausverlagert – mit einem Bundesrat, der das hinnimmt, und einem Parlament, das ihm dabei dient.
Sanktionen statt Partnerschaft
Wer glaubt, das bleibe folgenlos, täuscht sich. Ein Land, das sich weigert, EU-Recht dynamisch zu übernehmen oder Volksentscheide nachträglich «anzupassen», wird nicht als gleichberechtigter Partner behandelt. Es wird als Störenfried behandelt. Wirtschaftlicher Druck, erschwerter Marktzugang, politische Isolierung – das sind die Instrumente. Nicht gegen eine Regierung allein, sondern gegen das ganze Land und seine Bewohner. Die Botschaft lautet: Entweder ihr stimmt so ab, wie es Brüssel erwartet, oder ihr tragt die Konsequenzen.
Die Schweiz steht damit vor einer einfachen, aber harten Wahrheit. Entweder sie behauptet ihre Souveränität auch dann, wenn das Ergebnis den Partnern in der Union nicht passt. Oder sie akzeptiert, dass sie nur noch so lange souverän heisst, wie sie gehorcht – geführt von einem Bundesrat, der sich anbiedert, und einem Parlament, das ihm dient. Dazwischen gibt es keinen ehrlichen Mittelweg.
Druck auf der Strasse ist kein Beiwerk
Gerade deshalb muss der Druck auf die Strasse. Wenn Bundesrat und Parlament bereits in dieselbe Richtung gehen, bleibt der öffentliche Raum einer der letzten Orte, an dem sichtbar wird, dass die Eidgenossenschaft nicht kampflos aufgegeben wird. Präsenz auf der Strasse zwingt das Thema aus den Amtsstuben heraus. Sie zeigt, dass Souveränität kein Aktenvermerk ist, sondern eine Haltung, die man sehen, hören und nicht einfach übergehen kann. Wer schweigt, bestätigt die Unterordnung. Wer erscheint, hält fest, dass das Volk noch da ist.
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Souveränität auf Abruf – die Schweiz als Vasall Brüssels
Die Schweiz gilt noch immer als souveräner Staat. In Wahrheit hängt diese Souveränität an einem dünnen Faden: Sie gilt nur, solange sich das Land nach den Gesetzen der Europäischen Union richtet. Weicht es ab, drohen nicht Verhandlungen auf Augenhöhe, sondern Druck, Isolierung und Sanktionen gegen Land und Bewohner.
Der Bundesrat biedert sich an, das Parlament dient
Dieser Zustand entsteht nicht von selbst. Der gesamte Bundesrat biedert sich der EU an. Er spricht von Partnerschaft und Stabilität, meint aber Unterordnung. Statt die Interessen der Eidgenossenschaft hart zu vertreten, sucht er das Wohlwollen Brüssels. Das Parlament folgt ihm darin. Es dient dem Bundesrat, statt ihn zu kontrollieren. So entsteht eine geschlossene Kette: Brüssel gibt die Richtung vor, der Bundesrat übernimmt sie, das Parlament legitimiert sie. Das Volk darf noch abstimmen – solange das Ergebnis passt.
Nur gehorsam bleibt die Schweiz «frei»
Solange Bern die dynamische Rechtsübernahme akzeptiert, solange es EU-Normen übernimmt, bevor das eigene Volk überhaupt abgestimmt hat, bleibt der Schein der Unabhängigkeit gewahrt. Die Botschaft aus Brüssel ist unmissverständlich: Ihr dürft eure eigene Verfassung, eure Volksrechte und eure direkten Abstimmungen behalten – aber nur, solange das Ergebnis EU-konform ausfällt. Stimmt das Volk anders, gilt das nicht als demokratische Entscheidung, sondern als Vertragsbruch. Dann folgen Gegenmassnahmen. Nicht gegen einzelne Politiker, sondern gegen die Schweiz als Ganzes und gegen ihre Bürger.
Fremde Richter statt eidgenössischer Gerichte
Noch deutlicher wird der Verlust dort, wo es um Recht und Urteil geht. Nicht mehr die eigenen Richter sprechen in letzter Instanz. Es werden fremde Richter sein, die in der Schweiz Urteile fällen. Streitigkeiten aus den bilateralen Verträgen und dem institutionellen Rahmen landen nicht vor dem Bundesgericht in Lausanne, sondern vor Instanzen, die der Logik der Union folgen. Der «fremde Richter», vor dem sich die Eidgenossen seit vielen Jahrhunderten hüten, sitzt dann nicht mehr in Wien oder Paris, sondern im institutionellen Geflecht der EU. Das ist keine theoretische Gefahr. Es ist die logische Folge eines Abkommens, das die letzte Entscheidungsgewalt aus der Schweiz herausverlagert – mit einem Bundesrat, der das hinnimmt, und einem Parlament, das ihm dabei dient.
Sanktionen statt Partnerschaft
Wer glaubt, das bleibe folgenlos, täuscht sich. Ein Land, das sich weigert, EU-Recht dynamisch zu übernehmen oder Volksentscheide nachträglich «anzupassen», wird nicht als gleichberechtigter Partner behandelt. Es wird als Störenfried behandelt. Wirtschaftlicher Druck, erschwerter Marktzugang, politische Isolierung – das sind die Instrumente. Nicht gegen eine Regierung allein, sondern gegen das ganze Land und seine Bewohner. Die Botschaft lautet: Entweder ihr stimmt so ab, wie es Brüssel erwartet, oder ihr tragt die Konsequenzen.
Die Schweiz steht damit vor einer einfachen, aber harten Wahrheit. Entweder sie behauptet ihre Souveränität auch dann, wenn das Ergebnis den Partnern in der Union nicht passt. Oder sie akzeptiert, dass sie nur noch so lange souverän heisst, wie sie gehorcht – geführt von einem Bundesrat, der sich anbiedert, und einem Parlament, das ihm dient. Dazwischen gibt es keinen ehrlichen Mittelweg.
Druck auf der Strasse ist kein Beiwerk
Gerade deshalb muss der Druck auf die Strasse. Wenn Bundesrat und Parlament bereits in dieselbe Richtung gehen, bleibt der öffentliche Raum einer der letzten Orte, an dem sichtbar wird, dass die Eidgenossenschaft nicht kampflos aufgegeben wird. Präsenz auf der Strasse zwingt das Thema aus den Amtsstuben heraus. Sie zeigt, dass Souveränität kein Aktenvermerk ist, sondern eine Haltung, die man sehen, hören und nicht einfach übergehen kann. Wer schweigt, bestätigt die Unterordnung. Wer erscheint, hält fest, dass das Volk noch da ist.
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