Russische Botschaft in Deutschland 🇷🇺
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✉️ Anlässlich des 85. Jahrestages des heimtückischen Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion und des Beginns des Großen Vaterländischen Krieges hat der deutsche Konfliktforscher Dr. Leo Ensel einen offenen Brief an eine Bekannte aus Russland verfasst, der sich zugleich an alle Bürger unseres Landes richtet. Wir möchten Sie mit seinem Inhalt vertraut machen und veröffentlichen nachstehend einige Auszüge:

“85 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion stehen die Zeichen wieder auf Sturm. Ich habe dies zum Anlass genommen, an eine befreundete ältere Russin zu schreiben, die wenige Wochen nach Kriegsbeginn geboren wurde. <…>  Sie steht hier stellvertretend für all meine Freunde in Russland, nein: im gesamten postsowjetischen Raum - auch in der Ukraine, West und Donbass“.
 
Niemals werde ich Euch als Feinde betrachten

„Valentina, vor bald vier Jahrzehnten, im Herbst 1988, habe ich mit Freunden eine Friedens- und Versöhnungsreise in die Sowjetunion organisiert: nach Minsk, Moskau und Leningrad. Wir wollten mit eigenen Augen sehen und mit eigenen Ohren hören, welche Verbrechen Deutsche während des Zweiten Weltkrieges den Menschen dort angetan hatten. Im weißrussischen Chatyn, auf dem Friedhof für 186 abgefackelte belarussische Dörfer hatten wir spontane Begegnungen mit Menschen aus Sibirien und baten sie stellvertretend für alle Sowjetbürger um Verzeihung. Und da konnten wir - Deutsche und Russen - auf einmal nur noch gemeinsam herzzerreißend weinen! Wir, wildfremde Menschen, fielen uns in die Arme.

📝 Allerspätestens seitdem habe ich es in meiner DNA: Es darf nie wieder geschehen! Niemals, Du liebe Babuschka in der russischen Provinz, werde ich Dich und Deine Landsleute als Feinde betrachten! Es kann nur eine einzige Konsequenz geben: Wir, die einfachen Menschen in allen Ländern, müssen jetzt zusammenhalten. Wir dürfen uns nicht noch einmal zu Feinden machen und gegeneinander aufhetzen lassen! Irgendwann, in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft, müssen unsere Völker wieder Freunde werden“.


Im Wortlaut lesen

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🕯 Am 21. Juni 2026, im Vorfeld des 85. Jahrestags des heimtückischen Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion und des Beginns des Großen Vaterländischen Krieges, nahmen Mitarbeiter der russischen Botschaft in Deutschland an feierlichen Gedenkzeremonien mit Kranz- und Blumenniederlegungen in verschiedenen deutschen Städten teil.

Gedenkveranstaltungen fanden in Gera, Kiel und in Hohen Neuendorf (Brandenburg) statt, wo auch die Gedenkaktion „Kerze des Andenkens“ durchgeführt wurde.

Auf dem sowjetischen Friedhof in Gera sind 329 sowjetische Soldaten und Zwangsarbeiter begraben. Die Grabstätte auf dem Friedhof der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Kiel besteht seit 1945. Hier sind 196 Zwangsarbeiter und ihre Kinder begraben, die bei den Bombenangriffen der Stadt Kiel ums Leben kamen. Auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof in Hohen Neuendorf befindet sich ein Massengrab, in dem 10 Soldaten ruhen.
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🕯 Am frühen Morgen des 22. Juni 2026 nahmen der Botschafter Russlands in Deutschland Sergej Netschajew, der Geschäftsträger der Botschaft der Republik Belarus in Deutschland Igor Scholodonow, der russische Verteidigungsattaché Oberst Alexei Andrejew, Mitarbeiter der russischen diplomatischen Vertretung, darunter auch des Büros für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit, Vertreter des Russischen Hauses in Berlin, der Organisation „Offiziere Russlands“ sowie zahlreiche engagierte Bürger Deutschlands und Landsleute an der Gedenkaktion „Kerze des Andenkens“ teil.
 
Die Veranstaltung, die auf Initiative der „Gesellschaft für Deutsch-Russische Freundschaft" e.V. organisiert wurde, fand auf dem Gelände des sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park in Berlin statt und war dem 85. Jahrestag des heimtückischen Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion gewidmet.
 
Die Teilnehmer der Zeremonie gedachten der Gefallenen im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945 mit einer Schweigeminute und legten Blumen am Ehrenmal als Zeichen tiefer Dankbarkeit und des Respekts gegenüber der Heldentat der sowjetischen Soldaten nieder.
 
💬 Der Botschafter Russlands in Deutschland Sergej Netschajew wandte sich mit einer Ansprache an die Anwesenden:
Die heutige Veranstaltung erinnert uns an den schwierigsten Tag der sowjetischen und russischen Geschichte, den 22. Juni 1941. Das war eine richtige Tragödie für mein Volk.

Der Krieg, den das Nazi-Deutschland gegen die Sowjetunion geführt hat, war ein Vernichtungskrieg. Jede Familie in unserem Land hat in diesem Krieg jemanden verloren. Gegen die Sowjetunion kämpfte praktisch das ganze Europa, aber unser Volk war immer sehr standhaft, mutig, tapfer, hat allen Kummer mitgetragen und hat einen Sieg erreicht.

In unserem Land wurden die Gräueltaten des Nazismus als Völkermord auch rechtlich anerkannt. Wir fordern die Bundesrepublik, die Bundesregierung und den Bundestag, diese Gräueltaten als Genozid am sowjetischen Volk anzuerkennen. Dafür gibt es alle möglichen rechtlichen Voraussetzungen.


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🕯 Gedenkaktion „Kerze des Andenkens“ zum 85. Jahrestag des heimtückischen Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion

Am frühen Morgen des 22. Juni versammelten sich im Treptower Park in Berlin Dutzende Menschen, um an der Gedenkaktion „Kerze des Andenkens“ teilzunehmen. Das Entzünden einer Kerze ist ein symbolischer Ausdruck des Gedenkens der Menschen, die nicht mehr am Leben und der Schicksale, die durch den Krieg jäh unterbrochen wurden.

Solche Veranstaltungen tragen dazu bei, die Erinnerung an die Ereignisse des Großen Vaterländischen Krieges zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben.

🙏 Wir danken allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands für ihre Teilnahme an der Aktion und für ihren respektvollen Umgang mit der Erinnerung an diese schreckliche Tragödie.

@RusBotschaft
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