Warum gerade ich? Nach einer Krebsdiagnose beginnt die Suche nach einem Zusammenhang – in der eigenen Lebensgeschichte, bei Ärzten und Therapeuten, inzwischen auch bei KI, YouTube und Chatgruppen. Jede Quelle liefert Antworten, manche sogar einen fertigen Behandlungsplan.
Doch der Körper ist kein Suchbegriff. Was Nervensystem, Belastung und Konstitution tatsächlich erklären können, zeigt sich erst dort, wo Befunde, Biografie und Reaktionsmuster zusammengeführt werden. Genau daran entscheidet sich, wem ein Patient vertrauen kann.
Wenn Sie jemanden kennen, der nach einer Krebsdiagnose zwischen Befunden, Internetrecherche und widersprüchlichen Empfehlungen feststeckt, teilen Sie diesen Artikel. Er liefert keine schnelle Antwort – aber die Fragen, ohne die jede Antwort zu früh kommt.
https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/Warum-habe-ich-Krebs-und-wem-vertraue-ich-jetzt
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TEIL 1/6 – WENN DER STAAT PLÖTZLICH DAS SPAREN ENTDECKT
Die deutsche Politik hat eine bemerkenswerte Begabung entwickelt: Milliardenbeträge werden bewegt, Sondervermögen geschaffen, neue Verpflichtungen eingegangen und gesellschaftliche Großprojekte finanziert, doch wenn die Rechnung irgendwann nicht mehr aufgeht, beginnt die Suche nach Einsparmöglichkeiten erstaunlich häufig dort, wo Menschen am wenigsten ausweichen können. Genau dieses Schauspiel erleben wir jetzt bei der Pflegeversicherung.
Der GKV-Spitzenverband rechnet für 2026 mit einem Defizit von 4,4 Milliarden Euro und spricht inzwischen selbst von „Alarmstufe Rot“. Gleichzeitig sieht der Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes vor, den bisherigen Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich bei Pflegegrad 1 abzuschaffen. Wer erstmals Pflegegrad 2 oder 3 erhält, soll sein neues Entlastungsbudget während der ersten drei Monate zunächst nur zur Hälfte bekommen. Noch ist das nicht geltendes Recht, sondern politische Planung. Aber schon die Richtung verrät eine Menge darüber, wo dieser Staat seine Sparmöglichkeiten sucht.
Man stelle sich keinen abstrakten „Leistungsempfänger“ vor, sondern einen Menschen, der vierzig Jahre gearbeitet hat und plötzlich Krebs bekommt. Innerhalb weniger Wochen können Schmerzen, Operationen, Erschöpfung oder eine fortschreitende Erkrankung aus einem selbstständigen Menschen jemanden machen, dessen Ehefrau beim Waschen hilft, dessen Tochter Einkäufe erledigt und dessen Sohn ihn zu Untersuchungen fährt. Eine Familie wird praktisch über Nacht zum privaten Pflegedienst, und genau in diesem Moment beginnt der Staat darüber nachzudenken, ob 131 Euro monatliche Entlastung vielleicht ein Luxus sind, den man sich nicht mehr leisten kann.
Man muss auf eine solche Idee erst einmal kommen.
Besonders grotesk wird es, wenn man betrachtet, warum die Pflegeversicherung überhaupt finanziell ausblutet. Rund 5,3 Milliarden Euro jährlich werden inzwischen für Rentenbeiträge pflegender Angehöriger getragen, obwohl der GKV-Spitzenverband diese Finanzierung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet, die der Bund übernehmen müsste. Zusätzlich stehen nach Angaben des Verbandes noch rund 5,2 Milliarden Euro nicht erstattete Corona-Sonderausgaben im Raum. Der Spitzenverband formuliert den Sachverhalt ungewöhnlich offen: Die Beitragszahler subventionieren damit den Bundeshaushalt.
Der Pflegebedürftige hat die Kasse also nicht leergeräumt. Der Krebspatient auch nicht. Er hat nur den Fehler gemacht, irgendwann tatsächlich jene Leistung zu benötigen, für die ihm jahrzehntelang Beiträge abgezogen wurden.
Rainer Taufertshöfer
Fortsetzung in Teil 2: Wie politische Entscheidungen Milliardenkosten erzeugen – und anschließend unter dem harmlosen Wort „Sachzwang“ verschwinden.
Die deutsche Politik hat eine bemerkenswerte Begabung entwickelt: Milliardenbeträge werden bewegt, Sondervermögen geschaffen, neue Verpflichtungen eingegangen und gesellschaftliche Großprojekte finanziert, doch wenn die Rechnung irgendwann nicht mehr aufgeht, beginnt die Suche nach Einsparmöglichkeiten erstaunlich häufig dort, wo Menschen am wenigsten ausweichen können. Genau dieses Schauspiel erleben wir jetzt bei der Pflegeversicherung.
Der GKV-Spitzenverband rechnet für 2026 mit einem Defizit von 4,4 Milliarden Euro und spricht inzwischen selbst von „Alarmstufe Rot“. Gleichzeitig sieht der Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes vor, den bisherigen Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich bei Pflegegrad 1 abzuschaffen. Wer erstmals Pflegegrad 2 oder 3 erhält, soll sein neues Entlastungsbudget während der ersten drei Monate zunächst nur zur Hälfte bekommen. Noch ist das nicht geltendes Recht, sondern politische Planung. Aber schon die Richtung verrät eine Menge darüber, wo dieser Staat seine Sparmöglichkeiten sucht.
Man stelle sich keinen abstrakten „Leistungsempfänger“ vor, sondern einen Menschen, der vierzig Jahre gearbeitet hat und plötzlich Krebs bekommt. Innerhalb weniger Wochen können Schmerzen, Operationen, Erschöpfung oder eine fortschreitende Erkrankung aus einem selbstständigen Menschen jemanden machen, dessen Ehefrau beim Waschen hilft, dessen Tochter Einkäufe erledigt und dessen Sohn ihn zu Untersuchungen fährt. Eine Familie wird praktisch über Nacht zum privaten Pflegedienst, und genau in diesem Moment beginnt der Staat darüber nachzudenken, ob 131 Euro monatliche Entlastung vielleicht ein Luxus sind, den man sich nicht mehr leisten kann.
Man muss auf eine solche Idee erst einmal kommen.
Besonders grotesk wird es, wenn man betrachtet, warum die Pflegeversicherung überhaupt finanziell ausblutet. Rund 5,3 Milliarden Euro jährlich werden inzwischen für Rentenbeiträge pflegender Angehöriger getragen, obwohl der GKV-Spitzenverband diese Finanzierung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet, die der Bund übernehmen müsste. Zusätzlich stehen nach Angaben des Verbandes noch rund 5,2 Milliarden Euro nicht erstattete Corona-Sonderausgaben im Raum. Der Spitzenverband formuliert den Sachverhalt ungewöhnlich offen: Die Beitragszahler subventionieren damit den Bundeshaushalt.
Der Pflegebedürftige hat die Kasse also nicht leergeräumt. Der Krebspatient auch nicht. Er hat nur den Fehler gemacht, irgendwann tatsächlich jene Leistung zu benötigen, für die ihm jahrzehntelang Beiträge abgezogen wurden.
Rainer Taufertshöfer
Fortsetzung in Teil 2: Wie politische Entscheidungen Milliardenkosten erzeugen – und anschließend unter dem harmlosen Wort „Sachzwang“ verschwinden.
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🦠 MEINE AKTUELLE WAHL RUND UM EINE ANTIBIOTIKA-THERAPIE
Antibiotika gehören in bestimmten Situationen zur medizinischen Behandlung. Gleichzeitig ist bekannt, dass eine Antibiotika-Anwendung auch die Zusammensetzung des Darmmikrobioms beeinflussen kann.
Wenn ich mich deshalb nach einem Nahrungsergänzungsmittel für die Zeit rund um eine Antibiotika-Einnahme umschaue, achte ich nicht einfach darauf, möglichst viele verschiedene Kulturen in eine Kapsel zu packen. Entscheidend ist für mich vielmehr, welche Mikroorganismen enthalten sind, in welcher Menge sie vorliegen und wie das Präparat konzipiert wurde.
Genau hier finde ich BactoGena AA-D von NatuGena interessant.
Eine Kapsel enthält insgesamt 12,5 Milliarden koloniebildende Einheiten (KBE) aus fünf ausgewählten Bakterien- beziehungsweise Hefekulturen:
🦠 Bifidobacterium longum DSM 32747
🦠 Bifidobacterium animalis subsp. lactis DSM 32746
🦠 Lactobacillus plantarum DSM 32758
🦠 Lactobacillus rhamnosus DSM 32609
🦠 Saccharomyces boulardii CCTCC M 2018444
Zusätzlich enthält die Rezeptur Akazienfaser und resistentes Maisdextrin. Die Kulturen befinden sich außerdem in einer magensaftresistenten Kapsel.
Bei zwei Kapseln werden insgesamt 25 Milliarden KBE aufgenommen.
Wann würde ich es einsetzen?
Für mich ist BactoGena AA-D vor allem dann interessant, wenn eine Antibiotika-Therapie notwendig geworden ist und man das Darmmikrobiom in dieser besonderen Phase bewusst berücksichtigen möchte.
Auch die Verzehrempfehlung von NatuGena ist genau darauf abgestimmt:
Während der Antibiotika-Therapie:
2 × täglich 1 Kapsel mit 2–3 Stunden Abstand zum Antibiotikum.
Nach der Antibiotika-Therapie:
1 × täglich 1 Kapsel.
Optimalerweise wird das Präparat laut Hersteller mindestens 30 Minuten vor oder 90 Minuten nach einer Mahlzeit mit stillem, lauwarmem Wasser eingenommen.
Was mir daran gefällt: Es handelt sich nicht einfach um einen beliebigen riesigen Bakterienmix, sondern um eine überschaubare Kombination aus fünf genau bezeichneten Kulturen einschließlich der jeweiligen Stammbezeichnung.
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Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge sollte nicht überschritten werden.
NatuGena GmbH
BactoGena AA-D
Ausgewählte Bakterienkulturen und Saccharomyces boulardii in magensaftresistenten Pflanzenkapseln. Reinsubstanz-Qualität jetzt im Shop bestellen.
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TEIL 2/6 – „CORONA-KOSTEN“: EIN BEQUEMES WORT FÜR POLITISCHE ENTSCHEIDUNGEN
Wenn heute von Milliarden gesprochen wird, welche die Pflegeversicherung während der Corona-Zeit tragen musste, fällt fast automatisch das Wort „Pandemiekosten“. Dieses Wort ist Corona-Tätern bequem, weil es Verantwortung verschwimmen lässt. Es klingt nach Naturkatastrophe: Das Virus kam, die Kosten entstanden, niemand konnte etwas dafür.
So einfach war es jedoch nicht.
SARS-CoV-2 war ein medizinisches Ereignis, kein politisches. Ob Schulen geschlossen, Geschäfte stillgelegt, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängt, Krankenhauskapazitäten freigehalten, 2G- und 3G-Regelungen eingeführt oder milliardenschwere Beschaffungsprogramme aufgelegt wurden, entschied dagegen kein Virus. Darüber entschieden Regierungen und Parlamente der Links-Grünen Brandmauer-Clique. Damit waren es politische Entscheidungen, deren Nutzen, Schäden und Verhältnismäßigkeit selbstverständlich politisch aufgearbeitet werden müssen, eine nachträgliche Politikerhaftung eingeführt und deren Kollaborateure vor ein Strafgericht gestellt werden müssen.
Deutschland hatte wenige Jahre zuvor bereits eine außergewöhnlich schwere Grippesaison erlebt. Für 2017/2018 schätzt das Robert Koch-Institut rund 25.100 influenzaassoziierte Todesfälle und etwa 45.000 Krankenhauseinweisungen. Diese Zahlen beruhen auf einer anderen Methodik als die späteren COVID-Meldestatistiken und dürfen deshalb nicht unseriös gegeneinander verrechnet werden. Der völlig unterschiedliche staatliche Umgang mit zwei schweren Infektionsgeschehen ist dagegen eine legitime Frage. 2017/2018 wurde Deutschland nicht stillgelegt.
Während der Corona-Jahre geschah etwas historisch anderes. 2020 wurden fast 2,5 Millionen Menschen weniger stationär behandelt als im Jahr zuvor, die Zahl der Operationen sank um rund 690.000. Destatis nennt dafür unter anderem freigehaltene Kapazitäten, verschobene planbare Behandlungen und ein verändertes Verhalten der Patienten.
Gerade für Menschen mit Krebs ist diese Gegenrechnung lebensbedrohend, denn eine verschobene Untersuchung ist dort nicht einfach ein neuer Termin im Kalender. Zwischen einer frühen und einer späten Diagnose können völlig unterschiedliche Krankheitsverläufe liegen. Wer deshalb heute eine Bilanz dieser Jahre ziehen will, darf nicht nur fragen, welche Schäden das Virus verursachte. Er muss ebenso untersuchen, welche Schäden durch ausgefallene Diagnostik, verschobene Versorgung, gesellschaftlich erzeugte Angst und politische Entscheidungen entstanden.
Und genau deshalb irritiert mich bis heute, dass der Bundestag 2025 zwar eine Enquete-Kommission zur Aufarbeitung beschloss, einen beantragten parlamentarischen Untersuchungsausschuss jedoch ablehnte. 450 Abgeordnete stimmten für die Ablehnung und 146 dagegen – davon 145 Abgeordnete der AfD und ein Abgeordneter der SPD. Ein Untersuchungsausschuss hätte andere Möglichkeiten der Beweiserhebung als eine Enquete-Kommission.
Wenn eine Politik Grundrechte einschränkt, Milliarden Steuergelder der Bevölkerung bewegt, medizinische Versorgung umorganisiert und die Gesellschaft bis hinein in Familien spaltet, dann reicht mir persönlich keine historische Plauderstunde über eine „schwierige Zeit“. Ich möchte wissen, wer auf welcher Datenbasis entschied, welche Interessen Einfluss nahmen, welche Verträge geschlossen wurden, wer wirtschaftlich profitierte und welche Entscheidungen sich im Rückblick als Vorsatz oder einfach nur abgrundtiefe Dummheit erwiesen.
Denn Verantwortung verschwindet nicht dadurch, dass man ihre Folgen irgendwann „Pandemiekosten“ nennt und die Ergebnisse der Enquete-Kommission in der untersten Schublade der Folgenlosigkeit verschwinden.
Rainer Taufertshöfer
Teil 3: Derselbe Staat, der beim Pflegebedürftigen 131 Euro entdeckt, bewegt an anderer Stelle Milliarden mit bemerkenswerter Großzügigkeit.
Wenn heute von Milliarden gesprochen wird, welche die Pflegeversicherung während der Corona-Zeit tragen musste, fällt fast automatisch das Wort „Pandemiekosten“. Dieses Wort ist Corona-Tätern bequem, weil es Verantwortung verschwimmen lässt. Es klingt nach Naturkatastrophe: Das Virus kam, die Kosten entstanden, niemand konnte etwas dafür.
So einfach war es jedoch nicht.
SARS-CoV-2 war ein medizinisches Ereignis, kein politisches. Ob Schulen geschlossen, Geschäfte stillgelegt, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängt, Krankenhauskapazitäten freigehalten, 2G- und 3G-Regelungen eingeführt oder milliardenschwere Beschaffungsprogramme aufgelegt wurden, entschied dagegen kein Virus. Darüber entschieden Regierungen und Parlamente der Links-Grünen Brandmauer-Clique. Damit waren es politische Entscheidungen, deren Nutzen, Schäden und Verhältnismäßigkeit selbstverständlich politisch aufgearbeitet werden müssen, eine nachträgliche Politikerhaftung eingeführt und deren Kollaborateure vor ein Strafgericht gestellt werden müssen.
Deutschland hatte wenige Jahre zuvor bereits eine außergewöhnlich schwere Grippesaison erlebt. Für 2017/2018 schätzt das Robert Koch-Institut rund 25.100 influenzaassoziierte Todesfälle und etwa 45.000 Krankenhauseinweisungen. Diese Zahlen beruhen auf einer anderen Methodik als die späteren COVID-Meldestatistiken und dürfen deshalb nicht unseriös gegeneinander verrechnet werden. Der völlig unterschiedliche staatliche Umgang mit zwei schweren Infektionsgeschehen ist dagegen eine legitime Frage. 2017/2018 wurde Deutschland nicht stillgelegt.
Während der Corona-Jahre geschah etwas historisch anderes. 2020 wurden fast 2,5 Millionen Menschen weniger stationär behandelt als im Jahr zuvor, die Zahl der Operationen sank um rund 690.000. Destatis nennt dafür unter anderem freigehaltene Kapazitäten, verschobene planbare Behandlungen und ein verändertes Verhalten der Patienten.
Gerade für Menschen mit Krebs ist diese Gegenrechnung lebensbedrohend, denn eine verschobene Untersuchung ist dort nicht einfach ein neuer Termin im Kalender. Zwischen einer frühen und einer späten Diagnose können völlig unterschiedliche Krankheitsverläufe liegen. Wer deshalb heute eine Bilanz dieser Jahre ziehen will, darf nicht nur fragen, welche Schäden das Virus verursachte. Er muss ebenso untersuchen, welche Schäden durch ausgefallene Diagnostik, verschobene Versorgung, gesellschaftlich erzeugte Angst und politische Entscheidungen entstanden.
Und genau deshalb irritiert mich bis heute, dass der Bundestag 2025 zwar eine Enquete-Kommission zur Aufarbeitung beschloss, einen beantragten parlamentarischen Untersuchungsausschuss jedoch ablehnte. 450 Abgeordnete stimmten für die Ablehnung und 146 dagegen – davon 145 Abgeordnete der AfD und ein Abgeordneter der SPD. Ein Untersuchungsausschuss hätte andere Möglichkeiten der Beweiserhebung als eine Enquete-Kommission.
Wenn eine Politik Grundrechte einschränkt, Milliarden Steuergelder der Bevölkerung bewegt, medizinische Versorgung umorganisiert und die Gesellschaft bis hinein in Familien spaltet, dann reicht mir persönlich keine historische Plauderstunde über eine „schwierige Zeit“. Ich möchte wissen, wer auf welcher Datenbasis entschied, welche Interessen Einfluss nahmen, welche Verträge geschlossen wurden, wer wirtschaftlich profitierte und welche Entscheidungen sich im Rückblick als Vorsatz oder einfach nur abgrundtiefe Dummheit erwiesen.
Denn Verantwortung verschwindet nicht dadurch, dass man ihre Folgen irgendwann „Pandemiekosten“ nennt und die Ergebnisse der Enquete-Kommission in der untersten Schublade der Folgenlosigkeit verschwinden.
Rainer Taufertshöfer
Teil 3: Derselbe Staat, der beim Pflegebedürftigen 131 Euro entdeckt, bewegt an anderer Stelle Milliarden mit bemerkenswerter Großzügigkeit.
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TEIL 3/6 – 131 EURO SIND PLÖTZLICH VIEL GELD
Wer verstehen möchte, warum mich die gegenwärtige Debatte über Pflege so wütend macht, sollte nicht einzelne Haushaltstöpfe gegeneinander ausspielen, sondern politische Prioritäten vergleichen. Natürlich stammt nicht jede staatliche Ausgabe aus der Pflegeversicherung. Aber ebenso absurd ist die Behauptung, die Milliardenentscheidungen desselben Staates hätten miteinander nichts zu tun.
Der Bund gab 2025 rund 24,8 Milliarden Euro im Zusammenhang mit Flucht und Migration aus. Das sind offizielle Angaben der Bundesregierung.
Wer zuwandert, arbeitet und Beiträge zahlt, trägt zum Gemeinwesen bei. Wer jedoch über längere Zeit Unterkunft, Lebensunterhalt, Gesundheitsversorgung und Integrationsleistungen benötigt, verursacht Ausgaben. Darüber zu sprechen ist keine Menschenfeindlichkeit, sondern schlicht Finanzrechnung.
Ein Sozialstaat besitzt keine magische Geldquelle. Er verteilt, was Bürger und Unternehmen zuvor erwirtschaftet haben – oder er macht Schulden, die später ebenfalls bezahlt werden müssen. Wer immer neue Verpflichtungen übernimmt, ohne die wirtschaftliche Basis entsprechend zu stärken, bekommt irgendwann kein moralisches, sondern ein mathematisches Problem.
Und genau hier beginnt für mich die politische Heuchelei: Bei Milliardenbeträgen spricht man von Verantwortung, Humanität und Alternativlosigkeit. Sobald aber ein Mensch nach drei oder vier Jahrzehnten Beitragszahlung pflegebedürftig wird und 131 Euro im Monat erhält, verwandelt sich dieselbe Politik plötzlich in einen Kassenprüfer.
Dann wird gerechnet, geprüft und „zielgenauer“ gesteuert.
Offenbar besitzt der deutsche Staat zwei Taschen: eine tiefe für politische Großprojekte und eine erstaunlich kurze, sobald der eigene Pflegebedürftige vor ihm steht.
Meine Kritik richtet sich nicht gegen Menschen, die Hilfe benötigen. Sie richtet sich gegen eine Politik, die immer neue Verpflichtungen eingeht und anschließend ausgerechnet denen erklärt, die dieses Land jahrzehntelang finanziert haben, bei ihnen müsse nun gespart werden.
Rainer Taufertshöfer
Teil 4: An der Ostfront fließen die Milliarden, zu Hause steht der Rotstift am Pflegebett.
Wer verstehen möchte, warum mich die gegenwärtige Debatte über Pflege so wütend macht, sollte nicht einzelne Haushaltstöpfe gegeneinander ausspielen, sondern politische Prioritäten vergleichen. Natürlich stammt nicht jede staatliche Ausgabe aus der Pflegeversicherung. Aber ebenso absurd ist die Behauptung, die Milliardenentscheidungen desselben Staates hätten miteinander nichts zu tun.
Der Bund gab 2025 rund 24,8 Milliarden Euro im Zusammenhang mit Flucht und Migration aus. Das sind offizielle Angaben der Bundesregierung.
Wer zuwandert, arbeitet und Beiträge zahlt, trägt zum Gemeinwesen bei. Wer jedoch über längere Zeit Unterkunft, Lebensunterhalt, Gesundheitsversorgung und Integrationsleistungen benötigt, verursacht Ausgaben. Darüber zu sprechen ist keine Menschenfeindlichkeit, sondern schlicht Finanzrechnung.
Ein Sozialstaat besitzt keine magische Geldquelle. Er verteilt, was Bürger und Unternehmen zuvor erwirtschaftet haben – oder er macht Schulden, die später ebenfalls bezahlt werden müssen. Wer immer neue Verpflichtungen übernimmt, ohne die wirtschaftliche Basis entsprechend zu stärken, bekommt irgendwann kein moralisches, sondern ein mathematisches Problem.
Und genau hier beginnt für mich die politische Heuchelei: Bei Milliardenbeträgen spricht man von Verantwortung, Humanität und Alternativlosigkeit. Sobald aber ein Mensch nach drei oder vier Jahrzehnten Beitragszahlung pflegebedürftig wird und 131 Euro im Monat erhält, verwandelt sich dieselbe Politik plötzlich in einen Kassenprüfer.
Dann wird gerechnet, geprüft und „zielgenauer“ gesteuert.
Offenbar besitzt der deutsche Staat zwei Taschen: eine tiefe für politische Großprojekte und eine erstaunlich kurze, sobald der eigene Pflegebedürftige vor ihm steht.
Meine Kritik richtet sich nicht gegen Menschen, die Hilfe benötigen. Sie richtet sich gegen eine Politik, die immer neue Verpflichtungen eingeht und anschließend ausgerechnet denen erklärt, die dieses Land jahrzehntelang finanziert haben, bei ihnen müsse nun gespart werden.
Rainer Taufertshöfer
Teil 4: An der Ostfront fließen die Milliarden, zu Hause steht der Rotstift am Pflegebett.
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TEIL 4/6 – AN DER OSTFRONT FLIEẞEN DIE MILLIARDEN, ZU HAUSE STEHT DER ROTSTIFT AM PFLEGEBETT
Während Deutschland darüber diskutiert, welche Belastungen Pflegebedürftigen und Beitragszahlern noch zugemutet werden können, sind für die militärische Unterstützung der Ukraine allein 2026 rund 11,5 Milliarden Euro vorgesehen. Das ist keine Schätzung und keine Zahl aus irgendeinem oppositionellen Kanal, sondern steht so im Bundeshaushalt.
Natürlich liegen Bundeshaushalt und Pflegeversicherung in unterschiedlichen Finanzierungssystemen. Aber wer daraus ernsthaft ableiten will, die Milliardenentscheidungen desselben Staates hätten miteinander nichts zu tun, betreibt politische Buchhaltung zur Verschleierung von Prioritäten. Der Staat entscheidet schließlich sehr wohl, für welche Aufgaben er Milliarden mobilisiert, welche Verpflichtungen er eingeht und an welcher Stelle plötzlich von leeren Kassen, Nachhaltigkeit und schmerzhaften Einschnitten gesprochen wird.
Und genau deshalb ist der Kontrast so unerträglich: An der Ostfront sind 11,5 Milliarden Euro eine politische Notwendigkeit, während zu Hause jeder Euro in der Pflege plötzlich zum Finanzierungsproblem erklärt wird.
Hinzu kommt ein Punkt, über den bei solchen Summen nicht herumgeredet werden darf: Die Ukraine besitzt ein massives und international dokumentiertes Korruptionsproblem. Im Korruptionswahrnehmungsindex 2025 von Transparency International erreicht das Land lediglich 35 von 100 Punkten und Rang 104 von 182 Staaten. Auch die Europäische Kommission dokumentiert erhebliche Korruptionsrisiken und politischen Druck auf Antikorruptionsinstitutionen.
Wer unter solchen Bedingungen Milliarden bewegt, hat nicht weniger, sondern mehr Anlass, jeden Geldfluss zu hinterfragen. Krieg, gigantische Beschaffungsprogramme und Milliardenströme sind seit jeher ein Paradies für Netzwerke, Zwischenhändler und Profiteure.
Meine polemische Kurzfassung dafür ist bewusst drastisch: An der Ostfront fließen die Milliarden, korrupte Netzwerke wittern ihre Chance und Warlords füllen sich die Taschen, während der deutsche Staat zu Hause mit dem Rotstift am Pflegebett steht.
Damit behaupte ich nicht, dass jeder deutsche Euro irgendwo veruntreut wird. Ich benenne den politischen Irrsinn, den ich in dieser Prioritätensetzung sehe: Bei zweistelligen Milliardenbeträgen wird großzügig über strategische Notwendigkeiten gesprochen, während beim eigenen Bürger plötzlich der Taschenrechner herausgeholt wird.
Ein Staat, der für seine politischen Prioritäten Milliarden innerhalb kürzester Zeit verfügbar machen kann, sollte seinen Pflegebedürftigen jedenfalls nicht erzählen, ihre Versorgung sei wegen angeblich alternativloser finanzieller Zwänge das Problem.
Teil 5: Der Staat braucht immer mehr Geld – und stranguliert gleichzeitig diejenigen, die es erwirtschaften sollen.
Während Deutschland darüber diskutiert, welche Belastungen Pflegebedürftigen und Beitragszahlern noch zugemutet werden können, sind für die militärische Unterstützung der Ukraine allein 2026 rund 11,5 Milliarden Euro vorgesehen. Das ist keine Schätzung und keine Zahl aus irgendeinem oppositionellen Kanal, sondern steht so im Bundeshaushalt.
Natürlich liegen Bundeshaushalt und Pflegeversicherung in unterschiedlichen Finanzierungssystemen. Aber wer daraus ernsthaft ableiten will, die Milliardenentscheidungen desselben Staates hätten miteinander nichts zu tun, betreibt politische Buchhaltung zur Verschleierung von Prioritäten. Der Staat entscheidet schließlich sehr wohl, für welche Aufgaben er Milliarden mobilisiert, welche Verpflichtungen er eingeht und an welcher Stelle plötzlich von leeren Kassen, Nachhaltigkeit und schmerzhaften Einschnitten gesprochen wird.
Und genau deshalb ist der Kontrast so unerträglich: An der Ostfront sind 11,5 Milliarden Euro eine politische Notwendigkeit, während zu Hause jeder Euro in der Pflege plötzlich zum Finanzierungsproblem erklärt wird.
Hinzu kommt ein Punkt, über den bei solchen Summen nicht herumgeredet werden darf: Die Ukraine besitzt ein massives und international dokumentiertes Korruptionsproblem. Im Korruptionswahrnehmungsindex 2025 von Transparency International erreicht das Land lediglich 35 von 100 Punkten und Rang 104 von 182 Staaten. Auch die Europäische Kommission dokumentiert erhebliche Korruptionsrisiken und politischen Druck auf Antikorruptionsinstitutionen.
Wer unter solchen Bedingungen Milliarden bewegt, hat nicht weniger, sondern mehr Anlass, jeden Geldfluss zu hinterfragen. Krieg, gigantische Beschaffungsprogramme und Milliardenströme sind seit jeher ein Paradies für Netzwerke, Zwischenhändler und Profiteure.
Meine polemische Kurzfassung dafür ist bewusst drastisch: An der Ostfront fließen die Milliarden, korrupte Netzwerke wittern ihre Chance und Warlords füllen sich die Taschen, während der deutsche Staat zu Hause mit dem Rotstift am Pflegebett steht.
Damit behaupte ich nicht, dass jeder deutsche Euro irgendwo veruntreut wird. Ich benenne den politischen Irrsinn, den ich in dieser Prioritätensetzung sehe: Bei zweistelligen Milliardenbeträgen wird großzügig über strategische Notwendigkeiten gesprochen, während beim eigenen Bürger plötzlich der Taschenrechner herausgeholt wird.
Ein Staat, der für seine politischen Prioritäten Milliarden innerhalb kürzester Zeit verfügbar machen kann, sollte seinen Pflegebedürftigen jedenfalls nicht erzählen, ihre Versorgung sei wegen angeblich alternativloser finanzieller Zwänge das Problem.
Teil 5: Der Staat braucht immer mehr Geld – und stranguliert gleichzeitig diejenigen, die es erwirtschaften sollen.
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TEIL 5/6 – WER SOLL DIESEN STAAT EIGENTLICH NOCH FINANZIEREN?
Ein Sozialstaat lebt nicht von Regierungserklärungen, Sondervermögen oder immer neuen Kommissionen, sondern von Wertschöpfung. Irgendjemand muss produzieren, Dienstleistungen erbringen, investieren, Arbeitsplätze schaffen und aus diesem Wirtschaftskreislauf Steuern und Sozialbeiträge finanzieren. Wer ständig mehr verteilen will, muss deshalb zuerst dafür sorgen, dass genügend erwirtschaftet wird.
Genau hier zeigt sich der nächste Widerspruch.
Die Deutsche Bundesbank hat im Juli 2026 festgestellt, dass die von Unternehmen angegebenen Bürokratiekosten zwischen 2022 und 2024 im Durchschnitt von rund fünf auf sieben Prozent des Jahresumsatzes gestiegen sind – eine Zunahme um fast die Hälfte. Nach ihrer überschlägigen Modellrechnung könnte allein dieser Anstieg das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum in diesem Zeitraum um rund 0,5 Prozentpunkte geschmälert haben. Besonders kleine Unternehmen verlieren dabei Arbeitszeit, die anschließend für produktive Tätigkeiten fehlt.
Man muss sich diese politische Konstruktion einmal vor Augen führen: Der Staat benötigt immer höhere Einnahmen, um immer größere Verpflichtungen zu finanzieren, und bindet gleichzeitig immer mehr Arbeitskraft in Regulierung, Dokumentation und Verwaltung. Anschließend wundert man sich über schwaches Wachstum, geringere Produktivität und zunehmend angespannte Sozialkassen.
Dazu kommen hohe Energiekosten und jahrelange politische Vorgaben für zentrale Industriezweige. Selbst beim sogenannten Verbrenner-Aus musste die EU-Kommission ihren ursprünglich vorgesehenen Kurs inzwischen korrigieren und hat vorgeschlagen, ab 2035 statt einer vollständigen Reduktion der Auspuffemissionen ein 90-Prozent-Ziel mit Kompensationsmöglichkeiten vorzusehen. Damit könnten auch Verbrennungsmotoren unter bestimmten Bedingungen über 2035 hinaus eine Rolle spielen.
Für Unternehmen bedeutet solcher politischer Zickzackkurs allerdings nicht, dass sich frühere Milliardeninvestitionen, Standortentscheidungen oder Personalumbauten einfach zurückdrehen lassen. Die Politik kann eine neue Pressemitteilung herausgeben; die Rechnung bleibt im Betrieb.
Und genau hier liegt das Problem politischer Verantwortung: In einem Unternehmen wird irgendwann gefragt, wer für eine schlechte Bilanz verantwortlich ist. In der Politik entstehen dagegen häufig neue Programme, Arbeitsgruppen und Kommissionen.
Vielleicht ist genau das die teuerste deutsche Wachstumsbranche: die Verwaltung der Folgen politischer Entscheidungen.
Doch Kommissionen schaffen keine Wertschöpfung und zahlen keine Pflegeversicherungsbeiträge.
Rainer Taufertshöfer
Teil 6: Das Kabinett hat entschieden – und am Ende steht wieder der Mensch, der jahrzehntelang bezahlt hat.
Ein Sozialstaat lebt nicht von Regierungserklärungen, Sondervermögen oder immer neuen Kommissionen, sondern von Wertschöpfung. Irgendjemand muss produzieren, Dienstleistungen erbringen, investieren, Arbeitsplätze schaffen und aus diesem Wirtschaftskreislauf Steuern und Sozialbeiträge finanzieren. Wer ständig mehr verteilen will, muss deshalb zuerst dafür sorgen, dass genügend erwirtschaftet wird.
Genau hier zeigt sich der nächste Widerspruch.
Die Deutsche Bundesbank hat im Juli 2026 festgestellt, dass die von Unternehmen angegebenen Bürokratiekosten zwischen 2022 und 2024 im Durchschnitt von rund fünf auf sieben Prozent des Jahresumsatzes gestiegen sind – eine Zunahme um fast die Hälfte. Nach ihrer überschlägigen Modellrechnung könnte allein dieser Anstieg das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum in diesem Zeitraum um rund 0,5 Prozentpunkte geschmälert haben. Besonders kleine Unternehmen verlieren dabei Arbeitszeit, die anschließend für produktive Tätigkeiten fehlt.
Man muss sich diese politische Konstruktion einmal vor Augen führen: Der Staat benötigt immer höhere Einnahmen, um immer größere Verpflichtungen zu finanzieren, und bindet gleichzeitig immer mehr Arbeitskraft in Regulierung, Dokumentation und Verwaltung. Anschließend wundert man sich über schwaches Wachstum, geringere Produktivität und zunehmend angespannte Sozialkassen.
Dazu kommen hohe Energiekosten und jahrelange politische Vorgaben für zentrale Industriezweige. Selbst beim sogenannten Verbrenner-Aus musste die EU-Kommission ihren ursprünglich vorgesehenen Kurs inzwischen korrigieren und hat vorgeschlagen, ab 2035 statt einer vollständigen Reduktion der Auspuffemissionen ein 90-Prozent-Ziel mit Kompensationsmöglichkeiten vorzusehen. Damit könnten auch Verbrennungsmotoren unter bestimmten Bedingungen über 2035 hinaus eine Rolle spielen.
Für Unternehmen bedeutet solcher politischer Zickzackkurs allerdings nicht, dass sich frühere Milliardeninvestitionen, Standortentscheidungen oder Personalumbauten einfach zurückdrehen lassen. Die Politik kann eine neue Pressemitteilung herausgeben; die Rechnung bleibt im Betrieb.
Und genau hier liegt das Problem politischer Verantwortung: In einem Unternehmen wird irgendwann gefragt, wer für eine schlechte Bilanz verantwortlich ist. In der Politik entstehen dagegen häufig neue Programme, Arbeitsgruppen und Kommissionen.
Vielleicht ist genau das die teuerste deutsche Wachstumsbranche: die Verwaltung der Folgen politischer Entscheidungen.
Doch Kommissionen schaffen keine Wertschöpfung und zahlen keine Pflegeversicherungsbeiträge.
Rainer Taufertshöfer
Teil 6: Das Kabinett hat entschieden – und am Ende steht wieder der Mensch, der jahrzehntelang bezahlt hat.
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TEIL 6/6 – DER KREBSPATIENT HAT DIESE RECHNUNG NICHT BESTELLT
Das Kabinett hat das Pflegeneuordnungsgesetz beschlossen. Ohne Gegenmaßnahmen drohen 7,6 Mrd. Euro Defizit 2027 und über 15 Mrd. 2028 – nach Angaben der Regierung selbst.
Ihre Antwort: höhere Beitragsbemessungsgrenze, höherer Kinderlosenzuschlag, Leistungen „neu geordnet“. Wer im Staat „neu ordnen“ sagt, meint weniger. Der Beitragssatz bleibt „zunächst“ bei 3,6 %. Das ehrlichste Wort im ganzen Entwurf.
Nun zum Menschen dahinter. 40 Jahre Arbeit, 40 Jahre Steuern und Abgaben, einbehalten, bevor er sein Gehalt je gesehen hat. Dann die Diagnose Krebs. Die Frau pflegt, die Kinder reduzieren ihre Stunden.
Er hat keine Corona-Verordnungen erlassen, keine Migrationspolitik gemacht, keine Milliardenpakete beschlossen. Er hat nur eines getan: gezahlt.
Die Pflegekasse musste in der Pandemie für Tests und Prämien einspringen. Nach Angaben der Ersatzkassen stehen bis heute 5,2 Mrd. Euro an geforderten Erstattungen aus. Statt diese Altlast zu beseitigen, setzt der Bund seinen regulären Zuschuss weiterhin aus.
Und selbst wenn Berlin zahlte: Der Staat besitzt kein eigenes Geld. Er hat nur unseres. Beitrag oder Steuer, linke oder rechte Tasche – es bleibt die Hose des Krebspatienten.
Das ist keine Reform. Das ist doppeltes Abkassieren mit anschließendem Leistungsabbau. Deutschland hat kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Und ein Ehrlichkeitsproblem.
Bevor man auch nur einen Euro streicht, gehört offengelegt:
– Wohin sind Beiträge und Steuern der Bürger geflossen?
– Welche Lasten hat die Politik der Pflegekasse aufgebürdet, die dort nichts verloren haben?
– Mit welchem Recht spart man zuerst bei denen, denen das Geld von Anfang an gehörte?
Weder der Pflegebedürftige noch seine Familie haben dieses Defizit verursacht. Sie haben das System finanziert. Sie haben Anspruch auf Rechenschaft.
Erst die Rechnung. Dann die Kürzung. Nicht umgekehrt.
Rainer Taufertshöfer
Das Kabinett hat das Pflegeneuordnungsgesetz beschlossen. Ohne Gegenmaßnahmen drohen 7,6 Mrd. Euro Defizit 2027 und über 15 Mrd. 2028 – nach Angaben der Regierung selbst.
Ihre Antwort: höhere Beitragsbemessungsgrenze, höherer Kinderlosenzuschlag, Leistungen „neu geordnet“. Wer im Staat „neu ordnen“ sagt, meint weniger. Der Beitragssatz bleibt „zunächst“ bei 3,6 %. Das ehrlichste Wort im ganzen Entwurf.
Nun zum Menschen dahinter. 40 Jahre Arbeit, 40 Jahre Steuern und Abgaben, einbehalten, bevor er sein Gehalt je gesehen hat. Dann die Diagnose Krebs. Die Frau pflegt, die Kinder reduzieren ihre Stunden.
Er hat keine Corona-Verordnungen erlassen, keine Migrationspolitik gemacht, keine Milliardenpakete beschlossen. Er hat nur eines getan: gezahlt.
Die Pflegekasse musste in der Pandemie für Tests und Prämien einspringen. Nach Angaben der Ersatzkassen stehen bis heute 5,2 Mrd. Euro an geforderten Erstattungen aus. Statt diese Altlast zu beseitigen, setzt der Bund seinen regulären Zuschuss weiterhin aus.
Und selbst wenn Berlin zahlte: Der Staat besitzt kein eigenes Geld. Er hat nur unseres. Beitrag oder Steuer, linke oder rechte Tasche – es bleibt die Hose des Krebspatienten.
Das ist keine Reform. Das ist doppeltes Abkassieren mit anschließendem Leistungsabbau. Deutschland hat kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Und ein Ehrlichkeitsproblem.
Bevor man auch nur einen Euro streicht, gehört offengelegt:
– Wohin sind Beiträge und Steuern der Bürger geflossen?
– Welche Lasten hat die Politik der Pflegekasse aufgebürdet, die dort nichts verloren haben?
– Mit welchem Recht spart man zuerst bei denen, denen das Geld von Anfang an gehörte?
Weder der Pflegebedürftige noch seine Familie haben dieses Defizit verursacht. Sie haben das System finanziert. Sie haben Anspruch auf Rechenschaft.
Erst die Rechnung. Dann die Kürzung. Nicht umgekehrt.
Rainer Taufertshöfer
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An dieser kleinen Kröte bin ich heute Abend erst einmal hängen geblieben.
9 Grad, hier bei uns im Hochsolling. Zwischen den Steinen saß dieses winzige Tier – gerade einmal so groß wie ein Zwei-Euro-Stück. Auf den Fotos geht völlig verloren, wie klein sie tatsächlich war.
Besonders fasziniert haben mich ihre Augen. Dieses warme Kupfergold. Und dann dieser Gesichtsausdruck. Auf dem ersten Bild schaut sie fast so, als müsste ich mich für die abendliche Störung erst einmal erklären.
Eine junge Erdkröte. Wenn sie die nächsten Jahre gut übersteht, kann sie draußen zehn Jahre und älter werden. Tagsüber bleibt sie meist verborgen, nachts macht sie sich auf die Suche nach Insekten, Würmern und anderen kleinen Beutetieren. Ein ganzes Leben, von dem man im eigenen Garten normalerweise kaum etwas mitbekommt.
Vor Kurzem hatte ich schon einen kleinen Molch entdeckt, ebenfalls am Abend. Ich freue mich jedes Mal über solche Begegnungen. Offenbar teilen wir unseren Garten mit einigen Bewohnern, die sich erst zeigen, wenn unser Tag langsam zu Ende geht.
Ich habe die Kleine an einen geschützten Platz gleich daneben gesetzt. Jetzt beginnt für Erdkröten die Zeit, in der sie sich ein Winterquartier suchen.
Mit diesen kleinen Eindrücken aus unserem Garten wünsche ich euch einen schönen Abend und einen guten Start ins Wochenende.
Euer Rainer Taufertshöfer
9 Grad, hier bei uns im Hochsolling. Zwischen den Steinen saß dieses winzige Tier – gerade einmal so groß wie ein Zwei-Euro-Stück. Auf den Fotos geht völlig verloren, wie klein sie tatsächlich war.
Besonders fasziniert haben mich ihre Augen. Dieses warme Kupfergold. Und dann dieser Gesichtsausdruck. Auf dem ersten Bild schaut sie fast so, als müsste ich mich für die abendliche Störung erst einmal erklären.
Eine junge Erdkröte. Wenn sie die nächsten Jahre gut übersteht, kann sie draußen zehn Jahre und älter werden. Tagsüber bleibt sie meist verborgen, nachts macht sie sich auf die Suche nach Insekten, Würmern und anderen kleinen Beutetieren. Ein ganzes Leben, von dem man im eigenen Garten normalerweise kaum etwas mitbekommt.
Vor Kurzem hatte ich schon einen kleinen Molch entdeckt, ebenfalls am Abend. Ich freue mich jedes Mal über solche Begegnungen. Offenbar teilen wir unseren Garten mit einigen Bewohnern, die sich erst zeigen, wenn unser Tag langsam zu Ende geht.
Ich habe die Kleine an einen geschützten Platz gleich daneben gesetzt. Jetzt beginnt für Erdkröten die Zeit, in der sie sich ein Winterquartier suchen.
Mit diesen kleinen Eindrücken aus unserem Garten wünsche ich euch einen schönen Abend und einen guten Start ins Wochenende.
Euer Rainer Taufertshöfer
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𝗞𝗥𝗘𝗕𝗦 𝗜𝗦𝗧 𝗘𝗜𝗡 𝗔𝗦𝗦𝗘𝗧. 𝗣𝗥𝗘𝗜𝗦: 𝟰𝟯 𝗠𝗜𝗟𝗟𝗜𝗔𝗥𝗗𝗘𝗡 𝗗𝗢𝗟𝗟𝗔𝗥.
Am 30. August habe ich über die „Gesundheitswirtschaft“ geschrieben. Heute liefert Pfizer die Zahl dazu.
https://t.me/taufertshoefer/13588
43 Milliarden US-Dollar. So viel zahlte Pfizer für den Krebsspezialisten Seagen, abgeschlossen im Dezember 2023. In Aussicht gestellt: mehr als zehn Milliarden Dollar zusätzlicher Jahresumsatz bis 2030.
Niemand zahlt 43 Milliarden für ein Problem, das verschwinden soll. Pfizer hat bezahlt, weil Pfizer darauf setzt, dass dieser Markt bleibt. Und wächst.
𝗭𝗪𝗘𝗜 𝗙𝗥𝗔𝗚𝗘𝗡. 𝗭𝗪𝗘𝗜 𝗕𝗨𝗖𝗛𝗛𝗔𝗟𝗧𝗨𝗡𝗚𝗘𝗡.
Der Patient fragt: Werde ich meine Kinder aufwachsen sehen?
Der Investor fragt: Wie lange läuft das Patent?
Dieselbe Krankheit. Der eine zählt Monate, der andere Quartale.
Pfizer nannte das den „Kampf gegen Krebs“. Dann bitte dieselbe Strenge auf beiden Seiten der Bilanz: gewonnene Lebenszeit, Lebensqualität, schwere Nebenwirkungen, Preis pro gewonnenem Monat.
Was der Krebs einbringt, weiß Pfizer auf die Milliarde genau. Was er den Patienten an Lebenszeit bringt, darüber redet man in Hoffnungen. Das ist keine Nachlässigkeit. Das ist die Rangordnung.
𝗠𝗘𝗜𝗡𝗘 𝗣𝗢𝗦𝗜𝗧𝗜𝗢𝗡
Ich lehne die klassische zytotoxische Chemotherapie grundsätzlich ab. Begründet habe ich das 2020:
https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/krebsrisiko-durch-kontakt-mit-zytostatika
Ein Wirkstoff, vor dem sich das Personal schützen muss, fließt dem Patienten in die Vene. Das beweist noch nichts über den Nutzen im Einzelfall. Aber es verbietet jede Verharmlosung.
Ob jemand diesen Weg geht, entscheidet der Patient. Nicht ich, nicht der Onkologe, nicht der Aktienkurs. Frei entscheiden kann er nur mit Klartext: Heilung, Lebensverlängerung oder Linderung? Wie viele Monate? Welche Schäden? Welche Alternativen?
Ein Anleger, dem man nur „Wir hoffen das Beste“ sagt, zieht sein Geld ab. Vom Patienten erwartet man, dass er bleibt.
𝗪𝗔𝗖𝗛𝗦𝗧𝗨𝗠 𝗜𝗦𝗧 𝗞𝗘𝗜𝗡 𝗚𝗘𝗦𝗨𝗡𝗗𝗛𝗘𝗜𝗧𝗦𝗡𝗔𝗖𝗛𝗪𝗘𝗜𝗦
2018 habe ich auf dem Spirit of Health Kongress ein Wort der Bundesregierung zerlegt: „Gesundheitswirtschaft“.
https://forschungsseminare.de/2021/02/05/video-naturheilkunde-unter-dauerbeschuss-spirit-of-health-kongress-2018/
Eine Regierung, die sich über Umsatzwachstum in diesem Sektor freut, freut sich über mehr Behandelte oder teurere Behandlung. Gesündere Menschen tauchen in dieser Rechnung nur als Umsatzrückgang auf.
Ein Vorstand, der seinen Aktionären zehn Milliarden mehr Krebsumsatz verspricht, hat kein Interesse an weniger Krebs. Wer Krankheit vergütet und Gesundheit nicht, bekommt exakt das, wofür er bezahlt.
Patente als staatliche Monopole, Kassen als garantierte Zahler: ein Geschäftsmodell mit Abnahmegarantie.
Wer das bejubelt, hat entschieden, auf welcher Seite des Tisches er sitzt. Von einem Ministerium erwarte ich anderes: Prävention, die ernsthaft finanziert wird. Einfluss, der kontrolliert wird. Nutzen, der belegt ist, bevor bezahlt wird.
43 Milliarden Dollar zeigen, was ein Krebspatient wert ist. Auf der Einnahmenseite.
Was wäre es wert, dass er nie einer wird?
Und wer sitzt auf dieser Seite des Tisches mit dem Scheckbuch?
Euer Rainer Taufertshöfer
Quelle zu Kaufpreis und Umsatzprognose:
https://www.pfizer.com/news/press-release/press-release-detail/pfizer-invests-43-billion-battle-cancer
Am 30. August habe ich über die „Gesundheitswirtschaft“ geschrieben. Heute liefert Pfizer die Zahl dazu.
https://t.me/taufertshoefer/13588
43 Milliarden US-Dollar. So viel zahlte Pfizer für den Krebsspezialisten Seagen, abgeschlossen im Dezember 2023. In Aussicht gestellt: mehr als zehn Milliarden Dollar zusätzlicher Jahresumsatz bis 2030.
Niemand zahlt 43 Milliarden für ein Problem, das verschwinden soll. Pfizer hat bezahlt, weil Pfizer darauf setzt, dass dieser Markt bleibt. Und wächst.
𝗭𝗪𝗘𝗜 𝗙𝗥𝗔𝗚𝗘𝗡. 𝗭𝗪𝗘𝗜 𝗕𝗨𝗖𝗛𝗛𝗔𝗟𝗧𝗨𝗡𝗚𝗘𝗡.
Der Patient fragt: Werde ich meine Kinder aufwachsen sehen?
Der Investor fragt: Wie lange läuft das Patent?
Dieselbe Krankheit. Der eine zählt Monate, der andere Quartale.
Pfizer nannte das den „Kampf gegen Krebs“. Dann bitte dieselbe Strenge auf beiden Seiten der Bilanz: gewonnene Lebenszeit, Lebensqualität, schwere Nebenwirkungen, Preis pro gewonnenem Monat.
Was der Krebs einbringt, weiß Pfizer auf die Milliarde genau. Was er den Patienten an Lebenszeit bringt, darüber redet man in Hoffnungen. Das ist keine Nachlässigkeit. Das ist die Rangordnung.
𝗠𝗘𝗜𝗡𝗘 𝗣𝗢𝗦𝗜𝗧𝗜𝗢𝗡
Ich lehne die klassische zytotoxische Chemotherapie grundsätzlich ab. Begründet habe ich das 2020:
https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/krebsrisiko-durch-kontakt-mit-zytostatika
Ein Wirkstoff, vor dem sich das Personal schützen muss, fließt dem Patienten in die Vene. Das beweist noch nichts über den Nutzen im Einzelfall. Aber es verbietet jede Verharmlosung.
Ob jemand diesen Weg geht, entscheidet der Patient. Nicht ich, nicht der Onkologe, nicht der Aktienkurs. Frei entscheiden kann er nur mit Klartext: Heilung, Lebensverlängerung oder Linderung? Wie viele Monate? Welche Schäden? Welche Alternativen?
Ein Anleger, dem man nur „Wir hoffen das Beste“ sagt, zieht sein Geld ab. Vom Patienten erwartet man, dass er bleibt.
𝗪𝗔𝗖𝗛𝗦𝗧𝗨𝗠 𝗜𝗦𝗧 𝗞𝗘𝗜𝗡 𝗚𝗘𝗦𝗨𝗡𝗗𝗛𝗘𝗜𝗧𝗦𝗡𝗔𝗖𝗛𝗪𝗘𝗜𝗦
2018 habe ich auf dem Spirit of Health Kongress ein Wort der Bundesregierung zerlegt: „Gesundheitswirtschaft“.
https://forschungsseminare.de/2021/02/05/video-naturheilkunde-unter-dauerbeschuss-spirit-of-health-kongress-2018/
Eine Regierung, die sich über Umsatzwachstum in diesem Sektor freut, freut sich über mehr Behandelte oder teurere Behandlung. Gesündere Menschen tauchen in dieser Rechnung nur als Umsatzrückgang auf.
Ein Vorstand, der seinen Aktionären zehn Milliarden mehr Krebsumsatz verspricht, hat kein Interesse an weniger Krebs. Wer Krankheit vergütet und Gesundheit nicht, bekommt exakt das, wofür er bezahlt.
Patente als staatliche Monopole, Kassen als garantierte Zahler: ein Geschäftsmodell mit Abnahmegarantie.
Wer das bejubelt, hat entschieden, auf welcher Seite des Tisches er sitzt. Von einem Ministerium erwarte ich anderes: Prävention, die ernsthaft finanziert wird. Einfluss, der kontrolliert wird. Nutzen, der belegt ist, bevor bezahlt wird.
43 Milliarden Dollar zeigen, was ein Krebspatient wert ist. Auf der Einnahmenseite.
Was wäre es wert, dass er nie einer wird?
Und wer sitzt auf dieser Seite des Tisches mit dem Scheckbuch?
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Quelle zu Kaufpreis und Umsatzprognose:
https://www.pfizer.com/news/press-release/press-release-detail/pfizer-invests-43-billion-battle-cancer
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Feierabend – heute wird die Naturheilpraxis gegen den Pizzaofen getauscht. 😊 🍕
Meine Frau hat den Ofen schon vorbereitet, während ich noch in der Praxis beschäftigt war. Jetzt sitzen wir beide gemütlich im Garten vor dem Feuer und genießen unsere vollwertige, vegetarische Pizza mit Ananas.
Und bevor die Grundsatzdiskussion losgeht: Ja, Ananas gehört bei uns auf die Pizza. Da sind meine Frau und ich uns vollkommen einig. 😄🍍
Wie man sieht, hält sich meine Vorfreude auch nur schwer in Grenzen. Ich freue mich auf diesen gemeinsamen Abend – zusammen sitzen, essen, erzählen und einfach mal Feierabend haben.
Ich wünsche euch einen ebenso gemütlichen Sonntagabend!🔥
Euer Rainer Taufertshöfer
Meine Frau hat den Ofen schon vorbereitet, während ich noch in der Praxis beschäftigt war. Jetzt sitzen wir beide gemütlich im Garten vor dem Feuer und genießen unsere vollwertige, vegetarische Pizza mit Ananas.
Und bevor die Grundsatzdiskussion losgeht: Ja, Ananas gehört bei uns auf die Pizza. Da sind meine Frau und ich uns vollkommen einig. 😄🍍
Wie man sieht, hält sich meine Vorfreude auch nur schwer in Grenzen. Ich freue mich auf diesen gemeinsamen Abend – zusammen sitzen, essen, erzählen und einfach mal Feierabend haben.
Ich wünsche euch einen ebenso gemütlichen Sonntagabend!
Euer Rainer Taufertshöfer
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TEIL 1/5 – PEST IN SIBIRIEN: WAS BELEGT IST UND WAS NICHT
Ich will hier nicht die nächste Sau durchs Dorf treiben. Bei einem Erreger wie diesem zählt Sorgfalt mehr als Tempo.
Dokumentierte Zusammenhänge zu verschweigen wäre allerdings ebenso falsch, wie aus ungeklärten Umständen bereits Gewissheiten zu machen.
Darya Shipilova, 28 Jahre alt, arbeitete als Laborantin am Irkutsker Anti-Pest-Forschungsinstitut Sibiriens und des Fernen Ostens. Sie wurde Ende September mit einer schweren Lungenentzündung in Schelechow behandelt und starb in der Nacht zum 2. Oktober 2026.
Früh verbreitete das unabhängige Regionalmedium Ljudi Baikala eine brisante Version:
Shipilova habe am 25. September bei der Arbeit ein Röhrchen mit einem Pesterreger zerbrochen.
Andere Berichte brachten Reisen beziehungsweise einen möglichen natürlichen Infektionsweg ins Spiel.
Keine dieser Erklärungen für ihre Erkrankung ist bislang offiziell bestätigt.
Die russische Gesundheitsbehörde Rospotrebnadzor spricht von einer „Pneumonie unbekannter Ätiologie“. Einen Laborunfall bestreitet sie.
Untersuchungen hätten keine Mikroorganismen ergeben, die mit Shipilovas beruflicher Tätigkeit in Verbindung stünden.
Damit gilt derzeit:
Ein Tod ist bestätigt.
Eine Pestinfektion als Todesursache ist nicht bestätigt.
Ein Laborunfall ist nicht bestätigt.
Und genau deshalb lohnt es sich, sehr genau hinzusehen.
Fortsetzung in Teil 2.
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TEIL 2/5 – WAS GESAGT WIRD UND WAS GETAN WIRD
Hier beginnt für mich der Teil, bei dem Nachfragen berechtigt sind.
Während offiziell Entwarnung gegeben wird, wurden erhebliche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen.
Krankenhäuser beziehungsweise Krankenhausbereiche wurden unter Quarantäne gestellt.
Kontaktpersonen wurden ermittelt und medizinisch überwacht.
Das unabhängige Regionalmedium Ljudi Baikala berichtete zunächst von rund 200 Personen. Auch internationale Medien nennen inzwischen ungefähr diese Größenordnung.
Die Verwaltung von Baikalsk veröffentlichte zwischenzeitlich sogar eine Warnung, wegen „inoffizieller Informationen“ über einen Pestfall nicht nach Schelechow zu fahren.
Etwa zwei Stunden später wurde diese Warnung wieder gelöscht.
Das beweist keine Pest.
Und es beweist erst recht keine Vertuschung.
Bei einer ungeklärten schweren Pneumonie einer Mitarbeiterin eines Anti-Pest-Instituts wären umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen sogar vernünftig.
Aber genau deshalb sollte transparent erklärt werden, was diese Maßnahmen ausgelöst hat.
Interessant ist auch der zeitliche Ablauf.
Zwischen dem angeblichen Zwischenfall am 25. September und der Klinikaufnahme wenige Tage später liegt ein Zeitraum, der grundsätzlich mit der bekannten Inkubationszeit der Pest vereinbar wäre.
Auch das beweist nichts.
Es bedeutet lediglich:
Die zeitliche Abfolge schließt die berichtete Version nicht von vornherein aus.
Fortsetzung in Teil 3.
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TEIL 3/5 – WOMIT SHIPILOVA WISSENSCHAFTLICH BEFASST WAR
Hier gibt es inzwischen einen bemerkenswerten Zusammenhang, der im Netz teilweise falsch dargestellt wird.
Shipilova wird im Programm des Allrussischen Kongresses für Infektionskrankheiten 2026 als Mitautorin eines am 31. März vorgestellten Forschungsbeitrags aufgeführt.
Thema:
Die Empfindlichkeit von Yersinia pestis aus natürlichen Pestherden Sibiriens gegenüber antibakteriellen Arzneimitteln.
Das bedeutet:
Shipilova war nachweislich an einer wissenschaftlichen Untersuchung beteiligt, bei der Pestbakterien und ihre Antibiotikaempfindlichkeit Gegenstand waren.
Es bedeutet ausdrücklich nicht, dass sie nachweislich mit multiresistenten Peststämmen gearbeitet hat.
Dafür gibt es derzeit keinen Beleg.
Und diese Unterscheidung ist wichtig.
Resistenzüberwachung gehört grundsätzlich zur seriösen mikrobiologischen Forschung.
Auch frühere Untersuchungen sibirischer Naturstämme haben überwiegend eine hohe Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Antibiotikagruppen gezeigt.
Interessant ist die Verbindung trotzdem.
Denn die verstorbene Laborantin arbeitete an einem Institut, das sich mit genau jenem Erreger beschäftigt, der nun in den Gerüchten um ihren Tod eine zentrale Rolle spielt.
Das ist ein Zusammenhang.
Aber noch kein Beweis für eine Ursache.
Fortsetzung in Teil 4.
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TEIL 4/5 – DIE HISTORISCHE VERBINDUNG ZUR SOWJETISCHEN BIOWAFFENFORSCHUNG
Auch hier muss man Vergangenheit und Gegenwart strikt auseinanderhalten.
Das Irkutsker Institut ist heute offiziell eine Einrichtung zur Erforschung und Bekämpfung gefährlicher Infektionskrankheiten.
Einen belastbaren öffentlichen Beleg dafür, dass dort heute offensive biologische Waffen entwickelt werden, gibt es nicht.
Historisch gehörte das Institut jedoch zum sowjetischen Anti-Pest-System.
Der Biowaffenforscher Raymond A. Zilinskas beschrieb 2006 in Critical Reviews in Microbiology, dass dieses System während der Sowjetzeit zunächst Aufgaben innerhalb des biologischen Abwehrprogramms „Problem 5“ übernahm.
Ab Mitte der 1970er Jahre wurden Teile des Systems auch in Arbeiten für das offensive Programm „Ferment“ eingebunden.
Hinzu kommt eine personelle Verbindung.
Der Mikrobiologe Igor Domaradskij leitete von 1957 bis 1964 das Irkutsker Anti-Pest-Institut.
Später wurde er zu einer wichtigen Persönlichkeit innerhalb des sowjetischen Biopreparat-Komplexes, der mit dem offensiven sowjetischen Biowaffenprogramm verbunden war.
Diese historische Verbindung existiert.
Aber:
Eine historische Verbindung beweist kein heutiges Biowaffenprogramm.
Und sie beweist schon gar nicht, woran Darya Shipilova gestorben ist.
Gerade deshalb sollte man die Geschichte weder verharmlosen noch dramatisieren.
Fortsetzung in Teil 5.
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TEIL 5/5 – DAS EIGENTLICHE PROBLEM IST DIE FEHLENDE TRANSPARENZ
Gerade bei Einrichtungen, die mit hochgefährlichen Krankheitserregern umgehen, schafft Informationsarmut keinen Schutz vor Gerüchten.
Sie produziert sie.
Wenn gleichzeitig Krankenhäuser abgeschottet, zahlreiche Kontakte überwacht und lokale Warnungen veröffentlicht und anschließend wieder gelöscht werden, während offiziell lediglich von einer Pneumonie unbekannter Ursache gesprochen wird, entstehen zwangsläufig Fragen.
Diese Fragen sind weder Beweis noch Verschwörungstheorie.
Sie sind schlicht Fragen.
Was jetzt geklärt werden müsste:
Auf welche Erreger wurde Shipilova untersucht?
Mit welchen diagnostischen Verfahren?
Was bedeutet konkret die Formulierung, es seien keine Mikroorganismen gefunden worden, die mit ihrer beruflichen Tätigkeit zusammenhängen?
Wurde Yersinia pestis spezifisch mit geeigneten mikrobiologischen beziehungsweise molekularbiologischen Verfahren ausgeschlossen?
Gibt es weitere schwere Pneumonien unter den Kontaktpersonen?
Und falls Yersinia pestis doch nachgewiesen werden sollte:
Welches Resistenzprofil besitzt das Isolat?
Bislang gibt es keinen bestätigten Pestausbruch.
Es gibt auch keinen Beweis für die Freisetzung eines Laborstammes oder gar eines biologischen Kampfstoffes.
Das muss genauso deutlich gesagt werden wie die ungewöhnlichen Begleitumstände.
Ich werde deshalb weder Entwarnung erfinden noch Alarm schlagen.
Ich werde beobachten, Quellen vergleichen und korrigieren, wenn neue Fakten hinzukommen.
Denn gerade bei einem solchen Thema gilt:
Sicherheit geht vor. Sonst nichts.
Euer
Rainer Taufertshöfer
Kontakt · Einordnung · Informationen
Telefon: 05536 2353056
Telegram:
@Rainer_Taufertshoefer
Medizinjournalistische Webseite:
https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de
Forschungsseminare:
https://www.forschungsseminare.de
Telegram öffentlich:
https://t.me/taufertshoefer
X:
https://x.com/r_taufertshofer
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LUNGENPEST IST NICHT BEULENPEST
Zu meinem gestrigen Beitrag noch eine medizinische Einordnung, weil beide Begriffe gerade häufig durcheinandergehen.
Beulenpest entsteht meist nach dem Stich eines infizierten Flohs. Typisch sind stark geschwollene, schmerzhafte Lymphknoten. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch spielt dabei normalerweise kaum eine Rolle.
Lungenpest ist etwas anderes. Hier befällt Yersinia pestis die Lunge und kann über infektiöse Atempartikel direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Sie gehört zu den aggressivsten bakteriellen Infektionen überhaupt. Innerhalb kürzester Zeit können schwere Lungenentzündung, Atemnot, Sauerstoffmangel, Sepsis, Kreislaufschock und Multiorganversagen entstehen.
Unbehandelt verläuft die Lungenpest praktisch immer tödlich. Ein tödlicher Verlauf kann bereits innerhalb von 18 bis 24 Stunden nach Beginn der Erkrankung eintreten. Deshalb ist eine möglichst frühe antibiotische Behandlung entscheidend.
Genau deshalb ist die Frage, was in Sibirien tatsächlich passiert ist, keine Nebensache.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass dort Lungenpest nachgewiesen wäre. Das ist bislang gerade nicht belegt.
Aber wer Tschernobyl und die damalige sowjetische Informationspolitik kennt, weiß auch, warum bei widersprüchlichen offiziellen Mitteilungen Aufmerksamkeit angebracht ist.
Keine Panik. Keine vorschnellen Behauptungen. Aber auch kein blindes Vertrauen.
Beobachten. Vergleichen. Widersprüche festhalten.
Euer Rainer Taufertshöfer
Zu meinem gestrigen Beitrag noch eine medizinische Einordnung, weil beide Begriffe gerade häufig durcheinandergehen.
Beulenpest entsteht meist nach dem Stich eines infizierten Flohs. Typisch sind stark geschwollene, schmerzhafte Lymphknoten. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch spielt dabei normalerweise kaum eine Rolle.
Lungenpest ist etwas anderes. Hier befällt Yersinia pestis die Lunge und kann über infektiöse Atempartikel direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Sie gehört zu den aggressivsten bakteriellen Infektionen überhaupt. Innerhalb kürzester Zeit können schwere Lungenentzündung, Atemnot, Sauerstoffmangel, Sepsis, Kreislaufschock und Multiorganversagen entstehen.
Unbehandelt verläuft die Lungenpest praktisch immer tödlich. Ein tödlicher Verlauf kann bereits innerhalb von 18 bis 24 Stunden nach Beginn der Erkrankung eintreten. Deshalb ist eine möglichst frühe antibiotische Behandlung entscheidend.
Genau deshalb ist die Frage, was in Sibirien tatsächlich passiert ist, keine Nebensache.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass dort Lungenpest nachgewiesen wäre. Das ist bislang gerade nicht belegt.
Aber wer Tschernobyl und die damalige sowjetische Informationspolitik kennt, weiß auch, warum bei widersprüchlichen offiziellen Mitteilungen Aufmerksamkeit angebracht ist.
Keine Panik. Keine vorschnellen Behauptungen. Aber auch kein blindes Vertrauen.
Beobachten. Vergleichen. Widersprüche festhalten.
Euer Rainer Taufertshöfer
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