Forwarded from RA Ludwig - Querdenkeranwalt
💥 Die Geister, die ich rief 💥
Ich lese gerade das „Nürnberger Tagebuch“ von Gustave M. Gilbert, dem Gefängnispsychologen der Nürnberger Prozesse gegen die wichtigsten NS-Täter.
Er spricht dort mit Männern wie Hermann Göring, Karl Dönitz, Albert Speer, Alfred Rosenberg, Wilhelm Keitel und Ernst Kaltenbrunner.
Viele von ihnen sind entsetzt, als sie die Bilder aus den Konzentrationslagern sehen.
Sie sagen dann Dinge wie:
„So war das nicht gemeint, wir wollten nur ihren Einfluss begrenzen, sie sollten aus wichtigen Ämtern und aus der Wirtschaft weg.“ Sie weinen, schauen weg, reden sich raus.
Quelle
Wenn ich heute die aktuellen Bilder in den Medien sehe, spüre ich die gleiche psychologische Dynamik.
Man will AfD und Anhänger „nur“ aus der gesellschaftlichen Normalität drängen. Man stigmatisiert über Institutionen, schließt sie von demokratischen Prozessen aus. Das Ergebnis sehen wir gerade in Gießen: Deutsche gehen mit brutaler Gewalt auf Andersdenkende los – und fühlen sich dabei, mit Rückendeckung der Politik, noch als die „Guten“. Wer sich für moralisch überlegen hält, findet schnell Gründe, Gewalt zu rechtfertigen.
Gilbert kam übrigens mit seinen Tests zu dem Ergebnis, dass die meisten NS-Führer überdurchschnittlich intelligent waren. Sie waren überzeugt, im Recht zu sein und auf der „guten Seite“ zu stehen – das machte sie so gefährlich.
Wenn wir strukturelle Gewalt von Menschen gegen Menschen stoppen wollen, müssen wir Macht begrenzen – egal ob sie von einer Minderheit oder Mehrheit ausgeübt wird. Es reicht nicht, wenn Macht nur durch Institutionen kontrolliert wird, die aus derselben Machtstruktur stammen.
Wir brauchen Mechanismen, die die „Gutmeinenden“ daran hindern, das vermeintlich Böse zu zerstören und dabei selbst zu Tätern zu werden. Macht über andere Menschen muss klar eingehegt und begrenzt sein.
Der erste Schritt ist für mich das Nein: Die Anerkennung, dass
Menschen nicht mitmachen müssen. Dass jeder Mensch Grenzen setzen darf – und dass diese Grenzen nicht überschritten werden.
#freiheitbeginntmitNein
Diese Grenzen gehören nicht nur in Grundrechte auf dem Papier. Sie müssen auch als echte Abwehrrechte im Prozess verankert sein: etwa durch Vetorechte der Bevölkerung und dezentrale Entscheidungsstrukturen in den Landesverfassungen.
Mein Kanal:
t.me/RA_Ludwig
Ich lese gerade das „Nürnberger Tagebuch“ von Gustave M. Gilbert, dem Gefängnispsychologen der Nürnberger Prozesse gegen die wichtigsten NS-Täter.
Er spricht dort mit Männern wie Hermann Göring, Karl Dönitz, Albert Speer, Alfred Rosenberg, Wilhelm Keitel und Ernst Kaltenbrunner.
Viele von ihnen sind entsetzt, als sie die Bilder aus den Konzentrationslagern sehen.
Sie sagen dann Dinge wie:
„So war das nicht gemeint, wir wollten nur ihren Einfluss begrenzen, sie sollten aus wichtigen Ämtern und aus der Wirtschaft weg.“ Sie weinen, schauen weg, reden sich raus.
Quelle
Wenn ich heute die aktuellen Bilder in den Medien sehe, spüre ich die gleiche psychologische Dynamik.
Man will AfD und Anhänger „nur“ aus der gesellschaftlichen Normalität drängen. Man stigmatisiert über Institutionen, schließt sie von demokratischen Prozessen aus. Das Ergebnis sehen wir gerade in Gießen: Deutsche gehen mit brutaler Gewalt auf Andersdenkende los – und fühlen sich dabei, mit Rückendeckung der Politik, noch als die „Guten“. Wer sich für moralisch überlegen hält, findet schnell Gründe, Gewalt zu rechtfertigen.
Gilbert kam übrigens mit seinen Tests zu dem Ergebnis, dass die meisten NS-Führer überdurchschnittlich intelligent waren. Sie waren überzeugt, im Recht zu sein und auf der „guten Seite“ zu stehen – das machte sie so gefährlich.
Wenn wir strukturelle Gewalt von Menschen gegen Menschen stoppen wollen, müssen wir Macht begrenzen – egal ob sie von einer Minderheit oder Mehrheit ausgeübt wird. Es reicht nicht, wenn Macht nur durch Institutionen kontrolliert wird, die aus derselben Machtstruktur stammen.
Wir brauchen Mechanismen, die die „Gutmeinenden“ daran hindern, das vermeintlich Böse zu zerstören und dabei selbst zu Tätern zu werden. Macht über andere Menschen muss klar eingehegt und begrenzt sein.
Der erste Schritt ist für mich das Nein: Die Anerkennung, dass
Menschen nicht mitmachen müssen. Dass jeder Mensch Grenzen setzen darf – und dass diese Grenzen nicht überschritten werden.
#freiheitbeginntmitNein
Diese Grenzen gehören nicht nur in Grundrechte auf dem Papier. Sie müssen auch als echte Abwehrrechte im Prozess verankert sein: etwa durch Vetorechte der Bevölkerung und dezentrale Entscheidungsstrukturen in den Landesverfassungen.
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