Russische Botschaft in Deutschland 🇷🇺
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​​✍️ 2️⃣0️⃣0️⃣. Geburtstag von 𝐅𝐣𝐨𝐝𝐨𝐫 𝐃𝐨𝐬𝐭𝐨𝐣𝐞𝐰𝐬𝐤𝐢✍️

📔 Fjodor #Dostojewski wurde als zweites Kind in einer kleinbürgerlichen Familie geboren.

📔 Nach dem Tod seiner Mutter schreibt er sich widerwillig an einer Petersburger Militäringenieurschule für ein Bauingenieurstudium ein. Sein Vater wird zwei Jahre später mutmaßlich von seinen leibeigenen Bauern auf dem heimischen Landgut ermordet.

📔 Er vernachlässigt sein Studium, wird zusehends zum introvertierten unentwegt lesenden Einzelgänger und will das Studium hinwerfen. Nach fünf Studienjahren beendet er sein Studium und arbeitet als technischer Zeichner beim Kriegsministerium.

📔 Danach kündigt er seinen Dienst auf und versucht sich fortan als freischaffender #Schriftsteller durchzuschlagen. Bereits ein Jahr später wird sein Erstlingswerk zum fulminanten Erfolg.

📔 In dieser Zeit entstehen diverse Kontakte zu progressiven Personen, sodass er letztendlich einem Zirkel von vermeintlichen Aufwieglern angehört. Ein von ihm vorgetragener Brief führt zu dem Vorwurf revolutionärer Tätigkeit. Er wird auf die Peter-Pauls-Festung verbracht und verbleibt dort acht Monate in ungewisser Haft. Er wird zum Tod verurteilt...
​​✍️ 2️⃣0️⃣0️⃣. Geburtstag von 𝐅𝐣𝐨𝐝𝐨𝐫 𝐃𝐨𝐬𝐭𝐨𝐣𝐞𝐰𝐬𝐤𝐢✍️

𝑫𝒆𝒓 𝑰𝒅𝒊𝒐𝒕

📖 Bereits seit dem Sommer 1867 hatte #Dostojewski den Plan für einen neuen Roman, Der Idiot. Mit dem Schreiben begann er in Genf, der größte Teil entstand aber in Vevey, wo er und seine Frau sich im Mai 1868 niederließen.

📖 Von Januar 1868 an erschien der Roman in Fortsetzungen in Russki Westnik. Spätere Teile entstanden in Mailand und in Florenz, wo Dostojewski das Werk im Januar 1869 abschloss.

📖 Das gedankliche Experiment, das er in 𝑫𝒆𝒓 𝑰𝒅𝒊𝒐𝒕 durchführte, bestand darin, einen „vollkommen guten und schönen Menschen“ – den jungen Fürsten Myschkin – nach einem langen Auslandsaufenthalt in die zeitgenössische russische Umwelt zu stellen. Nach einem Sanatoriumsaufenthalt kehrt der kindlich-naive und an Epilepsie leidende Fürst Myschkin nach Rußland zurück. Sein demütiges und mitleidendes Wesen wirkt anziehend auf seine von Schmerz, Schuld und Bosheit geprägte Umgebung. Immer weiter verstrickt er sich in die Ränkespiele um die schöne Nastasja und seinen Rivalen Rogoschin...

📖 Wie all seinen Arbeiten war auch diesem Roman eine hohe Intertextualität zu eigen: mit seinem Porträt eines „guten Menschen“ verwies Dostojewski ausgiebig nicht nur auf das Neue Testament und die Christus-Deutungen von Ernest Renan und David Friedrich Strauß, sondern auch auf die Helden von Miguel de Cervantes, Charles Dickens und Victor Hugo.
​​✍️ 2️⃣0️⃣0️⃣. Geburtstag von 𝐅𝐣𝐨𝐝𝐨𝐫 𝐃𝐨𝐬𝐭𝐨𝐣𝐞𝐰𝐬𝐤𝐢✍️

𝑫𝒊𝒆 𝑩𝒓𝒖̈𝒅𝒆𝒓 𝑲𝒂𝒓𝒂𝒎𝒂𝒔𝒐𝒘

🔸 Den Sommer 1877 verbrachte die Familie in Maly Prikol bei Kursk, wo Iwan, Bruder seiner Frau, einen Landsitz besaß. Am 16. Mai 1878 verstarb überraschend das jüngste Kind, der knapp dreijährige Aljoscha.

📖 Außer sich vor Schmerz pilgerte Dostojewski im Juni zum Optina-Kloster bei #Koselsk, wo er Trost beim Starez Amwrossi suchte; seine Eindrücke von diesem Mann hat Dostojewski später in seinem Roman𝑫𝒊𝒆 𝑩𝒓𝒖̈𝒅𝒆𝒓 𝑲𝒂𝒓𝒂𝒎𝒂𝒔𝒐𝒘 für die Figur des Starez Sosima verwendet.

📖 Mit den Notizen für diesen Roman hatte er schon im April begonnen; Anfang November 1880 schloss er ihn ab. Der Roman 𝑫𝒊𝒆 𝑩𝒓𝒖̈𝒅𝒆𝒓 𝑲𝒂𝒓𝒂𝒎𝒂𝒔𝒐𝒘, der umfangreichste unter Dostojewskis Romanen, ist durch die immense Anzahl an Figuren und die vielen Handlungsstränge, in denen #Dostojewski sämtliche Ideen und Menschenentwürfe, die ihn bis dahin bewegt hatten, erneut behandelte, hochkomplex. Die zentralen Fragen, die von den Protagonisten auf jeweils eigene Weise beantwortet werden, sind die nach der Existenz Gottes und dem Sinn des Lebens.

📖 Das Sujet ist kriminalistisch: Fjodor Karamasow, ein liederlicher Greis, wird von seinen äußerst unterschiedlichen vier Söhnen gehasst und in Gedanken getötet. Nach seiner Ermordung sind zwei von ihnen tatverdächtig, aber die beiden anderen fühlen sich moralisch mitverantwortlich. Die künstlerische Anthropologie Dostojewskis erreicht hier ihren Höhepunkt, was 𝐒𝐢𝐠𝐦𝐮𝐧𝐝 𝐅𝐫𝐞𝐮𝐝 zu dem Urteil veranlasst hat, dies sei „𝑑𝑒𝑟 𝑔𝑟𝑜ß𝑎𝑟𝑡𝑖𝑔𝑠𝑡𝑒 𝑅𝑜𝑚𝑎𝑛, 𝑑𝑒𝑟 𝑗𝑒 𝑔𝑒𝑠𝑐ℎ𝑟𝑖𝑒𝑏𝑒𝑛 𝑤𝑢𝑟𝑑𝑒“.
📆 Wiedereröffnung des Denkmals für Fjodor Dostojewski in Dresden

Am 29. August 2026 fand in Dresden eine feierliche Zeremonie anlässlich der Rückkehr des Denkmals für den großen russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewski in den städtischen Kulturraum statt.

Das vom Bildhauer Alexander Rukawischnikow geschaffene Denkmal wurde erstmals am 10. Oktober 2006 am Elbufer enthüllt. An der damaligen Zeremonie nahmen der Präsident Russlands Wladimir Putin, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt teil. Im Jahr 2025 wurde die Skulptur aufgrund von Bauarbeiten am Gebäude des Sächsischen Landtags vorübergehend abgebaut und eingelagert.

Nach längerer Suche nach einem neuen Standort wurde das Denkmal an der Russisch-Orthodoxen Kirche des Heiligen Simeon vom Wunderbaren Berge in Dresden aufgestellt.

An der Zeremonie nahmen Vertreter der russischen diplomatischen Mission, des Russischen Hauses in Berlin, des Deutsch-Russischen Kulturinstituts in Dresden sowie russische und deutsche Aktivisten teil, die sich für den Erhalt der kulturellen und humanitären Beziehungen zwischen beiden Ländern einsetzen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein Grußwort des Botschafters der Russischen Föderation in Deutschland, Sergej Netschajew, verlesen. Der Leiter der russischen diplomatischen Vertretung dankte allen, die zur Rückkehr des Denkmals in den öffentlichen Raum beigetragen haben, insbesondere der Sächsischen Staatsregierung und der Landeshauptstadt Dresden.

„Heute möchte ich ganz besonders all jenen danken, die nicht zugelassen haben, dass diese Geschichte nicht so unrühmlich endet, und die sich beharrlich dafür eingesetzt haben, dass Dostojewski wieder dorthin zurückkehrt, wo ein solches Denkmal hingehört – in den öffentlichen Raum“, betonte der Botschafter.

Sergej Netschajew hob die besondere Verbundenheit Fjodor Dostojewskis mit Deutschland und Dresden hervor. Der Schriftsteller besuchte Deutschland mehrfach und lebte von 1869 bis 1871 gemeinsam mit seiner Familie in der sächsischen Landeshauptstadt. Gerade hier verbrachte er einen wichtigen Abschnitt seines persönlichen und schöpferischen Lebens.

Nach den Worten des Botschafters besitzt die Rückkehr des Denkmals nicht nur eine erinnerungskulturelle, sondern auch eine historisch-kulturelle Bedeutung und erinnert an die jahrhundertealten und vielfältigen Beziehungen zwischen Russland und Sachsen.

Besondere Aufmerksamkeit widmete der Leiter der russischen diplomatischen Mission in seiner Ansprache der Bedeutung der Kultur unter den gegenwärtigen schwierigen Bedingungen der russisch-deutschen Beziehungen.

❗️ „Kultur kann und darf nicht zum Gegenstand tagesaktueller politischer Spiele werden. Sie muss eine Brücke bleiben, ein Raum für den Austausch zwischen den Gesellschaften, wissenschaftlichen Kreisen, Kultureinrichtungen und einzelnen Bürgern“, betonte Sergej Netschajew.

Die Rückkehr des Denkmals für Fjodor Dostojewski in den öffentlichen Raum Dresdens ist zu einem wichtigen Zeichen für die Bewahrung des gemeinsamen kulturellen Erbes und für das fortbestehende Interesse an der russischen Kultur in Sachsen geworden.

@RusBotschaft

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